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Naturräumliche Gliederung der Karibik und Südamerika, Geologie, Vulkanismus, Erdbeben

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 31 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Überblick Exkursionsgebiet

2. Karibik
2.1 Entstehung der Karibischen Platte
2.2 Große Antillen
2.2.1 Hispanola
2.3 Kleine Antillen
2.3.1 Vulkanantillen
2.3.2 Kalkantillen
2.3.3 Guadeloupe – die zweigeteilte Insel
2.4 Naturgefahren der Karibik
2.4.1 Vulkanausbrüche
2.4.2 Erd- und Seebeben
2.4.3 Tsunamis

3. Südamerika
3.1 Trinidad und Tobago
3.2 Guyana-Gebiet
3.3 Brasilien
3.3.1 Amazonas Tiefland
3.3.2 Brasilianisches Bergland

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bewegungsvektoren der Nord-, Süd- und Karibischen Platte

Tabelle 2: Vulkanausbrüche auf den Kleinen Antillen

Tabelle 3: Auswahl an Erd-und Seebeben im Exkursionsgebiet der Karibik

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Plattentektonik Weltweit (ETH)

Abbildung 2: Topographie Mittelamerikas und Karibik (CIA)

Abbildung 3: Übersichtskarte Karibik mit orographisch-tektonischer Gliederung (blume 1968: 10)

Abbildung 4: Modell einer Flutbasaltprovinz (IFM-GEOMAR)

Abbildung 5: Theorien zum Entstehungsort der CLIP (meschede 2002: 2)

Abbildung 6: Widerlegung der Entstehung der CLIP nahe dem Galapagos-Hot-Spot (meschede 1998: 4)

Abbildung 7: Entstehung der Karibischen Platte von 125 Millionen Jahre bis heute (Meschede 2002: 4-6)

Abbildung 8: Meerestiefen rund um die Karibik (weyl 1966: 1)

Abbildung 9: Bathymetrische Karte der nördlichen Plattengrenze der Karibischen Platte (USGS)

Abbildung 10: Geologische Karte von Hispanola und Puerto Rico (Institut Francais du Petrole 1990)

Abbildung 11: Geologische Karte der Inseln über dem Winde (Institut Francais du Petrole 1990)

Abbildung 12: Luftbildaufnahme Nevis (Eigene Erhebung 2011, Google Earth)

Abbildung 13: Phasen vulkanischer Aktivität an einigen Inselbeispielen der Vulkanantillen (weyl 1966: 186)

Abbildung 15: Seismische Aktivität der Karibischen Platte ab 1960 bis heute (NSF)

Abbildung 16: Topographische Übersicht Südamerika (Haack Atlas 2007: 194)

Abbildung 17: Geologische Verortung Trinidad und Tobago (Institut Francais du Petrole 1990)

Abbildung 18: Geologie des Guyana Schildes (Denver Region Exploration Geologist`s Society 1997)

Abbildung 19: Politische Lage des Guyana Schildes (Shufro 2007)

Abbildung 20: Groß-Relief von Brasilien (beurlen 1970: 6)

Abbildung 21: Geologische Übersicht Brasiliens (beurlen 1970: 21)

Abbildung 22: Geologische Karte Brasiliens (IBGE 1990)

1. Überblick Exkursionsgebiet

Während den vier Wochen werden über 10000 Kilometer[1] zurückgelegt. Ob zu Fuß, per Auto, Flugzeug oder Schiff, werden die unterschiedlichsten Gebiete erkundet. Beginnend in der Dominikanischen Republik geht die Exkursion weiter Richtung Süden über Teile der Karibischen Inseln (Guadeloupe, Barbados, Trinidad), den Amazonas flussaufwärts bis Manaus, bis sie schließlich nach einem Zwischenstopp in Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, in Salvador an der atlantischen Küste endet. Während der Reise ergibt sich eine hohe Variationsbreite der physischen Geographie. Die nachfolgende Hausarbeit versucht für das Exkursionsgebiet eine naturräumliche Gliederung aus geologischer Sicht zu finden. Hierbei wird ein Schwerpunkt auf die geologische Entwicklung des Exkursionsgebietes genommen.

Eine erste naturräumliche Einteilung erfolgt durch die Betrachtung der weltweiten Plattentektonik in Abbildung 1. Das Exkursionsgebiet liegt auf zwei großen tektonischen Platten. Der Karibischen Platte und der Südamerikanischen Platte. Eine Zweiteilung des Exkursionsgebietes in den Raum der Karibik und den von Südamerika ist daher geologisch sinnvoll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Plattentektonik Weltweit (ETH)

2. Karibik

Die Bezeichnung „Karibik“ umfasst das Gebiet des Karibischen Meeres und die Westindischen Inseln. Die Westindischen Inseln bilden eine Inselkette im mittelamerikanischen Raum, welche in etwa parallel zur mittelamerikanischen Festlandsbrücke verläuft. Die Inselkette besitzt eine Länge von 4000 Kilometern und eine Fläche von 233872 Quadratkilometern. Ihre Ausbreitung liegt zwischen 85° und 59° westlicher Länge und 23° und 7° nördlicher Breite (Blume 1968: 17).

Abbildung 2 ermöglicht eine topographische Einordnung der Aussagen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Topographie Mittelamerikas und Karibik (CIA)

Eine weite Unterteilung der Westindischen Inseln fällt differenzierter aus. So werden aus dem historischen Kontext die Westindischen Inseln in drei Inselgruppen unterteilt: den Großen Antillen, den Kleinen Antillen und den Bahama-Inseln. Kuba, Jamaika, Hispanola und Puerto Rico zählen hierbei zu den Großen Antillen. Die Kleinen Antillen bestehen aus zahlreichen kleinen Inselstaaten, weshalb hier auf eine Auflistung verzichtet wird. Die Unterscheidung zwischen „Inseln über dem Winde“ und „Inseln unter dem Winde“ ist klimageographisch und orographisch bedingt. Die meridional verlaufenden Inseln über dem Winde liegen im Bereich des ständig wehenden Nordostpassates und besitzen ausgeprägte Unterschiede zwischen ihren Luv und Lee Lagen. Die Inseln unter dem Winde streichen in Ost-West Richtung und unterliegen nicht mehr dem Einfluss des Passates (Blume 1968: 18f).

In Abbildung 3 wird eine weitere Gliederungsmöglichkeit aufgezeigt, denn orographisch-tektonisch lassen sich die Westindischen Inseln in drei Relieftypen unterscheiden. So gehören Hispanola, Jamaika, Puerto Rico, Teile Kubas und die Inseln unter dem Wind zum Bruchfaltengebiet (Blume 1968: 23). Der innere Inselbogen der Inseln über dem Wind wird durch die zahlreichen Vulkankegeln auf den Inseln als Vulkanantillen bezeichnet. Der äußere Inselbogen hingegen wird auf Grund der zahlreichen Korallenkalke als Kalkantillen benannt. Außer den Kalkantillen bilden auch noch große Teile Kubas und die Bahamas Kalktafeln aus (sahr 1997: 85).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Übersichtskarte Karibik mit orographisch-tektonischer Gliederung (blume 1968: 10)

Die nachfolgenden Kapitel geben sowohl einen Überblick über die geologische Entstehung der gesamten Karibik, als auch eine detaillierte Ansicht von exkursionsrelevanten Bereichen der Großen und Kleinen Antillen.

2.1 Entstehung der Karibischen Platte

Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, grenzen insgesamt vier tektonische Platten an die Karibische Platte. Von Norden subduziert die Nordamerikanische Platte; von Osten und Süden die Südamerikanische Platte unter die Karibische. Im Westen grenzt diese an die hauptsächlich an die Cocos-Platte, kleine Teile aber auch an die Nazca-Platte. Diese weitläufigen Plattengrenzen führen zu einer besonderen plattentektonischen Lage der Karibischen Platte.

Das nachfolgende Kapitel beschäftigt sich nun mit der geologischen Entstehung der Karibischen Platte. Dieses Thema beschäftigt regelmäßig Geologien, Ozeanographen, Geographen und Vulkanologen, da noch nicht alle Fragen der Forscher ausreichend beantwortet werden können. Bedeutungsvolle Forschungsergebnisse konnten aber in den letzten Jahren von Herrn Professor Martin Meschede vom Institut für Geologie und Geographie der Universität Greifswald erzielt werden. Seine Publikation zur Herkunft der Karibischen Platte von 1998 konnte durch eine Expedition des Leibniz-Institutes für Meereswissenschaften im Jahre 2010 mit dem Forschungsschiff METEOR bestätigt werden. Aus diesem Grund beziehe ich mich auf seine aktuellen Erkenntnisse (IFM-GEOMAR 2010a).

Die Karibische Platte ist etwa 3,2 Millionen Quadratkilometer groß. Sie hat ihren Ursprung in einer großen Flutbasaltprovinz. In der englischen Fachliteratur wird sie als „Caribbean Large Igneous Province“, kurz CLIP bezeichnet. Abbildung 4 zeigt wie es zu einer solchen Flutbasaltprovinz kommen kann. An einer Mantelplume steigt heiße Magma auf. Diese reichert sich zwischen Erdkruste und Erdmantel immer mehr an. Als Folge tritt sie an mehreren Stellen aus und bildet gewaltige Lavaplateaus, eben eine solche Flutbasaltprovinz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Modell einer Flutbasaltprovinz (IFM-GEOMAR)

Die Datierung des Alters der CLIP ist derzeit noch ungenau. Es wird derzeit ein Zeitraum von 89±6 Millionen Jahre angenommen. Hinsichtlich des Entstehungsortes bestehen seit langem zwei konkurrierende Theorien. Sie sind in der Abbildung 5 dargestellt.

[...]


[1] Wenz: Eigene Erhebung durch Google Earth

Details

Seiten
31
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656282709
ISBN (Buch)
9783656283690
Dateigröße
6.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201885
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Schlagworte
Karibik Südamerika Geologie Vulkanismus Erdbeben Plattentektonik

Autor

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