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Die Auswirkungen internationaler Direktinvestitionen auf die Empfängerländer

Beispiel: EU Beitrittsländer 2004

Seminararbeit 2011 17 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitorische und materielle Begriffsabgrenzung von Direktinvestitionen

3. Hintergründe von Direktinvestitionen
3.1 Motive für Direktinvestitionen
3.2. OLI Paradigma von J. Dunning
3.3 Weitere Erklärungsansätze für Direktinvestitionen
3.4 F ormen von Direktinvestitionen

4. Auswirkungen von ausländischen Direktinvestitionen
4.1 Grundsätzliche Auswirkungen von ausländischen Direktinvestitionen
4.2 Auswirkungen von ausländischen Direktinvestitionen am Beispiel der EU­Beitrittsländer 2004

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Eigene Darstellung in Anlehnung an John Dunning

1. Einleitung

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der damit verbundenen Marktöffnung der Osteu­ropäischen Staaten öffnete sich der Markt für ausländische Investoren. In der Folge wurden immense Summen in diesen Staaten investiert und unterstützten den Transformationsprozess. In dieser Seminararbeit über die internationalen Direktinvestitionen und deren Auswirkungen werden zuerst Direktinvestitionen, deren verschiedenen Formen und Motive erklärt. An­schließend werden für das Verständnis die grundsätzlichen Auswirkungen der Direktinvestiti­onen auf die Empfängerländer gezeigt. Hier wird zwischen direkten und indirekten Auswir­kungen unterschieden. Im letzten Abschnitt werden die konkreten Auswirkungen von auslän­dischen Direktinvestitionen auf die EU-Beitrittsländer 2004 betrachtet. Ziel ist es mit Hilfe der Literatur zu klären, ob die Direktinvestitionen tatsächlich positive Auswirkungen haben. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf eine mögliche Produktivitätssteigerung der von Di­rektinvestitionen unterstützen Unternehmen gelegt. Desweiteren werden die indirekten Aus­wirkungen, die sogenannten Spillover, betrachtet.

2. Definitorische und materielle Begriffsabgrenzung von Direktinvestitionen

Unter einer internationalen oder ausländischen Direktinvestition versteht man eine - durch natürliche oder juristische Personen getätigte - langfristige Vermögensanlage im Ausland, mit dem Ziel, eine Kontrolle über die erworbenen Aktiva auszuüben. (Stehn 1992), (Zschiedrich 2002) Stehn (1992) engt den Begriff im Bereich der multinationalen Unternehmung weiter ein und legt das Hauptaugenmerk auf den Kontrollaspekt. Organisationen wie der Internationaler Währungsfond (IMF) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwick­lung (OECD), die sich mit der Erfassung von internationalen Direktinvestitionen beschäfti­gen, unterstellen bei einer Beteiligungshöhe von mehr als 10 % eine Kontrollabsicht des In­vestors. Es wird davon ausgegangen, dass eine Beteiligung in dieser Höhe den Anteilseigner in die Lage versetzt, wesentlichen Einfluss auf die Geschäftspolitik des betreffenden Unter­nehmens auszuüben Multinationale Unternehmen agieren über Ländergrenzen hinweg. Ausländische oder interna­tionale Direktinvestitionen beziehen sich dabei auf die Gründung und die Erweiterung aus­ländischer Tochterunternehmen mit dem Ziel, Einfluss auf die Geschäftstätigkeiten der aus­ländischen Tochtergesellschaften zu nehmen. Dieser Aspekt grenzt die Direktinvestition von der Portfolioinvestition ab, die dazu dient, an den laufenden Erträgen der unterstützten Unter­nehmung zu profitieren (Jahrreiß 1984).

3. Hintergründe von Direktinvestitionen 3.1 Motive für Direktinvestitionen

Hauptbeweggrund für Unternehmen, überhaupt in einem fremden Land zu investieren, ist das Ziel einen neuen Absatzmarkt zu finden (absatzmarktorientiertes Motiv). So tätigt beispiels­weise ein produzierendes Unternehmen Direktinvestitionen, um Handelshemmnisse wie etwa Zölle zu umgehen, indem es durch Produktion im Absatzstaat einen grenzüberschreitenden Warenverkehr vermeidet. Außerdem können Güter abnehmernah und somit speziell auf die Bedürfnisse der Konsumenten auf dem Zielmarkt angepasst werden. Desweiteren sind res­sourcenorientierte Motive entscheidungserheblich. Hierbei geht es beispielsweise um die Be­schaffung von im Heimatland fehlenden oder teureren Ressourcen, die von dem investieren­den Unternehmen gebraucht werden. Dieser Punkt führt sogleich zu den kosten- und effizi­enzorientierten Motiven. Beweggrund hierbei ist die Nutzung von Größenvorteilen, Verbund­effekten oder Risikodiversifikation. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Reduzie­rung von Wechselkursrisiken und die mögliche Umgehung von bestimmten Umweltauflagen. Die strategisch orientierten Motive zielen insbesondere auf den Erwerb von Anteilen an kon­kurrierenden Unternehmen im jeweiligen Markt ab, mit der Absicht, die eigene Wettbewerbs­position zu verbessern. Ein weiteres - weniger renditeorientiertes - Motiv, das in verschiede­nen Studien angeführt wird, ist der gute Wille („Good-Will“), das Empfängerland in seiner wirtschaftlichen Eigenständigkeit zu unterstützen (World Investment Report 2001).

3.2. OLI Paradigma von J. Dunning

Der integrative Ansatz von John Dunning (1981), welcher auch als eklektische Theorie („eclectic approach“) oder OLI-Ansatz (ownership-location-internalisation) bezeichnet wird, ist der umfassendste Erklärungsversuch für internationale Direktinvestitionen.

Dunning stellt drei notwendige Bedingungen auf, die erfüllt sein müssen, damit ein Unter­nehmen eine Direktinvestition im Ausland tätigt. Als erste Bedingung nennt Dunning eigentumspezifische Vorteile („Ownership-advantages“). Hierbei handelt es sich um firmen­spezifische Wettbewerbsvorteile, die aus Besitz von Eigentumsrechten an Wissen oder Ver­mögen resultieren. Existieren diese, ist es einem Unternehmen möglich, sich in einem auslän­dischen Markt gegen lokale Mitbewerber durchzusetzen. Als Beispiele hierfür sind ein effizi­entes Vertriebsnetz oder technologisches Know-how zu nennen. Die zweite Voraussetzung bilden Standortvorteile („Location-advantages“). Sie bestehen, wenn niedrige Produktions­und Transportkosten, Steuervorteile oder günstigere Rohstoffe die Produktion oder das Arbei­ten in der Auslandsniederlassung günstiger machen als es durch Markttransaktion möglich wäre. Die dritte Bedingung für das Tätigen von Direktinvestitionen sind Internalisierungsvor­teile („Internalization-advantages). Gemeint ist damit die Vorteilhaftigkeit einer unterneh­mensinternen Lösung. In der Praxis wird eine Transaktion von firmenspezifischen Vermögen innerhalb des Unternehmens durchgeführt, wenn die Transaktionskosten für die internationa­len Verhandlungen höher sind, als die Koordinationskosten einer unternehmensinternen Lö­sung (Dunning 1981), (Stehn 1992).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung Nr. 1 - Eigene Darstellung in Anlehnung an John Dunning 1981 S.3

In Abbildung Nr. 1 wird das Zusammenwirken der drei Bedingungen noch einmal verdeut­licht. Eine Direktinvestition soll laut Dunning nur getätigt werden, wenn alle drei Vorausset­zungen gegeben sind. Zugleich bietet die Grafik einen Überblick über Handlungsalternativen für den Fall, dass nicht alle der Dunning‘schen Bedingungen erfüllt sind.

3.3 Weitere Erklärungsansätze für Direktinvestitionen

Ausländische Direktinvestitionen werden nach Markusen und Melvin (1988) nicht nur aus Renditegründen getätigt, sondern zusätzlich auch unter unternehmensstrategischen Gesichts­punkten. In diesem Zusammenhang wird versucht, durch das Ausnutzen von Vorteilen wie überlegener Technologie und dem Zusammenwirken der meist geringeren Faktorkosten in den Empfangerländern den Markt zu erschließen und einen zeitlich befristeten Vorteil in eine mögliche dauerhafte Monopolstellung umzusetzen.

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Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656282099
ISBN (Buch)
9783656283454
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201745
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Regionalforschung
Note
Schlagworte
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