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Theatralität als Erziehungsmittel am Beispiel von Streitschlichtung/Mediation an Schulen

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Problemstellung und Untersuchungsziele der Arbeit
1.3 Vorgehensweise

2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Definition von Theatralität nach Erika Fischer-Lichte
2.2 Definition von Streitschlichtung/Mediation
2.2.1 Zustandekommen einer Streitschlichtung/Mediation
2.2.2 Rolle und Aufgaben von Streitschlichtern
2.2.3 Ablauf einer Streitschlichtung/Mediation

3 Inwiefern wirkt Theatralität bei der Streitschlichtung/Mediation?
3.1 Performance
3.2 Inszenierung
3.3 Korporalität
3.4 Wahrnehmung

4 Ist diese Art der Konfliktbewältigung sinnvoll?

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

Überall kommt Theater bzw. Theatralität zum Einsatz. Schon Erving Goffman sagte 1959 „Wir alle spielen Theater“. Wir wollen uns vor anderen in irgendeiner Weise darstellen und versuchen eine möglichst der Rolle angemessene Performance abzugeben mit einer bestimmten Intention. Kinder zum Beispiel versuchen, Erwachsene mit Vater-Mutter-Kind-Spielen zu imitieren oder mit Weinen um den Finger zu wickeln. Warum soll dann nicht ebenso darauf mit Theatralität als Erziehungsmittel geantwortet werden, wie zum Beispiel bei der Konfliktbewältigung? In der Schule gibt es häufig Konflikte, die sogar in Gewalt münden können. Die Streitschlichtung/Mediation dient hierbei als eine Anleitungsmöglichkeit zur Performance einer Konfliktbewältigung, die gleichzeitig gewaltpräventiv wirken kann.

1.2 Problemstellung und Untersuchungsziele der Arbeit

Diese wissenschaftlich begründete Hausarbeit soll nun den Zusammenhang zwischen Theatralität und Streitschlichtung/Mediation genauer darstellen.

Um das weitläufige Thema einzugrenzen, wird dabei nur auf den Begriff der Theatralität nach Erika Fischer-Lichte eingegangen.

Es wird unter anderem die Problemstellung behandelt, inwiefern Theatralität bei der Streitschlichtung/Mediation an Schulen zum Ausdruck kommt und diese überhaupt sinnvoll ist. Ziel ist es, die (Aus-)Wirkung der Theatralität bei der Streitschlichtung an Schulen herauszufinden.

1.3 Vorgehensweise

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Begriffsdefinitionen werden zunächst in Kapitel 2 begriffliche und theoretische Grundlagen bezüglich der Definition von Theatralität und Streitschlichtung geklärt, um den Einstieg in die Arbeit zu erleichtern. Anhand dieser Definitionen wird anschließend in Kapitel 3 die Wirkung von Theatralität als Erziehungsmittel bei der Streitschlichtung an Schulen aufgezeigt. In Kapitel 4 soll der Frage nachgegangen werden, ob diese Art der Konfliktbewältigung überhaupt sinnvoll ist, um letztendlich in Kapitel 5 zu einem Fazit zu gelangen.

2 Begriffliche und theoretische Grundlagen

2.1 Definition von Theatralität nach Erika Fischer-Lichte

Erika Fischer-Lichte teilt Theatralität in vier Aspekte auf, die diesen Begriff in wechselnden Konstellationen bestimmen: Die Performance, die Inszenierung, die Korporalität und die Wahrnehmung.[1] Die Performance beinhaltet den „Vorgang einer Darstellung durch Körper und Stimme vor körperlich anwesenden Zuschauern … und das ambivalente Zusammenspiel aller beteiligten Faktoren(. Die Inszenierung beschreibt den, A.S.) Prozeß, in dem die Strategien entwickelt und erprobt werden, nach denen was, wann, wie lange, wo und wie vor den Zuschauern in Erscheinung treten soll(. Die Korporalität ergibt, A.S.) sich aus dem Faktor der Darstellung bzw. des Materials (und die Wahrnehmung bezieht sich auf, A.S.) den Zuschauer, seine Beobachterfunktion und -perspektive“.[2]

2.2 Definition von Streitschlichtung/Mediation

„Mediation ist ein Verfahren der konstruktiven Konfliktbearbeitung bei der eine dritte, allparteiliche Person (oder Personen) zwischen den Konfliktparteien vermittelt. Grundsätze sind dabei eine nicht wertende, allparteiliche Haltung und der Verzicht auf Lösungsvorschläge seitens der Mediatorinnen und Mediatoren.“[3]

Es soll ein Konsens erzielt werden durch die Selbstbestimmung der Konfliktparteien bei der Konfliktlösung.[4] Außerdem wird auf die Freiwilligkeit der Teilnahme Wert gelegt. Mediationstechniken sind aktives Zuhören, Senden von Ich-Botschaften, Brainstorming, bewusster Einsatz von Körpersprache und Befähigung zum Perspektivwechsel.[5]

2.2.1 Zustandekommen einer Streitschlichtung/Mediation

Nach den Bundesverband Mediation e.V. Standards gilt es, die „gesamte Schulgemeinde in das Projekt einzubinden“[6] . Es müssen also sowohl die Lehrkräfte als auch die Schüler und Eltern informiert werden und ihre Zustimmung äußern. Die Lehrkräfte müssen daraufhin eine Grundausbildung in Mediation absolvieren und es werden Klassenprogramme eingeführt, um sich mit den Mediationstechniken vertraut zu machen.[7] Als nächstes werden „Schulmediatoren als Coachs der Peer-Mediatoren (ausgebildet, die, A.S.) mindestens 80 Stunden Fortbildung inkl. der Dokumentation von sechs Mediationsfällen (erhalten., A.S.) Streit-Schlichter erhalten eine mindestens 40-stündige Fortbildung“[8] . Die Größe der Ausbildungsgruppe liegt idealerweise zwischen 8 und 20 Personen.[9] Es muss ein Teilnehmerschwund durch Umzug et cetera bedacht und darauf geachtet werden, dass eine funktionsfähige Gruppe bestehen bleibt. Zuletzt muss die Mediation in das Schulprogramm und in die Schulordnung eingegliedert werden.[10]

Die Einführung des Programms der Streitschlichtung an Schulen ist dementsprechend sehr zeitaufwändig. Rademacher schlägt hierfür ein Eingangs- beziehungsweise Sensibilisierungsprogramm vor.[11] Schulöffentlichkeitswirksame Aktionen sind sinnvoll, um auf das Angebot aufmerksam zu machen.[12]

2.2.2 Rolle und Aufgaben von Streitschlichtern

Die Mediatoren beziehungsweise Streitschlichter (ebenso Konfliktlotsen und Kummerlöser genannt) machen ihre Arbeit ehrenamtlich.[13]

Es können sowohl so genannte „Problemkinder“ als auch „Musterschüler“ als Streitschlichter agieren. Erstere haben womöglich mehr eigene Konflikterfahrung

und nehmen oft Führungsrollen in Klassen ein, somit können sie stark auf das Klassenklima wirken.[14] Außerdem ist ein aktives Ausprobieren sinnvoll.[15]

[...]


[1] Vgl. Fischer-Lichte 2007, S. 18

[2] Ebd., S. 18

[3] Rademacher 2007, S. 107

[4] Vgl. Besemer 2003, S. 14 (gilt auch für den folgenden Satz)

[5] Vgl. Hartig 2006, S. 28f.

[6] Rademacher 2007, S. 110

[7] Vgl. Rademacher 2007, S. 110

[8] Ebd., S. 110f.

[9] Vgl. Ehninger/Schuster 2004, S. 55 (gilt auch für den folgenden Satz)

[10] Vgl. Rademacher 2007, S. 111

[11] Vgl. ebd., S. 115

[12] Vgl. Ehninger/Schuster 2004, S. 60

[13] Vgl. Kaletsch 2007, S. 19; S. 27

[14] Vgl. Ehninger/Schuster 2004, S. 55

[15] Vgl. ebd., S. 59

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656277378
ISBN (Buch)
9783656277477
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201724
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Schlagworte
theatralität erziehungsmittel beispiel streitschlichtung/mediation schulen

Autor

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