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Die Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Zentrale Fragestellung und methodische Vorgehensweise
1.2 Literatur – und Quellenlage

2. Der Weg zur Kaiserkrönung
2.1 Karl der Große und die Karolinger
2.2 Ereignisse bis zum Vorabend der Kaiserkrönung

3. Die Kaiserkrönung
3.1 Einhard: Vita Karoli Magni
3.2 Annales Regni Francorum
3.3 Lorscher Annalen
3.4 Kritik

4. Gründe für die Ernennung zum Kaiser

5. Folgen und Auswirkungen der Kaiserkrönung

6. Zusammenfassung

7. Quellen – und Literaturverzeichnis

1.Einführung

1.1 Zentrale Fragestellung und methodische Vorgehensweise

Eines der folgenreichsten Ereignisse der mittelalterlichen Geschichte ist in seinen Ursachen und Ablauf bis jetzt immer noch ungeklärt: Die Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800. Zum ersten Mal entstand eine klare Abgrenzung zum byzantinischen Herrschaftsanspruch und mit dem mittelalterlichen Kaisertum wurde die antike Kaiseridee verchristlicht.

Karl der Große, der auch als „Vater Europas“ bezeichnet wird, gilt auch heute noch als eine der bedeutendsten Personen des Mittelalters. Während seiner Herrschaftszeit erfuhr das Frankenreich seine größte Ausdehnung, innerhalb dessen alle germanischen Volksstämme vereint waren. Am 25. Dezember nahm er die Kaiserwürde im Petersdom in Rom an. Der genaue Ablauf der Krönungszeremonie ist aufgrund der nebelhaften Quellenlage schwer eindeutig nachzuvollziehen. Auch die Hintergründe, die zur Krönung Karls des Großen führten, werden in den vorhandenen Quellen unterschiedlich beschrieben. Über den groben historischen Hintergrund gibt es allerdings auch fundierte Fakten. Im Verlauf des 8. Jahrhunderts kommt es zu einer ständig zunehmenden Entfremdung des Papsttums von den Kaisern in Konstantinopel, dies entsprach einer wachsenden Hinwendung zur neuen Großmacht des karolingischen Frankenreiches. Des Weiteren beschleunigte vermutlich auch der Tod des Papstes Hadrian und der Amtsantritt seines Nachfolgers Leo III. den Weg zur Kaiserkrönung.[1]

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Dornenhecke, welche sich durch mannigfache Thesen vor der Kaiserfrage aufgerichtet hat und mittlerweile so dicht geworden ist, dass die Tatsachen selbst nur noch schwer zu erkennen sind, etwas zu lichten.[2] Dies erweist sich aufgrund der bereits angesprochenen undurchsichtigen Literatur- und Quellenlage als äußerst kompliziert.

1.2 Literatur- und Quellenlage

Auf die Kaiserkrönung gehen einige überlieferte Hauptquellen ein: Zum einen die Biographie Leos III. im Liber Pontificialis, das Paderborner Epos, die Annalen von Lorsch, die Annales Regni Francorum und die von Einhard verfasste Vita Karoli Magni. Eine vollständige, oder gar überzeugende Abhandlung der Ereignisse findet sich in keiner dieser Quellen. Dies mag vor Allem an den jeweils verschiedenen zugrunde gelegten Motivationen der Verfasser liegen. Im Rahmen dieser Arbeit soll ein besonderes Augenmerk auf die letzten drei vorliegenden Quellen gelegt werden. Der Vergleich dieser doch sehr unterschiedlichen Aufzeichnungen zu diesem Ereignis, bildet den Kern der nachfolgenden Darstellung. Um ein deutlicheres Bild von der Kaiserkrönung zu erlangen, soll hier auch Sekundärliteratur zur Hilfe herangezogen werden. Hier sind zum einen Rudolf Schieffer, der als Spezialist für die Karolingerzeit gilt und zum anderen Peter Classen, der eine völlig neue Sichtweise zur Bewertung der Ereignisse eröffnete, zu nennen. Zusammen mit den Primärquellen sollen sie eine anschau- liche Interpretation der Ereignisse im Zusammenhang mit der Kaiserkrönung Karls des Großen ermöglichen.

2. Der Weg zur Kaiserkrönung

2.1 Karl der Große und die Karolinger

Bereits im 6. Jahrhundert begann der Aufstieg der Karolinger zu einer der wichtigsten Herrscherfamilien innerhalb Europas. 768, als Karl der Große an die Macht kam, hatte das Frankenreich schon eine Vormachtstellung eingenommen. Karls herausragende Regierungszeit basierte auf den Errungenschaften seines Vaters Pippin des Jüngeren. „Beide zusammen haben das karolingische Europa geschaffen.“[3] 776 entthronte Karl das langobardische Königshaus und wurde somit zum König der Franken und Langobarden. Schon bald sah er sich, aufgrund seiner Königsweihen als christlichen Vorkämpfer gegen das Heidentum und die Ungläubigen.

„Bislang war der in Konstantinopel residierende oströmische Kaiser auch im Westen Europas der allgemein anerkannte Inhaber der höchsten weltlichen Gewalt gewesen“.[4] Jedoch Schutzversprechen und Bündnisse für die römische Kirche brachten den Karolingern Anerkennung ihrer Dynastie und ermöglichten somit auch gute Beziehungen nach Rom. „In den letzten Jahren des 8. Jahrhunderts standen Ruhm und Macht Karls des Großen auf ihrem Höhepunkt, er ragte weit über die anderen Herrscher der Zeit hinaus und er galt im Abendland als König aller Könige.“[5] Ihm fehlte nur noch der Kaisertitel.

2.2 Ereignisse bis zum Vorabend der Kaiserkrönung

„Seit der Absetzung des Romulus Augustus, durch den Skiren Odoaker 476, hatte es im Westen des römischen Reiches keinen Kaiser mehr gegeben.“[6] Byzanz war das einzige Kaiserreich das noch existierte.

Nachdem Kaiser Leon IV. verstarb, übernahm seine Witwe Irene im Namen des unmündigen Konstantin VI. den Kaiserthron. Zunächst strebte Karl der Große ein Bündnis mit der oströmischen Kaiserin an und plante dafür sogar, seine Tochter Rotrud mit dem jungen byzantinischen Herrscher zu vermählen. Die Ehe kam jedoch nie zustande und das fränkisch – byzantinische Einvernehmen zerbrach.[7] Die endgültige Trennung von Ost – und Westkirche vollzog sich 754 auf dem Konzil in Hiereia, welches die Bilderverehrung verurteilte.

Im Jahre 787 berief Kaiserin Irene das zweite Konzil von Nicäa ein und die Bilderverehrung wurde im Osten wieder zugelassen. Die fränkische Kirche unter Führung Karls des Großen lehnte das Konzil als gesamtkirchliche Versammlung ab, da keine Vertreter aus dem Frankenreich teilgenommen hatten. Als Antwort ließ Karl eine Schrift ausarbeiten, welche deutlich die Abgrenzung gegenüber dem östlichen Kaiserreich wiedergibt. Die Herrscher des Oströmischen Reiches werden mit dem Titel rex (König) angesprochen und die Einwohner dieses Reichs werden als grausam und als Götzendiener geschmäht. Karl selbst sieht sich als Nachfolger der weströmischen Kaiser und stellt sich als Herrscher über Gallien, Germanien, Italien und die benachbarten Provinzen dar.[8] Als letztendlich der Papst das Konzil billigte, zog der Frankenkönig seine Kampfschrift zurück.

[...]


[1] Vgl. Schieffer, Rudolf: Neues von der Kaiserkrönung, München 2004, S.3 f.

[2] Vgl. Schramm, Percy Ernst: Die Anerkennung Karls des Grossen als Kaiser. Ein Kapitel aus der Geschichte der mittelalterlichen „Staatssymbolik“, in: HZ 172 (1951) S. 449 – 515, hier S. 451.

[3] Riché, Pierre: Die Karolinger: Eine Famile formt Europa, Stuttgart 1987, S. 85.

[4] Becher, Martin: Karl der Grosse, München 2 1999, S. 13.

[5] Delperrié de Bayac, Jaques: Karl der Große. Leben und Zeit, Wien 1976, S. 253.

[6] Hartmann, Wilfried: Karl der Große, Stuttgart 2010, S. 206.

[7] Vgl. Classen, Peter: Karl der Grosse, das Papsttum und Byzanz. Die Begründung des Karolingischen Kaisertums, Sigmaringen 1985, S. 32

[8] Vgl. Hartmann, Karl der Große, S. 206 – 207.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656304210
ISBN (Buch)
9783668104907
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201622
Institution / Hochschule
Universität Regensburg
Note
1,0
Schlagworte
kaiserkrönung karls großen jahre

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