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Menschenrechte als Basis für die Ethik sozialer Arbeit im Kontext von deutscher Flüchtlingspolitik

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
2. Grundlagen zur Thematik
2.1. Begriffsdefinition: Flüchtling
2.2. Rechtliche Grundlagen
2.3. Aktuelle statistische Daten

3. Deutsche Flüchtlingspolitik im Bruch mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrecht

4. Die Relevanz der Menschenrechte als Basis für die Ethik Sozialer Arbeit
4.1. Wirkungskreis der Menschenrechte
4.2. Berufsethische Grundhaltung der Sozialen Arbeit

5. Anforderungen an die Sozialarbeit mit Flüchtlingen

6. Ethisches Dilemmata des Tripelmandates

7. Fazit

8. Quellenverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Medizinethische Diskussionen wie Embryonenforschung, Hirntotdefinition und Sterbehilfe tauchen immer wieder in der Politik auf. Hierbei stehen die »Ethik der Würde« und die »Ethik der Interessen« in einem Dualismus, wobei die Interessen von Schwerkranken, ForscherInnen und Wirtschaftsunternehmen den religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen gegenüberstehen. Ein ähnlicher Gegensatz steht auch hinter den Konflikten um die Zuwanderung von Ausländern und dem Asylrechtsschutz für Flüchtlinge (vgl. Just in ISS e.V. 2004, S. 66). „Hier stehen ethischen Orientierungen an der Menschenwürde von Ausländern und Flüchtlingen gegen nationale und ökonomische Interessen“ (ebd.). Wobei das Thema nicht unbedingt auf der Tagesordnung der deutschen Politik steht. Es gibt aber Gründe – wie z.B. die zunehmende Ressourcenknappheit in ärmeren Ländern, die einen starken Anstieg der Umweltflüchtlingszahlen hervorruft – die auf kurz oder lang dazu führen, sich mit Fragen über das Asyl und der Einwanderungspolitik hinaus zu beschäftigen und öffentlich über die ethischen und moralischen Aspekte einer künftigen Flüchtlingsproblematik zu sprechen.

Nach Artikel Eins der Allgemeinen Erklärung der Menschrechte (AEMR), sind alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren (vgl. AEMR 1948). Demnach stehen sie jedem Menschen zu, allein schon deshalb, weil er/sie Mensch ist. Doch liegt zwischen Theorie und Praxis auch in Deutschland oftmals ein breiter Graben, der zur Folge hat, das es eine Reihe von Missständen gibt, bei denen teilweise universal gültige Rechte entweder eingeschränkt oder gar enthalten werden. Moralisch wie Ethisch ist es selbstverständlich, dass jeder Mensch die gleichen Rechte hat, sowie das Anrecht auf Respekt vor der Individualität, Freiheit und Würde eines jeden Einzelnen. Zugleich müssen aber Flüchtlinge in Deutschland für ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen.

In der folgenden Arbeit werden im zweiten Kapitel die Grundlagen der Flüchtlingsthematik dargelegt, anschließend die Menschenrechtsverletzungen der deutschen Flüchtlingspolitik aufgedeckt (drittes Kapitel), sowie die Relevanz der Menschenrechte für die Soziale Arbeit im vierten Kapitel erklärt und damit verbundene Herausforderungen an die SozialarbeiterInnen (fünftes Kapitel) aufgezeigt. Im sechsen Kapitel wird das ethische Dilemmata des Tripelmandats vorgestellt und mit einem Fazit abgeschlossen.

2. Grundlagen zur Thematik

Es gibt in der internationalen Diskussion über Flüchtlinge eine Vielzahl von verwirrenden Begriffen, Zahlen und eine verzerrte Betrachtung, nach NUSCHELER reden viele Publikationen von einem »Weltflüchtlingsproblem«, meinen aber häufig auch andere Menschen, die die UNHCR nicht auf der Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) als Flüchtlinge anerkannt. (vgl. 2004, S. 51).

2.1. Begriffsdefinition: Flüchtling

Nach der GFK findet der Terminus Flüchtling auf jede Person Anwendung, die:

„Aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will“ (vgl. UNHCR 1951, Art. 1).

In dieser Definition gibt es jedoch keine präzisen Formulierungen und somit muss der Nachweis begründeter Furcht vor Verfolgung von der flüchtenden Person erbracht werden. Es gibt zwar fünf Verfolgungsgründe in der GFK, aber eine Begriffsdefinition der Verfolgung und deren asylrelevanten Ausmaßes gibt es nicht. Infolge dessen haben die einzelnen Staaten einen weiten Ermessensspielraum zur Auslegung und Anwendung der Konvention. In einem Asylverfahren in Deutschland gilt demnach vor allem die nachgewiesene Begründung der subjektiven Furcht vor Verfolgung als anerkennungswürdiger Fluchtgrund (vgl. Nuscheler 2004, S. 188).

2.2. Rechtliche Grundlagen

Per Gesetz werden Flüchtlinge durch die Mehrheitsethik (definiert durch den Mehrheitsbeschluss der VolksvertreterInnen) bestimmte Rechte und vor allem Pflichten auferlegt, die sich von denen deutscher BürgerInnen grundlegend unterscheiden (vgl. Gockel-Schulze in ISS e.V. 2003, S. 8).

Nach Artikel 16a GG ist das Asylrecht für politisch Verfolgte ein im Grundgesetz mit der Änderung des Artikels, dem so genannten »Asylkompromiss«, die Rechte der Flüchtlinge erheblich eingeschränkt. Seitdem können sich AusländerInnen, die über einen sicheren Drittstaat oder über die EU einreisen nicht mehr auf das Asylrecht berufen (vgl. Hentges/Staszczak 2010, S. 28f.). Demnach ist die Anerkennungsquote nach Artikel 16a GG sehr gering. Nur wenn sich kein Drittstaat zur Rücknahme der Betroffenen bereit erklärt oder der konkrete Durchreisestaat nicht bestimmt werden kann, wird politisch Verfolgten Schutz nach der GFK gewährt.

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Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656280552
ISBN (Buch)
9783656281146
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201583
Note
1,3
Schlagworte
Menschenrechte Sozialarbeit Ethik Flüchtling Politik Sozialpolitik

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