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Die Veränderung der Einstellung Richard Wagners gegenüber Giacomo Meyerbeer

Vom Idol zum Feindbild

von Tom Bauer (Autor)

Studienarbeit 2012 5 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Einleitung

„Sie, mein verehrter Selbstherrscher aller Töne […] Ich hoffe in dieser Welt auf kein Heil als von Ihnen“[1] und: „[W]enn ich alles zusammenfasse, was mir als innere Zerfahrenheit und äußere Mühseligkeit im Opern-Musikmachen zuwider ist, so häufe ich dies in den Begriff >Meyerbeer< zusammen […]“[2] stellen zwei konträre Aussagen Wagners über Meyerbeer dar. Diese beiden zeitlich auseinander liegende Briefauszüge machen einen Sinneswandel des Verfassers gegenüber Meyerbeer deutlich. Wieso dieser vom größten Idol Wagners zu seinem Feindbild avancierte, soll im Folgenden untersucht werden.

Hauptteil

In den 30er Jahren erlangt Richard Wagner lediglich als Kapellmeister berufliche Erfolge, allerdings nicht durch seine Kompositionstätigkeit. Aus diesem Grund ist er auf Protektoren und helfende Freunde angewiesen. Als einen möglichen Unterstützer fasst er schon früh Giacomo Meyerbeer, einen der erfolgreichsten Opernkomponisten seiner Zeit, ins Auge. Dies geht sogar so weit, dass er versucht, seine Komponistenkarriere nach der von Meyerbeer zu planen.[3] Sein Ziel ist es, in die Opernmetropole Paris zu übersiedeln und dort die Bekanntschaft mit dem Komponisten zu machen.

1840 begegnet Wagner auf dem Weg nach Paris Meyerbeer das erste Mal persönlich. Dieser findet großen Gefallen an dem jungen Komponisten, führt ihn in musikalische Kreise ein und verfasst für ihn diverse Empfehlungsschreiben an Intendanten der Pariser und auch an die der deutschen Opernhäuser, welche allerdings nicht zum erhofften Ziel von Aufführungen seiner Werke führen.

Generell lässt sich sagen, dass Wagner in Paris keine Erfolge hatte.[4] Seiner Meinung nach war die fast ständige Abwesenheit Meyerbeers ein wesentlicher Faktor dafür. Nur durch seine Protektion hätte er nämlich in Paris Einfluss gewinnen können. In die Pariser Zeit fällt auch eine große Anzahl von äußerst übertrieben unterwürfigen Briefen Wagners an Meyerbeer. Durch den trotz Unterstützung durch Meyerbeer ausbleibenden Erfolg wandelt sich auch allmählich die Einstellung von Wagner gegenüber Paris, seiner intellektuellen Kreise und gegen Meyerbeer selbst in eine deutlich negative Haltung. Das wird vor allem in seinen journalistischen Hetzen gegen Meyerbeer unter dem Pseudonym W. Freudenfeuer und auch in den Briefen gegenüber seinen Freunden deutlich.[5] Später schreibt Wagner über ihn:

[...]


[1] Gregor-Dellin, Martin: Richard Wagner. Sein Leben – Sein Werk – Sein Jahrhundert. München: Piper, 62008 [1991], S. 147.

[2] Ebd., S. 190.

[3] Vgl. Oberzaucher-Schüller, Gunhild / Linhardt, Marion / Steiert, Thomas: Meyerbeer-Wagner. Eine Begegnung. Wien [u.a.]: Böhlau, 1998, S. 72.

[4] Vgl. Oberzaucher-Schüller / Linhardt / Steiert 1998, S. 75.

[5] Vgl. Gregor-Dellin 2008, S. 148.

Details

Seiten
5
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656280026
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201562
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Theaterwissenschaft
Note
Bestanden

Autor

  • Tom Bauer (Autor)

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Titel: Die Veränderung der Einstellung Richard Wagners gegenüber Giacomo Meyerbeer