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Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und ihre Folgen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 22 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung

2. Einflussnahme der britischen Krone auf die amerikanischen Kolonien nach dem sieben jährigen Krieg

3. Die Boston Tea Party

4. George Washington

5. Der Zweite Kontinentalkongress und die Verkündung

der Unabhängigkeitserklärung

6. Die britische Invasion im Norden

7. Der weitere Verlauf des Krieges und die Wende

8. Das Ende des Krieges und die Anerkennung der amerikanischen Unabhängigkeit

9. Fazit

10. Bibliographie

1. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung

"Wenn ein Volk im Laufe der irdischen Ereignisse genötigt wird, die politischen Bande, die es bis dahin mit einem anderen Volk verknüpften, zu lösen und unten den Mächten der Erde die selbstständige und gleichberechtigte Stellung einzunehmen, zu der es die Gesetze der Natur und ihres Schöpfers ermächtigen, so erfordert die geziemende Achtung vor der Meinung der Welt, die Ursache darzulegen, die zu der Trennung nötigten."[1]

Als im Jahr 1607 drei englische Schiffe der Virginia Company of London ca. 100 Männer an der nordamerikanischen Küste absetzten, um dort eine Siedlung/ Fort zu gründen,[2] war kein denken daran, dass knapp 170 Jahre später die Vertreter des zweiten Kontinentalkongresses, mit diesen Worten die Unabhängigkeitserklärung vom englischen Mutterland einleiten würden.

Bis zum 4. Juli 1776 waren die ehemals 13 Kolonien noch formal ans britische Mutterland gebunden gewesen und es hätte die Möglichkeit einer Einigung mit dem englischen König Georg III. bestanden. Denn ursprünglich wollten sich die 13 Kolonien gar nicht für unabhängig von der Krone erklären, sondern vielmehr Ihre selbstständige Verwaltung beibehalten. Die Gründe welche zur von Thomas Jefferson[3] verfassten Unabhängigkeitserklärung führten, wurden in dieser genau festgehalten.

So erklären die Vertreter des Kontinentalkongresses ganz eindeutig: "Er hat sich mit anderen verbunden, uns einer unserer Verfassung fremden und von unseren Gesetzen nicht anerkannten Gerichtsbarkeit zu unterwerfen, indem er die gesetzgeberischen Akte, die sie sich angemaßt hat, guthieß, um gestützt darauf große Truppenmassen bei uns einzuquartieren, diesen durch ein Scheinverfahren für jegliche an den Einwohnern dieser Staaten geübte Mordtat Straflosigkeit zu gewährleisten, unseren Handel mit allen Erdteilen abzuschneiden, uns ohne unsere Einwilligung Steuern aufzuerlegen."[4]

Diese Satz fasst die meisten der Punkte zusammen, welche die Kolonisten als massiven Eingriff König George III. in ihre Souveränität betrachten und zeigt warum Sie sich genötigt sahen, zu handeln. Über die "Zuckerakte" bis hin zur "Boston Tea Party" wurde eine Kette von Ereignissen los getreten welche letztlich am 4. Juli 1776 zur Unabhängigkeitserklärung und dem daran anschließenden Unabhängigkeitskrieg führte. Dessen Verlauf von so wichtigen Personen wie George Washington, Benjamin Franklin und Thomas Jefferson beeinflusst wurde.

Doch wie genau kam es überhaupt dazu, dass sich die britische Regierung so in die inneren Angelegenheiten Ihrer 13 Kolonien einmischte, dass diese rebellierten und sich letztlich für unabhängig erklärten und warum wurde George Washington zu einem der bedeutendsten Männer in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika?

2. Einflussnahme der britischen Krone auf die amerikanischen Kolonien nach dem sieben jährigen Krieg

Mit dem Ende des sieben jährigen Krieg in Europa (1756 - 1763) und dem Ende des parallel dazu geführten Britisch - Französischem Kolonialkrieg in Nordamerika, genannt "The French and Indian War" (1754 - 1761) gewannen die Briten Kanada und Louisiana hinzu.[5] Um die durch den Krieg entstandenen hohen Kosten, in Höhe von 137 Millionen Pfund Sterling und die anfallenden jährlichen Zinsen von 5 Millionen Pfund zu decken[6] , verlangte die englische Krone mehr Abgaben von den Kolonisten. Unter anderem sollten sich die Kolonisten in Zukunft auch an den Verteidigungskosten gegen die Indianer mehr beteiligen.

So störte der Beschluss der "Zuckerakte" von 1764 den Handel zwischen Frankreich und Nordamerika im Bereich der Rumproduktion. Es wurden sämtliche Importstoffe mit Zöllen und Steuern belegt, die nicht aus englischen Häfen kamen.[7] Ziel der englischen Politik war es, die Kolonien als Rohstofflieferanten und Abnehmer der Fertigwaren ans englische Mutterland zu binden. Zusätzlich zur "Zuckerakte", wurde im selben Jahr die "Quartierakte" verabschiedet, in welcher sich die Engländer zusicherten Privateigentum zu beschlagnahmen, sofern sie es zur Unterbringung oder Verpflegung der Armee benötigten.

Die Besteuerung durch das englische Parlament führte zu Konflikten und einer zunehmend gereizten Lage mit den Kolonisten, da diese durch die Gründungsbriefe des Königs die Selbstverwaltung zugesichert bekommen hatten.[8] Von Anfang an, hatten sich die Kolonien selbstständig um innere Angelegenheiten wie z.B. Steuererhebung, Aufstellung einer Armee und Kontrolle des Gerichtswesen gekümmert. Lediglich die Außenpolitik und der Handel wurde vom Mutterland geregelt. Trotzdem hatten die Kolonisten keine eigenen Vertreter im Parlament. Die anschließende Forderung der Kolonisten fassten diese in einem Satz zusammen: "No Taxation Without Representation".[9]

Der Widerstand der Kolonisten führte zwar letztlich im März 1766 zur Aufhebung des "Stamp Acts" vom 22. März 1765, welcher in akribisch festgelegten Paragraphen verlangte und kaum einen Lebensbereich ausließen, dass jedes rechtlich bedeutende Schriftstück mit einer Gebührenmarke zu versehen sei.[10] Der "Stamp Act" war zwar erst ein Jahr zuvor verabschiedet worden war, allerdings hatte er zu einem drastischen Rückgang des Exports geführt; am Ende des Jahres 1765 ging der Wert der Waren von 2,2 Millionen auf 1,9 Millionen Pfund Sterling zurück. In der Folge leitete das britische Unterhaus die Annullierung des Gesetzes ein. Trotz der Rücknahme behielt sich das englische Parlament die Steuerhoheit vor, wodurch der Konflikt mit den Kolonisten nicht gelöst wurde.[11]

Dies wurde dann schließlich auf Drängen des britischen Finanzministers Charles Townshend, in den "Townshend-Gesetzen" (1768) sehr gut deutlich. So wurden Steuern auf Glas, Feuerstein, Blei, Farbe, Tee und Papier erhoben. Um Einbußen beim Umsatz der englischen Fertigwaren durch Schmuggler entgegen zu wirken, wurde der Zoll nicht mehr von London aus koordiniert, sondern von Zollkommissaren vor Ort. Es wurde den zuständigen Zollbehörden mit gerichtlichen Hilfsverfügungen möglich, überall nach vermuteter Schmuggelware zu suchen.[12]

Dies stellte jedoch einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der nordamerikanischen Kolonisten dar.

Die Reaktion der Kolonisten bestand aus einem offenen Boykott der englischen Waren, welcher sich von Massachusetts aus auf die gesamten Kolonien ausdehnte.

In der Folgezeit spitzte sich die Lage zwischen Kolonisten und englischem Parlament immer weiter zu. Ein weiterer Höhepunkt im Konflikt war das "Bosten Massacre" 1770. Die englische Armee sollte das Kolonialparlament von Massachusetts auflösen, wurde dabei aber von den Kolonisten mit Leuchtraketen und Steinen bei einer Demonstration angegriffen. Die Armee erschoss dabei fünf Zivilisten.

Die Folge war, dass die "Townshend-Gesetze" noch im gleichen Jahr wieder aufgehoben wurden.[13]

3. Die Boston Tea Party

Allerdings stellt die Zurücknahme der "Townshend-Gesetze" 1770 keine völlige Kapitulation der Engländer vor den Kolonisten dar. Vielmehr wurde auch weiterhin ein Zoll auf Import Tee erhoben. Die englische Regierung vergab in der Folge ein Monopol, den so genannten "Tea Act" auf den Teeimport, wodurch dieser noch günstiger, als der von Schmugglern geschmuggelte wurde. Dies zog jedoch das Missfallen der Kolonisten in Massachusetts auf sich, welche am 16. Dezember 1773 die englischen Schiffe als Indianer verkleidet, enterten und 342 Kisten Tee ins Wasser warfen.[14]

Dieses Ereignis wurde im nachhinein als die "Boston Tea Party" bekannt. Einen Tag später am 17. Dezember 1773 verfasste John Adams[15] einen Tagebucheintrag der deutlich machte wie weit der Konflikt vorangeschritten war: "Heute morgen segelte ein Kriegsschiff [nach England] Welche Maßnahmen wird das Ministerium ergreifen? Werden sie empört sein? Werden sie es wagen empört zu sein? Werden sie uns bestrafen? Wie? Indem sie mehr Truppen einquartieren? Die Kolonialverfassung (charter) widerrufen? Noch höhere Zölle einziehen? Unseren Handel beschränken? Sich an einzelnen rächen?... War die Vernichtung des Tee nötig? Ich fürchte, sie war absolut notwendig. ... Ihn an Land zu bringen, hätte bedeutet, das Besteuerungsrecht des Parlaments anzuerkennen, und dagegen hat der Kontinent zehn Jahre lang gekämpft."[16]

Das englische Parlament verfügte sofort nach bekannt werden dieses Aufstands Sanktionen, die vier so genannte "Coercive Acts", gegen die Kolonie Massachusetts. So sollte der Hafen von Boston solange gesperrt bleiben, bis die gesamte Ladung Tee seitens der Kolonisten ersetzt wurde. Kronbeamte welche eine Straftat begannen hatten, die im Zusammenhang mit der Niederschlagung des Aufruhrs oder der Eintreibung der Zollgebühren stand, sollten nicht mehr in der Kolonie sondern in England vor Gericht gestellt werden. Außerdem sollte eine Gemeindeversammlung nur noch durch Genehmigung und unter Anwesenheit des Gouverneurs stattfinden. Und viertens sollten Soldaten im Bedarfsfall auch in Privathäuser einquartiert werden.[17] Allerdings führten dies Sanktionen zur Überraschung Englands, zu einer Solidarisierung der Kolonien. Diese sahen durch die Sanktionen, ihr Recht auf Selbstbestimmung nun massiv durch die englische Krone gefährdet. So kam es 1774 zum ersten Kontinentalkongress in Philadelphia, bei dem Vertreter aller Kolonien beschlossen, den Handel mit England solange auszusetzen, bis sämtliche Sanktionen gegen Massachusetts ausgesetzt würden. Außerdem verabschiedeten die versammelten Delegierten die "Declaration of Rights"[18] , in der Sie erklärten, dass lediglich der Handel vom englischen Mutterland kontrolliert werden dürfte. Sämtliche Versuche zu einer friedlichen Schlichtung der Angelegenheit scheiterten jedoch, aufgrund des englischen Widerstands.

[...]


[1] Dr. Guggenbühl, Gottfried: Quellen zur Geschichte der Neueren Zeit Bd. 3. Zürich, Aufl. 3, 1965, S.355.

[2] Adams, Willi Paul: Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 28. Die USA vor 1900. München, 2000, S.24.

[3] Thomas Jefferson: gebürtiger Virginier und dritter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika 1801-1809

[4] Dr. Guggenbühl, Quellen zur Geschichte der Neueren Zeit, S. 356.

[5] Adams, Willi Paul: Die Amerikanische Revolution und die Verfassung von 1754-1791. München, 1987, S.20f.

[6] Wellenreuther, Hermann: Ausbildung und Neubildung. Die Geschichte Nordamerikas vom Ausgang des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Amerikanischen Revolution 1775. Bd.2. Hamburg, 2001, S.504-

[7] Adams, Die USA vor 1900, S.38

[8] Adams, Die USA vor 1900, S.23.

[9] Dippel, Horst: Die Amerikanische Revolution 1763-1787, Bd. 263. Frankfurt am Main, 1985, S.45.

[10] Adams, Die Amerikanische Revolution, S. 34f.

[11] Adams, Die Amerikanische Revolution, S.54.

[12] Adams, Die Amerikanische Revolution, S.58.

[13] Adams, Die USA vor 1900, S.40.

[14] Dippel, Die Amerikanische Revolution 1763-1787, S.56f.

[15] John Adams, geboren in Massachusetts war von 1797 - 1801 der zweite US Präsident nach George Washington und zusammen mit Thomas Jefferson und Benjamin Franklin, maßgeblich an der Ausarbeitung der Unabhängigkeitserklärung beteiligt.

[16] Adams, Die USA vor 1900, S. 41.

[17] Adams, Die USA vor 1900, S.41.

[18] Herre, Franz: Die Amerikanische Revolution. Geburt einer Weltmacht. Köln, 1976, S.93.

Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656275121
ISBN (Buch)
9783656275251
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201478
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal – Fachbereich A Geistes- und Kulturwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Kontinentalkongress Boston Tea Party

Autor

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