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4 Bibelspiele für Schule und Gottesdienst: Jakob und Esau, Belsazar und Daniel, Paulus und der Silberschmied, Der barmherzige Samariter

Unterrichts-, Gemeinde- und Gottesdienstspiele für 5. - 7. Klassen aller Schularten

Unterrichtsentwurf 2007 38 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Drehbuch zu „Jakob und Esau“

Drehbuch zu „Belsazar und Daniel“

Drehbuch zu "Paulus und der Silberschmied"

Drehbuch zu „Der barmherzige Samariter“

Drehbuch zu „Jakob und Esau“

Hauptrollen:

Sprecher (heutige Kleidung), Jakob, Esau, Isaak, Rebekka, Gewissen

Nebenrollen:

Frauen, Männer, Kinder, israelische Soldaten

Bühne:

Vorderer Teil eines Klassenzimmers. Auf der Außen- und Innenseite der Tafel sind selbst gemalte Kulissen denkbar: Hirtenhaus einer Nomadenfamilie/ Hügellandschaft am Jordan.

Im Altarraum einer Kirche kann auf ein Bühnenbild verzichtet werden.

Requisiten:

Vorwiegend Kleidung für israelitische Hirten

Für Esau kurzer Fellüberwurf, dazu Bogen und Pfeil

Szene 4 auch Soldaten-Rüstungen

Gewissen in dunklem Trainingsanzug mit Kapuze

Topf mit Rührlöffel, Teller und Esslöffel

Bahre für Isaak

1 Pergamenturkunde

Spieldauer:

15 Minuten

Stoffgrundlage:

Patriarchenerzählung

Sprecher- Vorwort

Die biblische Erzählung über die Zwillingsbrüder Jakob und Esau, die etwa 1400 v. Chr. in Palästina gelebt haben, stellt ein anschauliches Modell dar für die Fehlerhaftigkeit und die Versöhnungsbereitschaft jedes Menschen. Jakob, der jüngerer der beiden Brüder, ist ehrgeizig und klug – daraus macht er eines Tages den entscheidenden Vorteil geltend gegenüber seinem Bruder Esau, einem ungelenken und nicht so schlauen Jäger.

1. Szene

Esau kommt in das Haus zu Jakob, hungrig und todmüde. Jakob hantiert mit Küchengeräten

Esau:

Jakob, ich bin am Verhungern! Gib mir bitte etwas ab von deiner reichen Tafel!

Jakob:

Dir soll es an nichts fehlen, du bist doch mein geschätzter Bruder, du bekommst eine schmackhafte Linsensuppe!

Esau:

Dankeschön! Dafür hast du einen Wunsch frei.

Jakob:

Das nehme ich gerne in Anspruch! Unterschreibe mir doch die Übertragung deines Erstgeburtsrechtes. Da wir Zwillinge sind, hat dies eh keine Bedeutung.

Esau greift nach der Urkunde und setzt seine Unterschrift – ohne den Vertrag zu lesen – rasch darunter. Dann stürzt er sich gierig auf die Linsensuppe und löffelt sie schlürfend aus.

Sprecher:

Nachdem Jakob als Bauer am Hof der Eltern und Esau – der Jäger – auf den Hügeln der Umgebung einige Jahre gelebt haben, spürt der alte Patriarch Isaak das Nahen des Todes und will das Erstgeburtsrecht von Esau durch seinen väterlichen Segen bestätigen. Die Mutter Rebekka leitet durch geeignete Präparierung ihres Lieblingssohnes Jakob den Betrug in die Wege.

2. Szene

Rebekka zieht Jakob Fellhandschuhe über und drückt ihm Bogen und Pfeil in die Hände.

Rebekka:

Dein Vater liegt im Sterben. Jakob! Schnell, tarne dich als dein verwilderter Bruder, damit du Isaaks Segen bekommst!

Isaak:

Isaak liegt auf dem Sterbelager und redet langsam, die letzten Kräfte aufbietend.

Lass dich betasten, Esau, du weißt, meine Augen sind stumpf geworden. Ich muss mich aber gemäß den Bräuchen unseres Stammes von der Rechtmäßigkeit deines Anspruches als Erstgeborener überzeugen.

Er tastet Esaus Hände und den Kopf ab.

Jakob alias Esau:

Siehe und spüre es Vater. Ich bin es, der haarige, wilde Jäger Esau. Gerne über nehme ich dein Erbe. Ich will deinen Besitz, die Herde und den Volksstamm treu verwalten.

Isaak:

Es ist gut, lieber Sohn. Übernehme du nun die Verantwortung für Familie und Volk unter dem Schutz Jahwes, der seine Weisheit weitergibt von Patriarch zu Patriarch!

Jakob alias Esau:

Ich danke dir, lieber Vater. Ich betrachte die Erhaltung des Brauchtums als meinen Auftrag!

Ich werde auch meinen Bruder über deinen Wunsch informieren.

Sprecher:

Nach Jahren rührt sich in Jakob das schlechte Gewissen, so dass er glaubt, er befände sich in einem Ringkampf mit einem stärkeren Gegner.

3. Szene

Der als „Dunkelmann“ getarnte Mitspieler pirscht sich an Jakob heran und fällt von hintern über Jakob her. Jakob spricht stöhnend.

Jakob:

Die Strafe holt den Täter ein! Esau will mich niederringen und dann die Wahrheit ans Licht bringen.

(Kurzer langsamer Ringkampf)

Gewissen:

Du hast mich schmählich betrogen und aus meiner Unwissenheit alle Vorteile gezogen. Mein Faustschlag gegen deine Hüfte soll eine bleibende Erinnerung für dich sein. Du sollst dich `Israel´ nennen, weil dich deine Schuld zum `Kämpfer gegen Gott´ gemacht hat!

Dies sage ich dir im Auftrag Jahwes.

Jakob schreit nach dem Hieb gegen seinen Hüftknochen schmerzerfüllt auf und geht hinkend davon. Der „Dunkelmann“ huscht rasch und gebückt hinweg.

Sprecher:

Jakob bekommt vier Frauen und insgesamt 13 Kinder, aber er wird sein Schuldgefühl nicht los. Trotz seiner List empfindet er weite Bereiche seines Lebens als große Belastung:

Der Nomadenstamm ist auf der Suche nach einer festen Niederlassung.

Jakob ist unglücklich mit seiner Hauptfrau, die Kinder sind zerstritten, der Lieblingssohn Josef ist anscheinend verunglückt.

Esau beneidet seinen Bruder um Besitz und Ansehen; in ihm gären Rachegelüste. Er ist ledig geblieben. Auf einmal kommt er auf den Gedanken, dass er glücklicher sei, wenn er den Stamm anführe. Also

verfolgt er seinen Bruder.

4. Szene

Jakobs große Sippe zieht hastig voran. (Durch entsprechende Kostümierung und Gruppenbildung in unterschiedlichen Größen werden verschiedene Generationen in den Familien vorgetäuscht.) In gewissem Abstand folgt Esaus Truppe.

Jakob:

Hört, ihr Israeliten, wir müssen uns beeilen, um Haran heute noch zu erreichen. Wir werden nämlich von einer Truppe Soldaten verfolgt.

Esau:

Halt, du Schurke, gib endlich deine Verfehlungen öffentlich zu, sonst vollziehen wir selber an Ort und Stelle den Schuldspruch des Gerichts!

Jakob:

Seit Jahren nagt meine Schandtat in mir, so dass ich wie ein Gehetzter vor dir fliehe und mich nicht an meiner Anführerrolle erfreuen kann. Ich habe Unrecht getan, vergib mir, Bruder, und trete du in die Nachfolgerrechte unseres Vaters Isaak ein.

Esau:

Ich danke unserem wahren Herrn, Jahwe, dass er dir Einsicht und Reue beschert hat. Mir ging es nur um die Sache der Wahrheit und Gerechtigkeit.

Behalte du das Amt des Stammesvorstehers, mir sind die Aufgaben eines Jägers eh am liebsten.

Lass uns die getrennten Volksteile wieder zusammenfügen und Versöhnung feiern.

Ein Dankesopfer dem gütigen Jahwe!

Sprecher (Schlusswort)

Die Jakob-Esau-Geschichte macht uns auf ganz wichtige Beziehungen zwischen Gott und den Menschen aufmerksam:

1. Gottes Fügung hat manchmal Vorrang vor der von Menschen geschaffenen Geschichte.
2. Gott kann – wie es 1400 Jahre später im Neuen Testament heißt - auf krummen Zeilen gerade schreiben.
3. Gott vergibt nach aufrichtiger Reue, weil wir für ihn das menschliche Bemühen und das gute Ziel entscheidend sind.
4. Gott will Versöhnung und Frieden. Leider brauchen die Menschen oft Jahre, dies zu erkennen.
5. Die Bibel will die Patriarchen nicht über die anderen Menschen hinausheben. Die Führungskräfte der Kirchen und die gläubigen Laien sind gleichermaßen auf die Gnadengaben der Reue und Vergebung angewiesen!

Am Ende können alle Spieler eng nebeneinander stehen bleiben und ein geeignetes Lied singen, ggf. mit eigenen Instrumenten mitspielen.

(z.B. „Lobe den Herren“, Gotteslob Nr. 258;

„Wer unterm Schutz des Höchsten steht“, Gotteslob Nr. 291;

„Zieh an die Macht“, Gotteslob Nr. 304).

[...]

Details

Seiten
38
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656404286
ISBN (Buch)
9783656404705
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201371
Note
Schlagworte
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Autor

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