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Fixe versus flexible Wechselkurse - ein kritischer Vergleich

Seminararbeit 2012 16 Seiten

VWL - Finanzwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen und Unterscheidungen von Wechselkurssystemen
2.1. Definition eines Wechselkurssystems und des Devisenmarktes
2.2. Wechselkurssystem mit fixen Wechselkursen
2.3. Wechselkurssystem mit flexiblen Wechselkursen

3. Analyse fixer und flexibler Wechselkurse
3.1. Auswirkungen von geldpolitischen Maßnahmen
3.2. Inflations- und Konjunkturübertragungen
3.3. Risiken und Kosten von Wechselkursschwankungen

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Funktionsweise flexibler Wechselkurse

1. Einleitung

Am 01. Januar 1999 ist die Europäische Währungsunion in Kraft getreten. Der Euro wurde ab diesem Tag als Buchgeld eingeführt und die Wechselkurse wurden unwiderruflich festgelegt.[1]

Währungs- und Wechselkursprobleme werden häufig öffentlich diskutiert. Sowohl die fixen als auch die flexiblen Wechselkurse haben ihre Fürsprecher und Gegner.

Die vorliegende Seminararbeit gibt zunächst eine Einordnung in die Begrifflichkeit des Wechselkurssystems und des Devisenmarktes. Im Anschluss daran werden fixe und flexible Wechselkurssysteme erläutert und kritisch verglichen.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird auf die verschiedenen Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen eingegangen und es werden Inflations- und Konjunkturübertragungen sowohl bei fixen als auch bei flexiblen Wechselkursen erläutert.

Da diese Seminararbeit vom Umfang begrenzt ist, werden nur die wesentlichen Punkte erläutert und teilweise nur ein Überblick über die Thematik gegeben. Das Fazit schließt die Arbeit ab.

2. Grundlagen und Unterscheidungen von Wechselkurssystemen

2.1. Definition eines Wechselkurssystems und des Devisenmarktes

Ein Wechselkurssystem beschreibt die Art und Weise, wie sich der Wechselkurs bildet. Bildet sich der Wechselkurs durch das Angebot und die Nachfrage auf dem Devisenmarkt, spricht man von flexiblen Wechselkursen. In einem Wechselkurssystem mit fixen Wechselkursen wird durch Interventionen des Staates der Wechselkurs auf einen bestimmten Wert festgelegt. Das Wechselkurssystem eines Landes wird durch politische Ziele und internationale Beziehungen beeinflusst. Jedes Land bestimmt sein Wechselkurssystem in der Währungsordnung.[2]

Auf dem Devisenmarkt werden Devisen gehandelt. Devisen sind auf fremde Währungen lautendes Geschäftsbankengeld. Der Wechselkurs gibt den relativen Preis zweier Länder an. Dieser Kurs lässt sich auf zwei verschiedene Arten beschreiben. Bei der Preisnotierung wird der Preis der Auslandswährung in Inlandswährung ausgedrückt. Die zweite Art ist die Mengennotierung. Hierbei wird der Wechselkurs dadurch ausgedrückt, dass man die Menge an Fremdwährung angibt, die für eine inländische Währungseinheit zu zahlen ist. Die Preis- und die Mengennotierung stehen in einem umgekehrten Verhältnis zueinander.[3]

2.2. Wechselkurssystem mit fixen Wechselkursen

In Systemen fixer Wechselkurse haben Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt keinen Einfluss auf den Wechselkurs. Die Wechselkurse werden durch wirtschaftspolitische Instanzen festgelegt und müssen kurzfristig durch Interventionen der Notenbank auf dem Devisenmarkt gehalten werden. Eine entsprechend gestaltete Wirtschaftspolitik hält den Devisenkurs mittel- und langfristig konstant.[4]

In der Praxis gibt es zwei Zwischenformen: Fixe Wechselkurse, die sich innerhalb von Bandbreiten entwickeln dürfen. Diese nennt man auch adjustable peg.[5] Zur zweiten Zwischenform zählen grundsätzlich flexible Kurse mit relativ häufigen Interventionen oder fallweisen Interventionen durch den Staat. Diese Form wird auch managed floating oder dirty floating[6] genannt. Es ist kein Staat bekannt, der ausnahmslos auf Interventionen verzichtet hat.[7]

Historisch betrachtet waren fixe Wechselkurse die Grundlage des Abkommens von Bretton Woods. Damals sollten andere Währungen gegenüber dem US-Dollar eine vorgegebene Parität einhalten. Anhand des US-Dollars wurden auch gegebenenfalls Auf- und Abwertungen durchgeführt.[8]

Auf weitere Einzelheiten dieses Abkommens wird im Folgenden nicht weiter eingegangen, da die vorliegende Seminararbeit quantitativ begrenzt ist.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Vorteile bei fixen Wechselkursen vor allem in der hohen Stabilität liegen. Außerdem ist die Berechenbarkeit nicht nur für das eigene Land, sondern auch für Handelspartner wünschenswert. Da weder mit Auf- oder Abwertung gerechnet werden muss, genießt das nationale Geld eine hohe Akzeptanz und wird dem Zweck des Wertaufbewahrungsmittels gerecht.[9]

Nachteilig wird der Verlust der Autonomie in der Geldpolitik verstanden. Die Zentralbank gibt damit eines ihrer bedeutendsten Ziele auf, indem sie die Geldpolitik des Staates übernehmen muss und nicht frei entscheiden und handeln kann.[10]

Obwohl es noch weitere Vor- und Nachteile der fixen Wechselkurse gibt, wird auf Grund der quantitativen Beschränkung der vorliegenden Arbeit nicht weiter auf diese eingegangen.

2.3. Wechselkurssystem mit flexiblen Wechselkursen

Neben den fixen Wechselkursen gibt es auch flexible Wechselkurse. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Preis zwischen zwei Währungen durch Angebot und Nachfrage bestimmen.[11]

Die Kursbildung erfolgt ohne Eingriff oder Mitwirkung der Zentralbank oder einer anderen staatlichen Institution.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Funktionsweise flexibler Wechselkurse[13]

Abbildung 1 zeigt die flexible Kursbildung am Beispiel des Euros und des US-Dollars. An dem Punkt (w g) treffen sich die Angebotskurve und die Nachfragekurve. Dieser Schnittpunkt wird als Gleichgewichtswechselkurs bezeichnet (siehe Punkt A).[14] Erhöht sich die Nachfrage nach US-Dollar, so verschiebt sich die Nachfragekurve (von „Nachfrage nach Devisen“ zu „Nachfrage nach Devisen (2)“). Bei einem Wechselkurs von (w g) werden jetzt mehr Dollar nachgefragt (siehe Punkt C). Zu diesem Zeitpunkt wird allerdings nur eine US-Dollarmenge entsprechend Punkt A angeboten. Aus diesem Grund führt der Nachfrageüberhang zu einem Anstieg des Wechselkurses auf w g(2) statt (siehe Punkt B). Zusammenfassend lässt sich festhalten: Der US-Dollar wird aufgewertet, der Euro wird abgewertet. Dadurch sind Angebot und Nachfrage wieder ausgeglichen.

Trotz der freien Kursbildung auf dem Devisenmarkt, wurde historisch gesehen seitens der Zentralbank dennoch glättend eingegriffen. Die Beeinflussung des Kurses ist dabei mithilfe von mehreren Methoden möglich: Zunächst durch den Kauf und Verkauf von Devisen am Kassamarkt, aber auch durch die Beeinflussung auf dem Terminmarkt, durch eine entsprechende Zinspolitik oder durch psychologische Beeinflussung.[15] ,[16]

Vorteilig bei flexiblen Wechselkursen ist, dass diese den jeweiligen Ländern die Auswirkungen von Gleichgewichtsstörungen, wie zum Beispiel importierte Inflation, begrenzen.[17] Die Problematik der importierten Inflation wird in Abschnitt 3.2. näher erläutert.

Als Nachteil lässt sich die Volatilität nennen, die den flexiblen Wechselkursen unterlegen ist. Diese beschriebene Volatilität führt zu Unsicherheiten, was auch die Transaktionskosten erhöht.[18] Dies trifft vor allem den internationalen Handel, was in Abschnitt 3.3. näher thematisiert wird.

Auch zu den flexiblen Wechselkursen werden keine weiteren Vor- und Nachteile genannt, da der Umfang der Arbeit begrenzt ist

[...]


[1] Vgl. Dieckheuer, G. (2001), S. 275.

[2] Vgl. Köhler, C. (1979), S. 63.

[3] Vgl. Krugman, P., Obstfeld, M. (2009), S. 425 ff.

[4] Vgl. Rübel, G. (2009), S. 128 f.

[5] Vgl. Goldstein, M. (2002), S. 13.

[6] Vgl. Ajami, R., Cool, K., Goddard, G., Khambata, D. (2006), S. 81.

[7] Vgl. Tichy, G. (1999), S. 156.

[8] Vgl. Sell, A. (2003), S. 115.

[9] Vgl. Güida, J. (2007), S. 187.

[10] Vgl. Flassbeck, H. (1988), S. 71.

[11] Vgl. Weeber, J. (2011), S. 113.

[12] Vgl. Sell, A. (2003), S. 113.

[13] In Anlehnung an: Sell, A. (2003), S. 114.

[14] Vgl. Adebahr, H. (1990), S. 70.

[15] Vgl. Schmitt-Rink, G., Bender, D. (1992), S. 175.

[16] Vgl. Sell, A. (2003), S. 113.

[17] Vgl. Wienert, H. (2008), S. 190.

[18] Vgl. Dieckheuer, G. (2001), S. 258 f.

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656273813
ISBN (Buch)
9783656274827
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201338
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Duisburg
Note
1,3
Schlagworte
Wechselkurse fix flexibel variabel fest Analyse Außenwirtschaft

Autor

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