Lade Inhalt...

Die Bildungsexpansion

Inwieweit hat sie dazu beigetragen die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 18 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition soziale Ungleichheit

3. Die Bildungsexpansion
3.1 Begriff der Bildungsexpansion
3.2 Ursachen und Motive der Bildungsexpansion
3.3 Die Expansion im Bildungswesen

4. Folgen der Bildungsexpansion
4.1 Bildung und Geschlechter
4.2 Bildung und Migrationshintergrund

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Früher hieß es: Wer fleißig ist, kann es ganz nach oben schaffen. Doch kann man diesem Gedanken noch Glauben schenken? Zahlreiche neue Studien weisen heute auf die soziale Ungleichheit in Deutschland, vor allem im Bildungssystem, hin. Somit hätte eines der wichtigsten politischen Ziele der Nachkriegszeit ihre Wirkung verfehlt. Die Bildungsexpansion sollte helfen, die Chancengleichheit im Bildungssystem herzustellen, um so die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern.

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Di Fabio 2007, 15). So steht es im Grundgesetz. Doch trifft diese Aussage in der heutigen Zeit auf auf das Bildungssystem und die Arbeitsmarktsituation zu?

In dieser Arbeit werde ich die Forschungsfrage behandeln, ob und inwieweit die Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre dazu beigetragen hat, die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern.

Um diese Frage zu beantworten, werde ich in Punkt zwei den Begriff der sozialen Ungleichheit erst einmal definieren.

Anschließend werde ich die Bildungsexpansion in Punkt drei genauer betrachten. Hierzu werde ich in 3.1 den Begriff der Bildungsexpansion in den 1960er und 70er Jahren zuerst näher definieren. In Punkt 3.2 komme ich dann auf die Ursachen und Motive der Bildungsexpansion. Abschließen werde ich Punkt drei mit einer Beschreibung der Expansion des Bildungssystems in Deutschland.

In Punkt vier werde ich zu den Folgen der Bildungsexpansion kommen. Hierzu lege ich meinen Fokus in den Punkten 4.1 und 4.2 auf die Folgen der

Bildungsexpansion für die Ungleichheit der Geschlechter und die Ungleichheit für Migranten im deutschen Schulsystem und am deutschen Arbeitsmarkt fokussiert. Hier werde ich analysieren, ob und inwiefern die Bildungsexpansion dazu beigetragen hat, die Ungleichheit dieser beiden Gruppen zu nivellieren.

Den Abschluss meiner Arbeit bildet abschließend Punkt fünf. Innerhalb dieses Punktes sollen die Ergebnisse vor dem Hintergrund der zu Grunde liegenden Fragestellung erläutert und zusammengefasst werden.

2. Definition soziale Ungleichheit

Der Begriff der sozialen Ungleichheit beschreibt einen Zustand in der Gesellschaft, in der sozialer Status und die Ressourcen, zum Beispiel Eigentum, Einkommen, Macht und Prestige, in keinem ausgewogenen Verhältnis auf die Mitglieder dieser Gesellschaft verteilt sind. Diese Ungleichheit wird zudem als ein negativer Einflussfaktor bewertet und zudem als ein soziales Problem angesehen. (Vgl http://www.bpb.de/wissen/07046934831035092380562845107449,0,Ungleichheit.html).

3. Die Bildungsexpansion

3.1 Begriff der Bildungsexpansion

Der Begriff der Bildungsexpansion bezeichnet die seit den 1960er Jahren andauernde Ausweitung der sekundären und tertiären Bereiche des Bildungswesens. Im Fokus des Ausbaus stehen Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien, Fachschulen, Fachhochschulen, Gesamthochschulen und Universitäten. Im Zuge der Bildungsexpansion führte dieser Ausbau zu einer beschleunigten Zunahme von mittleren und höheren Bildungsabschlüssen, zugleich aber auch zu einer längeren Verweildauer der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bildungssystem. Dies bedeutet aber auch eine verbesserte Qualifikationsstruktur und und ein verbessertes Qualitätsniveau in der Bundesrepublik (Vgl. Floren 2007: 32).

3.2 Ursachen und Motive der Bildungsexpansion

Ausgangspunkt der Bildungsexpansion war der wissenschaftliche und technische Fortschritt in der Gesellschaft seit den 1960er Jahren. Neue technische Möglichkeiten und internationale Verflechtungen führten zu einer kontinuierlich steigenden Nachfrage an besser qualifizierten Arbeitskräften. Hinzu kam eine Spezialisierung und Differenzierung der Bereiche Wirtschaft, Politik und Sozialstruktur. Es wurden neue Erwartungen an die Arbeitskräfte gestellt. Vor allem im Bereich des theoretischen Wissens wuchs die Nachfrage nach besser qualifizierten Arbeitskräften (Vgl. Floren 2007: 34).

Der Bildungsnotstand der 50er Jahre musste bekämpft werden, um den steigenden Fachkräftebedarf decken zu können. Nur so könne das Wirtschaftswachstum langfristig gefördert werden. Außerdem sollte die Chancenungleichheit zwischen den Geschlechtern, der sozialen Herkunft und des sozialen Status´ nivelliert werden (Vgl. Tippelt/ Van Cleve 1995: 13).

Die Einführung der Schulpflicht und die Etablierung der Bildungssysteme zwischen 1870 und dem 1. Weltkrieg wiesen jedoch schon einige Zeit früher auf eine Expansion des Bildungssystems hin.

Als Ursachen der Bildungsexpansion seit den 1960er Jahren lassen sich zwei Hauptfaktoren unterscheiden, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde: Endogene Faktoren und exogene Faktoren.

Endogene Faktoren bezeichnen die durch die Bildungsexpansion selbst ausgelöste Dynamiken, wohingegen exogenen Faktoren politische und ökologische Ursachen zu Grunde liegen.

[...]

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656281368
ISBN (Buch)
9783656281252
Dateigröße
699 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201188
Institution / Hochschule
Technische Universität Dortmund – Sozialwissenschaften
Note
Schlagworte
soziale Ungleichheit Bildungsexpansion Ungerechtigkeit Soziologie Bildung

Autor

Zurück

Titel: Die Bildungsexpansion