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Das Zusammenspiel von formalen und thematischen Merkmalen in Salman Rushdies “The Satanic Verses”

Hausarbeit 2007 15 Seiten

Anglistik - Literatur

Leseprobe

Gliederung:

1. Hinführung zum Thema

2. Form und Aufbau des Romans

3. Sprache und Erzählsituation

4. Die Hauptcharaktere
4.1. Saladin Chamcha
4.2. Gibril Farishta

5. Die Rushdie Affäre

6. Bibliographie

1. Hinführung zum Thema

The Satanic Verses ist eines der Bücher, das mit seinem Erscheinen nicht nur die Welt der Literatur, sondern auch die der Religion und im weitesten Sinn auch die der Politik verändert hat. Die Kontroverse darüber, ob der Autor für die Aussagen und Gedanken der Figuren in seinem Buch verantwortlich gemacht werden kann und ob diese tatsächlich die Meinung des Autors wiederspiegeln, wurde besonders nach dem Aussprechen der Fatwa gegen Salman Rushdie durch Ajatollah Khomeini am 14 Februar 1989 und die darauffolgende Verfolgung Rushdies angefacht.

Von der literarischen Seite gesehen, kann man nicht umher, das Werk Salman Rushdies zu bewundern. Er verbindet in seinem Roman die Probleme von Migranten in unserer heutigen Zeit, mit den Träumen und Visionen eines, an seiner eigenen Vernunft zweifelnden, Schauspielers über die Entstehung des Islams.

2. Form und Aufbau des Romans

Die Handlung des Romans spielt zu unterschiedlichen Zeitpunkten, entweder im zwanzigsten oder siebten Jahrhundert, je nachdem ob es sich dabei um Gibrils Träume in Persien oder Saudi-Arabien, Argentinien, Indien oder das gegenwärtige London handelt. Der Roman selbst ist in neun Kapiteln geschrieben und diese können wiederum in drei Geschichten unterteilt werden. Den ersten Teil stellen die Kapitel mit einer ungeraden Nummer dar, in welchen die Rahmenhandlung, die Geschichte von Saladin Chamcha und Gibril Farishta, erzählt wird. Die beiden anderen Teile sind die Träume oder Visionen von Gibril, die zum einen die Geschichte des Propheten Mahound erzählt und zum anderen die des Mädchen Ayesha. Die Geschichte des Propheten kann in den Kapiteln zwei und sechs gesehen werden. In den Kapiteln vier und acht wird die Geschichte von der Pilgerreise eines indischen Dorfes unter Ayeshas Führung erzählt. Man kann also einen Symmetrischen Aufbau in Rushdies Roman feststellen.

I. The Angel Gibril
II. Mahound
III. Ellowen Deeowen
IV. Ayesha
V. A City Visible but Unseen
VI. Return to Jahilia
VII. The Angel Azrael
VIII. The Parting of the Arabian Sea
IX. A Wonderful Lamp

Eine starke Verbindung der einzelnen Geschichten untereinander kann man durch die Verwendung gleicher Namen für die handelnden Figuren leicht erkennen. Es gibt zum Beispiel sowohl in der Geschichte der Ayesha eine Figur namens Mishal, als auch in der Geschichte Saladins. Somit ist eine der beiden Teil der realen Welt und eine Teil des Traumes Gibrils, wodurch die Verbindung beider Geschichten nochmal verstärkt wird und nicht nur auf die Figur des träumenden Gibril gestützt ist.

Eine genaue Bestimmung welche Art von Roman das Werk ist, kann nur schwer vorgenommen werden, da man es durch die Vielfalt an Handlungen und dem Verschmelzen von realen und irrealen Vorgängen nur schwer einer einzelnen Kategorie zuordnen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass gut die Hälfte der Handlung lediglich in den Träumen eines der Hauptcharaktere statt findet. Der Roman handelt unter anderem von Liebe, Freundschaft, Religion und den Problemen, denen sich Migranten in unserer Zeit stellen müssen. Die Online Enzyklopädie Wikipedia betitelt Rushdies Stil als „magischer Realismus“ (Wikipedia 2007)

3. Sprache und Erzählsituation

Die im Roman „The Satanic Verses“ verwendete Sprache variiert sehr stark von Charakter zu Charakter. So sprechen die meisten Figuren zwar umgangssprachlich, jedoch manche mit und manche ohne Akzent oder gar mit Sprachbeeinträchtigungen, wie S.S. Sisodia, der beispielsweise stottert. „...known as Whiwhisky because I´m papa partial to a titi tipple…“ (Rushdie, The Satanic Verses, 348) Der Erzähler spricht meist gehobene Sprache, scheint aber bisweilen von dieser abzukommen und verwendet indische Wörter sowie Umgangssprache, was dem Leser den Eindruck von Unmittelbarkeit vermittelt. „Yessir...“ (Rushdie, The Satanic Verses, 5)

Rushdie weicht also in seinem Roman oftmals sehr stark vom Standardenglisch ab. Dies wirkt auf den Leser geradezu gewollt, was durch seinen postkolonialen Hintergrund nicht verwunderlich ist. So lässt er einige der im Buch erscheinenden Charaktere in verschiedenen Varietäten des Englischen sprechen, wie zum Beispiel den Einwanderungsbeamten Stein mit einem schottischen Akzent „Little children should be seen an´no hearrud.“ (Rushdie, The Satanic Verses, 166), sowie die Schwestern Hyacinth und Orphia Phillips, die einen jamaikanischen Dialekt sprechen „You goin to be fine.“ (Rushdie, The Satanic Verses, 170) „You not no angel.“ (Rushdie, The Satanic Verses, 340). Rusdie scheint Sprache als Instrument zu benutzen, um von der immer noch ausgeübten Macht, nämlich der aufgezwungenen Sprache, des ehemaligen colonizers, in diesem Fall des Britischen Empires, weg zu kommen und begründet dies selbst wie folgt. ‚[...] we [Indo-British writers] can´t simply use language in the way the British did;[…] it needs remaking for our own purposes. […] To conquer English may be to complete the process of making ourselfes free.’ (Hirsch 2001, 90) Das Befreien geschieht also durch das Brechen von vorgegebenen Strukturen, wie Grammatik und Aussprache, oder der Entfremdung der englischen Sprache durch das Verwenden muttersprachlicher Ausdrücke. Dies schafft Rushdie durch die von dem Autorentrio Ashcroft, Griffiths und Tiffin beschriebene Technik der a ppropriation. (Hirsch 2001, 91)

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Details

Seiten
15
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656270485
ISBN (Buch)
9783656271253
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201102
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Anglistik
Note
2,0
Schlagworte
Rushdie Salman Satanische Verse Fatwa satanic verses

Autor

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