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Hedgefonds - eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Anlageformen?

Empirische Analyse der Anlageklasse "Hedgefonds" im Kontext der Portfoliooptimierung

Seminararbeit 2012 26 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einführung.

2. Grundlagen Hedgefonds
2.1 Entwicklung des Hedgefonds Marktes
2.2 Heterogenität der Hedgefonds-Strategien

3. Empirische Untersuchungen
3.1 Datenbasis
3.2 Rendite/Risikocharakteristika
3.3 Portfolioeffekte von Hedgefonds
3.4 Abgleich mit bisherigen empirischen Untersuchungen

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung des weltweiten Hedgefondsmarktes.

Abbildung 2: Einteilung der Hedgefonds-Strategien

Abbildung 3: Volumenanteile der einzelnen HF-Stile im Jahr 2003

Abbildung 4: Rendite-Risikoprofil ausgewählter Hedgefondsstile

Abbildung 5: Rendite-Risikoperformance ausgewählter HF-Stile (1994-2004)

Abbildung 6: Indexentwicklungen

Abbildung 7: Effizienzkurve mit und ohne Hedgefonds

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Deskriptive Statistiken

Tabelle 2: Korrelationskoeffizienten MSCI, JPM, CFTHF

Tabelle 3: Portfoliostruktur inklusive Hedgefonds

Tabelle 4: Portfoliostruktur aus Aktien- und Anleihen

1. Einführung

„Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“[1]

Auch wenn der Begriff der „Hedgefonds“ in diesem Interview nicht fiel, so hat dieses Interview und die nachfolgende größtenteils undifferenzierte Interpre-tation das Ansehen dieser Investmentklasse in der Bevölkerung nachhaltig beschä­digt. Insbesondere in Deutschland, wo diese Anlageform erst im Jahre 2004 zuge­lassen wurde[2] , findet nach wie vor eine eher kritische Ausein­andersetzung statt. Befasst man sich genauer mit der Anlageklasse Hedgefonds dann zeigt sich, dass der eingangs beschriebene aktivistische Charakter untypisch[3] ist, bzw. ande­ren Klas­sen zuzuordnen ist. Hedgefonds ver­folgen in der Regel passive Strategien, indem auf unterschiedliche Weise Ereignisse, Preis-Wert­differenzen, Informations­vor­sprünge oder allgemein Marktineffizienzen ausgenutzt werden. Ein aktiver Ein­griff in Unternehmens­belange erfolgt selten[4] . In völligem Wider­spruch zu diesem Zitat, stünde der Begriff Hedgefonds, würde man ihm seine eigentliche Über­setzung zugrunde legen: das Wort „Hedge“[5] prägte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Begriff des „Hedging“ im Sinne einer Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken. Auf heute übertragen ist es der gezielte parallele Einsatz von gegenüber dem Aktienmarkt negativ korrelierten Derivaten, die potentielle Kurs­ver­luste ausgleichen[6] .

Unabhängig von kontroversen Diskussionen ist das Ziel dieser Arbeit eine Analyse der Rendite/Risiko-Charakteristik von Hedgefonds vorzunehmen. Zu klären ist hier­bei in wie fern Investitionen in Hedgefonds, als Beimischung zu klassischen Invest­ments, positiv zur Rendite-Risiko-Struktur eines Investorenportfolios beitragen.

Mit einem kurzen Überblick über die allgemeine Entwicklung des Hedgefonds-Marktes und einer Vorstellung der verschiedenen Hedgefonds-Strategien wird die Untersuchung eingeleitet.

Die empirische Untersuchung fußt auf einem Vergleich der Anlage­klasse Hedgefonds mit dem Weltaktienmarkt und dem Weltanleihen­markt und deren Zusammenfassung in einem Portfolio. Die Kennzahlen werden aus Datenmaterial von einem Zeitraum von 12 Jahren der jeweils einschlägigen Indizes ermittelt. Neben dem Portfolioeffekt ist es das Ziel eine optimale Assetverteilung[7] , und damit den Umfang der Beimischung je nach ausgewählter Strategie zu eruieren.

Abgerundet wird die Arbeit mit einem Abgleich der erzielten Ergebnisse mit vorangegangenen empirischen Untersuchungen sowie einer Zusammen­fassung.

2. Grundlagen Hedgefonds

2.1 Allgemeine Entwicklung des Hedgefonds Marktes

1949 zählt als das Geburtsjahr der Hedgefonds in dem der Soziologe Dr. Alfred Winslow Jones den ersten regulären Hedgefonds aufsetzte. Er erkannte die positiv ergänzenden Wirkungen fremdfinanzierter und damit gehebelter Käufe[8] einerseits und Leerverkäufen[9] andererseits. Die erste Hedgefonds-Strategie „Long-Short-Equities“ war geboren.

Ein Blick auf die globale Vermögensverteilung zeigt, dass Hedgefonds als eigen­ständige Anlageklasse noch von untergeordneter Größe sind. Selbst bei Einbe­ziehung eines überdurchschnittlichen Hebels[10] bleibt die Tragweite des Gesamtvo­lu­­mens mit ca. 1,6 Billionen Dollar (!) im Gesamtkontext bescheiden[11] . Der globale Finanzstock beträgt zu gleicher Zeit etwas über 150 Billionen Dollar, woraus knapp 50 Billionen Dollar den globalen Aktienmärkten und über 60 Billionen Dollar den globalen Anleihemärkten zuzuordnen sind. Dennoch besitzen Hedgefonds durch ihr überproportio­nales Wachstum eine zunehmende Bedeutung. Bis auf den Ein­bruch im Rahmen der weltweiten Finanzkrise 2007/08 weisen Hedgefonds sowohl in ihrer Anzahl als auch im Gesamtvolumen ein konstantes Wachstum aus. Die Finanzkrise führte jedoch zwischenzeitlich zu einem globalen Vermögensver­lust von fast 30% im HF-Sektor und der Auflösung von über 1250 HF-Gesell­schaften. Weltweit rechnet man aktuell mit einem Bestand von ca. 6000-7000 be­stehenden HF-Gesellschaften und einer sukzessiven Annäherung an das Vorkrisenniveau.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entwicklung des weltweiten Hedgefondsmarktes

Quelle: Eigene Darstellung, angelehnt an Credit Suisse Hedge Index, L.L.C. (2011)

Als weltweit wichtigste Handelsplätze für Hedgefonds gelten mit großem Abstand New York und London. Ihren rechtlichen Sitz haben die meisten Hedgefonds je­doch auf den Cayman-Islands einem Offshore-Standort, der etwa 64% aller welt­weiten Hedgefonds beheimatet. Offshore-Standorte zeichnen sich allesamt durch niedrige Steuersätze in Kombination mit einer überschaubaren Finanzmarktauf­sicht und gegebener Rechtssicherheit aus[12] . Zugänglich sind Hedgefonds fast ausschließlich für institutionelle Anleger und daher nicht den Publikumsfonds zuzu­ordnen. Eine Öffnung für Kleinanleger als Fund of Funds Konzept wird inzwischen jedoch bank- und investorenseitig betrieben[13] .

2.2 Heterogenität der Hedgefonds Strategien

Dem Oberbegriff „Hedgefonds“ wird eine Vielzahl verschiedener teilweise kom­plexer Anlageinstrumente zugerechnet. Allen gemein ist die Zuordnung in die Fa­mi­lie der alternativen Investments.

Hedgefonds werden auch als „Absolute Return Investments“ bezeichnet, da versucht wird unabhängig von Marktentwicklungen stetig positive Renditen zu erwirtschaften[14] . Durch die Möglichkeit selbst von fal­lenden Kursen zu profitieren erscheint diese Anlageform gerade in Bärenmärkten als lukrative Alternative. Tatsächlich weisen Hedgefonds eine relativ unabhängige Ertragserzielung gegenüber klassischen Anlageformen auf und stellen daher im Sinne der modernen Portfoliotheorie eine positive Ergänzung zu diesen Anlageklassen dar[15] . Im Schrifttum existieren verschiedene Herangehensweisen nach denen Hedge­fonds klassifiziert werden können:

a) Direktionale vs. Nicht-Direktionale Strategie[16]
b) Spekulationsbasierte gegenüber arbitragebasierte Verfahren
c) Opportunistische – Ereignisorientierte – Marktneutrale Strategien, usw.[17]

Abb. 2: Einteilung der Hedgefonds-Strategien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, angelehnt an: Bessler, Drobetz, Henn (2005): S.10

Hedgefonds, welche sich der Relative Value - oder marktneutralen Strategien bedienen, versuchen relative Preisunterschiede zwischen verschiedenen Instru­men­­ten zu erkennen und von der (erwarteten) Korrektur dieser Differenzen zum Gleichgewicht hin zu profitieren. Es wird hierbei versucht verschiedene Risiko­arten, darunter das Marktrisiko, Branchenrisiko und Zinsniveaurisiko durch adä­quate Long- und Short-Positionen systematisch auszuschalten.[18] Marktneutrale Strategien werden in die Teilbereiche „Equity Market Neutral“, „Fixed Income Arbitrage“ und „Convertible Arbitrage“ untergliedert. Equity Market Neutral-Stra­te­gen versuchen durch das kombinierte Eingehen von Long und Short Positionen sowohl von zu niedrig- als auch zu hoch bewerteten Aktientiteln zu profitieren. Ein überlegenes Bewertungsmodell das die Bewer­tungs­­ineffizienzen aufdeckt sowie eine kurzfristige Realisation der Korrektur der Differenzen sind jedoch Vorausset­zun­gen für ein Funktionieren dieser Strategie. Sämtliche Marktneutrale Strategien haben gemein, das sie nicht auf eine Marktprognose abzielen sondern auf den tatsächlichen Wert von Anlagen schließen und deren Differenz zum Preis verein­nahmen möchten.

[...]


[1] Quelle: Franz Müntefering in einem Interview im April 2005 in dem er zweifelhafte Praktiken der Finanzindustrie anprangerte.

[2] Vgl. Eling, M. (2006): S. 330, Anm. d. Verfassers: im Zuge des Investmentmodernisierungsgesetzes

[3] Anm. d. Verf.: Investiver Aktivismus findet häufiger im Private Equity Sektor statt

[4] Anm. d. Verf.: Eine Ausnahme stellt die HF-Strategie „Event Driven“ dar

[5] Anm. d. Verf.: Zu deutsch: Hecke, Schutzumrandung

[6] Anm. d. Verf.: diese Handhabe wird heute den “Market Neutral“-Strategien zugeordnet, einer Unterform der Hedgefonds-Strategien.

[7] Vgl. Sharpe (1992): S.1.

[8] Vgl. MAN Investments (2011): S.3 - „Leverage: Investing borrowed money”

[9] Vgl. MAN Investments (2011): S.3 - „Short selling: borrowing stock to trade”

[10] Vgl. Fung, Hsieh (1997): S. 281.

[11] Vgl. Eidgenössische Bankenkommission (2007): S.22, Anm. d. Verf.: Zahl aus dem Jahr 2006 also vor Ausbruch der Finanzkrise

[12] Vgl. Ackermann, Mc Enally (1999): S. 834.

[13] Vgl. Bessler, Drobetz, Henn (2005): S.49.

[14] Vgl. Heidorn, Kaiser, Muschiol (2007): S. 371.

[15] Quelle: www.hedgefonds24.de

[16] Vgl. Busack, M.; Kaiser, D. (2006): S. 6. Klassifikation nach dem Investment-Prozess

[17] Vgl. Bessler, Drobetz, Henn (2005): S.10. Modell nach Kat (2003)

[18] Vgl. Bessler, Drobetz, Henn (2005): S.11.

Details

Seiten
26
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656280576
ISBN (Buch)
9783656281177
Dateigröße
812 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201071
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Asset Management Hedgefonds Mean Variance Portfoliooptimierung Portfolio Assetklassen Alternative Investments Portfolioeffekt Global Macro Long Short Equities Merger Arbitrage Distressed Securities Rendite Standardabweichung Varianz Sharpe Ratio Schiefe

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