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Die globale Wasserkrise

Das 21. Jahrhundert steht im Zeichen einer globalen Wasserkrise

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 18 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Internationale Wasserpolitik

3 Ursachen für Wasserkrisen
3.1 geografisch ungleich verteilte Wasserressourcen
3.2 Strukturwandel in der Landwirtschaft
3.3 Urbanisierung und Industrialisierung
3.4 Bevölkerungszunahme und Ernährun
3.5 Wohlstandsgewinne und die Anpassung der Landwirtschaft
3.6 Klimawandel

4 Kommerzialisierung von Wasserressourcen.

5 Folgen von Wasserkrisen
5.1 Beispiel Aralsee
5.2 Beispiel Mittlerer Osten

6 Wechselwirkung einer globalen Wasserkrise

7 Die Idee der nachhaltigen Nutzung

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

10 Internetquellen

11 Abbildungsverzeichnis

12 Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

Die Gefahr von weltweiten Wasserkrisen, die auf Wassermangel[1] oder Wasserknappheit[2] sowie die Verschmutzung von Trinkwasser durch Industrieabfälle zurückzuführen sind, wird in der Zukunft stark ansteigen. Zurzeit haben circa 884 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser und rund 1,2 Milliarden Menschen leben in Regionen, in denen Wasserknappheit besteht. (Stiftung Weltbevölkerung, 2011) Die Oberflächen- und Grundwasserressourcen der Welt überschreiten politische und geografische Grenzen. Die Reserven an Süßwasser sind äußerst ungleich verteilt und konzentrieren sich zumeist nur in vereinzelten Regionen der Welt. (Dombrowsky, 2001, S. 30 ff.). Die Entwicklung eines Landes kann durch Wassermangel oder Wasserknappheit erheblich eingeschränkt werden. Deshalb ist es von essenzieller Bedeutung, dass die internationale Entwicklungspolitik für eine gerechte beziehungsweise ausgeglichene Wasserverteilung sorgt (Seibert, 2009).

Hervorgerufen werden globale Wasserkrisen durch verschiedenste Ursachen, hauptsächlich jedoch vom Menschen verursacht. Diese Arbeit soll einen Überblick über diese Ursachen beziehungsweise die Verstärker zukünftiger und bereits bestehender Wasserkrisen geben. Des Weiteren wird ein Lösungsmodell für die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen unter Berücksichtigung internationaler Wasserpolitiken analysiert.

2 Internationale Wasserpolitik

Die globale Wasserpolitik hat ihre Anfänge im Jahre 1977 in der argentinischen Stadt Mar del Plata. Die internationale Konferenz der Vereinten Nationen Mar del Plata Conference on water Resources thematisierte erstmalig die ungenügende Wasserversorgung in bestimmten Weltregionen. Als Hauptprinzip der Konferenz wurde beschlossen, dass jeder Mensch, unabhängig von der sozio-ökonomischen Situation, das Recht auf einen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, dessen Qualität und Quantität den Grundbedürfnissen entspricht. (world water council, I) (United Nations, 1977)

Laut Angaben der deutschen UNESCO-Kommission gibt es global über 3.800 multi-, bi- und unilaterale Übereinkünfte beziehungsweise Reglungen zur Ressource Wasser (Deutsche UNESCO-Kommision, 2011). Zudem bearbeiten zurzeit circa 35 Programme der Vereinten Nationen diese Thematik. Diese Programme sind seit dem Jahre 2003 im UN-Gremium UN-Water vereint, in dem Fragen der weltweiten Wasserversorgung sowie der Nutzung des Fließ- und Grundwassers erörtert werden. (Bullock, 2009, S. 4 ff.) Die Generalversammlung der Vereinten Nationen thematisierte am 21. Mai 1998 die globale Süßwassernutzung in der Konvention A/51/49 als Übereinkommen über die Nutzung internationaler Fließgewässer zu anderen Zwecken als zur Navigation (Deutsche UNESCO-Kommision, 2011).

Im September des Jahres 2000 fand der UNO-Millenniumgipfel statt, auf dem acht konkret messbare Ziele formuliert wurden (Millennium Development Goals), um die weltweite Armut zurückzudrängen. Das Millennium Development Goal 7C richtet sich an die weltweite Wasserversorgung. Hier ist verankert, dass bis zum Jahr 2015 der Anteil der Menschen, die über keinerlei sanitäre Anlagen verfügen und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser in der Region haben, halbiert werden soll. (United Nations, 2011)

3 Ursachen für Wasserkrisen

Von einer Wasserkrise wird gesprochen, wenn in einer Region ein Wassermangel oder eine akute Wasserknappheit vorherrschen und diese nicht zu kompensieren sind. Wassermangel und Wasserknappheit werden durch verschiedenste Faktoren begünstigt, die nachfolgend erläutert werden. (Bracher, 2001, S. 7 ff.)

3.1 geografisch ungleich verteilte Wasserressourcen

Die Erdoberfläche ist zu rund 71 Prozent mit Wasser bedeckt. Das Gesamtvolumen der weltweiten Wasserressourcen beträgt rund 1.360 Millionen km3. (Wallacher, 2001, S. 89) Von diesem Volumen sind aber nur 2,53 Prozent Süßwasser, wovon wiederum zwei Drittel in Form von Eis, hauptsächlich an den Polen, gespeichert sind. Nur circa 1 Prozent der weltweiten Wasserressourcen stehen für den menschlichen Gebrauch zur Verfügung. Diese verwertbaren Wasserressourcen sind geografisch im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte äußerst ungleich verteilt. (Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen, 2006, S. 8 f.) Abbildung 1 veranschaulicht die weltweite Wasserverteilung. Neun Staaten dieser Welt (Brasilien, Russland, China, Kanada, Indonesien, Indien, Kolumbien, Kongo und die USA) verfügen über 60 Prozent der weltweiten Süßwasserressourcen. (Gramling, 2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Globale Wasserverteilung (Paeger Consulting, 2010)

Wasserreichtum und Wassermangel liegen oft geografisch nah beieinander. Zumeist endet diese Situation in zwischenstaatlichen Disputen, die auch mit militärischen Mitteln ausgetragen werden, um die Ressource Wasser langfristig zu sichern. Bereits heute geht es für viele Staaten längst nicht mehr um die Sicherung des Grundbedarfs an Wasser, sondern um die Behebung eines akuten Mangels und die damit einhergehende Verwüstung ganzer Regionen. (Lohmann, 1999, S. 2 f.)

3.2 Strukturwandel in der Landwirtschaft

Einen erheblichen Anteil am globalen Anstieg des Wasserverbrauches hat die Bewässerungslandwirtschaft. Kapitalsteigernde Interessen werden zunehmend ökologisch sinnvollen Anbaumethoden übergeordnet, was zulasten der Natur geht. Der Anbau Devisen bringender Exportprodukte (Cash Crops), zum Beispiel Zitrusfrüchte in Israel, bewirkt einen erhöhten Wasserverbrauch, der in ariden Gebieten zu lokaler Wasserverknappung und somit zu Preisanstiegen des Wassers führt. (Bracher, 2001, S. 9 f.) Israel kann seine siebeneinhalb Millionen Einwohner nicht selbst mit Wasser versorgen, da dem gesamten Land nur drei Wasserquellen zur Verfügung stehen, somit ist man auf den Import von Wasser angewiesen. Ein Umdenken in der Landwirtschaft ist jedoch nicht zu beobachten, im Gegenteil, die Landwirtschaft wird – trotz Wasserknappheit in einer ariden Region – zugunsten von kommerziellen Interessen weiter ausgebaut. (Hampel, 2010)

Der weltweit ansteigende Fleischkonsum bewirkt ebenfalls eine Zunahme des Wasserbedarfs. Bereits der Anstieg des Fleischkonsums um circa 20 Prozent bewirkt im Vergleich zu einer rein vegetarischen Ernährung eine Verdopplung des Wasserbedarfs. (Bracher, 2001, S. 9)

3.3 Urbanisierung und Industrialisierung

Zurzeit lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Begünstigt durch das Bevölkerungswachstum und die Landnutzungsveränderung werden bereits im Jahre 2025 rund 70 Prozent aller Menschen in urbanen Regionen beheimatet sein. Durch den Bevölkerungsanstieg urbaner Regionen, vor allem in Asien und Afrika, entstehen gleichzeitig große Wasserversorgungsdefizite. (Mauser, 2007, S. 139 ff.) Dieses Defizit wird durch die voranschreitende Industrialisierung vieler Gebiete verstärkt, da eine notwendige Abfall- und Abwasserentsorgung fehlt oder nur mangelhaft ausgebaut ist, und die Industrien das vorhandene Oberflächenwasser verschmutzen oder eutrophieren. Die Folgen sind, dass das Trinkwasser für viele nicht mehr frei zugänglich ist und somit zu einem ökonomischen Gut wird. Ein geeignetes Wasserversorgungsmanagement in den Großstädten der Entwicklungsländer ist somit gerade für einkommensschwache Menschen von essenzieller Bedeutung. (Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen, 2006, S. 15 f.)

3.4 Bevölkerungszunahme und Ernährung

Ende Oktober 2011 wurde der siebenmilliardste Mensch geboren. Die Weltbevölkerung ist somit in nur 12 Jahren um eine Milliarde Menschen angestiegen. Im Jahre 2050 wird ein Anstieg auf über 9,3 Milliarden Menschen erwartet. Der rasante Bevölkerungszuwachs konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die Entwicklungsländer, wo die Zuwächse neue Probleme, vor allem bei der Ernährung schaffen werden. (Jahresbericht Stiftung Weltbevölkerung, 2011, S. 5) Für die Ernährung der Weltbevölkerung in der Zukunft ist eine globale und systematische Landwirtschaft erforderlich, die berücksichtigt, dass die Ressource Süßwasser ein knappes Gut ist. Um pro Person und Tag rund 2.800 Kalorien für die Ernährung zu erzeugen, werden circa 1.000 Kubikmeter Süßwasser benötigt. Das Problem ist, dass in vielen urbanen Regionen diese benötigte Menge Wasser in unmittelbarer Nähe nicht mehr in ausreichenden Mengen zu Verfügung stehen wird. Somit werden Menschen in diesen Regionen auf Importe, vor allem aus wasserreichen Gebieten, wie der Norden Europas, angewiesen sein. (Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen, 2006, S. 17 f.)

[...]


[1] Wassermangel: „ Wassermangel: verfügbares erneuerbares Süßwasserangebot pro Kopf und Jahr beträgt

1.000 m³ oder weniger.“ (Stiftung Weltbevölkerung, 2011)

[2] Wasserknappheit: „Verfügbares erneuerbares Süßwasserangebot pro Kopf und Jahr liegt zwischen 1.001 und

1.666 m³“ (Stiftung Weltbevölkerung, 2011)

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656270317
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v201006
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Otto Suhr Institut Berlin
Note
2
Schlagworte
Politik Wasserkrise

Autor

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