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Dreitägige Exkursion: Helgoland-Neuwer-Scharhörn

Hausarbeit 2010 28 Seiten

Didaktik - Geowissenschaften / Geographie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Großräumige Einordnung des Exkursionsgebietes
2.1. Die Deutsche Bucht
2.2. Die Gezeiten und das Wattenmeer

3. Neuwerk und Scharhörn

4. Die Hochseeinsel Helgoland
4.1. Die Entstehung und Aufbau Helgolands
4.2.1. Die politische Geschichte bis 1918
4.2.2. Der Zweite Weltkrieg
4.2.3. Der „Big Bang“
4.2.3. Helgoland wird wieder deutsch
4.3. Tourismus auf Helgoland
4.4. Das Felswatt Helgolands – Der Helgoländer Hummer

5. Zusammenfassung

Abbildung 1: Karte zur Grobeinordnung des Exkursionsgebietes

Abbildung 2: Stationen des Exkursionsgebietes

Abbildung 3: Wasserberge als Folge von Fliehkraft und Mondanziehungskraft

Abbildung 4: Entstehung der Gezeiten

Abbildung 5: Überblick über das Exkursionsgebiet am 1. Tag

Abbildung 6: Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Abbildung 7: Wanderung der Insel Scharhörn im 20. Jahrhundert

Abbildung 8: Wanderung der Insel von 1868 bis 1985

Abbildung 9: Helgoland

Abbildung 10: Schräglage der Schichten auf Helgoland

Abbildung 11: Geologischer Querschnitt durch die Gesteinsschichten unter Helgoland

Abbildung 12: Unterteilung und Nutzung der beiden Inseln Helgolands

Abbildung 13: Die Lange Anna

Abbildung 14: Die Zerstörung nach dem Bombardement vom 19.04.

Abbildung 15: Bomben auf Helgoland

Abbildung 16: Staubwolke nach dem „Big Bang“

Abbildung 17: Trottellummen am Lummenselsen

Abbildung 18: Hummerfangquoten vor Helgoland über die letzten 120 Jahre

1. Einleitung

Die deutsche Nordsee ist ein beliebtes Ziel für Touristen und ein wichtiger Faktor für die Menschen in Norddeutschland. Besonders für deutsche Schüler ist es daher wichtig die Einzigartigkeit und Schönheit der Heimat zu verstehen. Daher soll in dieser Arbeit eine 3tägige Exkursion in die deutsche Bucht für die Sekundarstufe II geplant werden. Die Grobe Einordnung des Exkursionsgebietes kann in Abbildung 1 gesehen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Karte zur Grobeinordnung des Exkursionsgebietes

(Verändert nach: www.die-nordsee.de Stand 24.03.2010)

Wie Abbildung 2 zeigt, startet die 3tägige Exkursion in Cuxhaven und führt uns am ersten Tag durch das Watt auf die Inseln Neuwerk und Scharhörn und schließlich an den Tagen zwei und drei auf die Hochseeinsel Helgoland. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der Entstehung, dem Bau und der geschichtlichen Entwicklung der Inseln, sowie der Deutschen Nordsee, speziell dem Lebensraum Wattenmeer, liegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stationen des Exkursionsgebietes

2. Großräumige Einordnung des Exkursionsgebietes

2.1. Die Deutsche Bucht

Das Exkursionsgebiet befindet sich in der Deutschen Nordsee in der Deutschen Bucht, genauer der Helgoländer Bucht. Die Inseln Neuwerk und Scharhörn gehören zum Bundesland Hamburg und liegen im südlichen Elbmündungsgebiet (Hofstede 1991: 2), während Helgoland ein Teil Schleswig-Holsteins ist. Cuxhaven, das zwar als Ausgangspunkt für die Exkursion dient, jedoch nicht Teil des Untersuchungsgebietes ist, liegt jeweils etwa 90 Kilometer von Hamburg und Bremen entfernt und gehört zum Bundesland Niedersachsen.

Die Deutsche Bucht, also die Nordsee, wie wir sie heute kennen, entstand, gemessen an der Geschichte und dem Alter der Erde, erst vor kurzem, nämlich vor etwa 3000 Jahren. Die Nordsee stellt den seichten nordöstlichen Arm des Atlantiks dar und ist durch das europäische Festland im Süden und Osten, sowie durch die Britischen Inseln im Westen begrenzt. (Lewis Alexander 2010: Encyclopaedia Britannica / North Sea) Abgesehen von Fischfang war die Nordsee für Deutschland besonders für den Handel wichtig. Da aber der Fischfang auf Grund von Überfischung und Fangquoten im letzten Jahrhundert sehr stark zurückgegangen ist und der Handel zwar immer noch wichtig ist, allerdings nicht mehr so wie das zu Zeiten der Hanse der Fall war, sind andere Branchen in den Vordergrund gerückt. Heute sind speziell die Energiewirtschaft und der Tourismus an der Nordsee ins Zentrum gerückt. Egal ob für Kurgäste, Wassersportler, Ornithologen oder einfach nur Badegäste, die Deutsche Nordsee bietet ein mannigfaltiges Angebot. Viele Kur- und Badeorte an der Nordsee leben fast ausschließlich von den Touristen. Jedes Jahr machen etwa 3,5 Millionen Menschen Urlaub an der Deutschen Nordsee. Einen wichtigen Teil dazu trägt das Wattenmeer bei. (www.die-ganze-nordsee.de Stand 31.03.2010)

2.2. Die Gezeiten und das Wattenmeer

Der Kölner Dom, der Dom zu Speyer und zu Aachen und seit 2009 auch das Deutsche Wattenmeer. Alle haben eines Gemeinsam; sie gehören laut UNESCO zum Weltkulturerbe. Um das Wattenmeer jedoch zu verstehen muss man zunächst über die Gezeiten, Ebbe und Flut, sprechen.

Die Gezeiten entstehen durch das Spiel der Anziehungskräfte von Mond und Erde, sowie der durch die Erdrotation auftretenden Fliehkräfte. Diese Kräfte bewegen nämlich das Wasser der Meere. Die Anziehungskraft des Mondes bewirkt, dass Das Wasser auf der Erde, auf der dem Mond zugewandten Seite angezogen wird, gleichzeitig wirkt die Fliehkraft auf der anderen Erdhälfte ähnlich. Somit entstehen auf beiden Seiten „Wasserberge“, die als Hochwasser oder Flut bekannt sind. Dieses Prinzip kann in Abbildung 3 gesehen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Wasserberge als Folge von Fliehkraft und Mondanziehungskraft

(Diercke Weltatlas 2002: 242)

Umgekehrt entsteht auf jenen Seiten denen das Wasser entzogen wird Niedrigwasser oder Ebbe.

Besonderheiten können hier auftreten, wenn besondere Konstellationen aus Sonne Mond und Erde auftreten wie in Abbildung 4 erkannt werden kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Entstehung der Gezeiten

(Diercke Weltatlas 2002: 242)

Stehen Mond und Sonne in einer Linie, also bei Neu- oder Vollmond, so kommt zusätzlich zur Mondanziehungskraft noch die Sonnenanziehungs-kraft hinzu und lässt somit besonders große Wassermassen, zu einer so genannten Springflut, zusammenfließen. Anders als anzunehmen bewirkt die Springflut aber in den wenigsten Fällen Überflutungen, sondern lässt lediglich den Tidenhub, de Unterschied zwischen Ebbe und Flut, etwas großer ausfallen. Stehen Sonne und Mond nicht in einer Linie, sondern im 90° Winkel zueinander so kommt es zur Nipptide oder Nippflut. Hier ist der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser besonders klein.

Dieses Spiel der Gezeiten, lässt während des Niedrigwassers in der Nordsee das Watt oder Wattenmeer freiliegen. Das Watt bietet den Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, circa 4.000 verschiedene Arten, unter anderem, Wattwürmer, Krebse, Muscheln oder Schnecken.

„Ein Quadratmeter Schlickwatt beherbergt Millionen Kleinorganismen, unter ihnen über 40.000 Schlickkrebschen und bis zu 270.000 der einen halben Zentimeter kleinen Wattschnecke.“ (www.die-ganze-Nordsee.de Stand 01.04.2010)

Allerdings sei auch auf die Gefahren hingewiesen die das Watt birgt. Ein plötzliches eintreten der Flut gepaart mit Unwissen über den Gezeitenkalender haben schon manchen Wattwanderer in Lebensgefahr gebracht, wie erst neulich zu sehen war, als ein verirrter Wattwanderer bei einsetzender Flut zufällig über eine Webcam entdeckt und gerettet wurde.

Da während der 3tägigen Exkursion eine Durchquerung des Watts von Cuxhaven nach Neuwerk ebenfalls geplant ist, ist es sinnvoll den Schülern diesen Lebensraum vorher etwas verständlicher gemacht zu haben.

3. Neuwerk und Scharhörn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Überblick über das Exkursionsgebiet am 1. Tag

(www.hamburg.de Stand 29.03.2010)

Wie bereits erwähnt liegen die Inseln Neuwerk und Scharhörn innerhalb des Hamburgischen Wattenmeers, welches in Abbildung 6 zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

(www.nationalpark-hamburgisches-wattenmeer.de Stand 29.03.2010)

Durchschnittlich kommen jedes Jahr rund 120.000 Besucher auf die circa 200ha große Insel Neuwerk. Dies ist etwa das 3.000fache der Bevölkerung die ganzjährig auf der Insel lebt. Da sich die Insel im Wattenmeer befindet, bietet es sich an, die Anreise auf die Insel mit einer Wattwanderung zu verbinden. Die Strecke durch das bei Niedrigwasser komplett freiliegende Watt von Sahlenburg, in der Nähe von Cuxhaven, beträgt in etwa zwei bis drei Stunden und sollte demnach bei eintretender Ebbe begonnen und bei Niedrigwasser wieder verlassen werden. Wie eingangs schon erwähnt bietet das Watt nicht nur ein beeindruckendes, sondern auch ein durchaus gefährliches Naturschauspiel. (www.insel-neuwerk.de Stand 29.03.2010)

Neuwerk und Scharhörn, wie auch die meisten anderen Nordseeinseln wurden von der See aus Schlick und Sand gebaut und ständig geformt, was auch heute noch der Fall ist. Neuwerk und ebenso Scharhörn, stehen räumlich und genetisch noch in direkter Verbindung mit der Festlandküste. Beide Inseln

„lassen sich zwanglos in die Reihe der übrigen Nordseeinseln einfügen, die teils Sandablagerungen vor der Küste, teils Reste des ehemaligen Festlandes sind, aus Marschland bestehen oder selbst noch altes Geestland in sich bergen, wie dies bei Amrum, Föhr und Sylt der Fall ist.“ (Nusser 1955: 267)

Während man bei Neuwerk von einer Geestinsel sprechen kann, auf der Besucher willkommen sind, ist Scharhörn eine Düneninsel, die dem Vogelschutz untersteht. Besucher müssen sich vor Anreise auf die etwa 20ha große Insel bei dem auf Scharhörn lebenden Vogelwart melden und dürfen nur in seiner Anwesenheit auf die Insel vordringen, und auch das nur teilweise. Bei Scharhörn handelt es sich wie schon erwähnt um eine Düneninsel welche im Westen durch Sandabtrag und im Süden durch Sandablagerung gekennzeichnet ist. (www.jordsand.eu Stand 29.03.2010) Schon früh begann man mit versuchen die Insel zu vergrößern, unter anderem durch die Anpflanzung von Küstenhafer oder dem Bau von Sandfangzäunen. Es kann festgestellt werden, dass durch die vielen äolischen und litoralen Prozesse die Insel wandert, sich also ständig verändert, oder zumindest tat sie dies bis zum Eingreifen des Menschen. Abbildung 7 und 8 zeigen die Wanderung der Insel im vergangenen Jahrhundert, diese beträgt etwa 16 m pro Jahr. (www.hamburg.de Stand 29.03.2010)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Wanderung der Insel Scharhörn im 20. Jahrhundert

(http://fhh1.hamburg.de Stand 29.03.2010)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Wanderung der Insel von 1868 bis 1985

(www.hamburg.de Stand 29.03.2010)

Bereits im 13. Jahrhundert stellte Scharhörn eine Bedrohung für die Schifffahrt dar. Allerdings wurde erst 1661 die Barke, eine Markierung des Fahrwassers, erbaut um Schiffe vor der Gefahr zu warnen, aber auch um Schiffbrüchigen die Insel als Zufluchtsort erkennbar zu machen. (http://fhh1.hamburg.de Stand 29.03.2010) Die Insel entstand durch Sand auf der Scharhörner Wattfläche, der durch litorale und äolische Prozesse dort abgelagert wurden und 1868 das erste Mal kartographisch erfasst wurden. Es wird vermutet, dass die Insel bereits seit 3.500 bis 4.000 Jahren an dieser Stelle besteht und sich lediglich durch die bereits erwähnten Verlagerungen verändert hat.

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Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656270034
ISBN (Buch)
9783656270881
Dateigröße
3.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200934
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,5
Schlagworte
Geographie Didaktik Exkursion Nordsee Helgoland

Autor

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