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Die grünen Parteien in Deutschland, Österreich und Irland

Parteien der Städter oder der Menschen im Grünen

Hausarbeit 2012 22 Seiten

Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Fragestellung
1.3 Theoretische Einordnung
1.4 These

2 Untersuchungsdesign und Methode
2.1 Analysekonzept
2.2 Definitionen
2.3 Zeitraum und Datensammlung
2.4 Zentrale Variablen der Untersuchung
2.5 Untersuchungsmethode

3 Entstehung der Grünen Parteien
3.1 Deutschland
3.2 Österreich
3.3 Irland

4 Etablierung: Wahlerfolge in Großstädten und ländlichen Gebieten
4.1 Deutschland
4.2 Österreich
4.3 Irland

5 Erfolgsfaktoren
5.1 Ressourcenmobilisierung
5.1.1 Deutschland
5.1.2 Österreich
5.1.3 Irland
5.2 Parteiorganisation und Organisationsgrad
5.2.1 Deutschland
5.2.2 Österreich
5.2.3 Irland

6 Fazit und Prüfung der Thesen

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung

Die Wahlerfolge der Grünen Parteien in Westeuropa seit Beginn der 1980er Jahre haben die unterschiedlichsten Hintergründe und Ausprägungen. Im Rahmen dieser Hausarbeit liegt der Fokus auf den Unterschieden in drei westeuropäischen Ländern. Es soll betrachtet werden, ob die Grünen vor allem in städtischen oder ländlichen Gebieten Erfolge zu verzeichnen hatten und welcher Zusammenhang dabei zum Organisationsgrad, ergänzt um die Parteiorganisation, und den zur Verfügung stehenden Ressourcen besteht. Ferdinand Müller-Rommel hat in seiner 1993 erschienenen Studie „Grüne Parteien in Westeuropa: Entwicklungsphasen und Erfolgsbedingungen“ als Erfolgsfaktoren für Grüne Wahlergebnisse unter anderem die Unterscheidung von städtisch zu ländlich vollzogen. Seine Ergebnisse möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit unter Einbezug der Ressourcenmobilisierungstheorie und eigenen Betrachtungen von Wahlergebnissen modifiziert weiterführen.

In der Studie wurden folgende Zusammenhänge von Wahlergebnissen und sozioökonomischen Faktoren für den Erfolg der Grünen in den 1980er Jahren festgestellt:

- Eine höhere Bevölkerungsdichte in einem Land führt zu höheren Wahlergebnissen
- Je stärker die neuen sozialen Bewegungen in einem Land sind, desto höher sind die Wahlergebnisse
- Zwischen dem Organisationsgrad und den Wahlergebnissen konnte nur ein geringer

Zusammenhang festgestellt werden (nach MÜLLER-ROMMEL 1993:183ff)

Interessanterweise würde der letzte Absatz den Ansätzen der Ressourcenmobilisierungstherorie, wonach der Organisationsgrad ausschlaggebend für den Erfolg sozialer Bewegungen ist, widersprechen.

1.2 Fragestellung

Inwieweit haben sich die Grünen Parteien bei Europawahlen und Wahlen auf nationaler Ebene in Deutschland, Österreich und Irland in Großstädten anders als auf dem Land etabliert und welcher Zusammenhang besteht dabei zum Organisationsgrad und den Möglichkeiten der Ressourcenmobilisierung der Parteien?

Die Fragestellung ist politikwissenschaftlich relevant weil die Grünen in Deutschland und Österreich mittlerweile einen beachtlichen Wählerzuspruch gefunden haben, das politische Leben entscheidend mitbestimmen und ehemals „Grüne Themen“ mittlerweile auf breiter Ebene in vielen Parteien in das Parteiprogramm integriert wurden. Demgegenüber konnten die Grünen in Irland trotz der erstmaligen Regierungsbeteiligung in den Jahren 2007 bis 2011 dauerhaft nicht die Wahlergebnisse wie in Deutschland oder Österreich erreichen und schieden 2011 nach dem Bruch der Regierungskoalition komplett aus dem Parlament aus.

1.3 Theoretische Einordnung

Zur Bearbeitung der Hausarbeit wird die Theorie der Ressourcenmobilisierung herangezogen. Sie erweitert Theorieansätze, in denen Problembetroffene den Unmut in soziale Bewegungen umwandeln. „In der Theorie der Resscourcenmobilisierung wird [] plausibel, warum besonders hoch motivierte Individuen die hohen Anfangskosten während der Entstehung einer sozialen Bewegung nicht scheuen: sei es, dass sie hochgradig ideologisch für eine solche Bewegung motiviert sind oder sich besondere Führungspositionen von einem frühzeitigen Engagement versprechen“ (ZIMMERMANN 1998: 60). Aus der Problembetroffenheit jedoch entsteht Protest und Bewegung erst „in dem Ausmaß, wie nichtorganisierten, aber benachteiligten Gruppen soziale Ressourcen zur Verfügung stehen, so dass sie eine organisierte Forderung nach Wandel äußern können“ (JENKINS/PERROW zit. n. ZIMMERMANN 1998: 55). Der Organisiertheitsgrad, die Form der Organisiertheit (die Errichtung fester Organisationen, die die Bewegung antreiben) und die vorhandenen Ressourcen scheinen also für den Erfolg von Bedeutung zu sein. Zu den Ressourcen zählen Geld, Fachwissen, Arbeit, Legitimität, Informiertheit und andere Dimensionen wie etwa die ideologische Zugehörigkeit zu einer sozialen Bewegung (nach ZIMMERMANN 1998: 55). Als objektive Grundlage der Ökologiebewegung wird die Determinante „materielle Absicherung der Lebensgrundlagen“ (SCHANDL/SCHATTAUER 1996: 79) gesehen. Der Parteitypus der Grünen ist bezüglich der Organisationsstruktur durch eine partizipatorische Parteiorganisation bestimmt. Das Wählerprofil der Grünen Parteien ist postmaterialistisch, jung, hochgebildet, zugehörig zur neuen Mittelschicht, urban sowie mit einer grundsätzlich linken Selbsteinschätzung behaftet (nach POGUNTKE 1989: 178ff).

1.4 These

Der Arbeit liegt die These zugrunde, dass die Etablierung der Grünen sowohl in Deutschland, Österreich und Irland in Großstädten stärker als auf dem Land und darüber hinaus in Irland allgemein weniger stark als in Deutschland und Österreich stattfand. Als Grund für die obige These sehe ich, an die Ressourcenmobilisierungstheorie angelehnt, die in den Großstädten speziell und in Deutschland und Österreich allgemein stärker ausgeprägten Erfolgsfaktoren des Organisationsgrades, ergänzt durch die Organisationstruktur, und die größeren Möglichkeiten zur Ressourcenmobilisierung materieller Art.

2 UNTERSUCHUNGSDESIGN UND METHODE

2.1 Analysekonzept

Zu Beginn der Hausarbeit wird auf die Entstehungsgeschichte der Grünen Parteien in den jeweiligen Ländern eingegangen, da bereits hier die Grundsteine für die weitere, vor allem organisatorische Entwicklung der Parteien vermutet werden. Darüber hinaus bietet der kurze Blick in die Parteihistorie ein größeres Verständnis für die Unterschiedlichkeit der Bewegungen.

Die Darstellung einer eventuellen Etablierung wird danach anhand der Wahlerfolge durchgeführt. Hier wird zwischen Großstädten und ländlichen Gebieten unterschieden. Die Betrachtung erfolgt anhand der Wahlergebnisse bei Europawahlen und bei Wahlen auf nationaler Ebene seit dem Jahr 1979. Die Daten werden aus verschiedenen Quellen, welche separat im Literaturverzeichnis aufgeführt sind, selbst zusammengestellt sowie anhand einer Tabelle und einer Grafik visualisiert.

Die vermuteten Erfolgsfaktoren sind Teil der anschließenden Ausführungen. Unterschieden nach den drei ausgewählten Ländern werden die Möglichkeiten zur Ressourcenmobilisierung und speziell der Organisationsgrades, ergänzt um die Parteiorganisation, aufgeführt. Das Fazit schließt die Hausarbeit mit der Prüfung, ob die herangezogenen Erfolgsfaktoren eine ausreichende Erklärung für die vermuteten Unterschiede in der Etablierung bieten.

2.2 Definitionen

Als etabliert bei Wahlen setze ich zwei Faktoren an. Zum einen definiere ich die Etablierung dahingehend, dass ein Wahlerfolg bei den untersuchten Wahlen von durchschnittlich 4 % zugrunde liegen soll. Zum anderen wird die Beständigkeit im nationalen Parteiensystem herangezogen. Diese wird anhand der Häufigkeit der Teilnahme an nationalen Wahlen gemessen. Unter dieser Betrachtung wird die Anzahl bei mindestens 3 Wahlen als Definitionskriterium herangezogen (nach MÜLLER-ROMMEL 1993: 191).

Zur Betrachtung der Großstädte werden die Wahlergebnisse der sechs größten Städte der jeweiligen Länder betrachtet. Im Falle Irlands erreicht man hier zwar nicht bei allen der sechs Städte die für eine Großstadt übliche Einwohnerzahl von 100.000, dies soll für die Untersuchung jedoch vernachlässigt werden sein.

Der Ländliche Raum ist demgegenüber ein naturnaher, von der Land- und Forstwirtschaft geprägter Siedlungsraum mit geringer Bebauungs- und Bevölkerungsdichte und einer geringen Wirtschaftskraft und Zentralität, in dem zwischenmenschliche Beziehungen eine größere Rolle spielen als in der Stadt (nach HENKEL 2004: 33). Somit ziehe ich für die Untersuchung die Wahlergebnisse des jeweils nach Bevölkerungsdichte am geringsten besiedelten Landkreises / Bezirks heran, der im oder neben dem Bundesland der ausgewählten Großstadt liegt (Deutschland und Österreich). Für Irland die 6 Grafschaften mit der geringsten Bevölkerungsdichte.

Der Organisationsgrad der Partei wird als das Verhältnis der Anzahl von Parteimitgliedern zu der Anzahl der Wähler definiert (nach MÜLLER-ROMMEL 1993: 173)

2.3 Zeitraum und Datensammlung

Der Untersuchungszeitrum beginnt Ende der 1970er Jahre mit dem Beginn der organisierten Grünen Bewegungen und endet 2012. Die Analysen werden hinsichtlich der Makroebene auf quantitativ-empirische (Wahlergebnisse) sowie auf der Meso-/Mikroebene auf qualitativempirische (Organisation und Ressourcenmobilisierung) Art und Weise durchgeführt.

2.4 Zentrale Variablen der Untersuchung

Operationalisiert wird die Untersuchung dahingehend, dass als abhängige Variable die Etablierung durch Wahlergebnisse der Grünen in den untersuchten Ländern bei Europawahlen und Wahlen auf nationaler Ebene gilt. Die unabhängigen Variablen sind der Organisationsgrad, ergänzt um die Organisationstruktur, sowie die Möglichkeiten der Ressourcenmobilisierung hinsichtlich materieller Art.

2.5 Untersuchungsmethode

Die Methode der Untersuchung ist die des „most similar systems design“ (MSSD). Nach ABROMEIT/STOIBER werden Länder ausgewählt, die in vielen Systemvariablen ähnlich sind. Zielsetzung der Variante ist es, die eine Variable zu finden, die die Abweichungen der abhängigen Variable erklären kann (2006: 31f). Ähnlichkeiten der Systemvariablen sehe ich dahingehend, dass man alle selektierten 3 Länder dem Systemtyp des moderaten (Deutschland und Österreich) bis leicht polarisierten (Irland) Pluralismus zuordnen kann, es sich um westliche Länder der Europäischen Union handelt, welche relativ stabile Parteiensysteme vorzuweisen haben und über eine lange Zeit eine Parteiendominanz zweier Parteien festzustellen war. Dass es sich in Irland um ein Mehrheitswahlsystem handelt ist für diese Untersuchung vernachlässigt worden, da nicht der Einzug in die Parlamente sondern die reinen Wahlergebnisse in Prozent betrachtet werden.

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Details

Seiten
22
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656266174
ISBN (Buch)
9783656267911
Dateigröße
755 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200607
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Schlagworte
Die Grünen Deutschland Irland Parteienvorschung Greens Österreich Wahlen Wahlergebnisse

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Titel: Die grünen Parteien in Deutschland, Österreich und Irland