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Förderung der Identitätsentwicklung von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung durch Bewegungshandeln

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Bildungsbereich „Bewegung“
2.1 Der Zusammenhang von „Bildung“ und „Erziehung“
2.2 Die Bedeutung von Bildung und Erziehung für die Bewegung

3. Begriffsdefinition
3.1 Definition von Behinderung
3.2 Definition von sog. geistiger Behinderung

4. Kompetenzerweiterung durch Bewegungshandeln
4.1 Identitätsentwicklung durch Bewegungshandeln bei Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung
4.2 Förderung der Selbstbestimmung bei Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung

5. Fazit

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden modulabschließenden Hausarbeit werde ich die Förderung der Identitätsentwicklung von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung beleuchten. Die maßgebende Fragestellung ist in diesem Zusammenhang, welchen Stellenwert der Bildungsbereich „Bewegung“ für die Identitätsentwicklung von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung einnimmt? Und zum Anderen der Frage, welche Bedeutung dabei die Bereiche „Bildung“ und „Erziehung“ einnehmen?

In dem folgenden Kapitel werde ich zunächst den Bildungsbereich „Bewegung“ näher erläutern und dabei auf den Zusammenhang von „Bildung“ und „Erziehung“ eingehen, sowie auf die Bedeutung von Bildung und Erziehung für die Bewegung.

Im dritten Kapitel werden Begriffsdefinitionen gegeben, die als Grundlage dienen sollen, um ein Verständnis dafür zu geben, um welche Zielgruppe es sich handelt. Es wird im ersten Schritt eine allgemeine Definition von Behinderung gegeben und darauf aufbauend eine Definition von sog. geistiger Behinderung.

Im vierten Kapitel geht es darum, die Kompetenzerweiterung durch Bewegungshandeln darzustellen, darin enthalten ist die Betrachtung der Identitätsentwicklung durch Bewegungshandeln bei Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung. Abschließend wird in diesem Kapitel die Förderung der Selbstbestimmung bei Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung bearbeitet.

In dem Fazit werde ich mögliche Antworten auf die eingangs gegebenen Fragestellungen geben.

Meine persönliche Motivation für dieses Themengebiet liegt darin begründet, dass ich die positiven Effekte für Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung durch Bewegungshandeln darstellen möchte. Dies ist mir wichtig, da ich der Überzeugung bin, dass das Bewegungshandeln eine besondere Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung haben kann und diese stark durch Bewegung beeinflusst und gestärkt werden kann.

2. Der Bildungsbereich „Bewegung“

In diesem Kapitel werde ich zunächst auf den Zusammenhang von „Bildung“ und „Erziehung“ für die Bewegung eingehen. Des Weiteren werde ich die Bedeutung von Bewegung für die menschliche Entwicklung darstellen.

Der Bildungsbereich „Bewegung“ ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Entwicklung. Es ist eine grundlegende Darstellungsform, die bereits Kinder für sich nutzen und somit ihre Lebensfreude zum Ausdruck bringen. Darüber hinaus ist Bewegung keine Form der Beschäftigung, die man Kindern auftragen muss, denn sie bewegen sich gerne und brauchen dafür nicht viele Anreize, sie versuchen sich an allen Orten und zu jeder Zeit, wenn es ihnen möglich ist, zu bewegen. Sie tun es aus Lust an der Aktivität und den damit empfundenen Gefühlen (vgl. Zimmer, R. (2005) S. 4 ff.).

„ Gerade Kinder empfinden Bewegung, Spiel und Sport als etwas untrennbar Ganzes, und doch machen auch sie schon die Erfahrung, da ß darin Unterschiedliches enthalten ist. Sie erleben die offenen, freien Möglichkeiten in spielerischen Aktivitäten, aber auch die geschlossenen Ordnungen bzw. bindenden Regelungen der Sportarten. Sie erkunden, spielen,üben, trainieren, kämpfen um die Wette und machen bei all dem wichtige, grundlegende Erkenntnisseüber sich und die Welt in Form psychischer und körperlicher, materialer und sozialer Erfahrungen. “ (Brodtmann, D./Dietrich, K. (1985) S.50)

2.1 Der Zusammenhang von „Bildung“ und „Erziehung“

Bildung und Erziehung sind Aspekte des menschlichen Lebens, welche oft in Verbindung gebracht werden, aber wahrscheinlich auch ebenso oft miteinander gleichgesetzt werden. Aus diesem Grund werde ich die beiden Aspekte vorerst einzeln darstellen und ihre Funktionen erläutern. Bildung und Erziehung stehen in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander. Je nachdem in welcher Form ein Mensch durch Bildung geprägt ist, so wird er auch auf Erziehung reagieren und umgekehrt, wer eine bestimmte Form der Erziehung erfahren hat, der wird auch anders mit Bildung umgehen, als jemand, der unter anderen Grundvoraussetzungen aufgewachsen ist.

Bildung bedeutet für den Menschen das Verstehen und Erschließen der Welt, sowie der Gesetzmäßigkeiten, die damit verbunden sind. Die Lernziele von Bildung bestehen im 2 Wesentlichen darin, dass der Lernende einen persönlichen Lernerfolg erzielt. Dieses ist vor allem dann möglich, wenn der Lernende eine intrinsische Motivation zu den jeweiligen Lerngebieten entwickelt. Bildung ist selbstbestimmt und findet durch Erziehung statt. Erziehung ist die Grundlage der menschlichen Entwicklung. Sie bereitet das Individuum auf die Welt vor (vgl. Schmidt-Millard, T. (1998) S. 70ff.).

„ Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht. “ (Kant, 1963: In Schmidt-Millard, T. (1998) S. 70)

Durch Erziehung wird der Mensch in allen Lebensbereichen geprägt. Speziell im Kindesalter ist Erziehung die Aufgabe der älteren Generationen. Erziehung ist immer auch fremdbestimmt, dadurch wird das Individuum zur Selbstbestimmtheit erzogen. In diesem Zusammenhang ist die Selbstbestimmung wieder eine wichtige Vorraussetzung für Bildung, insbesondere für die intrinsische Bildung.

„ Bewegung ist damit ein wichtiges Medium der Erfahrung und Aneignung der Wirklichkeit und bietet vielfältige Gelegenheiten für eine ganzheitliche Bildung und Erziehung. “ (Zimmer, R. (2005) S.4 f.).

Erziehung und Bildung sind demnach aufeinander angewiesen und stehen in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander.

2.2 Die Bedeutung von Bildung und Erziehung für die Bewegung

Die Bedeutung von Bildung und Erziehung für die Bewegung liegt darin begründet, dass wir Menschen selbstständig durch Bewegungsprozesse unser Umfeld und deren Gesetzmäßigkeiten kennen lernen und für uns verinnerlichen können. Somit findet Bildung dadurch statt, dass wir die Welt durch eigene Erfahrungen begreifen können, um somit in dieser bestehen zu können (vgl. Zimmer, R. (2008) S. 22 ff.). Erfahrungen machen wir Menschen in den unterschiedlichsten Situationen. Die Erfahrung an sich erleben wir passiv, das Aktive an diesem Vorgang ist die Reaktion, die die Person in Folge einer Erfahrungssituation vornimmt. Wenn ein Mensch für sich selbst anerkennt eine Erfahrung gemacht zu haben, so ist dies negativ behaftet. Begründet wird dieses damit, dass die Person nur eine Erfahrung machen konnte, weil etwas Bestimmtes anders als geplant abgelaufen ist und somit ein Teil der eigenen Weltanschauung verändert werden muss (vgl. Bollnow, O. F. (1974) S. 1). Als Grundvoraussetzung muss jedem einzelnen jedoch durch Erziehung vermittelt werden, dass man nicht alles von anderen vorgegeben bekommt, sondern man sich bestimmte Zusammenhänge seiner Umwelt selbst aneignen muss. Ist dies nicht der Fall, wird der Person also alles vorgegeben und kein Raum zum eigenen Entdecken gegeben, dann kann es zur Folge haben, dass man sich selbst nicht durch eigenes Tun bilden könnte (vgl. Zimmer, R. (2008) S. 22 ff.).

„ Da er sich ständig bewegt, mu ß er viele Dinge beobachten und viele Wirkungen kennenlernen. So erwirbt er frühzeitig gro ß e Erfahrungen. Er erhält seinen Unterricht von der Natur und nicht von den Menschen. Er lernt umso besser, als er nirgends die Absicht sieht, ihn zu belehren. Körper und Geist werden gleichzeitig geübt “ (Rousseau. In: In Schmidt-Millard, T. (1998) S. 73)

Rousseau geht davon aus, dass der Mensch sich erst durch Bewegung mit der Welt auseinander setzt und diese mit all ihren Gegebenheiten kennen lernt. Er bringt deutlich zum Ausdruck, dass man dieses Wissen über die Welt nicht aus Büchern erfahren kann, sondern durch eigenes Handeln erlernt.

Die Bedeutung von Bildung und Erziehung für die Bewegung besteht also darin, dass man bereits möglichst früh damit beginnt, Kinder am eigenen Handeln zu motivieren und somit individuelle Erfahrungen sammeln zu können.

3. Begriffsdefinition

In diesem Kapitel werde ich im Besonderen die Begriffe der Behinderung im Allgemeinen und der sog. geistigen Behinderung definieren. Diese Eingrenzung ist von Vorteil, da es in diesem Feld viele unterschiedliche Definitionen und Standpunkte gibt, die im Rahmen dieser modulabschließenden Hausarbeit nicht alle zum Tragen kommen können, daher habe ich mich entschlossen, diese einzuschränken und werde die folgenden Definitionen als Ausgangsbasis für diese Arbeit nutzen.

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Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656264460
ISBN (Buch)
9783656265238
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200318
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Erziehungswissenschaften
Note
12 Punkte
Schlagworte
förderung identitätsentwicklung menschen behinderung bewegungshandeln

Autor

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Titel: Förderung der Identitätsentwicklung von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung durch Bewegungshandeln