Lade Inhalt...

IT-Outsourcing mit Cloud Computing

Seminararbeit 2010 26 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Spezifizierung von Outsourcing
2.2 Formen von Outsourcing
2.2.1 Grad externen Leistungsbezuges
2.2.2 Zeitliche Ordnung
2.2.3 Standort
2.2.4 Strategische Aspekte
2.2.5 Finanzielle Abhängigkeit
2.2.6 Anzahl der Leistungsersteller
2.3 Spezifizierung von Cloud Computing
2.3.1 Techniken beim Cloud Computing
2.3.2 Die drei Ebenen von Cloud Computing
2.4 Formen der Clouds
2.4.1 Private Cloud
2.4.2 Public Cloud

3 Umsetzung
3.1 Mögliche Sourcing Optionen beim Cloud Computing
3.2 Gründe für IT-Outsourcing mit Cloud Computing
3.3 Gründe gegen IT-Outsourcing mit Cloud Computing
3.4 Handlungsempfehlung für Cloud Computing
3.5 Der Outsourcing-Prozess
3.6 Pflege der Partnerschaft

4 Ausblick

5 Resümee

Literaturverzeichnis

Monographien

Zeitungsartikel

Internetseiten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Varianten des Outsourcings

Abbildung 2: Leistungspaket vom Kunde zum Cloud

Abbildung 3: Die drei Ebenen von Cloud Computing

Abbildung 4: Mögliche Mischform eines Hyper Clouds

Abbildung 5: Sourcing Optionen für Clouds

Abbildung 6: Phasenmodell des Outsourcing-Prozess

1 Einleitung

Lange stand Outsourcing für die Übertragung von Leistungsfunktionen, die bisher im eigenen Unternehmen erstellt wurden, an fremde Unternehmen. Diese übernehmen, für die Abwicklung der Funktionen, die dauerhafte unternehmerische Verantwortung. Hinzugekommen sind mittlerweile auch Leistungsfunktionen, die vorher nicht zwangsläufig vollständig selbst erstellt wurden. Bislang wurde Outsourcing, insbesondere von Dienstleistungen, vornehmlich als Instrument der Kostensenkung begriffen. Heutzutage steht Outsourcing im zunehmenden Maße für einen Hebel zur Restrukturierung von Geschäftsprozessen, sowie zur Neupositionierung von Unternehmen am Markt. In Programmen, die die Fitness und Flexibilität eines Unternehmens verbessern sollen, gehört Outsourcing mittlerweile zu einem festen Bestandteil.[1]

Das Schlagwort in der Informationstechnologie-Branche (IT-Branche) ist derzeit Cloud Computing. „Was viele Beobachter für eine Revolution der Informationstechnologie halten, vergleicht der amerikanische Autor Nicholas Carr [in seinem Buch „The Big Switch“] gerne mit dem Übergang zu einer zentralisierten, flächendeckenden Stromversorgung um die Wende zum 20. Jahrhundert. Während es seit Beginn der industriellen Revolution üblich geworden war, Strom dort zu erzeugen, wo der Bedarf entstand, begannen sich nun … ausgedehnte Netze über das ganze Land zu erstrecken, die von wenigen Großkraftwerken gespeist wurden.“[2]

Die IT zählt heute zum Kernbestand eines Unternehmens und wird oft auch als eigene Unternehmensfunktion angesehen. Den gleichen Stellenwert hatte Ende des 19. Jahrhunderts die Elektrizität. Nun deutet einiges darauf hin, dass der IT das Gleiche wiederfährt. Schon in der Vergangenheit hat es Versuche gegeben eine solche Infrastruktur aufzubauen. In den 60er Jahren konnten Unternehmen Rechenleistung aus Großrechnern über den eigenen Telefonanschluss beziehen. Gescheitert sind solche Versuche allerdings immer an der mangelnden Bandbreite der Datenübertragung zum Großrechner. Die Dezentralisierung der IT war die Folge.[3]

2 Definitionen

2.1 Spezifizierung von Outsourcing

Sourcing bezeichnet im Allgemeinen die Beschaffung von Produkten sowie Dienstleistungen. In welchem Umfang der Fremdbezug oder die Eigenerstellung der Leistung erfolgt, wird nicht weiter differenziert.[4]

Der Begriff Outsourcing ist eine Wortschöpfung, die aus dem Ausdruck „outside resource using“ entstanden ist. Er bedeutet in direkter Übersetzung „die Nutzung externer Ressourcen“. Generell bezeichnet Outsourcing den Fremdbezug von (Dienst-) Leistungen. Es handelt sich hierbei mehr um die Auslagerung von Funktionen und Prozessen und nicht um eine Ausgliederung von Teilen des Unternehmens. Outsourcing dient grundsätzlich der Konzentration auf Kernkompetenzen und der Spezialisierung. Oft bleibt allerdings unklar, was im Einzelfall unter Outsourcing verstanden wird. Der Begriff findet undifferenziert Verwendung und unter ihm subsumiert sich eine große Anzahl an weiteren Begriffen, in Teils sehr speziellen Ausprägungen der externen Ressourcennutzung.[5]

Um prinzipiell bei einer externen Leistungserbringung von Outsourcing sprechen zu können, müssen drei Kriterien erfüllt sein. Der Transfer der Leistung muss dauerhaft bzw. für einen befristeten längeren Zeitraum erfolgen. Bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Dienstleister muss eine spezifische, individuelle Form erkennbar sein. Da jedes Outsourcing-Vorhaben spezifische Eigenarten aufweist, schlagen sich diese dann z. B. in einem individuellen Vertrag nieder. Als drittes Kriterium muss das Auslagerungsvorhaben marktbezogen sein. Das bedeutet, dass mindestens ein externer Dienstleister, der rechtlich und wirtschaftlich eigenständig ist, am Prozess beteiligt sein muss. Ebenfalls muss dieser auch Kundenbeziehungen zu anderen Marktteilnehmern haben.[6]

2.2 Formen von Outsourcing

Die Abbildung 1 zeigt systematisiert alle gängigen Begriffe und verbreiteten Varianten des Outsourcings. Diese werden anschließend in den Unterkapiteln näher erklärt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Varianten des Outsourcings[7]

2.2.1 Grad externen Leistungsbezuges

Werden Leistungen zu einem Anteil von 20 bis 80 Prozent extern bezogen, wird von selektivem Sourcing gesprochen. Beim totalen Outsourcing werden Leistungen zu einem Anteil von über 80 Prozent extern bezogen. Bei einem Anteil von unter 20 Prozent wird von totalem Insourcing gesprochen.[8]

2.2.2 Zeitliche Ordnung

Wird nach einem formalisierten Vergabeprozess die Leistung weiterhin intern im Unternehmen erbracht und nicht erst nach außen vergeben, so wird dies als Insourcing bezeichnet. Da nur die finanzielle Stellung des Leistungserbringers berücksichtigt wird, kann dieser auch rechtlich selbstständig sein, z. B. eine Tochtergesellschaft.[9]

Im Gegensatz zum Insourcing, wird beim Backsourcing eine ehemals per Outsourcing vergebene Leistung nun wieder intern erbracht. Obligatorisch ist die vorausgegangene Eigenerstellung der Leistung, die beim Outsourcing nicht zwingend notwendig ist. Backsourcing kann als Zeichen einer strategischen Neuausrichtung gesehen werden.[10]

2.2.3 Standort

Onshoring bezeichnet den Bezug einer externen Leistung von einem Unternehmen direkt vor Ort. Liegt der Standort des Dienstleisters im kulturellen Umfeld, z.B. Europa, wird von Nearshoring gesprochen. Offshoring hingegen bezeichnet den Bezug von einem Unternehmen, welches seinen Standort in einem hochentwickelten Niedriglohnland, wie z. B. Indien oder Mexiko hat.[11]

2.2.4 Strategische Aspekte

Setzte ein Unternehmen Outsourcing bei alten Technologien ein, so wird dies als Transitional Outsourcing bezeichnet. Freiwerdende Ressourcen können für den Aufbau von neuen Technologien verwendet werden. Die Gefahr des Verlustes von Know-how wird dadurch vermieden.[12]

Als Transformational Outsourcing wird die strategische Neuausrichtung eines Geschäftsmodells unter Anwendung von Outsourcing verstanden. Ein Unternehmen wird durch den externen Bezug von strategisch wichtigen Leistungen in die Lage versetzt, die tiefgreifende und umfassende Neuorientierung schnell zu realisieren.[13]

Bei Value-added Outsourcing erarbeiten Dienstleister und das Unternehmen, welches Outsourcing betreibt, in einer intensiven Zusammenarbeit Konzepte, die auf dem Markt angeboten werden. Es erfolgt eine partnerschaftliche Teilung von Einnahmen und Risiken.[14]

2.2.5 Finanzielle Abhängigkeit

Die Leistung beim internen Outsourcing erbringt ein finanziell abhängiger Verbund. Zwischen den selbstständigen Einheiten muss aber ein Marktmechanismus vorliegen.[15]

Unter externem Outsourcing wird das klassische Outsourcing verstanden. Der Begriff wird aber nur zur Abgrenzung des internen Outsourcings verwendet.[16]

2.2.6 Anzahl der Leistungsersteller

Erfolgt die Leistungserbringung im Rahmen von Outsourcing nur von einem einzelnen externen Dienstleister, so wird von Single-Sourcing gesprochen. Erfolgt die Leistungserstellung von mindestens zwei externen Dienstleistern, so wird dies Multi-Sourcing genannt. Es entsteht ein leistungssteigernder Wettbewerb zwischen den Dienstleistern. Zudem wird eine Vergleichbarkeit der Leistungen erreicht, welche sonst nur schwer zu erzielen ist.[17]

2.3 Spezifizierung von Cloud Computing

Der Begriff Cloud Computing erlaubt viele Interpretationen, da es keine standardisierte, einheitliche Definition gibt. Cloud Computing erlaubt die Bereitstellung und Nutzung von IT-Infrastruktur, IT-Plattformen und Software aller Art im Internet als elektronisch verfügbare Dienste. Der Teilbegriff Cloud (engl. für Wolke) deutet an, dass ein Provider seine Dienstleistung im Internet erbringt. Bei großen Unternehmen, kann dies auch im Intranet geschehen. Kunden von Cloud Computing können ihre Dienstleistung dann wiederum im Internet bzw. Intranet weiteren Unternehmen anbieten.[18]

Ein Unternehmen kann durch Nutzung von Cloud Computing die Personaldecke der IT-Abteilung entsprechend dünner auslegen. Die Beweglichkeit der IT-Abteilung wird erhöht, die in der Realität oft nicht flexibel genug auf neue Technologien reagieren kann. So soll auch der Umstieg auf neue Technologien einfacher zu realisieren sein.[19]

Cloud Computing hört sich zuerst fast so an, wie das Modell der Application Service Provider (ASP). Bei ASP kauft der Kunde vom Dienstleister keine Softwarelizenz mehr, sondern bezahlt nur noch die temporäre Nutzung dieser Software. Dies erfolgt ebenfalls über das Internet bzw. Intranet. Cloud Computing geht aber weiter. Der Dienstleister stellt dem Kunden nicht mehr nur die Software zur Verfügung, sondern auch Speicher für Daten und Datenbanken. Dieses Leistungspaket geht weit über das eines ASP-Anbieters hinaus.[20] Die Abbildung 2 zeigt ein Beispiel für ein Leistungspaket.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Leistungspaket vom Kunde zum Cloud[21]

Cloud Computing verändert das Bild der IT. Die IT verändert sich hin zum Gebrauchsgut wie Strom oder Wasser. IT-Ressourcen werden je nach Bedarf extern von einem Provider bezogen.[22]

2.3.1 Techniken beim Cloud Computing

Ein weiterer Unterschied von Cloud Computing zu ASP ist, dass die Leistung nicht von einem bestimmten Server oder einem bestimmten Serverpark erbracht wird. Vielmehr erfolgt die Leistungserbringung immer von unterschiedlichen Servern bzw. Serverparks, wenn sie in Anspruch genommen wird. Durch die dynamische Skalierung im Cloud Computing können einfach weitere Server hinzu geschaltet werden, sobald eine Applikation mehr Rechenleistung benötigt.[23]

Die Ressourcen beim Cloud Computing sind in der Regel virtualisiert, so wird die Technik die dahinter steckt vor den Nutzern und Entwicklern verborgen. Der Kunde bekommt immer die gleiche Sicht auf seine individuelle Infrastruktur, selbst wenn sich die Hardware darunter ändert. Der Dienstleister hat somit die Aufgabe, eine entsprechende Abstraktionsschicht bereitzustellen. Systembedingte Abhängigkeiten oder Zwangsbindungen der Anwendungen werden dadurch vermieden.[24]

Über Web-Plattformen lassen sich so gut wie alle Bereiche der IT flexibel nutzen. Für den Zugriff reicht i. d. R. ein Standard-Internet-Browser.[25]

2.3.2 Die drei Ebenen von Cloud Computing

Obwohl es keine klare Definition von Cloud Computing gibt, ist die Einteilung der Cloud Services in drei Ebenen weitgehend akzeptiert (siehe Abbildung 3). Bei allen drei Ebenen werden die IT-Leistungen als Dienste („as a Service“) bereitgestellt.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die drei Ebenen von Cloud Computing[27]

Die unterste Ebene wird als „Infrastructure as a Service“ (IaaS) bezeichnet. Dort sind IT-Leistungen zur Bereitstellung der Basisinfrastruktur angesiedelt. Hier arbeiten Spezialisten für den IT-Betrieb. Als Service werden hier Rechenleistung und Speicherplatz auf virtualisierten Servern, Netzwerk-Funktionalitäten mit hohem Standardisierungsgrad und intelligentes Systemmanagement angeboten. Alle Funktionalitäten können auch als ein integrierter Service offeriert werden.[28]

[...]


[1] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 4

[2] Rodenhäuser, B. (2009), o. S.

[3] Vgl. Rodenhäuser, B. (2009), o. S.

[4] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[5] Vgl. Franck, H. (2009), S. 5; o. V. (2005) in BITKOM, S. 8; o. V. (o. J.) in IHK, S. 4, S. 6

[6] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 6

[7] In Anlehnung an: Juoanne-Diedrich, H. (2004), S. 127; o. V. (2005) in BITKOM, S. 11

[8] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[9] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[10] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[11] Vgl. o. V. (2005) in BITKOM, S. 11

[12] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[13] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[14] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[15] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[16] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[17] Vgl. o. V. (o. J.) in IHK, S. 5

[18] Vgl. Baun, C., Kunze, M., Nimis, J., Tai, S. (2009), S. 1-2

[19] Vgl. Rodenhäuser, B. (2009), o. S.

[20] Vgl. Söbbing, T. (2008), o. S.

[21] In Anlehnung an: Söbbing, T. (2008), o. S.

[22] Vgl. Wagner, S. (2009), S. 6

[23] Vgl. Söbbing, T. (2008), o. S.; Baun, C., Kunze, M., Nimis, J., Tai, S. (2009), S. 2

[24] Vgl. Baun, C., Kunze, M., Nimis, J., Tai, S. (2009), S. 2, S. 7

[25] Vgl. Wagner, S. (2009), S. 6

[26] Vgl. o. V. in BITKOM (2009), S. 22

[27] In Anlehnung an: Charrington, S. (2008), o. S.

[28] Vgl. o. V. in BITKOM (2009), S. 22

Details

Seiten
26
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656264644
ISBN (Buch)
9783656265771
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200297
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,0
Schlagworte
it-outsourcing cloud computing

Autor

Teilen

Zurück

Titel: IT-Outsourcing mit Cloud Computing