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Die Unterschiede der deutschen Einheiten und die Frage, warum die Deutsche Wiedervereinigung 1989/90 gelang

Referat / Aufsatz (Schule) 2012 12 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Die Vereinigung Deutschlands durch den Zerfall der Sowjetunion

Der Vergleich zwischen den Einigungen

Hindernisse und Vorbehalte gegen die deutsche Wiedervereinigung

Wiedervereinigung fast ausschließlich durch den Zerfall der Sowjetunion?

Literaturverzeichnis

Einleitung

In dieser Arbeit befasse ich mich mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Hierbei analysiere ich einen Text des Redakteurs Peter Bender,der behauptet, die Einheit der Deutschen sei möglich gewesen, da die Sowjetunion eingebrochen wäre. Gleichzeitig nennt er aber auch andere Fakten, die zur Wiedervereinigung beigetragen haben.

Im Anschluss an die Analyse vergleiche ich die deutschen Einheiten von 1871 und 1990 miteinander und zeige die zahlreichen Unterschiede auf, von denen es nicht wenige gibt. Auch Hindernisse und Vorbehalte, die eine deutsche Einheit in den Jahren 1989/90 hätten verhindern können, finden Erwähnung. Zu guter Letzt setzt sich die Arbeit mit der Gewichtung der Aspekte des Autors auseinander, die seiner Meinung nach zur Wiedervereinigung beigetragen haben.

Die Vereinigung Deutschlands durch den Zerfall der Sowjetunion

Die Sekundärquelle „Als die Kommunisten ihren Glauben verloren: Die deutsche Einheit wurde möglich, weil die Sowjetunion zu schwach war, sich in Mitteleuropa zu behaupten“1 vom Journalisten Peter Bender, erschienen in der Süddeutschen Zeitung vom 3. und 4. Oktober 2007 handelt von der Wiedervereinigung Deutschlands und den Gründen für diese. Dabei handelt es sich um einen nicht wissenschaftlichen Text, da dieser von einem Redakteur für eine Zeitung geschrieben wurde. Somit ist die Leserschaft als politisch und historisch interessiert einzustufen, sodass die Intention des Autors wahrscheinlich darin liegt, die breite Publikumsfläche in Form seiner Leser zu informieren. Anlass der Quelle ist der Tag der Deutschen Einheit, der sich am Veröffentlichungsdatum der Quelle zum siebzehnten Mal jährte. Dabei thematisiert Bender die Ursachen und Hintergründe für den Zusammenbruch der DDR in den Jahren 1889 bis 1990.

Zu Beginn eines jeden Sinnabschnittes stellt der Autor die rhetorische Frage, wem man die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland zu verdanken habe. Im ersten Abschnitt fragt er, ob die Wiedervereinigung durch die Bevölkerung der Deutsch Demokratischen Republik ausgelöst worden sei. Als Argumente hierfür nennt er die Kritik und Demonstrationen der Bevölkerung gegen die SED-Diktatur sowie den Kampf um den Durchbruch der Berliner Mauer, die man hinterher nicht mehr habe schließen können, sodass die Wiedervereinigung nur noch eine Folge dessen gewesen sei (vgl. Z. 1-6).

Im darauffolgendem Sinnabschnitt nennt Bender Punkte, die die Bundesrepublik Deutschland zur Deutsch-Deutschen Nation beigetragen hat. So habe es die BRD geschafft, durch Kredite und Zusicherungen an die DDR, den Osten, wenn auch in sehr kleinen Schritten, immer weiter gen Westen zu öffnen. Die Folge dessen sei gewesen, dass immer mehr Westprodukte in den Osten gelangt seien und sich die Bevölkerung der DDR allmählich die Westprodukte als Lebensmaßstab verwendet hätten. Das Verlangen nach Weststandards sei später nicht mehr zu verhindern gewesen und habe somit laut dem Verfasser der Quelle die Existenzfähigkeit der Deutsch Demokratischen Republik gefährdet (vgl. Z. 7-15).

Im nächsten Sinnabschnitt fragt Bender nach der Beteiligung Helmut Kohls an der Wiedervereinigung. Bei der Beantwortung dieser Frage nennt der die Bemühungen Kohls, sich die Wiedervereinigung von den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs erlauben zu lassen. Letztendlich habe er es aber dank der Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika geschafft (vgl. Z. 16-22).

Die nächste Frage des Autors handelt von dem Verdienst Ronald Reagans. Zur positiven Beantwortung dieser Frage führt Bender an, der ehemalige Präsident habe durch sein enormes Aufrüsten die Sowjetunion so stark auszulasten, dass diese mit der Produktion weitere Kriegsmaterialien nicht hinterher gekommen seien. Ferner sei Reagan bereit gewesen, das Ende des Kalten Krieges zu erkennen und sich mit dem russischen Präsidenten, Michail Gorbatschow, zu einigen. Dies sei auch ein Teilerfolg für die Wiedervereinigung der Deutschen gewesen (vgl. Z. 23- 27).

Jedoch betont der Autor im nächsten Abschnitt, dass dies oben genannten Punkte alle nur einen Teil zur Wiedervereinigung beigetragen hätten, die Hauptursache für den Zusammenschluss von BRD und DDR der „Verfall der sowjetischen Macht“ (Z. 30) gewesen sei. So wäre die Sowjetunion nicht mehr in der Lage gewesen, ihre Form in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht zu wahren und somit auch das Selbstwertgefühl der Nation verschwunden sei. Die Revolutionen in Polen und Ungarn, die dort zur Demokratie geführt und von Gorbatschow hingenommen worden seien, seien nur ein erster Schritt in Richtung des Mauerfalls gewesen, die der Russe ebenfalls fast gleichgültig hingenommen habe.

Die Proteste der ostdeutschen Bevölkerung seien laut Bender von Erfolg gekrönt gewesen, weil diese nicht eingeschritten seien. Zudem geht er davon aus, dass das ostdeutsche Volk die Revolution niemals hätte vollenden können, wäre es zum Einsatz sowjetischer Panzer oder Truppen gekommen (vgl. Z. 28-48).

Einen weiteren Grund für die Wiedervereinigung sieht Bender darin, dass die Sowjetunion darauf verzichtet habe, Erich Honecker zu zwingen, die Deutsche Demokratische Republik stärker von der Bundesrepublik Deutschland abzuschotten. Trotz des Verrats Honeckers durch zahlreiche Politiker aus den eigenen SED-Reihen in Moskau habe die Sowjetunion nicht reagiert, sodass die BRD einen immer größeren Einfluss in der DDR erlangt habe, den die UdSSR nicht habe kompensieren können (vgl. Z. 49-57).

Im nächsten Sinnabschnitt erklärt Bender, Helmut Kohl habe sich erst für die Wiedervereinigung einsetzen können, nachdem die Mauer gefallen sei und es zu keinem Protest der Sowjetunion kam. Das Einverständnis zur Wiedervereinigung und den Beitritt des gesamten Staatsgebiets zur NATO habe er nur deshalb bekommen, da er Unterstützung durch George W. Bushs Vater erhalten habe und die Sowjetunion zerfallen sei.

Im Anschluss erklärt der Autor, Reagan habe zwar durch das Wettrüsten die UdSSR geschwächt, nicht aber für ihren Untergang gesorgt, da die Sowjetunion an sich selbst gestorben sei (vgl. Z. 58-68).

Zusammenfassend erklärt Bender, die Vereinigung Deutschlands sei nicht aufgrund des unbändigen Willens der gesamtdeutschen Bevölkerung entstanden, sondern weil die Sowjetunion ihre Macht nicht habe halten können. Eine robuster sowjetischer Staat hätte die Teilung Deutschlands noch bis in die heutige Zeit bewirkt.

Der Vergleich zwischen den Einigungen

Die deutsche Wiedervereinigung in den Jahren 1989/90 ist nicht die erste Einigung eines deutschen Staates. Bereits im Jahr 1871 einigten sich über dreißig Staaten nach den Einigungskriegen von 1864 bis 1870 zum Deutschen Reich2. In den Zeilen 20-23 schreibt Bender3, die Einigung Deutschlands zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts sei mit Europa zustande gekommen und nicht wie 1871 gegen den Kontinent. Dies ist der entscheidendste Unterschied zwischen den beiden Zusammenfügungen.

Denn anders als 1989/90 musste die Einigung der zahlreichen deutschen Kleinstaaten im neunzehnten Jahrhundert durch drei Kriege zwischen 1864 und 1870/71 schrittweise herbeigeführt werden.

So kam es 1864 zu einem Krieg zwischen dem Königreich Preußen und Dänemark, welches Schleswig und Holstein verwaltete und sich diese nun einverleiben wollte.

[...]


1 aus: Als die Kommunisten ihren Glauben verloren, Peter Bender

2 vgl. Wikipedia, die freie Enzyklopädie: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Einigung

3 vgl. Als die Kommunisten ihren Glauben verloren, Peter Bender

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656339380
ISBN (Buch)
9783656340027
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200189
Schlagworte
Mauerfall Sowjetunion BRD DDR Frankreich Großbritannien Wiedervereinigung Deutsche Einheit Einigungskriege

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Titel: Die Unterschiede der deutschen Einheiten und die Frage, warum die Deutsche Wiedervereinigung 1989/90 gelang