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Schulsport in Tansania

Eine qualitative Analyse des Sportentwicklungsprojektes "Lifeskills through Games" in Tansania

Examensarbeit 2012 124 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

II. THEORIE
1. Schulsport im Entwicklungskontext
1.1 Legitimation des Schulsports als Unterrichtsfach
1.2 Beitrag des Schulsports in der Entwicklungszusammenarbeit
1.3 Kritische Stimmen zur Entwicklungszusammenarbeit im Sport
2. Sport in Tansania
2.1 Organisation des Sports in Tansania – damals und heute
2.2 Schule und Schulsport in Tansania
2.2.1 Das Bildungssystem in Tansania
2.2.2 Situation des Schulsports in Tansania

III. EMPIRIE
3. Das Projekt Jambo Bukoba
3.1 Projektvorstellung und Partner
3.2 Ziele des Lifeskills through Games – Programms
3.3 Der Workshop
4. Durchführung einer qualitativen Evaluation
4.1 Eingrenzung des Evaluationsbereichs
4.2 Problemstellung und Untersuchungsfragen
4.3 Begründung des Vorgehens
4.4 Methoden der Datenerhebung
4.4.1 Leitfadeninterviews
4.4.2 Beobachtungen
4.5 Untersuchungsdurchführung
4.6 Qualität der Daten
5. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5.1 Fallbeispiele
5.1.1 Karume Primary School
5.1.2 Katebenga Primary School
5.2 Die SWOT-Analyse
5.2.1 Stärken
5.2.2 Schwächen
5.2.3 Risiken
5.2.4 Chancen und Entwicklungspotential
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Prinzipien einer guten Umsetzung und Handlungsempfehlungen
6.1 Prinzipien einer guten Umsetzung
6.2 Handlungsempfehlungen für eine weitere Implementierung
7. Zusammenfassung und Ausblick

IV. LITERATURVERZEICHNIS

V. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

VI. TABELLEN- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS

VII. ANHANG

VIII. EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

I. EINLEITUNG

„Ich will lernen und mein Wissen und Know-how einbringen.“[1] So steht es in einem der ersten Berichte aus Tansania, in dem sich die Verfasserin dieser Arbeit als neue Praktikantin des Vereins und Sportentwicklungsprojekts Jambo Bukoba e.V.[2] vorgestellt hat. Unter dem Motto „ Kinder durch Sport stark machen“ setzt Jambo Bukoba e.V. sich für Kinder und Jugendliche in Tansania ein. Der Aufenthalt in Tansania hat die Verfasserin davon überzeugt, dass das Motto des regierungsunabhängigen Vereins Jambo Bukoba e.V. erfolgreich umgesetzt wird. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede galt es als Muzungu[3] zu überwinden. Trotz dieser Differenzen war es für sie verblüffend zu erleben, dass ein gemeinsames Sporttreiben von Anfang an problemlos möglich war. „ Umoja!“[4] hallte es immer wieder über den Sportplatz.

In den Staaten Europas ist das Fach Sport ein wichtiger Bestandteil des Curriculums einer jeden Schulform. Es wird viel Wert darauf gelegt, durch Spiel und Sport die ganzheitliche Entwicklung eines jeden Kindes zu fördern. In vielen Staaten Afrikas sieht die Situation anders aus, selten existiert eine Schulsportstruktur. Aufgrund dessen hat sich der Verein Jambo Bukoba e.V. der Aufgabe angenommen, die Situation des Schulsports in Tansania zu verbessern und den Kindern und Jugendlichen neue Chancen und bessere Perspektiven für die Zukunft zu bieten. Gegründet wurde Jambo Bukoba e.V. und das gleichnamige Projekt 2008 von dem Münchener C. Mulokozi und ist seit 2009 als gemeinnütziger Verein im Vereinsregister München eingetragen (vgl. Bauer, 2012, S. 48). C. Mulokozi stammt gebürtig aus Tansania und verbrachte seine ersten Lebensjahre dort. Im Zuge der Auseinandersetzung mit seiner tansanischen Herkunft wurde ihm die rückständige Situation vieler Kinder und Jugendlicher in Tansania bewusst. Besonders die HIV/AIDS Problematik machte ihn sehr betroffen. Das einfachste Mittel aus seiner Sicht, Kinder stark für zukünftige Herausforderungen zu machen, war der Sport, welcher im Mittelpunkt der Arbeit von Jambo Bukoba e.V. steht (vgl. Jambo Bukoba e.V., 2010, Zugriff am 21. März 2012 unter http://www.jambobukoba.com/was-uns-ausmacht/philosophie-und-ziele.html). Heute sorgt Jambo Bukoba e.V. in der Region Kagera, im Nordwesten des ostafrikanischen Landes, durch die Aus- und Weiterbildung von Sportlehrern für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit (HIV/AIDS - Aufklärung), Chancengleichheit für Mädchen, Bildung und Sport (vgl. ebd.). Zu diesem Zweck wurde das Lifeskills through Games – Programm zur Schulung von Sportlehrkräften konzipiert.

Die Aufarbeitung der Bedeutung von Schulsport im Entwicklungskontext sowie die Situation des Schulsports in Tansania stellen den theoretischen Rahmen der Arbeit dar. Der Beitrag des Schulsports in der Entwicklungszusammenarbeit wird herausgearbeitet und literaturgestützt analysiert. Um die Wichtigkeit dieses Themas zu betonen, werden die Funktion und Bedeutung von Sport und Bewegung für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern kulturbezogen erläutert. Sicherlich kommt dem Schulsport in Entwicklungsländern eine andere Funktion zu als in europäischen Ländern, in denen Lehrer versuchen dem Bewegungsmangel der Kinder entgegenzuwirken. Die Ausgangsfragen dieser Arbeit lauten daher:

- Warum ist Schulsport so bedeutsam?
- Welchen Beitrag leistet Schulsport in der Entwicklungszusammenarbeit?
- Wie ist der Schulsport in Tansania organisiert?
- Gibt es ein nationales Curriculum für den Schulsport in Tansania?

Neben der Analyse der situativen Bedingungen in Tansania liefert diese Arbeit im empirischen Teil unter anderem Antworten auf folgende zentralen Fragen:

- Wie ist der Ansatz des Lifeskills through Games - Programms zu bewerten?
- Welche Maßnahmen dieses Programms werden umgesetzt – wo besteht noch Entwicklungsbedarf?

Antworten werden unter anderem durch die qualitative Projektevaluation und Projektanalyse des Life Skills through Games - Konzepts gegeben, welches im empirischen Teil dieser Arbeit näher erläutert wird. Die Evaluation des Sportentwicklungskonzepts Life Skills through Games erfolgt mit Hilfe einer SWOT-Analyse[5]. Für die Evaluation des Life Skills through Games - Programms wurden vor Ort in Tansania Daten, in zahlreichen Leitfadeninterviews mit Lehrern und Schulleitern, durch Beobachtungen während der Lehrerworkshops und durch Unterrichtsbeobachtungen während der Sportstunden gesammelt. Durch Analyse und Interpretation der Ergebnisse werden Vorschläge für die Weiterentwicklung des Life Skills through Games - Programms und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Implementierung des Programms in den Schulalltag entwickelt. Es gilt zu analysieren, auf welcher Basis die Erfolge der vergangenen Jahre beruhen, welche Projektinhalte sinnvoll sind oder welche sich nicht bewährt haben. Ziel dieser Arbeit ist ferner die Erstellung eines Kriterienkatalogs, der darstellt, welche Bedingungen und Kriterien für eine gute Umsetzung des Lifeskills through Games – Konzepts erfüllt sein müssen.

II. THEORIE

1. Schulsport im Entwicklungskontext

Viele deutsche Sportverbände wie der DFB[6], DLV[7], DTB[8] oder DOSB[9] schicken Experten in Entwicklungsländer, um die Sportstrukturen vor Ort weiterzuentwickeln .[10] Sport ist zu einem anerkannten Medium und Instrument in der Entwicklungszusammenarbeit geworden. Generell umfasst Entwicklungszusammenarbeit Maßnahmen[11], um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in Ländern mit einem geringen Einkommensniveau zu fördern (vgl. Schubert u. Klein, 2006, S.89). Der Begriff Entwicklungszusammenarbeit betont die partnerschaftliche Kooperation und Gleichberechtigung von Geber- und Empfängerländern.

„Entwicklungszusammenarbeit ist in der Regel mit bestimmten Auflagen (politischen) verbunden und hat generell das Ziel, die begünstigten Länder in die Lage zu versetzen, auf lange Sicht auf die Entwicklungshilfe verzichten zu können [...].“ (ebd., S.89)

Träger der Entwicklungszusammenarbeit sind staatliche Organisationen oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs). NGOs[12] sind freiwillige Vereinigungen, die nicht von der Regierung abhängig sind. Jambo Bukoba e.V. arbeitet als eine private NGO, die sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert.

In dem folgenden Kapitel wird der Beitrag des Schulsports in der Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet und herausgestellt. Weiterhin gilt es zu ergründen, auf welcher Legitimationsbasis Sportunterricht aufbaut. Es soll deutlich werden, warum das Projekt Lifeskills through Games sich auf die Verbesserung der Schulsportstrukturen konzentriert und warum Schulsport oder Physical Education für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern so bedeutsam ist. Im Folgenden werden die Begriffe Physical Education und Schulsport synonym verwendet. Physical Education ist ein internationaler Begriff und beschreibt die erzieherische, pädagogische Dimension von Sport, Bewegung und Spiel (vgl. Haag, 2008, S.18). Neben der Analyse der positiven Aspekte, die Schulsport als Medium in der Entwicklungszusammenarbeit leisten kann, werden zum Ende des ersten Kapitels aber auch kritische Sichtweisen in Bezug auf die Entwicklungszusammenarbeit im Sport aufgezeigt.

1.1 Legitimation des Schulsports als Unterrichtsfach

In fast allen Ländern der Welt müssen Kinder für einige Jahre zur Schule gehen, so auch in Tansania. Insofern besteht die realistische Möglichkeit, allen Kindern zumindest während ihrer Schulzeit einen Zugang zu Sport, Spiel und Bewegung zu bieten, sofern Physical Education in den Lehrplan oder als außerunterrichtliche Veranstaltung in den Schulalltag eingebunden ist. Heute manifestiert sich Physical Education in erster Linie in der Bewegungserziehung, Gesundheitserziehung sowie Spielerziehung und sollte als Unterrichtsfach im Lehrplan integriert sein (vgl. Haag & Haag, 2003, S.176). Studien haben allerdings ergeben, dass sich der Schulsport weltweit in einer sogenannten Legitimationskrise befindet und in vielen Ländern, vor allem in Entwicklungsländern wie Tansania, nicht ausreichend in den Lehrplan eingebunden ist (vgl. Hardman, 2008, S.4). Das International Commitee for Sport Pedagogy (ICSSPE)[13] führte eine internationale Untersuchung zum Status des Sportunterrichts durch, die hervorbrachte, dass der Sportunterricht immer noch hinter den übrigen Fächern zurücksteht und nicht von einem gleichwertigen Status gesprochen werden kann (vgl. 1st World Summit on Physical Education, 1999).

„Physical education was seen to have been pushed into a defensive position. It was suffering from decreasing curriculum time allocation, budgetary controls with inadequate financial, material and personnel resources; it had low subject status and esteem and was being ever more marginalised and undevalued by authorities. […] in many countries physical education is not accepted on a par with seemingly superior academic concerned with developing child’s intellect.“ (Hardman, 2008, S.1)

Historische Rückblicke zeigen, dass bereits 1978 damit begonnen wurde, Schulsport in internationale und menschenrechtliche Strukturen zu integrieren. 1978 veröffentlichte die UNESCO[14] die International Charter of Physical Education and Sport, in deren ersten Artikel geschrieben steht:

“‘Every human being has fundamental right to access to physical education and sport, which is essential for the full development of the personality’“ (UNESCO, 1978, S.2). Weiterhin heißt es in diesem Artikel: „Everyone must have full opportunities, in accordance with his national tradition of sport, for practising physical education and sport [...]“ (ebd., S. 2). In Artikel zwei der UNESCO International Charter of Physical Education and Sport wird Physical Education als essentielles Element von Erziehung und Kultur bezeichnet (vgl. ebd., S.2). Diese Satzung macht Sport und Physical Education zu einem fundamentalen Grundrecht und einem allgemeinen Menschenrecht. Dem Sport wird hier eine ganzheitliche, emanzipatorische Wirkung zugeschrieben (vgl. Rockenfeller, 2009, S.25). Diese Festlegungen unterstützen außerdem das Verständnis, dass Sport dazu beitragen kann, die Entwicklung und Bildung von Kindern weltweit zu fördern. Da laut UNO[15] alle Schulfächer den gleichen Status besitzen und Sport selbstverständlich dazu gehört, ergibt sich daraus bereits eine grundlegende Legitimationsbasis für den Schulsport als wesentliches Element qualifizierter Bildung.

Eine Legitimation des Schulsports als Unterrichtsfach baut auf drei Unterpunkten auf. Der UN -Sport-Beauftragte Adolf Ogi betrachtet Sport als die „beste Schule des Lebens“, da er Fähigkeiten und Werte vermittele, die wesentlich für unser gesellschaftliches Leben und den sozialen Zusammenhalt sind (vgl. Verein zur Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik e.V., 2005, S.2). Damit sind primär Schlüsselqualifikationen gemeint[16]. Ferner biete Sport Chancengleichheit, gleiche Bedingungen und Möglichkeiten für alle Teilnehmer unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sozialen Herkunft, ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten (vgl. UNO, 2003, S.8f.). Zudem sei Physical Education das einzige Fach, in dem Schüler Körpererfahrungen mit und durch ihren eigenen Körper sammeln können. So sollten Schüler ein Bewusstsein für ihren Körper und ihre körperliche Gesundheit entwickeln. Aus dem Bericht Sport for Development and Peace der UNO geht klar hervor, dass aus erzieherischer Sicht die in Tabelle 1 dargestellten Werte und Fähigkeiten durch Sport gefördert und vermittelt werden können.

Tab. 1. Mögliche Werte und Fähigkeiten, die durch Sport vermittelt werden können (vgl. Haag, 2008, S.89)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anthropologische Legitimationsansätze weisen darauf hin, dass unabhängig davon, ob das Sporttreiben dem gesundheitlichen Zustand eines Menschen zuträglich ist oder nicht, der anatomische und physiologische Bauplan eines Menschen auf Bewegung ausgerichtet und angewiesen ist. Haag (2008) geht sogar noch weiter, indem er sagt, dass Bewegung und Sport Grundbedürfnisse eines jeden Individuums sind: „Moving and Play can be understood as primary motives of human beings besides, eating, drinking, engaging sexually and exerting power“ (ebd., S.18). Hardman (2009) kam zu der Überzeugung, Physical Education sei...

„[...] the only school subject, which seeks to prepare children for a healthy lifesytyle and focuses on their overall physical and mental development, as well as imparting important social values such as fairness, self-discipline, solidarity, team spirit, tolerance and fair play [...].“ (ebd., S.3)

Folglich sind Bewegung, Spiel und Sport Teile einer ganzheitlichen Erziehung und Förderung der Schüler, da Körper, Geist und Seele gleichzeitig angesprochen werden.

1.2 Beitrag des Schulsports in der Entwicklungszusammenarbeit

Neben dem großen Potential des Sports, die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, ist seine Bedeutung als Instrument zur gesellschaftlichen Entwicklungsförderung und zur Herstellung von Frieden zu einer globalen Bewegung geworden.

„Sport kann als Werkzeug für menschliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen genutzt werden. Er kann dazu beitragen, Entwicklungsziele wie Armutsbekämpfung, Basisgesundheit, Förderung der Jugend, Gleichstellung von Behinderten, Geschlechtergerechtigkeit oder Frieden zu erreichen.“ (Verein zu Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik e.V., 2005, S.9f.)

Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, beschreibt die Wirkung von Sport folgendermaßen: „Sport is a universal language that can bring people together, no matter what their origin, background, religios beliefs or econimic status“ (Annan, 2005, Zugriff am 22. Dezember 2011 unter http://www.un.org/sport2005). Im Jahr 2002 gründete er eine Arbeitsgruppe mit dem Zweck, die Rolle des Sports als Instrument für Entwicklung und Frieden und zur Erreichung der im Jahr 2000 festgelegten Milleniums-Entwicklungsziele[17] zu untersuchen (vgl. Verein zu Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik e.V., 2005, S.2). Mitglieder dieser Arbeitsgruppe, der UN Inter-Agency Task Force on Sport for Development and Peace, sind Vertreter zahlreicher UN- Organisationen, unter anderem der UNESCO, der UNICEF[18] und des WHO[19]. 2003 veröffentlichte die UN Inter-Agency Task Force on Sport for Development and Peace ihren Bericht Sport for Development and Peace: Towards Achieving the Millenium Development Goals, in welchem sie noch einmal zusammenfasst, welchen Beitrag Sport zum Erreichen der Milleniums-Entwicklungsziele leisten kann (vgl. UN Interagency Task Force on Sport for Development and Peace, 2003). Laut der UN Interagency Task Force on Sport for Development and Peace hat Sport auf sozial-gesellschaftlicher Ebene das Potential einen kosteneffektiven Beitrag zur Erreichung der Milleniums-Entwicklungsziele zu leisten (vgl. ebd., S.3). Da die vorliegende Arbeit sich primär mit Schulsport und Sportunterricht im Entwicklungskontext beschäftigt, soll hier nur auf drei der acht Milleniums-Entwicklungsziele eingegangen werden, die für die vorliegende Arbeit relevant sind und mit den Vereinszielen von Jambo Bukoba e.V. korrespondieren.

Die Verwirklichung der allgemeinen Primarschulbildung ist das zweite der UNO Milleniums-Entwicklungsziele (vgl. Verein zu Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik e.V., 2005, S.3). Sport, als wesentliches Element qualifizierter Bildung, ist selbstverständlich ein Bestandteil der allgemeinen Primarschulbildung. Der Beitrag des Schulsports zum Erreichen dieses Ziels könnte erstens darin bestehen, Schule für junge Menschen attraktiver zu machen, den Kindern einen Anreiz zu geben, regelmäßig die Schule zu besuchen und sie zu ermutigen, sich in der Schule anzumelden. Zweitens kann Schulsport dazu beitragen, Kinder zu regelmäßigen Schulbesuchen zu motivieren und die schulischen Leistungen zu fördern (vgl. SDP IWG[20], 2008, S.83).

Die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau ist als drittes Milleniums-Entwicklungsziel im Report der UNO aufgeführt und ebenso eines der übergeordneten Vereinsziele von Jambo Bukoba e.V. (vgl. ebd., S.83). Chancengleichheit sichert Gleichstellung, was bedeutet, dass Jungen und Mädchen auf eine gleichberechtigte Ebene gestellt werden, die ein gemeinsames Sporttreiben ermöglicht. Wichtige Grundlagen für eine gleichberechtigte Förderung von Jungen und Mädchen können insbesondere im Sportunterricht gelegt werden. Konkrete Ziele der Koedukation[21] im Sportunterricht sind das Erlernen eines partnerschaftlichen Umgangs miteinander, mehr Möglichkeiten zu sozialen Interaktionen, die Förderung des Sozialverhaltens und die Verringerung der Geschlechterprioritäten (vgl. ebd., S.83). Ferner gilt es, das nach hierarchischen Maßstäben in männlich und weiblich differenzierte Sportartenverständnis aufzuheben und Mädchen zur Durchsetzung individueller Interessen zu ermutigen (vgl. ebd., S.83). „Mehr Zugang von Frauen und Mädchen zu Leibeserziehung und Sport hilft ihnen, Vertrauen zu entwickeln und sich sozial stärker zu integrieren“ (Verein zur Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik e.V., 2005, S.3).

Die Bekämpfung von HIV/AIDS und Malaria ist das sechste der Milleniums-Entwicklungsziele und ein weiteres wichtiges Vereinsziel von Jambo Bukoba e.V. (vgl. ebd., S.3).

„Sport kann Bevölkerungsschichten erreichen, die andernfalls schwierig zu erreichen sind und Botschaften zur Vorbeugung von Krankheiten transferieren. Sport kann durch seinen einbeziehenden Charakter und seine meist informellen Strukturen effektiv dazu beitragen, Stigmata und Vorurteile zu HIV und AIDS zu überwinden und die soziale Integration zu verbessern.“ (ebd., S.3)

Weiterhin können durch den Sport Informationen über HIV/AIDS und deren Prävention vermittelt werden (vgl. SDP IWG, 2008, S.83). Laut Bauer (2012) ist das Medium Sport eine neuartige Möglichkeit Aufklärungsarbeit zu betreiben (vgl. ebd., S.1).

Bewegung und Sport fördern die körperliche und mentale Gesundheit des Menschen. Kindern und Jugendlichen sollen positive Rollenmodelle und Aspekte eines gesundheitsbewussten Lebens aufgezeigt werden (vgl. SDP IWG, 2008, S.83). Regelmäßiges Sporttreiben hat positive Auswirkungen auf den ganzen Körper. Es stärkt das Immun-, Herz- und Kreislaufsystem und trägt dazu bei, den Verlauf allgemein verbreiteter Krankheiten in Entwicklungsländern, zum Beispiel Malaria, Typhus, Cholera und AIDS, zu mildern.

Sport fördert darüberhinaus das Zusammengehörigkeitsgefühl. Sportunterricht ermöglicht Kindern das Gefühl, zusammen eine Einheit zu bilden und gemeinsam etwas leisten zu können. Laut Hardman (2009) gilt Physical Education als „[…] the most important tool of social integration” (ebd., S.3). Ein weiterer wichtiger Schritt, den entwicklungsfördernden Beitrag des Sports zu kommunizieren, war das Internationale Jahr des Sports und der Leibeserziehung (IYSPE 2005) (vgl. BMI[22], 2006). Sport kann einen Beitrag zur Erreichung der globalen Entwicklungsziele leisten, denn „Sport und Leibeserziehung sind hervorragende, einflussreiche, pragmatische und kostengünstige Instrumente zur Förderung von Frieden und Völkerverständigung, Dialog, Integration, Bildung und Gesundheit […]” (International Year of Sport and Physical Education, 2005, Zugriff am

19. April 2012 unter http://uno-jahrdessports.de/The_Power_of_Sport.8.0.html). Weiterhin heißt es in dieser Quelle:

„Sport hat ein enormes Potenzial, um die Entwicklung der Zivilgesellschaft in den Ländern und die Entwicklung einer Weltgesellschaft voranzubringen. Sport hat ein sehr hohes Mobilisierungspotenzial, sowohl auf der individuellen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene.” (International Year of Sport and Physical Education, 2005, Zugriff am 19. April 2012 unter http://uno-jahrdessports.de/Sport_und_Entwicklung.11.0.html)

Der Beitrag, den die Weiterentwicklung des Schulsports auch zum allgemeinen sportlichen Fortschritt leisten kann, ist erheblich. So hat die Weiterentwicklung des Schulsports in vielen afrikanischen Staaten zwischen 1970 und 1990 enorm dazu beigetragen, die allgemeine Situation des Sports in Afrika voranzubringen (vgl. Amusa et al., 1999, S.336). Wesentliche Beobachter haben erkannt, dass Länder, in denen es ausgereifte Sportausbildungsprogramme in Schulen gab, auch außerhalb der Institution Schule erfolgreich im Sport waren, zum Beispiel Kenia, Ghana oder Südafrika (vgl. ebd., S.336).

1.3 Kritische Stimmen zur Entwicklungszusammenarbeit im Sport

Einige Experten kritisieren an den Programmen der Sportentwicklungshilfe, dass der moderne, in der westlichen Kultur entstandene Sport sich vermutlich auch nur in dieser Kultur und Gesellschaft verwirklichen lässt. Im übertragenen Sinne würde dies bedeuten, dass Sportentwicklungshilfe, die versucht, europäische Sportstrukturen in Afrika zu implementieren, keinen Sinn macht, da allgemeine europäische Strukturen nicht vorhanden sind (vgl. Andresen, 1989, S.24ff.). Die ursprüngliche Kultur Tansanias unterscheidet sich maßgeblich von der westlichen Lebensweise. Es existieren andere gesellschaftliche Wertvorstellungen, Sitten und Bräuche. Bewegung gehört zum Alltag und ist in das Leben integriert. So ist es nicht verwunderlich, dass auch die Sport- und Bewegungskultur sich sehr von der westlichen unterscheidet und sich anders entwickelt hat (vgl. ebd., S.206). Ein weiterer Kritikpunkt einiger Experten ist, dass für die europäischen Staaten bei der Sportentwicklungshilfe häufig die eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen.

„[...] die Durchsetzung eigener Interessen, Ziele und nationaler Egoismen (d.h. also eigener Vorteile) schließt das humanistische Hilfsmotiv aus, weil die politischen Interessen Europas nicht die politischen Interessen Afrikas sein können und auch nicht sein sollten.“ (ebd., S.25)

Aus der Sicht von Andresen (1989) fördert Sportentwicklungshilfe in Afrika vor allem die politische und ökonomische Abhängigkeit Afrikas von Europa. Andresen (1989) schlägt vor, dass die europäische Sportentwicklungshilfe sich den afrikanischen Interessen unterordnen solle. Als afrikanische Interessen nennt er:

„[...] jene sportpolitischen und sportstrukturellen Maßnahmen, die innenpolitisch dazu beitragen, einen nationalen Identifikationsprozess zu entwickeln bzw. zu potenzieren, und die außenpolitisch einen Beitrag zur Chancengleichheit im Weltsport leisten und den Ländern der Dritten Welt zu einem höheren diplomatischen und politischen Ansehen in der Welt verhelfen.“ (ebd., S.29)

Die Eigenständigkeit und Eigenarten der afrikanischen Bewegungskultur sollten betont und gefördert werden, anstatt den europäischen Sport zu kopieren. „Jede kontinental geprägte Körperkultur sollte selbstbewusst ihren Beitrag zum Entwicklungsprozess des Weltsports leisten [...]“ (ebd., S.29). Häufig werden traditionelle Bewegungsformen in Entwicklungsprojekten kaum berücksichtigt. Entwicklungsexperten fordern deshalb eine stärkere Beachtung und Integration traditioneller Bewegungskulturen in die Entwicklungszusammenarbeit (vgl. Bauer, 2004, S.85). Europa könne insofern unterstützend wirken, als versucht würde, mit europäischen Geldern ein Sportsystem zu entwickeln, in welchem die Charakteristika der verschiedenen Körperkulturen zum Vorschein kommen und so die nationale Identität gefördert wird. Auf der Prioritätenliste der Sportentwicklungszusammenarbeit stehen ganz oben die Integration eines gesundheitsorientierten Freizeitsports sowie die Entmilitarisierung des Schulsports (vgl. Andresen, 1989, S.30f.). Andresen (1989) schlägt in beiden Vorhaben eine Synthese zwischen traditionellen und modernen Bewegungsformen und Kulturen vor. Bauer (2004) liefert erste Vorschläge, wie eine solche Synthese aussehen könnte. Er regt an, sportive Formen der traditionellen Bewegungskultur zu entwickeln, um diese attraktiver zu gestalten (vgl. Bauer, 2004, S.86). Es müssen nicht zwangsläufig die gleichen Strukturen etabliert werden wie in Europa. Eine Fusion zwischen Elementen des Sports aus afrikanischen Ländern und europäischen Ländern kann auch zu einer besonderen Form der interkulturellen Kommunikation werden (vgl. ebd., S.30f.). Laut Andresen (1989) kann Sportförderung nur eine Hilfe zur Selbsthilfe sein, wenn sie den Bedingungen des Landes und den Bedürfnissen seiner Bewohner angepasst wird. Er nennt bestimmte Schwerpunkte, auf die sich die Sportförderung, speziell die Förderung des Schulsports konzentrieren sollte: die Weiterentwicklung und Implementierung des Schulsports, wozu auch die Ausbildung von qualifizierten Sportlehrern in geeigneten Ausbildungszentren gehört, und die Qualifizierung des Personals auf der Schul- und Sportverwaltungsebene[23] (vgl. ebd., S.251ff.).

„Damit ‚Entwicklung durch Sport’ nicht hegemonistisch ist, müssen Rahmenbedingungen, Wertvorstellungen, Ziele und Herangehensweisen im Empfängerland im Mittelpunkt stehen.“ (Verein zu Förderung der entwicklungspolitischen Publizistik e.V., 2005, S.10)

Soll Sport als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit genutzt werden, dann müssen die Kultur eines Landes und spezifische Probleme berücksichtigt werden. Es gilt, den sozialen Kontext und die vorhandenen Ressourcen zu beachten und diese in die Projektplanung und in bestimmte Maßnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit einzubeziehen (vgl. Bauer, 2004, S.67). In Bezug auf das Sportentwicklungsprojekt Jambo Bukoba wäre das zum Beispiel die traditionelle Bewegungskultur Ostafrikas.

2. Sport in Tansania

Tansania ist ein Entwicklungsland[24] und hat einen der niedrigsten Wohlstandsindikatoren weltweit. Der HDI [25] ist ein Index für die menschliche Entwicklung eines Landes und bemisst sich an deren grundlegenden Leistungen[26]. Zur Berechnung werden als Variablen die Lebenserwartung bei Geburt, der Bildungsstandard (Alphabetisierungsrate Erwachsener und Gesamteinschulungsquote) und das Einkommen als Indikator für einen angemessenen Lebensstandard hinzugezogen (vgl. Bauer, 2004, S.43). Von 187 Staaten liegt Tansania bei der Auflistung der Wohlstandsindikatoren auf Platz 152 (vgl. Right to Play, 2008, S.1). Die Lebenserwartung liegt bei 58,2 Jahren. Die Alphabetisierungsrate aller Einwohner, die älter als 15 Jahre sind beträgt 72,9% und die Gesamteinschulungsquote 56,6%. Das durchschnittliche pro Kopf Einkommen liegt bei 1,3 $ pro Tag[27] (vgl. United Nations Development Programme, 2012, Zugriff am 19. April 2012 unter http://www.hdrstats.undp.org).

AIDS ist neben Malaria das größte gesundheitsbezogene Problem Tansanias, welches Auswirkungen auf die gesellschaftliche Struktur sowie die Entwicklung des Landes und des Sportsystems hat. Die offizielle HIV- Infektionsrate lag 2006 bei rund 6,5% mit fallender Tendenz (vgl. Chappell, 2007, S.155). Dabei ist die HIV - Verbreitung bei Frauen im Gegensatz zu den Männern deutlich höher. HIV/AIDS gilt in afrikanischen Gesellschaften als Frauenkrankheit (vgl. Bauer, 2012, S.5). Insgesamt sind ungefähr 1,4 Millionen Menschen, darunter 110.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren mit dem HI - Virus infiziert, was ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten, zur Schule zu gehen und am Sportunterricht teilzunehmen, einschränkt (vgl. Chappell, 2011, S.6.). Jährlich sterben ungefähr 140.000 Menschen an AIDS (vgl. ebd., S.6) . Von der Regierung wird zurzeit pro Jahr ein Budget von 62 Millionen US Dollar für die Bekämpfung von AIDS und die Senkung der HIV -Rate eingesetzt (vgl. ebd., S.6). Diese enorme Summe reduziert die Ressourcen, welche letztendlich auch für die Entwicklung des Sports eingesetzt werden könnten. Untersuchungen von Bauer (2012) zu dieser Problematik deckten auf, dass große Wissenslücken hinsichtlich der Übertragung und dem Umgang mit HIV/AIDS in allen Bevölkerungsschichten existieren (vgl. Bauer, 2012, S.7).[28]

2.1 Organisation des Sports in Tansania – damals und heute

Das Sporttreiben in Afrika ist nicht vergleichbar mit dem Sporttreiben in Europa. Dies hängt mit den in der Einleitung dieses Kapitels erläuterten Problemen und Charakteristika des Landes und den schwierigen Rahmenbedingungen in Entwicklungsländern zusammen, unter denen der Sport praktiziert wird. In Tansania haben sich der Schulsport und auch der Freizeitsport den äußeren Bedingungen unterzuordnen. Damit sind zum einen die tropischen Bedingungen mit hohen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit gemeint. Zum anderen spielt aber auch die Ernährungssituation und das Ernährungsangebot eine große Rolle. Mangelernährung und Wasserknappheit, die ein intensives Training einschränken, sind ein Grund, warum tansanische Athleten selten internationale Erfolge feiern konnten (vgl. Andresen, 1989, S.205f.). Tansania nahm 1964 zum ersten Mal an den Olympischen Spielen in Tokio teil, jedoch mit mäßigem Erfolg. Auch bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 gewann keiner von den insgesamt acht tansanischen Athleten eine Medaille. Dennoch hat Sport schon immer eine bedeutende Rolle in der afrikanischen Gesellschaft gespielt. Rjordian (1986) fasst die Funktion des Sports in Entwicklungsländern treffend zusammen:

„Sport in developing countries is a serious function to perform. It is state controlled (with) specific utilitarian and ideological designs, associated with hygiene, health, defence, patriotism, integration, productivity, international recognition, even cultural identity and nation building. Sport therefore, often has the quite revolutionary role of being an agent of social change, with the stare as a pilot.“ (ebd., S.334)

Laut Chappell (2007) beeinflussten drei historische Ereignisse die Gesamtentwicklung des Sports in Tansania: die britische und deutsche Kolonialisierung[29], das Ringen um Unabhängigkeit[30] und die Etablierung Tansanias als sozialistischer Staat (vgl. ebd., S.143). Vertreter der Kolonialmächte brachten den modernen, westlichen Sport nach Afrika.[31] Während der Kolonialisierung und des Kampfes um Unabhängigkeit wurden Sportevents von der Regierung benutzt um nationale Regierungsstrategien zu kommunizieren und die Bevölkerung von ihrer politischen Linie zu überzeugen.

„Sport, and football in particular was seen as a medium for communication national policies to the sporting population as all sports members had to become members of the associated political parties to discus liberation struggles.“ (ebd., S.144)

Sport war zu einem Instrument geworden, um den nationalen Zusammenhalt zu fördern und um nationale Stärke gegenüber den Kolonialmächten zu demonstrieren. 1967 wurde das National Sports Council (NSC) gegründet, um den Sport endgültig unter die Kontrolle der Regierung zu bringen. Alle Sportorganisationen sowie die Kontrolle über den Sportsektor oblagen dieser Institution (vgl. ebd., S.144). 1970 wurde eine nationale Organisation[32] für traditionelle Spiele, Sport und Tänze eingerichtet, damit diese nicht durch den modernen Sport verdrängt werden (vgl. ebd., S.148). Rhythmusspiele, Tänze und Trommeln[33] spielen noch heute eine bedeutende Rolle und sind fester Bestandteil der traditionellen Kultur Ostafrikas. Viele ostafrikanische Stämme wie die Massai, blicken auf eine vielfältige Sportkultur und Sporttradition zurück (vgl. Amusa et al., 1999, S.81). Dennoch stehen traditionelle Bewegungsformen in ihrer Wichtigkeit und Bedeutung hinter den beliebtesten Sportarten, Fußball bei den Männern und Netball bei den Frauen, zurück (vgl. Chappel, 2011, S.5).

Heute ist das National Sports Council of Tanzania (NSC) eine Einrichtung des Ministeriums für Information, Kultur und Sport (vgl. Chappell, 2007, S.149). Der Aufgabenbereich des NSC ist die Sportentwicklung, der Gesellschaftssport und der Hochleistungssport (vgl. Bauer, 2012, S.13). Obwohl das NSC mit finanzieller Unterstützung der Regierung gegründet wurde, ist jeder Sportbereich auf Sponsorengelder angewiesen, um eigene Programme zu verwirklichen. Leonard Thadeo, Generalsekretär des NSC führt dazu aus:

„The sports federations founded themselves to promote a specific sport in Tanzania, the government nor the NSC did not develop individual sport federations. Therefore, they need to develop their own programmes and raise revenue-they can apply to the NSC for funds and guidance in administration. But they do not receive direct revenue from us nor from the government.” (Chappell, 2007, S.149)

Dies zeigt deutlich die passive Haltung der Regierung, wenn es um die (Weiter-)Entwicklung des Sportsystems in Tansania geht. Es besteht nahezu keine oder nur eine geringe Zusammenarbeit und Kooperation zwischen dem Ministerium für Information, Kultur und Sport und dem NSC. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist das NSC für 34 Sportarten verantwortlich. Es unterstützt diese und setzt sich dafür ein, ein nationales Interesse für die Entwicklung des Sports in Tansania zu wecken. Vor allem sollen gleiche Bedingungen, an Sportangeboten teilzunehmen, für Frauen und Männer hergestellt werden (vgl. Chappell, 2007, S.150). Für Frauen mangelt es zurzeit noch an Möglichkeiten, an Sportveranstaltungen teilzunehmen (vgl. ebd., S.150). Laut Massao und Fasting (2003) ist Sport eine Männerdomäne in Tansania. Von den 34 Sportarten unter dem Schirm des NSC ist einzig Netzball eine für Frauen ausgewiesene Sportart (vgl. Chappel, 2007, S.150). Außerhalb der Schule gibt es so gut wie keine Einrichtung, in der Frauen an Sportaktivitäten teilnehmen können. Muslimischen Frauen erschwert schon allein die traditionelle Kleidervorschrift das Teilnehmen an derartigen Freizeitaktivitäten (vgl. ebd., S.150). Dieses Geschlechterproblem existiert in vielen ostafrikanischen Staaten, in Kenia ebenso wie in Tansania.

„[...] research shows that simply being female influences social status, life changes and lifestyles. [...] In most cultures, male roles have been given more predominance and value than female ones. This differentiation brought about a social problem of a dominant-subordinate relationship between the genders.“ (Mc Pherson et al., 1989, S.320)

Laut Theberge (1994) ist Sport als geschlechterspezifische und kulturelle Form gekennzeichnet durch Ungleichheit und Geschlechtertrennung. Hinzukommt, dass Männer in leitenden Positionen von nationalen Sportorganisationen und Ministerien dominieren. Obwohl Sport in den meisten Ländern Ostafrikas ein wichtiges kulturelles Gut ist, als solches auch gewürdigt und von einem Großteil der Bevölkerung unterstützt wird, zeigt die geringe Präsenz von Frauen sowohl als aktive Sportlerinnen als auch in leitenden Funktionen des Sports, dass sie größtenteils davon ausgeschlossen werden. Laut Amusa (1999) ist diese Segregation bedingt durch das Denken in der klassischen Rollenverteilung und der Ansicht, dass sportliche und körperliche Aktivitäten eher maskuline Eigenschaften wie Kraft und Stärke erfordern.

Für die Weiterentwicklung des Sportsystems in Tansania ist das Land auf internationale Hilfen angewiesen. 2002 gründeten die Vereinten Nationen the Sport for Development and Peace International Working Group (vgl. Chappell, 2007, S.151). Ziel dieser Initiative war:

„[...] engage and work with national governments on policy recommendations to support the integration of sport and physical activity into their national and international development strategies.“ (Campbell, 2006, S.2)

Auf nationaler Ebene sollte mit den Regierungen in Entwicklungsländern zusammengearbeitet und eine Strategie entwickelt werden, wie sich der Sport in nationale Entwicklungsprogramme integrieren lasse. Eines dieser Programme in Tansania ist Elimu, Michezo na Mazaoezi[34] (EMIMA) (vgl. ebd. S.2).

„Elementarer Grundsatz von EMIMA ist es: ‚[...] to provide young people from the poorest communities with opportunities to take part in sport and to develop lifeskills to deal with issues such as HIV/AIDS, gender inequalities, education and employment’.“ (Bauer, 2012, S.37)

Sport ist in diesem Projekt ein Instrument, um die Entwicklung der Jugendlichen und das Gemeinschaftsgefühl zu fördern, aber auch um über Themen wie HIV/AIDS aufzuklären.

2.2 Schule und Schulsport in Tansania

Als Hintergrund für die Organisation und die Situation des Schulsports in Tansania, wird an dieser Stelle zunächst das Bildungssystem in Tansania beschrieben.

2.2.1 Das Bildungssystem in Tansania

Zwei Ministerien sind für die Koordination des Bildungssektors verantwortlich, „ the Ministry of Education and Vocational Training“ und „the Ministry of Information, Youth, Culture and Sports“ (The United Republic of Tanzania, 2005, Zugriff am 20. März 2012 unter http://www.tanzania.go.tz/ministriesf.html). Das Bildungssystem in Tansania basiert auf dem britischen Schulsystem. Es besteht eine allgemeine Schulpflicht für alle Kinder (vgl. Auswärtiges Amt, 2012, Zugriff am 10. Januar 2012 unter http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Tansania/KulturUndBildungspolitik_node.html). Die Kinder in Tansania gehen sieben Jahre zur Grundschule und anschließend vier Jahre oder sechs Jahre in die Sekundarschule, da diese in zwei Ausbildungsphasen unterteilt ist (vgl. Bauer, 2012, S.16). Nach den ersten vier Jahren, haben die Schüler bei erfolgreichem Abschluss das Ordinary Level erreicht. Danach können sich optional noch weitere zwei Jahre Sekundarschule anschließen, um das Advanced Level zu erlangen (vgl. Bauer, 2012, S.16). Nach dem Abschluss des Ordinary Levels oder des Advanced Levels erhalten die Schüler ein nationales Zertifikat und damit einen staatlich anerkannten Schulabschluss. Allerdings sind sie erst nach Abschluss des Advanced Levels dazu qualifiziert, eine Universität oder ein College zu besuchen. In Tansania wird bereits ab der ersten Klasse neben der Landessprache Kiswahili auch Englisch unterrichtet (vgl. Auswärtiges Amt, 2012, Zugriff am 10. Januar 2012 unter http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Tansania/KulturUndBildungspolitunggspolitik_node.html). Privatschulen und auch weiterführende Schulen unterrichten alle Fächer in Englisch. In staatlichen Schulen findet der Unterricht in den übrigen Fächern in der Landessprache Kiswahili statt. Abbildung 1 zeigt eine Übersicht über die allgemeinen Zielvorgaben der Schulbildung in Tansania.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Allgemeine Zielvorgaben des Bildungswesens in Tansania (vgl. Ministry of Education and Vocational Training, 2005, S.3)

Die Ausbildung an staatlichen Schulen ist kostenlos. Die Zahlung eines Schulgeldes ist nicht vorgeschrieben (vgl. Bauer, 2012, S.16). Dennoch besuchen nur 60% der schulpflichtigen Kinder in Tansania eine Grundschule (vgl. Chappell, 2007, S.143). Untersuchungen ergaben, dass vor allem ältere Mädchen kaum die Chance haben, zur Schule zu gehen. Stattdessen müssen sie auf ihre Geschwister aufpassen und den Eltern im Haushalt helfen (vgl. International Confederation of Free Trade Unions, 2006, S.7). Insgesamt besuchen nur 5% aller Schüler nach der Grundschule eine weiterführende Schule (vgl. Chappell, 2007, S.143). Eine qualifizierte Ausbildung zu erlangen und die Chance, eine Schule zu besuchen, werden vor allem durch infrastrukturelle Mängel begrenzt.

„Although compulsory education is granted for seven years, there are inadequate numbers of schools, teachers and books due to a lack of financial resources. Very few children continue their education after primary school.“ (International Confederation of Free Trade Unions, 2006, S.8)

Die folgende Tabelle 2 zeigt beispielhaft deutliche infrastrukturelle Mängel der Grundschulen in Bukoba Stadt. Diese Mängel resultieren hauptsächlich aus den sehr limitierten finanziellen Mitteln, die von der nationalen Regierung zur Verbesserung der Schulinfrastruktur eingesetzt werden.

Tab. 2. Infrastrukturelle Mängel der Grundschulen in Bukoba (vgl. United Nations Human Settlements Programme, 2004, S.7)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1995 starteten weitgreifende Reformen im Bildungssektor. Hauptintention dieser Neuerungen war es, allen Kindern und auch Erwachsenen einen angemessenen Zugang zu qualifizierter Bildung zu gewährleisten (vgl. Auswärtiges Amt, 2012, Zugriff am 10. Januar 2012 unter http://www.auswaertigesamt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Tansania/Kultur-UndBildungspolitik_node.html). Für diese Zielsetzung entwickelte die Regierung 1997 einen Basic Education Master Plan (vgl. ebd.). Im Januar 2011 kündigte Staatspräsident Kikwete an, die Ausgaben der Regierung im Bildungssektor im kommenden Haushaltsjahr verdoppeln zu wollen. Zeitgleich wurde die zweite Phase des Secondary Education Development Programme[35] eingeleitet mit dem Ziel, die Bildungsqualität zu verbessern und weitere Lehrer[36] auszubilden (vgl. ebd.). Während der ersten Phase[37] konnten Erfolge bei der Erhöhung der Einschulungsrate und mit dem Bau zusätzlicher Schulen erzielt werden.

2.2.2 Situation des Schulsports in Tansania

Der heutige Sportunterricht in vielen afrikanischen Ländern wird meistens von militärischem Drill nahe kommenden Strukturen geprägt (vgl. Andresen, 1989, S.28). Während der Kolonialzeit zählte die körperliche Erziehung zum Fächerkanon. Der Schwerpunkt lag auf der Ausbildung afrikanischer Soldaten (vgl. Bauer, 2012, S.25). Diese Strukturen haben bis heute überdauert. Sofern Sportunterricht stattfindet, beobachtet man selten spontane Kreativität, Bewegungsfreude oder traditionelle Bewegungsformen (vgl. Andresen, 1989, S.28). Diese und andere Umstände gaben Anlass eine weltweite Erhebung zum Stand von Physical Education in Auftrag zu geben. Sie wurde 1990 vom International Council for Sport Science and Physical Education (ICSSPE) mit Unterstützung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchgeführt (vgl. Hardman, 2008, S.1). Ziel war es, Differenzen zwischen curricularen Anforderungen und Zielsetzungen und ihrer Umsetzung in die Praxis aufzudecken, aber auch Mängel in der Implementierung innerhalb des Curriculums zu identifizieren (vgl. ebd., S.1). Die folgenden Ergebnisse beziehen sich größtenteils auf den gesamten afrikanischen Kontinent, können aber als weitgehend exemplarisch für Tansania angesehen werden.

Sportunterricht wird in den meisten Ländern Afrikas als unbedeutendes Fach angesehen und ist als Schulfach in der Regel nicht im Stundenplan verankert. “Regional data indicate that across all regions except Europe, in practice physical education is considered to have lower status than other subjects: […]“ (Hardman, 2009, S.7). Viele Schulleiter räumen akademischen[38] Fächern eine höhere Priorität ein und erkennen oftmals nicht das Potential und die, die Entwicklung der Schüler begünstigenden Möglichkeiten dieses Faches Sport. (vgl. Chappell, 2011, S.1). Laut Hardman (2009) hat Physical Education nur in 20% aller afrikanischen Länder den gleichen Status wie die übrigen Schulfächer (vgl. ebd., S.1). Physical Education Einheiten werden häufig aus unerklärlichen Gründen abgesagt (vgl. 2nd World Summit in Physical Education, 2005, S.4). Obwohl Sportstunden auf dem Stundenplan stehen, fahren viele Lehrer mit dem Unterricht in theoretischen Fächern fort. Die Einstellung, dass Physical Education Zeitverschwendung sei, ist weit verbreitet. Verstärkt wird diese Einstellung noch dadurch, dass Physical Education kein Prüfungsfach ist und somit oftmals von vielen Schulleitern als weniger relevant eingestuft wird (vgl. Amusa et al., 1999, S.335ff.). Die Meinungen dazu, ob und wie Physical Education in den Schulalltag integriert werden soll und kann, sind immer noch sehr gespalten. Katzellenbogen (1994) erklärt das Zustandekommen dieser divergierenden Sichtweisen folgendermaßen:

„The positive impression is often the result of a deep conviction of the worth of Physical Education on the part of knowledgeable teachers, who are totally committed to providing pupils with a relevant, enriching, thoroughly and progressively planned, dynamically taught and effectively managed programme. The negative impression, on the hand, is often the result of a narrow, boring or „keep-them-Busy“, sporadic programme run by unqualified, uninspired, perhaps lazy or over-worked teachers.“ (Katzellenbogen, 1994, S.335)

Demzufolge ist Schulsport kein selbstverständlicher Bestandteil des jeweiligen nationalen Curriculums. Studien von Hardman (2009) belegen, dass nur in 40% aller afrikanischen Staaten Physical Education verpflichtend im Curriculum implementiert ist (vgl. ebd., S.5). 66% aller Afrikanischen Länder beklagen limitierte Möglichkeiten und Mittel, um Schulsport durchzuführen (vgl. ebd., S.13). Viele Schulen haben schlichtweg nicht die Möglichkeit, qualitativ guten Sportunterricht durchzuführen, da sie keinen Sportplatz besitzen. Zusätzlich ist der Mangel an qualifizierten Lehrern ein weit verbreitetes Problem über den gesamten Kontinent (vgl. 2nd World Summit in Physical Education, 2005, S.12). Bereits 1978 in der UNESCO International Charter on Physical Education and Sport festgehaltene Erkenntnisse fordern Regierungen in den Entwicklungsländern dazu auf, anzuerkennen und zu verstehen, dass ein gutes Physical Education -Konzept in erster Linie von qualifizierten, gut ausgebildeten Lehrkräften und einem ausreichenden Umfang im Curriculum abhängt (vgl. UNESCO, 1978, S.3).

In Tansania ist die Situation exemplarisch. Die Vielzahl an Mängeln zeigt, dass Schulsport an den meisten Schulen fast unmöglich erscheint. Ein Freiwilliger beschreibt die Situation von Physical Education an seiner Schule in Tansania wie folgt:

[...]


[1] Auszug aus einem Bericht der Verfasserin, Zugriff am 21. März 2012 unter http://www.jambobukoba.com/blog/2011/08/.html

[2] „Jambo“ bedeutet sinngemäß übersetzt „Hallo wie geht’s?”. Bukoba ist die Hauptstadt der Region Kagera.

[3] Ausdruck für weiße Frau in Kiswahili

[4] In Kiswahili: ein Team

[5] S-Strengths – Stärken, W-Weaknesses – Schwächen, O-Opportunities – Chancen, T-Threats – Risiken

[6] Deutscher Fußball Bund

[7] Deutscher Leichtathletik Verband

[8] Deutscher Turner Bund

[9] Deutscher Olympischer Sport Bund

[10] Seit Februar 2008 läuft zum Beispiel das Langzeitprojekt des DOSB zur Entwicklung der Leichtathletik in Tansania (vgl. DOSB, 2008, Zugriff am 20. März 2012 unter http://www.dosb.de/de/sportentwicklung/internationales/olympic_tansania,property=Daten.pdf).

[11] Diese Maßnahmen können verschiedene Formen der Unterstützung und Förderung sein: Technische Hilfe und Zusammenarbeit (Beratung, Bildung), Güterhilfe (Investitionsgüter, Nahrung etc.), Kapitalhilfe (Kredite), Handelspolitische Zusammenarbeit (z.B. Preisstabilisierungen) (vgl. Schubert u. Klein, 2006, S.89).

[12] Non-Governmental Organisations

[13] Der Weltrat für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung wurde 1958 in Paris gegründet. Mittlerweile sind knapp 250 Organisationen und Institutionen des Sports und der Sportwissenschaft ICSSPE-Mitglieder.

[14] United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization

[15] United National Organisations

[16] z.B. mit Sieg und Niederlage umgehen, Regeln zu respektieren, sich selbst und die eigenen Grenzen besser kennenlernen, vgl. hierzu Tabelle 1.

[17] Beim Millenniumsgipfel im Jahr 2000 in New York haben sich die 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf 8 Millenniums-Entwicklungsziele geeinigt, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt sein sollen. Sport und Leibeserziehung können je nach Ziel mittelbar oder unmittelbar zur Erfüllung der Ziele beitragen und wirtschaftliche sowie soziale Entwicklungen durch den Sport vorantreiben.

[18] United Nations International Children’s Emergency Fund

[19] World Health Organization

[20] Sport for Development and Peace International Working Group

[21] Die gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen

[22] Bundesministerium des Innern

[23] Sports Officer u. Education Officer

[24] Entwicklungsland ist ein Sammelbegriff für Länder, deren (wirtschaftlicher-technischer) Entwicklungsstand und der damit verbundene (soziale) Lebensstandard (sehr) niedrig ist (vgl. Schubert u. Klein, 2006, S.89).

[25] Human Development Index

[26] Die grundlegendsten Leistungen menschlicher Befähigung sind ein langes Leben zu führen, über Wissen zu verfügen und einen angemessenen Lebensstandard zu haben (vgl. United Nations Development Programme, 2012, Zugriff am 19. April 2012 unter http://www.hdrstats.undp.org).

[27] Zum Vergleich in Deutschland: Lebenserwartung bei Geburt: 80,4 Jahre, durchschnittliches pro Kopf Einkommen pro Tag: 34,9 $

[28] Die genauere Thematisierung der HIV/AIDS-Problematik in Tansania würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Weitergehende Ausführungen hierzu sind in Bauer (2012) nachzulesen.

[29] Bis 1918 gehörte das heutige Tansania zu der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Die deutsche Kolonialzeit in Ostafrika wurde im Ersten Weltkrieg beendet, als britische und belgische Truppen das Land besetzten. Ab 1919 bis 1961 war es ein britisches Mandat des Völkerbundes und der Vereinten Nationen (Zugriff am 23. April 2012 unter http://www.tansania-partnerschaft.de).

[30] Die volle Unabhängigkeit errang Tanganjika am 9. Dezember 1961. Julius Nyerere wurde zum Präsidenten gewählt. Nach dem Zusammenschluss mit Sansibar 1964 wurde es in Vereinigte Republik von Tansania umbenannt (Zugriff am 23. April 2012 unter http://www.tansania-partnerschaft.de).

[31] 1920 wurde der moderne Fußball von ausländischen Militär- und Polizeioffizieren eingeführt. 1922 traf zum ersten Mal eine europäische Mannschaft auf eine rein afrikanische Mannschaft. Dieses Zusammentreffen wird heute noch als Meilenstein in der Entwicklung der Fußballkultur in Tansania gehandelt. Es war der Anstoß für die Gründung der Dar es Salaam Football League 1929 (vgl. Chappell, 2007, S.14).

[32] Abgekürzt in Kiswahili als CHAMIJATA

[33] Ngoma: Handtrommel in Kiswahili

[34] Bildung, Sport und Training

[35] SEDP II, 2011

[36] Die in dieser Arbeit gebrauchte männliche Form von Personen bezieht die weibliche auch im weiteren Verlauf mit ein.

[37] SEDP I, bis 2009

[38] z.B. Mathematik, Sachunterricht oder Sprachen etc.

Details

Seiten
124
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656323259
ISBN (Buch)
9783656324416
Dateigröße
14.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v200048
Institution / Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln – Institut für Schulsport und Schulentwicklung
Note
1,3
Schlagworte
Entwicklungszusammenarbeit im Sport

Autor

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Titel: Schulsport in Tansania