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Voraussetzungen und Konsequenzen der Globalisierung seit den 1990er Jahren für die Wirtschaftsentwicklung in der Dritten Welt

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 30 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Verständnis von Globalisierung
1.1 Dimensionen wirtschaftlicher Globalisierung
1.2 Das neoklassische Paradigma der Weltordnung

2 Voraussetzungen der wirtschaftlichen Globalisierung
2.1 Der technologische Wandel
2.2 Die drei Schiedsrichter IMF, Weltbank und WTO
2.3 Globale Wertschöpfung

3 Die Konsequenzen für Entwicklungsländer
3.1 Globale Gegensätze
3.2 Freie Märkte

4 Perspektiven der Entwicklungsländer im globalen Wettbewerb

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verteilung von Armut und Wohlstand nach BNE

Abbildung 2: Ungleiches Verhältnis von Bevölkerung und Wirtschaftsleistung sowie Export

Abbildung 3: Welt-Bruttoinlandsprodukt nach Regionen 2007

Abbildung 4: Bipolare Weltordnung vor 1990

Abbildung 5: Ausgewählte Wirtschaftsbündnisse

Abbildung 6: Internationaler Warenhandel

Abbildung 7: Kostensenkung im Welthandel

Abbildung 8: Zollbelastungen

Abbildung 9: Langfristig fallende Rohstoffpreise

Abbildung 10: Veränderung der Terms of Trade nach Ländergruppen

Abbildung 11: Auslandsschulden der Entwicklungsländer

Abbildung 12: Handelsanteile der Entwicklungsländer

Abbildung 13: Globale Handelsströme

Abbildung 14: jährliche Exporte nach Ländergruppen von Entwicklungsländern

Abbildung 15: Inward-Bestand an FDI nach Ländergruppen

Abbildung 16: Verteilung der FDI nach Regionen und Ländern

Abbildung 17: Digital Devide

1 Verständnis von Globalisierung

Am Ende des 20. Jahrhunderts leben 1.300 Mio. Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag. Etwa 1.000 Mio. leben in Armut (vgl. Abb. 1), charakterisiert durch geringe Lebenserwartung, fehlendem Zugang zu sauberem Trinkwasser und Bildung, wobei das Einkommen des reichsten Fünftels der Weltbevölkerung im Verhältnis 80:1 zum ärmsten Fünftel steht (vgl. Abb. 2 und 3). Die Zahlen lassen eine enorme Ungleichheit in den globalen Lebensverhältnissen erkennen (Ziai 2000).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Engelhard 2007: 25

Abbildung 1: Verteilung von Armut und Wohlstand nach BNE

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Engelhard 2007: 51

Abbildung 2: Ungleiches Verhältnis von Bevölkerung und Wirtschaftsleistung sowie Export

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bundeszentrale für politische Bildung 2009b

Abbildung 3: Welt-Bruttoinlandsprodukt nach Regionen 2007

In dieser Arbeit steht das wirtschaftliche Element der Globalisierung in Bezug auf Entwicklungsländer im Fokus. Dazu werden die Dimensionen und das vorherrschende Paradigma bezüglich Globalisierung dargelegt. Es werden im Anschluss die wirtschaftlichen Voraussetzungen seit den 1990er Jahren diskutiert, um die Frage, welche Konsequenzen sich für die Wirtschaftsentwicklung in der Dritten Welt ergeben, beantworten zu können. Den komplizierten und komplexen Wirkungszusammenhängen der Globalisierung kann im Rahmen dieser Arbeit nicht Rechnung getragen werden, sodass die Themenblöcke teilweise ohne verknüpfende Gedanken angeführt erscheinen. Ziel ist eine Hinführung zur Problematik der Entwicklungsländer im Zeitalter der Globalisierung.

Der Blick in die Literatur zeigt, eine allgemeine Definition von oder eine universelle Theorie zu Globalisierung gibt es nicht (Ebenthal 2009). Mit wirtschaftlicher Globalisierung kann gemeint sein, "dass durch zunehmende Unternehmensverflechtungen und Finanztransaktionen über nationalstaatliche Grenzen hinweg (ermöglicht durch neue Informations- und Kommunikations-technologien sowie die Liberalisierung des Welthandels und des Kapitalverkehrs), die Volkswirtschaften zu einer großen globalen Wirtschaft zusammenwachsen"[, einhergehend] mit einem sich erhöhenden Konkurrenzdruck sowohl für Unternehmen als auch für Unternehmensstandorte, die jetzt beide in einem [...] globalen Wettbewerb stehen" (Ziai 2000).

Eine andere Definition liefert Ebenthal (2009: 27): "Globalisierung ist die Verringerung von Distanz zwischen weltweiten Akteuren, sowie die Zunahme weltweit grenzüberschreitender Transaktionen und Interaktionen“. Globalisierung verstanden als zunehmende wirtschaftliche Integration greift zu kurz und lässt das qualitativ Neue außer Acht.

Das Qualitative der Globalisierung kann darin bestehen, dass grenzüberschreitende Produktionsstrukturen mit komplexen Wertschöpfungsketten, verbunden mit zunehmendem intrasektoralen und unternehmensinterner Handel, entstehen, dass informationsbasierende gegenüber materiellen Aktivitäten zunehmen, dass sich grenzenlose Kommunikation mit sinkenden Preisen ausdehnt, und dass der Weltfinanzmarkt die nationale Finanzpolitik zunehmend bestimmt (Betz 2003).

1.1 Dimensionen wirtschaftlicher Globalisierung

Auch unter einer ökonomischen Sichtweise auf Globalisierung ist dem Begriff mehrdimensional zu begegnen, denn ökonomische Globalisierung weist "ökonomische, soziologische, kulturelle als auch politische Facetten" auf (Ebenthal 2009:15) (vgl. dazu auch Haas 2009).

Die ökonomische Dimension setzt sich hauptsächlich aus der Handelsglobalisierung, der internationalen Produktion und der Finanzglobalisierung zusammen. Das Neue liegt in Liberalisierungstendenzen, also im Abbau von Handelsbarrieren, flankiert von Institutionen wie der WTO. Ferner wird Handel durch bessere Transportmöglichkeiten und durch neue sich ausdehnende Kommunikationsmedien vereinfacht, sodass räumliche und zeitliche Entfernungen schrumpfen. Des Weiteren kommt es zur Zunahme intraindustriellen Handels und globaler Produktionsnetzwerke einhergehend mit der Diffusion von Technologie. Das Neuartige in der internationalen Produktion besteht in der "Etablierung komplexer globaler Wertschöpfungsketten" (Ebenthal 2009: 30), was von reiner Internationalisierung, dem Austausch von Fertigprodukten, zu trennen ist. Die wichtigsten Akteure sind die transnationalen und multinationalen Unternehmen. Die Rolle der ausländischen Direktinvestitionen wird für Entwicklungsländer immer größer und ist mit Spillover-Effekten, also Technologie- und Know-How-Transfer, verknüpft.

Besonders seit den 1990er Jahre nimmt die Finanzglobalisierung mit großen Bruttokapitalflüssen stark zu, jedoch reichen diese Kapitalflüsse nicht zur Bewertung der Finanzglobalisierung aus. Doch die zunehmende Liberalisierung stellt eine wichtige Triebkraft für Globalisierung dar.

Unter sozialer Globalisierung kann man die Ausdehnung von Menschen, Ideen, Gedanken und Informationen verstehen. Triebkraft für globale Kontaktausweitung stellen die Verbreiterung und Vergünstigung von Telefonie und Internet sowie von Massenmedien dar. Wichtig für die globale Ökonomie sind die Migrationsströme resultierend aus diversen Push- und Pull-Faktoren wie Konflikte, Armut oder Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften.

Die politische Dimension ist von der Ausweitung politischer Verbindungen, Macht und Aktivitäten gekennzeichnet. Supranationale Institutionen gewinnen aus der Notwendigkeit heraus das globale System zu regulieren an Bedeutung. Die großen Akteure stellen die WTO, der IMF, die Weltbank und die Integrationsräume sowie die NGOs dar. Ökologische Aspekte treten in Form von politischen Reaktionen auf ökonomische Aktivitäten in Erscheinung (Ebenthal 2009).

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Details

Seiten
30
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656261858
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v199964
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
Schlagworte
voraussetzungen globalisierung jahren konsequenzen wirtschaftsentwicklung dritten welt

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