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Medien Im Deutschunterricht - Führt der Einsatz von Medien im Deutschunterricht zur Steigerung der Lernmotivation?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 14 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Definitionen
3.1 Medien, Unterrichtsmedien und neue Medien
3.1.1 Medien
3.1.2 Unterrichtsmedien
- Medien als Hilfsmittel im Unterricht
- Medien als Lernprojekte im Unterricht
3.1.3 Massenmedien
3.1.4 Neue Medien

4. Der Begriff Motivation

5. Medien im Deutschunterricht
5.1 Internet im Deutschunterricht

6. Medienpädagogik im Berliner Lerhplan
6.1 Kinder-und Jugendliteratur in der heutigen Medien- Gesellschaft
6.2 Leseförderung als Beispiel

7. Fazit

2 Einleitung

Es gibt in den deutschen Schulen kein Fach, welches sich ausdrücklich mit Medien und deren Nutzung beschäftigt und das sich als Ziel setzt, den Schülern das Erlangen einer umfassenden Medienkompetenz zu ermöglichen. Die „Lasten“ dieser Aufgabe liegen demnach auf den Schultern mehrerer Schulfächer, wie Kunst, Musik oder Informatik, aber eben auch auf denen des Faches Deutsch. Medienkompetenz stellt sich in diesem Sinne als fächerübergreifendes allgemeines Lernziel dar.1Über Jahrhunderte waren fast ausschließlich Text- bzw. Printmedien (v.a. das Buch) und mit Einschränkungen das Medium Bild die Medien, die in Gesellschaft und Schule eine Rolle spielten. Im Laufe des letzten Jahrhunderts kamen jedoch - im Vergleich zu den vorhergehenden Jahrhunderten - durch den technischen Fortschritt mit rasantem Tempo neue (auditive, visuelle, audiovisuelle und digitale) Medien hinzu, welche die Gesellschaft und somit auch die Schule und den Unterricht veränderten. In den 1920er Jahren waren dies zunächst das Radio und das Kino, nach dem 2. Weltkrieg kam das Fernsehen hinzu, das bis heute das dominante Medium in der Lebenswelt der meisten Menschen ist, und seit dem Ende des 20. Jahrhunderts spielen die durch PC & Internet entstandenen elektronischen bzw. digitalen (multimedialen) Medien eine bedeutende Rolle.2 Im Alltag der Menschen hat somit eine enorme Erweiterung des genutzten Medienensembles stattgefunden und infolge dessen ist der Medienkonsum der Menschen erheblich gestiegen.3 Deshalb wird häufig von einer „Mediengesellschaft“, in der Menschen heutzutage leben, und von der „Medienrevolution“ durch die neuen Medien gesprochen. Dabei „gehört es zu den Aufgaben der Schule, dabei mitzuwirken, die Kinder und Jugendlichen auf die Anforderungen der Mediengesellschaft vorzubereiten.“4

Die vorliegende Arbeit soll zunächst einen kurzen Einblick in die Motivation bzw. die Lernmotivation geben, weil dieser im Lernprozess ein erheblicher Stellenwert zukommt. Nach kurzen Begriffsdefinitionen der einzelnen Themenbereiche, wie Medien, Unterrichtsmedien und Neue Medien, werde ich mich hauptsächlich damit auseinandersetzen, wie man Motivation bei Schülerinnen erzeugen kann. Dies gelingt u. a. über einen abwechslungsreichen und gezielten Medieneinsatz. Die Medien, die im Allgemeinen für den Einsatz im Deutschunterricht geeignet sind, sollen zunächst besprochen werden. Das Internet wird dabei als ein neueres und immer wichtiger werdendes Medium etwas eingehender betrachtet. Darüber hinaus habe ich die Lehrpläne für die Berliner Schulen mit Differenzierung der Primarstufe und der Sekundarstufe 1 und 2 im Hinblick auf die Medienpädagogik genauer untersucht: In wiefern spielt dieser Themenbereich hier eine Rolle und in wie weit soll er in den Deutschunterricht integriert werden? Anschließend gehe ich auf drei Themenbereiche der Medienpädagogik genauer ein. Ich werde dann die Stellung der Kinder- und Jugendliteratur in einer multimedialen Gesellschaft skizzieren und widme mich der Leseförderung, wobei es um die Konkurrenz zwischen dem traditionellen Printmedium des Buches und dem audio-visuellen Medium Fernsehen gehen wird. Abschließend werde ich die Ausführungen zusammenfassend reflektieren und versuchen, Anregungen für einen zukünftigen, kompetenten Deutschunterricht zu geben.

3 Definitionen

Ziel der folgenden Erläuterungen und Definitionen ist es, ausgewählte für die Arbeit relevante Begriffe und Themenfelder zu charakterisieren und begriffliche sowie inhaltliche Klärung zu schaffen. Im Bereich der medienpädagogischen Themenfelder stellt die Auswahl der Begriffe eine Selektion von mir für den Kontext als relevant eingestufter Themen (-bereiche) dar. Die Ausführungen enthalten jeweils an passender Stelle begründete und kritische Verknüpfungen zu dem Deutschunterricht der Sekundarstufe I.

3.1 Medien, Unterrichtsmedien und neue Medien

3.1.1 Medien

Auf der Suche nach einer Definition für Medien trifft man auf äußerst unterschiedliche Ausführungen. Barsch (2008) stellt fest, dass es sich „bei Medienbegriffen jeweils um Modellvorstellungen handelt, die in Abhängigkeit von wissenschaftlicher Disziplin und Erkenntnisinteresse zentrale Merkmale hervorheben“.5 Die unterschiedlichen Medienbegriffe an dieser Stelle einzeln vorzustellen, würde den Rahmen der Arbeit sprengen. Daher werde ich mich auf die in Bezug auf Schülerinnen und Deutsch-Unterricht relevant erscheinenden Gruppierungen und deren Definitionen beschränken. Dazu wird im Folgenden die Einteilung in Unterrichtsmedien, Massenmedien und Neue Medien vorgenommen und die jeweiligen Begriffe werden näher beleuchtet.

3.1.2 Unterrichtsmedien

Im pädagogischen Sprachgebrauch werden Medien nach Hüther (2004) als „die Gesamtheit der technischen Hilfsmittel bezeichnet, die didaktisch geplant zur Verbesserung von Lehr- und Lernsituationen dienen.“6Nach dieser Definition fallen ebenso Tafel und Kreide, wie auch Sprachlabore, Computerprogramme, interaktive Lernsysteme etc. unter den Medienbegriff. Dieser eigentlich weit gefasste Medienbegriff schließt jedoch nicht mit ein, dass Medien im Unterricht selbst im Zentrum des Lehrens und Lernens stehen können und es Ziel eines Unterrichts sein kann, sich primär mit den Funktionen und Eigenschaften der Medien zu beschäftigen sowie den Umgang mit Medien als eine Unterrichtsmethode zu fordern.

Grundbegriffe Medienpädagogik. München 2004, S. 210

Diese Unterscheidung zur grundsätzlichen didaktischen Funktion von Medien im Unterricht führt zu einer Differenzierung und Zweiteilung des Begriffs. So treten Medien im Unterricht zum einen direkt als Lernobjekte auf, zum andern dienen sie als Hilfsmittel, um Lernprozesse unterstützend zu begleiten, zu ermöglichen oder zu fördern.7

- Medien als Hilfsmittel im Unterricht

Hierunter fallen Gerätschaften, die sekundär zum Einsatz kommen, um den Umgang mit anderen primären Lernobjekten zu ermöglichen, zu erleichtern oder zu fördern. Steht also nicht das verwendete Medium selbst im Vordergrund des Unterrichts, sind die Lernziele und das, was erreicht werden soll, nicht darauf ausgerichtet, dass sich Schüler primär mit dem eingesetzten Medium auseinander setzen und somit nicht die Beschäftigung mit dem Medium selbst zum Unterricht wird, ist von Medien als Hilfsmittel, die im Unterricht dienen, zu sprechen.8

- Medien als Lernobjekte im Unterricht

Stellen Medien selbst die primären Lernobjekte eines Unterrichts dar, ist eine Unterscheidung zwischen „originalen“ und „informationellen“ Lernobjekten zu machen. Während ein Original der Lerngegenstand selbst ist und eine „unvermittelte sinnliche Erfahrung“ ermöglicht (z.B. natürliche Gegenstände oder Artefakte), spiegeln Medien als „informationelle Objekte“ den Lerngegenstand in analoger oder symbolischer Darstellung (z.B. Texte, Modelle, Abbildungen etc.).9

3.1.3 Massenmedien

Bei der Begriffsbestimmung ist es zunächst wesentlich, auf die Unterscheidung zwischen den technischen Apparaten, den Übertragungswegen, den Produktionsstätten und den Programmen hinzuweisen. Sie alle gehören zum System der Massenmedien, welches weitergehend in auditive-, visuelle-, audio-visuelle- und Print-Massenmedien unterteilt wird. Der Wortteil „Masse“ ist auf die Vielzahl der produzierten Aussagen und Nachrichten, Bilder etc., die Anzahl der erreichbaren Rezipienten und die im Blickpunkt stehende Öffentlichkeit zurückzuführen.10 Massenmedien richten sich an ein heterogenes und unbestimmtes Publikum und sind für jedermann prinzipiell zugänglich. Zu den Merkmalen von Massenmedien gehört zudem eine hierarchische Struktur, d.h. die Richtung der Informationsvermittlung, nämlich immer vom Produzenten zum Rezipienten, welche auf indirektem Weg erreicht werden, ist vorgegeben.11

[...]


1 Brigitta Hamann: Grundfragen der Literaturdidaktik und zentrale Aspekte des Deutschunterrichts. Frankfurt am Main 2009, S. 53

2 Vgl.: Microsoft Encarta Enzyklopädie 2008: Medien.

3 Vgl.: Petra Josting: Medienkompetenz im Literaturunterricht. In: Rösch, Heidi (Hg.): Kompetenzen im Deutschunterricht. Beiträge zur Literatur-, Sprach- und Mediendidaktik. Frankfurt am Main 2005, S.72

4 Susanne Barth: Medien im Deutschunterricht. In: Praxis Deutsch. Heft 152 1999, S. 12

5 Achim Barsch: Mediendidaktik Deutsch. Paderborn 2008, S. 16

6 Vgl.: Jürgen Hüther: Mediendidaktik. In: Hüther, Jürgen; Schorb, Bernd; Brehm-Klotz, Christiane:

7 Vgl.: Barsch 2006, S. 25

8 Vgl.: Barsch 2006, S. 26

9 Vgl.: Ebd., S. 25f

10 Vgl.: Baacke, Dieter: Massenmedien. In: Hüther, Jürgen; Schorb, Bernd; Brehm-Klotz, Christiane: Grundbegriffe Medienpädagogik. München 2009, S. 210

11 Vgl.: Barsch 2006, S. 22

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656256502
ISBN (Buch)
9783656257066
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v199430
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
Schlagworte
medien deutschunterricht führt einsatz steigerung lernmotivation

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