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Die Wortbildung des Deutsch-Arabischen: Ein Überblick

Wissenschaftliche Studie 2012 19 Seiten

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definitionsbegriff „Wort“ im Deutschen und Arabischen
2.1. Wort im Deutschen
2.2 Verzeichnis der Symbole
2.3. Zur Transkription
2.3.1. Die Vokale
2.4. Wort im Arabischen

3. Zum Gegenstand Wortbildung
3.1. Begriffsbestimmung „Wortbildung“ im Deutschen
3.2. Bestimmung von „Wortbildung“ im Arabischen
3.3. Wortschöpfung

4. Wortbildung im Deutschen und Arabischen

5. Deutsche Ableitung
5.1. Ableitung im Arabischen

6. Kompositum im Deutschen

7. Wortgruppe

8. Kompositum im Arabischen

9. Schluss

10. Literaturverzeichnis

Die Wortbildung des Deutsch-Arabischen

Ein Überblick

1. Einleitung

Die Untersuchung der Wortbildung im Deutschen und im Arabischen lässt uns zunächst fragen, was ein Wort ist und wie Wörter entstehen.

Zur Verdeutlichung der Entstehung eines Wortes kann man weit in der Sprachgeschichte zurückgehen, worüber auch einige Hypothesen existieren, z.B. folgende: ein Wort besteht entweder aus einem einzelnen lexikalischen Morphem oder aus einem einzelnen grammatikalischen Morphem.

Im Folgenden soll nun gefragt werden, was ein Wort und was Wortbildung ist:Zur Beantwortung der Fragen möchten wir zudem im Anschluss einen Vergleich zwischen dem Deutschen und dem Arabischen ziehen.

2. Definitionsbegriff „Wort“ im Deutschen und Arabischen

Jeder Linguist versucht diesen Begriff gemäß seiner jeweiligen Theorie oder theoretischen Richtung zu definieren:

Bestimmt der eine den Begriff „Wort“ als eine Menge von Konsonanten und Vokalen mit Bedeutung, so bestimmt ihn ein anderer als Zeichen und als Sammlung von Vokalen und Konsonanten mit Syntax und Semantik.

Es ist also darauf hinzuweisen, dass eine klare Definition schwierig ist.

2.1 Wort im Deutschen

In ihrem Buch „Linguistisches Grundwissen“ bestätigt Danièle Clement diese Schwierigkeit wie folgt:

„Unklar ist zunächst, was das Wort selbständig auf sprachliche Einheiten bezogen

bedeuten kann. Vermutlich ist syntaktische Selbständigkeit gemeint, aber dann muss man wissen, in welchem syntaktischen Rahmen man sich bewegt. Ist gemeint, daß ein Wort unterschiedliche Funktionen im Satz ausüben kann? Oder ist „selbständig“ orthographisch (ohne Spatien) gemeint? Oder morphologisch.“

(Danièle Clément 19: 1996)

Um diese Unklarheit zu vermeiden, führt Clément allgemein aus, dass der Begriff „Wort“ als kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache bzw. als Morphem zu verstehen ist, da man das Wort als Morphem nicht ohne Bedeutung segmentieren kann.

Man kann z.B. das Wort „ Schwester “ nicht aus <Schwes> und <ter> segmentieren, denn jedes Element hat keine Selbstbedeutung im Vergleich zum Wort „Schwesternschaft“ (= die Gemeinschaft von Nonnen im Kloster).

Dies zeigt, dass das Morphem die kleinste bedeutungstragende sprachliche Einheit ist und wenn es selbständig auftritt, auch gleichzeitig ein „Wort“ ist. Dies bedeutet auch, dass Wörter aus einem Morphem bestehen können.

2.2 Verzeichnis der Symbole

= : Bedeutungsvergleich

/0/ : Es gibt Keine eigene Übersetzung

O : Vokalosigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Zur Transkription

Für die Transkription der arabischen Sprache (bzw. das Marokkanische), wird es hier

in einer Tabelle die Umschrift und die Aussprache der Konsonanten und Vokale aufgelistet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3.1. Die Vokale

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Baalla 2010:14)

2.4 Wort im Arabischen

„Scheikh Mostafa Elghilany“ sagt über das Wort:

“الكلمة: لفظ يدل على معنى مفرد.وهي ثلاثة أقسام: اسم وفعل وحرف“

(Elghilany, Mostafa 9: 1995)

Nach „Scheikh Mostafa“ Elghilany teilt sich das Wort im Arabischen in drei Hauptgruppen: Nomen, Verben und Partikeln.

Ein Wort entsteht im Arabischen also durch die Kombination zwischen der bedeutungstragenden Wurzel und einer bestimmten Form, die auch Verbalstamm genannt werden kann. Die Wurzel "ktb" ist beispielsweise mit der Idee des Schreibens verkoppelt. Diese drei Konsonanten werden aber erst zu einem verwendbaren Wort, wenn sie ihre Platz innerhalb einer bestimmten Form eingenommen haben, z.B.: kataba ( = er schreibt); kutiba ( = es wurde geschrieben); ka:tib (= einer der schreibt, ein Schreiber oder ein Autor) und; maktu:b (der Schreibende = etwas, das geschrieben ist, das Geschriebene, also auch der Brief); maktab ( = ein Ort, wo geschrieben wird, also Schreibtisch, Büro).

(vgl. Krotkoff, Georg, 1976: 607)

3. Zum Gegenstand Wortbildung

3.1 Begriffsbestimmung „Wortbildung“ im Deutschen

Wenn aus den Stammwörtern aber neue Wörter gebildet werden, nennt man diese Erscheinung „Wortbildung“.

Nach Auffassung von „W. Fischer“ und „W. Motsch“ heißt es: „Wortbildung ermöglicht einerseits die Produktion von Zeichenkombinationen in der Wirtschaftsstruktur; hierin liegt eine gewisse Parallelität zur Konstruktion von syntaktischen Wortverbindungen (Wortgruppe) und Sätzen, und damit ist eine Beziehung zur Syntax gegeben. Anderseits wird ein großer Teil solcher komplexen Wörter zur festen Wortschatzeinheit, wird im Wortschatz gespeichert […..]. So erklärt sich die Auffassung vom Doppelcharakter der Wortbildung: Schaffung von Benennungseinheit und Bildung syntaktischer Parallelkonstruktionen“

(Fleischer und Motsch 1982: 62).

Halten wir fest, dass uns der Begriff „Wortbildung“ einerseits zum Gegenstand der Entwicklung des produktiven Wortschatzes und anderseits zur Wortstruktur führt, d.h., die Wortbildungslehre untersucht die Typen und Muster von Wörtern, vor allem die Produktiven.

Sie ist ein Teil der Grammatik und gehört gleichzeitig zur Morphologie, teilweise aber auch zur Syntax, wie z.B.:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Fleischer: 1974: 30-31)

Es ist aber nicht einfach, den Begriff „ Wortbildung“ zu definieren, denn es gibt eine Vielzahl theoretischer Ansätze, die sich von Sprachwissenschaftler zu Sprachwissenschaftler unterscheiden.

Je mehr verschiedene Theorien es nun aber über die Wortbildung gibt, desto weniger Gemeinsamkeiten lassen sich zwischen diesen Theorien feststellen.

In dieser Hinsicht erläutert „W. Fleischer“ auch die Problematik der Wortbildungsdefinition indem er schreibt: „Der Terminus –Wortbildung- weist auf das Wort als eine Grundeinheit hin, über deren Definition jedoch bisher keine Einigung besteht. Gelegentlich wurde das Wort sogar als eine Fiktion, eine Abstraktion bezeichnet; […..].“

( Fleischer 1974: 30-31).

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Details

Seiten
19
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656257288
ISBN (Buch)
9783656257790
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v199336
Institution / Hochschule
Universität Hassan II. Casablanca
Note
Schlagworte
Affixe Konfix Wortbildung Komposita Ableitung Wortgruppe Wortschöpfung Deverbativa Desubstantiva Deajektiva Arabisch Zusammenrückung Zusammensetzung

Autor

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