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Konflikte im Arbeitsumfeld

Seminararbeit 2012 13 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Theoretischer Hintergrund

2 Begriffseingrenzung
2.1 Konflikt
2.2 Konfliktmanagement

3 Sichtweisen von Konflikten
3.1 Negative Sicht von Konflikten
3.2 Positive Sicht von Konflikten

4 Unterteilung der Konflikte
4.1 Konfliktebenen
4.2 Konfliktarten

5 Konfliktmangement
5.1 Konflikte erkennen
5.2 Techniken zur Konfliktlosung

6 Diskussion

7 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soil die Fragestellung behandelt werden welche Sichtweisen und Arten bei Konflikten auftreten und welche Moglichkeiten zur Konfliktbewaltigung in der Arbeitswelt derzeit bestehen.

1.1 Theoretischer Hintergrund

In diesem Kapitel wird der theoretische Hintergrund des sozialen Konfliktes vorgestellt.

Bereits 1931 entwickelte Kurt Lewin die drei Grundfalle einer Konfliktsituation. Beim Aufsuchen-Aufsuchen-Konflikt muss man sich zwischen zwei Zielen, die beide eine ungefahr gleich starke positive Anziehungskraft (Valenz) aufweisen, entscheiden. Der Meiden-Meiden-Konflikt stellt einem vor die Situation sich zwischen zwei ungefahr gleich starken Lasten entscheiden zu mussen. Beim Aufsuchen-Meiden-Konflikt hat man die Wahl zwischen einer gleichzeitig abstoBenden und anziehenden Situation, was z. B. bei einer Heirat vorkommen kann. 1938 erganzten Hovland und Sears diese Grundfalle um eine weitere Konfliktsituation. Dabei handelt es sich um den sogenannten doppelten Aufsuchen- Meiden-Konflikt oder doppelten Ambivalenz-Konflikt. Es geht um die Entscheidung zwischen zwei Zielen, die sowohl positive als auch negative Aspekte vereinen. Die Berufswahl ist dafur ein gutes Beispiel (Psychologie-Seiten.de, 2009).

2 Begriffseingrenzung

2.1 Konflikt

Maier und Bartscher (2012) definieren einen Konflikt als „Prozess der Auseinandersetzung, der auf unterschiedlichen Interessen von Individuen und sozialen Gruppierungen beruht und in unterschiedlicher Weise institutionalisiert ist und ausgetragen wird“ (S. 1).

Glasl (1999) hingegen bezog sich auf den sozialen Konflikt und definierte ihn als eine

Interaktion

- zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.) wobei wenigstens ein Aktor
- Unvereinbarkeiten im Denken / Vorstellen / Wahrnehmen und /oder Fiihlen und / oder Wollen
- mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeintrachtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktore) erfolge. (S. 14/15)

Wenn diese Bedingungen nicht alle zutreffen handelt es sich nach Glasl (1999) nicht um einen sozialen Konflikt sondern um eine Unvereinbarkeit im Denken bzw. Fuhlen / Wollen / Handeln.

2.2 Konfliktmanagement

Unter Konfliktmanagement versteht Bartscher (2012) die „Feststellung, Steuerung und Regelung von Konflikten durch spezifische Handhabungsformen, etwa Verhandlung, Vermittlung, Schlichtung einschlieBlich Zwangsschlichtung“ (S. 1).

Die Definition laut Dudenverlag (2012) ist die „Gesamtheit der MaBnahmen zur Losung politischer, wirtschaftlicher oder zwischen verschiedenen Personen bestehender personlicher Konflikte“ (S. 1).

3 Sichtweisen von Konflikten

3.1 Negative Sicht von Konflikten

Eine negative Beurteilung von Konflikten entsteht immer dann wenn das Bestehen der institutionellen Ordnung in den Vordergrund der Aufmerksamkeit gestellt wird (z. B. burokratische Organisationen). Das Konfliktverhalten kann somit auf ein starres und unflexibles System hindeuten. Je starrer die Organisationsstrukturen sind, desto weniger kommt eine Auseinandersetzung in Frage und desto mehr entwickelt sich eine Vermeidung und Verschiebung des Konfliktes (Hugo-Becker & Becker, 2004).

Wimmer R. (2006) hingegen gibt einen generellen Uberblick uber die negative Sicht von Konflikten in Organisationen ohne auf die Organisationsstruktur einzugehen. Als Voraussetzung fur eine Konfliktentstehung wird die subjektiv wahrgenommene Ungerechtigkeit gesehen. Dauerhafte Konflikte schwachen Geist und Korper und sind der Hauptgrund fur Stress und Burn-out in der Arbeitswelt. Das Betriebsklima leidet darunter und es entstehen zunachst versteckte Betriebskosten. Sichtbar werden sie in endlosen Meetings, schlechter Qualitat, Ruckzug, Schweigen, unzuverlassigem Verhalten und unterlassenen Ruckrufen. Wenn die Konflikte nicht aktiv gelost werden, verschwinden sie nicht von alleine und konnen zum Verlust des Kundenstammes und zu groBen Kosten fur die Organisation fuhren.

3.2 Positive Sicht von Konflikten

Konflikten ist allerdings auch sehr viel Positives abzugewinnen. Sie konnen die Unterschiede in Gruppen, Teams oder Organisationseinheiten aufzeigen und somit positive Veranderungen hervorrufen. Mitarbeiter stellen dabei fest, dass sie in einem anderen Unternehmen besser aufgehoben sind und kundigen. Unter bestimmten Umstanden kann ein Konflikt auch als Trittbrett fur eine Karriere dienen. Diese Unterschiede bewirken also das erneute Herstellen einer Einheit. Und letztlich wird das Gruppenverhalten an sich durch Konflikte gesteuert. Konflikte bewirken ebenso Komplexitat, da bei Wortgefechten die Interessen, Vorlieben und Bedurfnisse unverblumt bekundet werden. Somit wird erst die komplexe Natur des Individuums sichtbar. Wissenschaftliche Erkenntnisse waren ohne permanente Auseinandersetzungen kaum moglich. Konflikte lassen aber ebenso Gemeinsamkeiten in der Gesellschaft entstehen. Nur durch das Unterordnen der eigenen Interessen funktioniert die Demokratie und wird dem Gemeinwohl gedient (Bohm, 2003; Wimmer R., 2006; Bartscher & Maier, 2012).

In Konflikten steckt also sehr viel Veranderungspotential und somit Fortschritt und Weiterentwicklung (Bohm, 2003; Wimmer R., 2006, Hugo-Becker & Becker, 2004; Bartscher & Maier, 2012).

Bohm (2003) fuhrt weiterhin aus, dass Konflikte die Aufmerksamkeit auf Probleme lenken, den Willen zur Veranderung starken und den dafur notigen Druck verursachen. Zusatzlich dazu verstarken Konflikte die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Gruppenmitglieder lernen wie sie besser und effektiver in schwierigen Arbeitssituationen miteinander umgehen konnen. Das fuhrt wiederrum zu einem starken Gruppenzusammenhalt und bringt Abwechslung ins (Arbeits-)leben. Kontroverse Ansichten konnen der Grund sein die eigenen Kenntnisse und Fahigkeiten auszuweiten und rufen ebenso kreative Leistungen hervor. Konflikte ermoglichen es mit uns und den anderen in engeren Kontakt zu treten, mehr Verstandnis fur die Gegenposition zu gewinnen und somit bessere Entscheidungen zu treffen. Dies wirkt sich wiederrum unterstutzend auf die Entwicklung der Personlichkeit aus. Bei genugend Distanz der Parteien konnen im besten Fall Konflikte, aufgrund des spannungsgeladenen Diskutierens, ebenso SpaB bereiten.

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Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656254058
ISBN (Buch)
9783656255055
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v198882
Institution / Hochschule
Universität Wien – Psychologie
Note
1
Schlagworte
Konflikt ; Mangement; Lösung; Konfliktarten; Konfliktebenen;

Autor

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Titel: Konflikte im Arbeitsumfeld