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Wissensmanagement - Unternehmen im Wandel der Globalisierung

Hausarbeit 2011 13 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissensmanagement

3. Definition

4. Wissen und Information
4.1. Explizites Wissen
4.2. Impliziertes Wissen

5. Fallbeispiel

6. Bausteine des Wissenmanagements
6.1. Wissensziele
6.2. Wissensidentifikation
6.3. Wissenserwerb
6.4. Wissensentwicklung
6.5. Wissensverteilung
6.6. Wissensnutzung
6.7. Wissensbewahrung
6.8. Wissensbewertung

7. Methoden des Wissensmanagements
7.1. Lessons Learned
7.2. Wiki-Systeme

8. Mitarbeiter und Wissensmanagement

Quellen

1. Einleitung

Die Globalisierung der Weltwirtschaft stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Bedingt durch die Megatrends sind Unternehmen gezwungen heute viel internationaler zu denken und zu handeln als in der Vergangenheit.

Zu nennen ist an dieser Stelle die Internationalisierung und Liberalisierung des Handels und der dadurch resultierende harte Wettbewerb durch die ansteigende Anzahl von Mitbewerbern auf den heimischen und globalen Märkten.

Ein Grund für diesen intensiven Wettbewerb ist die Sättigung vieler Märkte und die aufgrund neuer Medien entstandenen Transparenz. Jedoch hat sich auch das Kaufverhalten der Kunden stark geändert. Produkte und Dienstleistungen sind in einer großen Anzahl vorhanden und können bei geringsten Qualitätsminderungen mit einem vergleichbaren Konkurrenzprodukt substituiert werden. Um sich von der Konkurrenz abzugrenzen sind Unternehmen gezwungen ihre Produkte und Dienstleistungen zu differenzieren und die Produktlebenszyklen zu verkürzen. Der wirtschaftliche Alltag in der globalisierten Welt ist geprägt von Fusionen, Insolvenzen, Neugründungen und Entlassungen.

Um sich erfolgreich behaupten zu können müssen die Unternehmen zunehmend mehr Risiko eingehen und/oder ihre bisherigen Strategien ändern bzw. anpassen. Die Anforderungen an die strategische Ausrichtung der Unternehmen müssen sich daher an die wirtschaftlich relevanten Megatrends anpassen.

Es stellt sich die zentrale Frage mit welchen Managementtechniken ein Unternehmen optimal strategisch ausgerichtet werden kann um diesen Megatrends gerecht zu werden und um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.

Wie obig angesprochen, müssen die Unternehmen zunehmend Risiken auf sich nehmen, ihr unternehmerisches Handeln anpassen, und sich von Mitbewerbern differenzieren. In der strategischen Ausrichtung spielt die Managementtechnik "Wissensmanagement" eine übergeordnete Rolle. In dieser Hausarbeit wird die genannte Managementtechnik vorgestellt.

2. Wissensmanagement

Neben den klassischen Produktionsfaktoren Arbeit, Werkstoffe und Betriebsmittel wird Wissen in Organisationen zunehmend als gleichwertiger, für den Unternehmenserfolg ebenso wichtiger Produktions- und Wettbewerbsfaktor betrachtet.

Der strukturelle Wandel von arbeits- und kapitalintensiven zu informationsintensiven Aktivitäten führt zu einer Angebotsverlagerung auf wissensintensive Dienstleistungen und intelligente Güter.[1]

Oft wird aber auch das Potential der Ressource „Wissen“ nicht richtig erkannt. So fehlt es häufig an der Transparenz, welche Kenntnisse die eigenen Mitarbeiter besitzen. Somit liegen Wissensresourcen brach, die zum Erreichen von Unternehmenszielen und zur Beschleunigung von Geschäftsprozessen eingesetzt werden könnten.

Zudem führt die mangelnde Transparenz dazu, dass dem Unternehmen mit dem Ausscheiden von Mitarbeitern wertvolles Wissen verloren geht.[2]

Die Ressource Wissen kann dazu dienen die Qualität der Produkte zu erhöhen, Entscheidungen gezielter zu treffen, eine Verbesserung der Kundennähe als auch verbesserte Innovationsfähigkeit.[3]

Zur Zeit der zunehmenden Globalisierung, in der die Anzahl der Mitbewerber ansteigt und damit die Innovationen rasant ansteigen, verliert das einst erworbene Wissen immer schneller an Wert.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken und zur Sicherung des nachhaltigen Unternehmenserfolgs, sollte das Management von Wissen ein zentraler Bestandteil der strategischen Unternehmensführung sein.

3. Definition

Man kann Wissen definieren als „das Netz aus Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die jemand zum Lösen einer Aufgabe einsetzt“[4]

4. Wissen und Information

Wissen entsteht, indem Informationen von einer Person interpretiert und in einen bestimmten Kontext verknüpft werden. Neues Wissen kann also durch Interpretation und Verknüpfung verschiedener Informationen neu generiert werden.[5]

Die Nachfolgende Abbildung soll die Abgrenzung einzelner Schlagworte verdeutlichen und zum Wissensverständnis beitragen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(bild: Müller-Vorbrüggen, Michael/Falk, Samuel: Warum Sie Zukunft als Wissensmanager haben, PERSONALmagazin, Heft 02/2006, S.16-18.)

4.1. Explizites Wissen

Wissen differenziert sich in explizites und implizites Wissen. Diese Unterscheidung ist eines der zentralen Elemente des Wissensmanagements.

Explizites Wissen ist das Wissen, welches ein Individuum mit Worten beschreiben kann und somit nach außen trägt (z. B. Informationen, die in Theorien, Formeln, Handbüchern, Plänen usw. niedergelegt sind).

4.2. Impliziertes Wissen

Implizites Wissen ist das Wissen, welches ein Individuum in seinem Inneren bewahrt und nur schwer in Worte zu fassen ist (z. B. Erfahrungen, Fertigkeiten und Einstellungen).

Der/die Facharbeiter/in weiß, wie sich eine Maschine anhört, deren Werkzeuge gewechselt werden muss. Er/sie kann aber das Geräuschmuster nicht beschreiben, das Wissen ist implizit.

Die Herausforderung des Wissenmanagements besteht darin das Implizierte Wissen, also Erfahrungen und Intuitionen greifbar zu machen.[6] Um auch bei Ausscheiden eines wertvollen Mitarbeiters weiterhin erfolgreich agieren zu können, muss das Wissen dem Unternehmen unabhängig von Personen zur Verfügung gestellt werden. Die Voraussetzung, um diese Herausforderung bewältigen zu können, besteht in der Umwandlung des implizierten Wissens in expliziertes Wissen.

5. Fallbeispiel

Um dem nächsten Kapitel einen Praxisbezug zu geben, möchten wir im Nachfolgenden die Theorie mit einem Fallbeispiel verknüpfen.

Hierbei geht es um eine Reederei in welcher einer der Verfasser dieser Arbeit mehrere Jahre tätig war. Das Unternehmen bereedert 20 Schiffe in weltweiter Fahrt. Der Betrieb beherbergt das nautische- technische- Management der Schiffe, sowie die Buchhaltung, Controlling, Einkauf und eine IT-Abteilung im eigenen Gebäude. Die Befrachtung/Vercharterung wurde Fremdvergeben.

Kennzeichnend für den Betriebsablauf ist, dass jeweils einem Schiff ein Techniker, ein Nautiker und ein Einkäufer zugeordnet waren. Diese haben sich um den technisch einwandfreien Zustand des Schiffes, Ausrüstung, Zertifikate, Personal, Versorgung mit Ersatzteilen sowie Proviant, und innerbetrieblichen Kontrollen gekümmert.

Im Zwischenbetrieblichen Vergleich wurde erkannt, dass die eigene Kernkompetenz, das bereedern von Seeschiffen, nicht effizient war. Gerade in technischer Hinsicht, aber auch durch die allgemeine Organisation und Koordination wurden unverhältnismäßig hohe monetäre Mittel aufgewandt um den reibungslosen Schiffsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Um die beschriebene Situation zu verbessern wurden unter anderem Instrumente des Wissenmanagements aufgegriffen, auf die wir in den nächsten Abschnitten eingehen werden.

6. Bausteine des Wissenmanagements

Die Bausteine des Wissensmanagements nach Probst sind ein verbreitetes Modell und eine leicht anwendbare Methode um Wissen zu managen.

Folgende Bestandteile sind relevant.

6.1. Wissensziele

Am Beginn eines jeden Wissensmanagementprozesses

steht die Festlegung der Wissensziele.

In unserem Fallbeispiel heißt das Ziel: Verbesserung der betrieblichen Leistungserbringung, Organisation und Koordination.

6.2. Wissensidentifikation

Jedes Unternehmen muss Transparenz darüber schaffen, welches relevante Wissen für die Erreichung der Wissensziele im Unternehmen selbst vorhanden ist. Orte und Träger von Daten müssen identifiziert werden.

In unserem Fallbeispiel lässt sich das Wissen nach folgender Gliederung auflisten:

Technik: Wartung der Schiffsbetriebstechnik und Ausrüstung, technische Kontrollen.

Nautik: Zertifikate, nautische Regularien, Personal, nautische Kontrollen.

Einkauf: Versorgung mit Ersatzteilen sowie Proviant.

6.3. Wissenserwerb

Vor dem Hintergrund der eigenen Wissenspotenziale ist zu entscheiden, auf welchen Feldern zusätzliches externes Wissen erworben werden muss. Dies kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen. Zu den Methoden des Wissenserwerbs gehören Strategien des Personalrecruitings, Kooperation mit anderen Unternehmen, Kooperation

mit Forschungseinrichtungen sowie der Einkauf von externen Berater/innen.

6.4. Wissensentwicklung

Neben dem Erwerb von externem Wissen gehört die Weiterentwicklung der eigenen Wissensbasis zu den zentralen Aufgaben des Wissensmanagements. Strategien sind hierbei der Aufbau von Projektteams, die Entwicklung von geeigneten Weiterbildungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen

etc. Diese Fragestellung wird häufig auch unter dem Begriff des „organisationalen Lernens“

behandelt.[7]

[...]


[1] Vgl. Wilke, 1998, S.1

[2] Vgl. Simon, 2005, S. 312

[3] Vgl. Prange, 2002, S.1.

[4] Vgl. Herbst 2000, S.9

[5] Vgl. Simon, 2005 S. 314

[6] Vgl. Geldermann, 2006, S.320-325

[7] Vgl. Probst, 2006, S.25

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656254133
ISBN (Buch)
9783656255635
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v198728
Institution / Hochschule
Deutsche Außenhandels- und Verkehrsakademie DAV Bremen
Note
1,4
Schlagworte
wissensmanagement managementtechniken management technik globalisierung informationsmanagement

Autor

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Titel: Wissensmanagement - Unternehmen im Wandel der Globalisierung