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Unterrichtsstunde: Freiheit und Herrschaft - Thema Verteilungsgerechtigkeit, Nahrung

Unterrichtsentwurf 2009 20 Seiten

Didaktik - Politik, politische Bildung

Leseprobe

Inhalt

1. Bedingungs- und Situationsanalyse

2. Fachwissenschaftliche Analyse

3. Fachdidaktische Analyse

4. Methodische Überlegung

5. Unterrichts- und Lernziele
a. Kognitive Lernziele:
b. Formale und prozessuale Lernziele

6. Zugang zur Thematik und zu erwartende Vorkenntnisse

7. Verlaufskizze:

8. Anhang: Arbeitsmaterialien (in chronologischer Reihenfolge)

Literaturverzeichnis

1. Bedingungs- und Situationsanalyse

In die Bedingungsanalyse gehören alle Informationen, die das didaktische Bedingungsfeld abgrenzen. Da dies ein fiktiver Unterrichtsentwurf ist, kann keine Analyse der Klasse und ihrer Strukturen stattfinden. Für die Vollständigkeit der Arbeit sollen hier trotzdem die bei der Planung zu beachtenden Faktoren aufgeführt werden.

- Wie sehen die vorgegebenen Schul- und Klassenverhältnisse aus?
- Welche Lernvoraussetzungen sind gegeben? (Motivation, Arbeitshaltung, Sozial-, Lehrer- und Lernverhalten, Klassenatmosphäre, etc.)
- Auf welchem Entwicklungsstand müssten sich die Schüler aus allgemeiner psychologischer Sicht befinden? Auf welchem Stand befinden sie sich tatsächlich?
- Gibt es Verhaltensauffälligkeiten und soziale Probleme in der Klasse? Wer? Wie?
- Welche Sozialformen werden in der Klasse angewandt?
- Ist die Klasse der Lehrperson gut bekannt?
- Auf welchem fachspezifischen Entwicklungsstand befindet sich die Klasse?
- Welche Besonderheiten der Klasse müssen für diese Unterrichtseinheit berücksichtigt werden?

2. Fachwissenschaftliche Analyse

Der Begriff der Globalisierung bezeichnet den Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung in den Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Kommunikation. Ein rascher Technologiewandel durch Innovationen und eine Beschleunigung des Technologietransfers, der graduelle Abbau von Handelsbarrieren und stark wachsendem Handelsvolumen, die Verlagerung von Produktionsstandorten in junge Schwellenländer aufgrund erheblicher Kostenunterschiede und das Zusammenwachsen ganzer Regionen zu Märkten und damit verbunden, das Entstehen neuer Wachstumsregionen, sind die Merkmale der Globalisierung. Deshalb muss sich die Wirtschaft auf nationaler Ebene diesen globalen Herausforderungen stellen. Die Möglichkeit zu nationalen Alleingängen nimmt ab, da der einzelne Markt wenig Einfluss auf die Weltwirtschaft nehmen kann. Eine globale Verknüpfung der Wirtschaft der Länder ist das notwendige Resultat dieses raschen Fortschritts. Im Rahmen der Unterrichtseinheit Freiheit und Herrschaft relevant, sind vor allem der globale Ressourcenverbrauch und die dadurch entstehende Ungleichverteilung von Nahrung und Rohstoffen. So wird die Kluft zwischen armen und reichen Ländern zunehmend größer, die essentiellen menschlichen Bedürfnisse, wie Essen und Trinken, werden in großen Teilen der Welt nicht mehr erfüllt. Jedoch ist nicht der Kampf um rare Ressourcen oder eine Überbevölkerung der Welt die Ursache dieses Missstandes, sondern mitunter die Verschwendung von Lebensmitteln in besagten reicheren Ländern. Dabei werden Grundnahrungsmittel aus Agrarländern in die Industrieländer importiert, obwohl das Agrarland diese selbst zur Ernährung der eigenen Bevölkerung benötigt. Die Folgen sind Hunger und permanente Unter- und Mangelernährung. Zum Beispiel stellte die UN im Jahresbericht 2005 fest, dass 4/5 der zur Brotherstellung benötigten Menge an Getreide in der Schweiz aus Indien importiert werden, während in Indien selbst laut UNO-Statistik jährlich mehr als 200 Millionen Menschen permanent schwer unterernährt sind. Ähnliche Importverhältnisse bestehen in anderen europäischen Ländern. Zudem bleiben diese für Indien lebensnotwendigen Ressourcen jedoch zu einem nicht unwesentlichen Teil ungenutzt und verderben. Zum Beispiel wird täglich jene Menge noch genießbaren Brotes in Wien vernichtet, mit der man Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs, am Tag versorgen könnte. Die in diesen Industrieländern zum Anbau zur Verfügung stehende Fläche wird aber nicht komplett zum Getreideanbau zu Ernährungszwecken genutzt, sondern zu einem beträchtlichen Teil zum Anbau von zur Verbrennung bestimmten Maispflanzen zur Produktion von Fernwärme. Eine ähnliche Hungerproblematik entsteht in Brasilien, dem agrarreichsten Land und größten Sojaproduzent der Welt. Die zum Lebensmittelanbau geeigneten Flächen werden zum Sojaanbau genutzt, welcher zur Mastviehfütterung in Industrieländer exportiert wird. Den einheimischen Bauern bleibt nur unfruchtbarer Boden mit mangelnder Wasserversorgung, auch sauberes Trinkwasser ist nicht ausreichend vorhanden. Die Regierung versorgt diese Menschen nur sporadisch mit Lebensmittelsendungen. Sie leiden Hunger im agrarreichsten Land der Welt. Diese und weitere Ungleichgewichte existieren in der ganzen Welt und sind zum großen Teil durch die Globalisierung verursacht. Der Trend geht vom wenig und viel haben zum nichts und alles besitzen. Die Suche nach einer Rechtfertigung dieses Zustands wirft die Frage nach einer gerechten Verteilung der Nahrungsmittel der Welt auf. Wie und wer entscheidet darüber, wem welcher Teil zusteht? Gibt es Regeln und Handlungsgrundsätze, an denen man sich orientieren könnte? Für solche wirtschaftsethischen Fragen lassen sich verschiedene Theorien bedeutender Philosophen wie z.B. John Locke (welche hier auch Verwendung finden soll) zur Eigentumsthematik heranziehen, die das individuelle Eigentum jeder Person von anderen abzugrenzen versuchen. Locke stellt in seinem Werk „Zweite Abhandlung über die Regierung“ die Verbindung zwischen der Arbeit, die an einer Sache verrichtet wird, und dem Eigentumsrecht auf diese Sache als maßgebenden Faktor der Eigentumsaneignung heraus. Er beginnt mit der Konstatierung, dass Gott den Menschen die Erde als Gemeineigentum gegeben habe, damit sie sie zu ihrem Wohlbefinden nutzen. In diesem Naturzustand gehört allem Menschen alles auf der Erde. Zusätzlich gab Gott den Menschen die Vernunft, damit sie überhaupt in der Lage sein könnten, sich die Erde zu ihrem Wohlstand zu nutze zu machen. Weiter setzt Locke die These, dass die Natur nur dann dem Menschen nutzen könne, wenn es eine Möglichkeit gibt, sie in Privateigentum eines Einzelnen zu überführen. Hierbei grenzt sich Locke jedoch von anderen Autoren wie Grotius und Pufendorf ab, indem er die Zustimmung eines jeden Menschen zu der Aneignung von Privateigentum eines Einzelnen nicht als notwendig erachtet.

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Details

Seiten
20
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656248958
ISBN (Buch)
9783656251200
Dateigröße
7.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v198596
Note
1,2
Schlagworte
unterrichtsentwurf freiheit herrschaft thema verteilungsgerechtigkeit nahrung

Autor

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