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Was ist Funktionale Grammatik?

Funktionale Satzperspektive

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Russistik / Slavistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Was ist Funktionale Grammatik

3. Definition von Thema und Rhema

4. Die Traditionelle Thema-Rhema-Gliederung
4.1 Inhaltliche Faktoren der Thema-Rhema-Gliederung

5. Topik und Kommentar

6. Intonation
6.1 Akzentsenkung und Vorerwähntheit
6.2 Akzent und Kontrast

7. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Sprache ist ein wichtiges Instrument der Kommunikation. Alle Menschen haben das Bedürfnis etwas mitzuteilen, Fragen zu stellen, Aussagen über bestimmte Begebenheiten, Gedanken und Gefühle zu machen, Befehle zu geben oder auch einfach ihr Wissen zu erweitern. Sprache ist dabei keineswegs ein einfaches Konstrukt, sondern wird durch die zahlreichen Absichten eines Sprechers in der täglichen Konversation geprägt und geformt. Dabei lässt die Form schon oft erkennen, um welche Art von Satz es sich handelt und welche Information am relevantesten für den Hörer ist. Letzteres geschieht nicht nur durch die Reihenfolge der Satzkonstituenten sondern wird zudem noch durch die Satzmelodie und Intonation bewirkt.

Dazu betrachten wir zunächst die funktionale Grammatik und grenzen sie dabei von der Generativen Grammatik ab, welche syntaktische Strukturen autonom betrachtet und nicht die Absicht des Sprechers und Verständnis des Hörer in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Der zweite Punkt stellt die Definition der Begriffe Thema und Rhema dar, welche für Kohärenz und Weiterführung der Konversation sorgen. Dem schließt sich die Thema- Rhema Gliederung an, welche die kommunikative Funktion von Sätzen beschreibt, die nicht rein syntaktisch erklärbar sind. Darauf folgen die inhaltlichen Faktoren welche den Sprecher dazu veranlassen, etwas als Thema oder Rhema zu wählen. Um von der kontextbezogenen zur satzinternen Betrachtung zu kommen, folgt die Topik- Kommentar- Gliederung, in der näher auf die Topik- Kennzeichnung eingegangen wird. Abschließend wird der Einfluss der Intonation welcher Thema und Rhema markiert geschildert und der, von der normalen Satzstellung abweichende Satz mit einem Kontrastakzent.

2. Was ist funktionale Grammatik

„Die Ankündigung, man wolle die Strukturen der Sätze einer Sprache ermitteln, kann nicht das letzte Wort zur Zielsetzung einer Grammatik sein. Denn interessant wird die Beschäftigung mit der Form von Sätzen erst, wenn man sich fragt, warum die Form so ist wie sie ist und was sie leistet.“ ( Eisenberg 23)

Die Funktionale Grammatik, welche von der Prager Schule in den 20er Jahren etabliert wurde, wird meistens zu der Generativen Grammatik als Gegenpol genannt. (Dürscheid 163)

Beide versuchen das Zustandekommen von syntaktischen Strukturen zu ermitteln.

Dabei schlägt die Funktionale Grammatik sich auf die Seite der Pragmatik und versucht eben diese Strukturen nicht rein syntaktisch zu erklären, sondern hält sich dabei an Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation.(Welke 11) Die Generative Grammatik hingegen, gründet ihre Überlegungen auf der sogenannten „Autonomie These“ welche verteidigt, dass syntaktische Strukturen nur anhand von syntaktischen Kriterien präzisiert und erklärt werden können. (Dürscheid 164)

Die funktionale Grammatik unterscheidet sich als von der traditionellen Grammatik, dass die klassische Methode darin bestand, das Hauptaugenmerk auf die Form zu richten, in der funktionellen Grammatik hingegen, die Form lediglich der Träger der Funktionen ist. (Heupel 73)

Letztendlich stellt sich die Frage, ob die syntaktischen Strukturen biologisch fundiert oder doch eher sozial begründet sind. (Welke 14)

In der letzterer gibt es wiederum verschiedene Aufspaltungen, wie die niederländische Funktionale Grammatik von Simon Dik, die „Scenes And Frames“ Semantik von Charles Fillmore, der amerikanische Funktionalismus und auch die Prager Schule, auf welche jetzt jedoch nicht einzeln eingegangen werden.

Zu bemerken ist, dass alle funktionalen Ansätze als Voraussetzung kommunikative und damit nicht-syntaktische Erklärungsmuster in Bezug auf Satzstrukturen haben. (Dürscheid 163)

Faktisch bedeutet das, die Berücksichtigung und Zusammenführung der Dinge, welche die Wahl des Sprechers beeinflussen bestimmte Satzkonstruktionen zu wählen.

Eines der einflussreichsten funktionalen Sprachmodelle ist das Organonmodell von Karl Bühler, der den Gedanken Platons übernimmt und Sprache als Werkzeug betrachtet, welches dazu dient anderen etwas mitzuteilen und mit ihnen zu kommunizieren. (Dürscheid 166) In diesem Sprachmodell werden drei Aufgaben des sprachlichen Zeichens betrachtet. Zum einen die Ausdrucksfunktion welche die Gefühle des Sprechers offenbart und zum anderen die Apellfunktion, in welcher der Empfänger der Nachricht einbezogen ist. In der Darstellungsfunktion nimmt der Sprecher Bezug auf das Geschehen in der Welt. (Dürscheid 166) Durch dieses pragmatische Fundament wird in der Syntax der Standpunkt des Sprechers und Hörers eingenommen und syntaktische Verbindungen anhand eben dieses Blickwinkels untersucht und begründet (Hoffmann 14).

3. Definition von Thema und Rhema

„Das Thema bezeichnet die alte, dem Hörer bereits aus dem Kontext oder aus der Situation bekannte Information, das Rhema die neue Information.“ (Dürscheid 168)

Diese Aufteilung in Thema und Rhema ist sowohl auf einen ganzen Text anwendbar als auch auf einen einzelnen Satz dessen Kontext bekannt ist. (Welke 19) Diese Zweiteilung eines Satzes ist kein neues Phänomen, sondern hat bereits eine lange Tradition und reicht bis zu Aristoteles zurück in die Antike, wo diese Spaltung klassisch mit Subjekt und Prädikat, das heißt Satzgegenstand und Satzaussage, bezeichnet wurde. (Welke 20) Die Einführung der Begriffe Thema und Rhema brachte der Prager Strukturalismus mit sich im Zeitraum von 1920 bis 1940. (Welke 20)

Die klassische Unterteilung eines Satzes in der Thema-Rhema Forschung , besteht zum einen aus bekannter Information, welche das Thema bildet und zum anderen aus neuer, dem Empfänger unbekannter Information, dem Rhema (Mehlhorn 13).

Dass ein Satz Informationen von unterschiedlicher Wichtigkeit enthält bildet hierbei die Grundlage. (Nickel 76)

Das Thema zu ermitteln ist Voraussetzung bei der Verständigung, sei es bei einem Gespräch oder auch beim Lesen eines Textes, denn um den Verlauf eines Gesprächs folgen zu können, muss man zuerst den Gegenstand der Unterhaltung kennen. (Welke 19)

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Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656249122
ISBN (Buch)
9783656252115
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v198433
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Slavisches Institut
Note
2,7
Schlagworte
Funktionale Grammatik funktionale Satzperspektive Syntax Russisch sprachwissenschaft

Autor

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Titel: Was ist Funktionale Grammatik?