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Drew Barrymore - Das Mädchen, das "E.T." das Sprechen lehrte

Fachbuch 2012 49 Seiten

Kunst - Fotografie und Film

Leseprobe

Ernst Probst

Drew Barrymore

Das Mädchen, das „E.T.“ das Sprechen lehrte

Eine der Hauptrollen im erfolgreichsten Film der 1980-er Jahre spielte die siebenjährige Drew Blyth Barrymore. In dem Streifen „E.T. – Der Außerirdische“ (1982) des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg lehrte sie als niedliche „Gertie“ den kleinen heimwehkranken Außerirdischen „E. T.“ das Sprechen und gab ihm Küsschen, die die ganze Welt zu Tränen rührten. Spielberg, der auch ihr Patenonkel ist, sagte ihr damals eine große Zukunft voraus.

Drew Blyth Barrymore kam am 22. Februar 1975 als Tochter des Schauspieler-Ehepaares John Drew Barrymore (1932–2004) und Ildikó Jaid Barrymore, geborene Mako, in Culver City (Kalifornien) zur Welt. Ihre beiden Vornamen erhielt sie zur Erinnerung an ihre Urgroßmutter Georgina (1854–1893) mit dem Geburtsnamen Drew und an ihren Urgroßvater Maurice (1849–1905), dessen eigentlicher Nachname Blyth war, den er später in Barrymore abänderte. Ihre Taufpaten waren die Schauspielerinnen Sophia Loren und Anna Strasberg sowie der Filmregisseur Steven Spielberg.

Drew Barrymore stammt aus einer Schauspielerdynastie, die schon seit vier Generationen erfolgreich ist. Ihr Großvater John Barrymore senior (1882–1942) wird als „der größte Hamletdarsteller seiner Zeit“ gerühmt. Ihre Großmutter Dolores Costello (1903–1979) und ihre Großtante Ethel Barrymore (1879–1959) waren Schauspielerinnen. Der Schauspieler Lionel Barrymore (1878–1954) war ihr Großonkel.

Die Eltern von Drew Barrymore hatten sich in den USA kennen gelernt und 1971 geheiratet. Für John Drew Barrymore, der bis 1958 John Blyth Barrymore junior hieß, bevor er seinen zweiten Vornamen änderte, war es bereits die dritte Ehe. Von 1952 bis 1959 war er mit Cara Williams verheiratet. Aus der ersten Ehe ging am 15. Mai 1954 der Sohn John Blyth Barrymore hervor, eines der drei Halbgeschwister von Drew. Von Oktober 1960 bis 1970 dauerte die zweite Ehe von John Drew Barrymore mit Gabriella Palazzoli, aus der die Tochter Blyth Dolores Barrymore stammt.

John Drew Barrymore war noch ein kleines Kind gewesen, als sich seine Eltern John Barrymore senior und Dolores Costello 1935 scheiden ließen. Danach hatte er kaum noch Kontakt zu seinem Vater, der 1936 zum viertenmal heiratete und 1940 erneut geschieden wurde. Sein Vater litt sein ganzes Leben lang unter Alkoholexzessen und trug wegen seiner Darstellung romantischer Helden und wegen seiner zahllosen Affären den Spitznamen „The Great Lover“. Seine Mutter schickte ihn später auf die „St. John’s Military Academy“ und sah ein Studium für ihn vor. Doch der 17-jährige Barrymore wollte nicht studieren, sondern nahm einen Filmvertrag an. Bald geriet er mit dem Gesetz in Konflikt und saß mehrfach im Gefängnis. Ab Ende der 1950-er bis in die 1960-er Jahre sah man John Drew Barrymore in vielen Hollywoodfilmen und Fernsehproduktionen. Auch als Filmstar war er problematisch. Oft erschien er zu Dreharbeiten zu spät oder gar nicht. Mehrfach stieg er mitten in Filmproduktionen aus. 1976 spielte er mit 44 Jahren in „Baby Blue Marine“ seine letzte kleine und unbedeutende Rolle.

Drew Barrymore hatte seit jeher ein gespanntes Verhältnis zu ihrem Vater. Der Grund dafür waren dessen Alkohol- und Drogensucht sowie Gewalttätigkeit. Seine rebellische Natur bereitete ihm sein ganzes Leben lang privat und beruflich Probleme. Für seine vier Kinder aus vier Ehen hatte der Vater selten Zeit.

Die attraktive Mutter von Drew Barrymore wurde 1946 als Tochter eines ungarischen Artisten und einer Violinistin in einem Lager der Alliierten für „Displaces Persons“ in Brannenburg in Oberbayern geboren und siedelte später in die USA über. Die Eltern haben sich kurze Zeit vor oder nach der Geburt von Drew wieder getrennt. Die Scheidung der Ehe von John Drew Barrymore mit Ildikó Jaid Mako erfolgte aber erst 1984.

Bereits im Alter von elf Monaten sah man Drew Barrymore in einem Werbespot für „Puppy Choice“-Hundefutter. Zwei Jahre später trat sie im Fernsehfilm „Suddenly, Love“ an der Seite von Joan Bennett auf. Als Fünfjährige wirkte sie in dem Sciencefiction-Thriller „Altered States“ („Höllentrip“, 1980) mit.

Mit sieben Jahren rührte Drew Barrymore – wie erwähnt – in dem Streifen „E.T. The Extra Terrestrial“ („E.T. – Der Außerirdische“, 1982) die Herzen von Kinobesuchern/innen in aller Welt. Nach den Dreharbeiten fiel dem Regisseur Steven Spielberg der Abschied von ihr schwer. Angeblich wurde damals sein Wunsch geweckt, eigene Kinder zu haben. Für ihre Mitwirkung in „E.T. – Der Außerirdische“ erhielt Drew 1983 einen „Young Artist Award“. Mit sieben galt sie als der bis dahin jüngste Star in der Comedy-Show „Saturday Night Love“, wo sie einen Sketch
zeigte.

In dem Film „Firestarter“ („Der Feuerteufel“, 1984) zündete Drew Barrymore alles an, was ihr oder ihrem Vater gefährlich werden konnte. In „Irreconcilable Differences“ („Triple Trouble“, 1984) ging sie vor Gericht, um sich von ihren Eltern scheiden zu lassen. In diesem Streifen spielte auch ihre gutaussehende Mutter Jaid Barrymore mit, die ab den 1980-er Jahren als Schauspielerin aktiv wurde, aber nie so erfolgreich wie ihre Tochter war. „Triple Trouble“ brachte Drew einen „Golden Globe“ ein.

1985 wagte John Drew Barrymore, der Vater von Drew, seine vierte Ehe mit Nina Wayne. Mit ihr zeugte er die Tochter Brahma (Jessica) Blyth Barrymore. 1994 endete auch diese Ehe mit der Scheidung.

Der schnelle Ruhm auf der Kinoleinwand hatte negative Folgen für Drew Barrymore. Mit neun Jahren betrank sie sich erstmals auf einer Geburtstagsparty von Rob Lowe, mit zehn rauchte sie ihren ersten Joint und mit zwölf griff sie zu Kokain. Im Alter von 13 Jahren wurde ihr der Umgang mit dem fast 20 Jahre älteren und aufdringlichen Filmstar Bruce Willis verboten. Ebenfalls mit 13 fand sie das Leben zum Heulen und erklärte, sie hasse Hollywood. Als 14-Jährige unternahm sie einen Selbstmordversuch und schrieb sie ihre Autobiografie „Little Girl Lost“, die 1990 erschien.

Nach ihrer Entlassung aus der psychiatrischen Klinik sowie überstandenen Alkohol- und Drogenproblemen lebte Drew Barrymore zunächst bei verschiedenen Pflegefamilien. Dank ihrer finanziellen Mittel konnte sie sich bereits mit 15 Jahren eine eigene Wohnung leisten. Damals stagnierte ihre schauspielerische Karriere eine Zeitlang.

Im Alter von 16 Jahren verlobte sich Drew Barrymore zum ersten und nicht zum letzten Mal. Ihr erster Verlobter war einige Monate lang Leland Hayward, der Enkel des gleichnamigen Schauspielers, Schauspieleragenten und Filmproduzenten Leland Hayward (1902–1971).

Als hübsche, jedoch böse Nymphe feierte Drew Barrymore in „Poison Ivy“ („Die tödliche Umarmung“, 1992) ein eindrucksvolles Comeback auf der Kinoleinwand. Im selben Jahr erhielt sie für ihre Rolle als Anita in „Guncrazy“ (1992) den „Golden Globe“ als beste Schauspielerin. Auch in diesem Streifen wirkte ihre Mutter Jaid Barrymore mit. Insgesamt drehte Drew 1992 sieben Filme.

Drew Barrymore wurde mit 17 Jahren die Patentante der am 18. August 1992 geborenen Frances
Bean Cobain. Deren Eltern sind Kurt Cobain (1967–1994), der Sänger und Gitarrist der Band „Nirwana“, sowie die Rocksängerin, Gitarristin, Liederschreiberin und Schauspielerin Courtney Love, die oft durch Skandale und obszöne Aktionen für Aufsehen sorgte.

Als 17-Jährige präsentierte sich die attraktive Drew Barrymore hüllenlos für das Cover des Magazins „Interview“. Noch wenige Jahre zuvor hatte sie es gehasst, angestarrt zu werden, als ob sie von einem anderen Stern käme. 1993 sah man sie in „The Amy Fischer Story“.

Ungewöhnlich kurz währte die erste Ehe von Drew Barrymore. Die 19-Jährige heiratete am 20. März 1994 den walisischen Barbesitzer Jeremy Thomas, trennte sich aber bereits nach rund einem Monat am 29. April 1994 wieder von ihm.

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Details

Seiten
49
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656242000
ISBN (Buch)
9783656245360
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197880
Note
Schlagworte
Drew Barrymore Film Filmstars Filmschauspielerinnen Schauspielerinnen Frauenbiografien Kurzbiografien Biografien

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Titel: Drew Barrymore - Das Mädchen, das "E.T." das Sprechen lehrte