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Der Frankfurter Schulreifetest (FST) - ein Kurzvortrag

Referat (Ausarbeitung) 2003 18 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung des Frankfurter Schulreifetests

3. Die 5.Auflage von 1968
3.1. Grundkonzeptionen des FST
3.2. Ziele des FST

4. Die „Schulreife“
4.1. Zum Begriff der „Schulreife“ aus Sicht des FST
4.2. Voraussetzungen für die „Schulreife“

5. Der Frankfurter Schulreifetest in seiner Umsetzung
5.1. Allgemeine Hinweise zum Test
5.2. Testbedingungen und Testmaterial
5.3. Formalien vor Beginn der Testdurchführung
5.3.1. Eintragungen im Testheft

6. Zeitliche Einteilung des Tests

7. Aufgaben des Prüfers und Helfers
7.1. Die Aufgaben des Helfers
7.2. Helfer und Beobachtungsbogen

8. Typische Verhaltensweisen schulreifer und nicht schulreifer Kinder

9. Schlusswort

1. Einleitung

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule stellt einen wichtigen Abschnitt im Leben eines Kindes dar. Mit Beendigung der unbeschwerten Kindergartenzeit, und dem Eintritt in den Schulalltag, begegnet das Kind erstmalig Pflichten und Zeitvorgaben. So erlebt es eine große Veränderung in seinem Leben. Wie viele verschiedene Aspekte hierbei zu bedenken sind, zeigt uns der bisherige Seminarverlauf.

Die Institutionen „Kindergarten“ und „Schule“ spielen eine ausschlaggebende Rolle innerhalb des Übergangs zwischen beiden, daher ist eine enge Zusammenarbeit beider unbedingt notwendig und wünschenswert Der Kindergarten sollte das Kind schon im Vorfeld auf den nahenden Schuleintritt vorbereiten. Dies ist auch die Aufgabe der Schule. Doch darüber hinaus muss die Schule dem Kind einen kindgerechten und angstfreien Einstieg in den neuen Abschnitt seines Lebens gewährleisten. Die Schule hat dabei die Aufgabe das Kind dort abzuholen, wo es steht. Das heißt es muss sich vorab ein Eindruck über Fähigkeiten, oder auch Defizite in verschiedenen, das Kind betreffenden Bereichen, gemacht werden. Dazu gehört der körperliche und geistige Entwicklungsstand des Kindes, sowie sein Sozialver- halten (Verhalten anderen Kindern und Lehrkräften gegenüber).

Einen weiteren Bereich bilden die so genannten „Schulreifeuntersuchungen“. Sie gehören neben der schulärztlichen Untersuchung zur Einschulungsdiagnostik. Die Auswahl an verschiedensten Schulreifeuntersuchungen ist groß. So gibt es unter anderem das „Kieler Einschulungsverfahren“, den „Göppinger Schulreifetest“ und den „Rheinhauser Gruppentest“, um nur einige von ihnen zu benennen.

Im folgenden Beitrag soll der „Frankfurter Schulreifetest“ näher beleuchtet werden. Dazu werden vorab seine Entstehungsgeschichte und sein Aufbau eine Rolle spielen. Im Anschluss daran wird (Teil zwei des Referates Fr. Henn) der praktische Teil erläutert werden. Da die vorliegende Arbeit durch zwei Personen erstellt wurde, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das „Schlusswort“ in diesem Teil der Arbeit bereits vor Beginn des praktischen Teiles auftaucht. Das hat folgenden Grund: Das Schlusswort fasst nochmals zusammen, aber dies geschieht indirekt wertend. Es erscheint daher von Bedeutung das Schlusswort, welches den persönlichen Standpunkt beinhaltet, von einander unabhängig zu verfassen.

2. Entstehung des Frankfurter Schulreifetests

Der Frankfurter Schulreifetest entstand in den Jahren 1957 bis 1959. Entwickelt wurde er von der Hochschule (heute: Deutsche Institut) für Pädagogische Forschung und dem Schulpsychologischen Dienst der Stadt Frankfurt am Main. Im besonderen Maße beschäftigten sich mit seiner Entwicklung Heinrich Roth, Gerhard Schlevoigt, Fritz Süllwold und Gerhard Wicht. Des weiteren befassten sich Lehrer und Lehrerinnen der Vereinigung „Frankfurter Jugendkunde mit seiner Entstehung.

Die erste Auflage des FST erschien im Jahre 1960, unter dem damaligen Titel „Frankfurter Schulreifetest. Komm spiel mit“. Seit dem 01.10.1965 trägt der Test den Titel „Frankfurter Schulreifetest“. Erprobt wurde der Test in Städten wie Frankfurt/Main, Wetzlar, Hamburg, Berlin, Saarbrücken sowie in zahlreichen Kleinstädten Hessens und des Saarlandes. Seit seiner ersten Herausgabe wurde der Test einige Male überarbeitet, so er schien 1968 die 5. Auflage, auf die ich im Verlauf näher eingehen werde.

Der Frankfurter Schulreifetest dient der Untersuchung schulpflichtiger Kinder. Er soll den Stand der seelischen und geistigen Entwicklung des Kindes erfassen, und so über den Grad seiner „Schulreife“ entscheiden.

3. Die 5. Auflage von 1968

Nach der 1. Auflage des Frankfurter Schulreifetests, erschien 1968 seine bereits 5. über- arbeitete Auflage. Im Folgenden sollen die Maßnahmen und die daraus resultierenden Ziele näher beschrieben werden. Dies soll aufzeigen um was für Bereiche es sich handelt, die in einem solchen Testverfahren doch schwierig zu sein scheinen. Darüber hinaus regt das Auf- zeigen solcher, anscheinenden „Schwachstellen“ dazu an über diese näher nachzudenken:

- Die Anleitung zur eigentlichen Testdurchführung wurde ergänzt. Darüber hinaus erweiterte man, mittels Beispielen, den Auswertungsschlüssel. Diese beiden Maßnahmen führten zu Verbesserungen innerhalb der Testauswertung. Außerdem erhöhten sie die Objektivität des Testes.
- 1968 fand eine Überprüfung der aufgestellten Normen statt. Hierzu führten Lehrer aus allen Gebieten Deutschlands im Jahr 1967 eine Schulreifeerhebung durch. Sie prüften dazu die Kinder vor dem Schuleintritt, und nochmals nach Ablauf eines Jahres. Diese Untersuchungen gaben nicht nur Aufschluss über die Schulleistungen, sondern auch über die sich entwickelnden Schülerschicksale. Die daraus resultierenden Ergebnisse stellten sie dem FST zur Verfügung. Es wurde so ermöglicht neue Normen auf zu stellen und man erhielt zudem neue Informationen, die Gültigkeit des Tests betreffend.
- Von großer Bedeutung innerhalb des FST ist das Kapitel „Interpretation der Testergebnisse“. Gerade die Interpretationen der Leistungen der zu prüfenden Kinder, geben Aufschluss über die Voraussetzungen zum Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens. Daher wurden nach der Überarbeitung der Interpretationen Hinweise zu folgenden Punkten hinzugefügt:

Zurückstellung vom Schulbesuch, vorzeitige Einschulung, Früherfassung der lese- und rechtschreibschwachen Kinder. Dies stellte eine intensivere Nutzung der Testergebnisse dar.

3.1. Grundkonzeptionen des FST

Vergleiche unter verschiedenen Schulreifetests ergaben, dass im Besonderen Aufgaben die, die Differenzierung und Strukturierung optischer Gestalten verlangten, für eine sichere Diagnose der Schulreife, sowie der späteren Schulleistung verantwortlich waren. Daher bilden diese Aufgaben den Schwerpunktbereich innerhalb des Frankfurter Schulreifetests.

Die Aufgaben an sich sind in zusammenhängende „Unterrichtseinheiten eingebettet. Sie sind gekennzeichnet durch einen hohen Aufforderungscharakter, welcher die emotionalen und intellektuellen Kräfte des Kindes anspricht. Deutlich wird dies, wenn man sich den Aufbau der Testbögen, welche die Kinder erhalten näher betrachtet. Man findet auf diesen, Häuser, bunte Eisenbahnen und Teddybären, also Dinge die Kinder in diesem Alter durchaus neugierig machen. Der Aufforderungscharakter des Tests ist Voraussetzung für eine optimale Darstellung der Leistungsfähigkeit und des Reifestandes durch das Kind.

3.2. Ziele des FST

Der FST ermittelt den Stand der seelischen und geistigen Entwicklung des Kindes, in Bereichen, die für die Schule von Bedeutung sind. Hier sind neben den Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens, vor allen Dingen die Konzentrationsfähigkeit und Sozialkompetenz des Kindes gefragt. Das frühzeitige Erkennen von Defiziten in diesen Bereichen ermöglicht ein individuelles Eingehen auf das Kind. Der Lehrer ist nun in der Lage seinen Erziehung- und Bildungsauftrag dem jeweiligen Stand des Kindes anzupassen. Er holt also das Kind dort ab, wo es seinen Fähigkeiten entsprechend steht. Dies bedeutet ein Kind, das in dem Bereich der „Mengenerfassung“ Probleme aufweist, würde einer Förderung innerhalb des Mathematikunterrichts bedürfen. Die Ergebnisse des FST dienen also dazu, gezielte pädagogische Maßnahmen, welche der Förderung des Kindes dienen sollen, erkennen und ergreifen zu können.

Doch auch die Zurückstellung vom Schulbesuch kann ein Ergebnis des FST sein.

4. Die „Schulreife“

4.1. Zum Begriff der „Schulreife“ aus Sicht des FST

Was versteht man unter dem Begriff der „Schulreife“? Hierzu findet man viele verschiedene, je nach Blickwinkel, Ansätze. Daher erscheint es notwendig aufzuführen, was der FST unter eben diesem Begriff versteht:

„Schulreife“

Ein Kind ist schulreif, wenn es auf Grund seines körperlichen und seelisch-geistigen Entwicklungsstandes in der Lage ist, am Schulleben teilzunehmen und die von der Schule vorgesehenen Bildungsinhalte und Fertigkeiten nach den eingeführten Methoden im Klassenunterricht zu erwerben.

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Details

Seiten
18
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638238106
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v19764
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Grundschulpädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Frankfurter Schulreifetest Kurzvortrag Seminar Kindergarten Grundschule

Autor

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