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Leveraged Buy-Outs: Deutschland vs. USA

Hausarbeit 2010 25 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Gang der Arbeit

2. Leveraged Buy-Out
2.1. Definition Leveraged Buy-Out
2.2. Motive Leveraged Buy-Out
2.3. Ablauf Leveraged Buy-Out
2.3.1. Evaluationsphase
2.3.2. Investitionsphase
2.3.3. Exitphase
2.4. Vorteile Leveraged Buy-Out
2.5. Nachteile Leveraged Buy-Out
2.6. Kritische Würdigung

3. Markt von Leveraged Buy-Outs in Deutschland
3.1. Darstellung der Marktentwicklung
3.2. Deutsche PE Gesellschaften mit Fokus auf Leveraged Buy-Outs
3.3. Leveraged Buy-Out am Beispiel der Grohe AG

4. Markt von Leveraged Buy-Outs in den USA
4.1. Darstellung der Marktentwicklung
4.2. Amerikanische PE Gesellschaften mit Fokus auf Leveraged Buy-Outs
4.3. Leveraged Buy-Out am Beispiel RJR Nabisco

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ablauf der Investitionsphase

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Die heutige Wirtschaftswelt bietet ein Klima, das geprägt ist von Umstrukturierungen bei Unternehmen, Deregulierungen von verschiedenen Märkten und einer zunehmenden

Globalisierung des ganzen Wirtschaftslebens. Dabei haben sich Leveraged Buy-Outs als mögliche Unternehmensübernahmeform etabliert. Der erste Leveraged Buy-Out fand in den USA in den 60er Jahren statt. Damals waren diese Unternehmensakquisitionen als Bootstrapping Deals bekannt. In Deutschland gewannen Leveraged Buy-Out- Transaktionen Mitte der 90er Jahre, bedingt durch den wirtschaftlichen Aufschwung und günstigen Krediten zu guten Konditionen, an Bedeutung. Obwohl es statistische Daten gibt, welche die Effizienzsteigerung und den Beschäftigungszuwachs dieser Transaktionen bestätigen, gibt es jedoch kritische Stimmen, die diese als Heuschrecken, welche die Substanz der Unternehmen entnehmen bzw. sich auf die Zerschlagung der Unternehmen richten, bezeichnen.

1.2. Ziel der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Leveraged Buy-Out-Transaktionen, welche in Deutschland und den USA stattgefunden haben, die Entwicklungen dieser Akquisitionsfinanzierungen in beiden Ländern aufzuzeigen.

1.3. Gang der Arbeit

Anschließend zu dieser Einleitung folgt im zweiten Kapitel die Definition des Leveraged Buy-Out und die Motive der Teilnehmer, die diese Akquisitionsfinanzierung begründen. Ferner wird dessen Ablauf sowie Vor- und Nachteile aufgezeigt. Abschließend erfolgt eine kritische Würdigung des theoretischen Teils. Im dritten Kapitel werden Leveraged Buy-Out-Transaktionen in Deutschland und den USA dargestellt und kritisch gewürdigt. Das Fazit bildet den Abschluss dieser Arbeit.

2. Leveraged Buy-Out

Der Begriff Buy-Out steht als Oberbegriff für die verschiedenen Unternehmensübernahmeformen, welche unterteilt werden nach der Finanzierungsstruktur (Leverarged Buy-Out) und dem Erwerber (Management Buy-Out, Management Buy-In, Employee-Buy-Out, Owner-Buy-Out, Buy-In-Management-Buy-Out, Institutional Buy-Out).[1] Diese Hausarbeit bezieht sich auf den Unternehmenserwerb mittels der Finanzierungstechnik namens Leveraged Buy-Out durch eine Private-Equity-Gesellschaft.

2.1. Definition Leveraged Buy-Out

Der Leveraged Buy-Out ist zu deutsch eine fremdkapitalfinanzierte Akquisition von Unternehmensteilen oder sogar einem ganzen Unternehmen. Diese Finanzierungsform wird bei mittelständigen, nicht börsennotierten Reife- und Wendeunternehmen bzw. Unternehmen in der Later Stage angewandt. Der Erwerbspreis wird überwiegend durch Fremdkapital z.B. durch Kredite oder Veräußerung von Anleihen finanziert. Durch den Einsatz eines großen Anteils an Fremdkapital - einer Quote von 70 % - und einem geringen Anteil von Eigenkapital, wird der Leverage Effekt, zu deutsch Hebeleffekt, generiert, welcher die Eigenkapitalrentabilität erhöht, solange die Gesamtkapitalrentabilität höher als die Fremdkapitalzinsen ist. Da der Kaufpreis durch Fremdkapital alleine nicht bewirkt werden kann und um die Stabilität des Unternehmens zu erhalten, erfolgt die Übernahme durch die Mehrheitsbeteiligung einer Private-Equity-Gesellschaft (Banken, Versicherungen, Pensionskassen, vermögende Privatleute). Die Rückführung des Fremdkapitals erfolgt aus dem zukünftigen Ertrag des übernommenen Unternehmens und/oder durch den Verkauf seiner Aktiva. Im engeren Sinne bezeichnet dieser Begriff einen Prozess, der drei Stufen umfasst: Den Kauf eines durch stabil wachsende Cash Flows gekennzeichneten Unternehmens durch eine Private-Equity-Gesellschaft, der Rückzahlung des zur Finanzierung des Kaufpreises benötigten Fremdkapitals und die Realisierung einer potenziellen Wertsteigerung durch den Ausstieg der Unternehmensbeteiligung.[2]

2.2. Motive Leveraged Buy-Out

Die Gründe aller beteiligten Parteien (Erwerber, Verkäufer, Fremdkapitalgeber) eines Leveraged Buy-Out sind organisatorischer, strategischer und spekulativer bzw. finanzieller Herkunft.

Die organisatorischen und strategischen Motive zählen zu den Beweggründen des Verkäufers. Zu den organisatorischen Motiven gehören private Unternehmen mit Nachfolgeproblemen oder die Privatisierung von Staatsbetrieben.[3] Im Rahmen einer Privatisierung bzw. Rekapitalisierung fließen dem Unternehmen Mittel zu und verbessern damit die Kapitalausstattung und Investitionsfähigkeit. Sie trägt auch zu einer Effizienzsteigerung, aufgrund der verringerten Bürokratie, bei. Schuldentilgung und Sparanreize zählen ebenfalls zu den Beweggründen eine Privatisierung mittels eines Leveraged Buy-Outs durchzuführen. Ein weiteres Motiv ist das Bestehen von Restrukturierungs- oder Sanierungsnotwendigkeiten, welche aufgrund eines Konjunktureinbruchs erforderlich sein können und deren Durchführung die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung abwendet. Zu den strategischen Motiven zählen die Ausgliederung einzelner Unternehmensteile bei Konzerngesellschaften, sogenannte Spin Offs, und die Entflechtung von großen Firmenstrukturen. Weitere Motive sind Liquiditätsbedarf aufgrund mangelnder Investitionsbereitschaft bisheriger Gesellschafter, mangelnde Rentabilität und die Ausschöpfung klassischer Finanzinstrumente, die den Verkäufer zu einem Leveraged Buy-Out bewegen.

Der Erwerber hat spekulative bzw. finanzielle Motive. Dazu gehört der Kauf von unterbewerteten Unternehmen. Hier sondiert der Erwerber, in dem Fall ein sogenannter Raider, den Markt nach Übernahmekandidaten bzw. Unternehmen, deren Marktbewertung deutlich unter dem Wertpotential liegt, und versucht mit Hilfe der Aufnahme von Fremdkapital diese Unternehmen aufzukaufen, um das Wertpotential zu heben und durch Ausnutzung des Leverage Effektes eine hohe Rendite zu erzielen.[4] Zu den Erwerbern gehört auch der strategische Investor, welcher ein Mitbewerber sein kann, der am Know-how und dem Marktanteil des Target interessiert ist.

Da der letzte Beteiligte – der Fremdkapitalgeber - kein Interesse an der Maximierung des Unternehmenswertes hat, liegen seine Motive in der Erzielung von Erträgen aus der Finanzierung der Transaktion sowie aus Beratungsaktivitäten auf Käufer- und Verkäuferseite.[5]

2.3. Ablauf Leveraged Buy-Out

Der Ablauf eines Leveraged Buy-Out gliedert sich in drei Phasen, welche Evaluierung, Investition und Exit sind.

2.3.1. Evaluationsphase

In der Evaluationsphase wird das Target hinsichtlich der Durchführbarkeit eines Leveraged Buy-Out analysiert. Zu den quantitativen und qualitativen Anforderungen, welche das Target erfüllen sollte, gehören stetig hoher Cash Flow, nachweislich, historisch überdurchschnittliche Profitabilität, unausgeschöpfte Verschuldungskapazitäten, beleihungsfähiges Anlage- und Umlaufvermögen, Teilzerlegungsmöglichkeiten, ein starkes und erfahrenes Managementteam, etablierte Marktposition, hoher Marktanteil, Aussicht auf erfolgreichen Exit, kostengünstige Produktionstechniken, Wachstumspotentiale, weitgehende Unabhängigkeit von Konjunkturschwankungen, vom technologischen Wandel unabhängige Produkte, oligopolistischer Markt, nachhaltige Wettbewerbsvorteile, diversifizierte Kundenstruktur, vorzüglich Unternehmen aus dem Produktionsbereich und keine Dienstleistung.[6]

Der erste Schritt in dieser Phase ist die Zusendung eines Kurzprofils durch das Target an die Private-Equity-Gesellschaft. Nach Interessensbekundung wird von beiden Parteien eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet. Anschließend sendet der Verkäufer der Private-Equity-Gesellschaft ein Informationsmemorandum bzw. Geschäftsplan zu, auf dessen Basis sich die Private-Equity-Gesellschaft entscheidet, ob sie ein Angebot für den Unternehmenserwerb abgeben will. Wird das Angebot angenommen, kommt es zum Letter of Intent, zu deutsch Absichtserklärung, welcher von beiden Seiten unterzeichnet wird und auf dessen Basis der Verkäufer auf weitere Gespräche mit anderen Interessenten verzichtet. Das Target wird jetzt im Rahmen einer Due Dilligence überprüft, um ein Risikoprofil zu erlangen. Anschließend erfolgt die Bewertung des Unternehmens, auf jener der Kaufpreis verhandelt und ein verbindliches Angebot unterbreitet wird. Die Private-Equity-Gesellschaft steht während dessen im engen Kontakt zum Kreditinstitut, um die Finanzierung des Kaufpreises abzuklären. Das Kreditinstitut wiederum prüft, in welcher Höhe die Finanzierung für sie in Frage kommt und welche Sicherheiten sie verlangt. Nach einem positiven Ergebnis kommt es zur Unterzeichnung der relevanten Verträge.

2.3.2. Investitionsphase

Die Private-Equity-Gesellschaft kauft das Target nicht direkt, sondern gründet zunächst eine HoldCo, zu deutsch Muttergesellschaft, die sich an einer ebenfalls neu zu gründenden NewCo, zu deutsch Tochtergesellschaft / Erwerbsgesellschaft beteiligt. Die NewCo, welche aus Steuer- und Haftungsgründen gegründet wird, dient zur direkten Beteiligung an dem zu erwerbenden Target, zur Akquisition von Fremdkapital und wird dazu von der Private-Equity-Gesellschaft über die HoldCo mit dem erforderlichen Eigenkapital (10 % bis maximal 30 % des Kaufpreises) ausgestattet. Durch die Dividendenzahlungen des Target an die NewCo können die Zinsen und Tilgung bedient werden. Durch die Bildung einer steuerlichen Gruppe zwischen NewCo und Target werden einerseits die Zinsen in der NewCo abzugsfähig und andererseits kann eine Firmenwertabschreibung geltend gemacht werden. Dies hat positive Auswirkungen auf die Höhe des Leverage-Volumens, da die Cash Flow Belastung durch den geringeren Steueraufwand reduziert wird. Die Zahlung der Zinsen und Tilgung erfolgt durch den zukünftigen Betriebserfolg und den operativen Cash Flows des übernommenen Unternehmens oder durch den Verkauf von Unternehmensteilen (Substanzwert) sowie von nicht betriebsnotwendigem Kapital.[7] Mit jeder Tilgung steigt der Equity Value um den Betrag der Tilgung. Das Target, sowie dessen betriebsnotwendige Vermögen, dienen als Sicherheit für den erworbenen Kredit. Es gibt zwei Arten diese Transaktion durchzuführen. Zum einen kann sie durch die Verschmelzung des Target mit der NewCo erfolgen, wobei dem Target die Schulden aufgehalst werden, dabei die NewCo erhalten bleibt, die Schulden aus dem Kauf mit sich bringt und das Vermögen des untergegangenen Unternehmens erhält (Merger Buy-Out). Zum anderen durch die Verschmelzung der NewCo auf das Target, wodurch die NewCo untergeht, das Target erhalten bleibt und die Schulden von der NewCo auf sie übergehen.

[...]


[1] Vgl. Zipser, D. (2008), S.15.

[2] Vgl. Barth, T., Henselmann, K. (2009), S. 40.

[3] Vgl. Engellandt, A. (2001), S. 100.

[4] Vgl. Fisch, J.H., Ross, J-M. (2009), S 254.

[5] Vgl. Geidner, A. (2009), S. 43.

[6] Vgl. Vogel, D.H. (2002), S. 28.

[7] Vgl. Ludwig, E., Prätsch J., Schikorra, U. (2007), S. 93.

Details

Seiten
25
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656245155
ISBN (Buch)
9783656245483
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197613
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Duisburg
Note
Schlagworte
usa leveraged buy outs

Autor

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