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Worüber sprechen wir, wenn von PISA die Rede ist

Hausarbeit 2010 11 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung in das Thema

2. PISA Grundwissen – Strukturen und Ziele

3. Was erfasst PISA – Die Grundkompetenzen
3.1. Leseverständnis
3.2. Mathematik
3.3. Naturwissenschaftliche Fähigkeiten

4. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung in das Thema

Was ist eigentlich PISA? Eine Stadt in Italien? Nein, ganz sicher ist diese hier nicht gemeint! Seit dem „PISA – Schock“, nach der Auswertung der ersten PISA – Studie von 2000, ist diese Abkürzung so gut wie jedem deutschen Staatsbürger geläufig. Die Nachrichten und Tageszeitungen berichteten wochenlang über die für Deutschland so negativen Ergebnisse. Man fühlte sich aufgrund der schlechten Platzierung ähnlich wie bei einer Niederlage der deutschen Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft in seiner nationalen Ehre verletzt. Niemand wollte glauben, dass das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich der OECD von 2000 so schlecht abschnitt. Es konnte ganz einfach nicht so sein. Seitens der Politik wurde nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse viel geredet und diskutiert. Abgeordnete und Wissenschaftler in allen Bundesländern stellten sich die Frage, wie so etwas passieren konnte und was jahrelang falsch gemacht wurde. Einige zweifelten sogar die Aussagekraft der Studie an. Man war in der deutschen Bildungspolitik immer der Annahme gewesen, deutsche Schüler seien leistungsmäßig die Spitze Europas.

Als „Gewinner“ der ersten Studie von 2000 galten die skandinavischen Länder wie Finnland und Schweden. Dementsprechend entstand bei den „Verlierern“ der ersten PISA – Studie ein wahrer „Finnland - Hype“.

Was ist seit dem passiert? Große Teile der Bildungssysteme der Bundesländer wurden reformiert. Curricula wurden umgestellt und verbessert. Schulen wurden umstrukturiert und umgebaut. Des Weitern wurden endlose bildungspolitische Debatten auf allen Ebenen gehalten.

Das Ergebnis dieser „Ausbesserungen“ zeigte sich bei den PISA – Studien von 2003 und 2006. Deutschland konnte sich eindeutig in der Rangfolge verbessern und seinen „geschädigten Ruf“ einigermaßen wieder herstellen.

Doch dies alles soll nicht das Kernthema dieser Ausarbeitung sein. Ich möchte in dieser Arbeit vielmehr auf das Wesen der PISA – Studie eingehen. Ziel soll es sein, in anschaulicher und verständlicher Weise darzustellen, was PISA ist, wie die PISA – Tests, beziehungsweise Studien inhaltlich und methodisch aufgebaut sind und wie hier die verschiedenen Fach - Kompetenzen der Schüler gemessen werden.

Abschließen werde ich diese Hausarbeit mit einem kurzen persönlichen Resümee der hier dargelegten Fakten.

An dieser Stelle gilt es jedoch noch vollständiger Weise anzumerken, dass ich nicht alle Abschnitte und Kapitel des uns zur Verfügung gestellten Textes von Anna Brake hier eingehender untersuchen werden. Ich habe lediglich die Absicht die von mir im Seminar und im Vortrag bearbeiteten Themen und Thesen auf zu greifen und in dieser Ausarbeitung unter zu Hilfenahme vertiefender Literatur umfangreicher darzulegen.

2. PISA Grundwissen – Strukturen und Ziele

In diesem Abschnitt meiner Ausarbeitung zum Text von Anna Brake möchte ich auf die PISA – Studien im Allgemeinen eingehen. Der Focus soll hierbei auf die Historie, auf die Zielsetzung, sowie die Motivation gelegt werden, welche sich hinter der Durchführung der Studien verbirgt.

Als aller Erstes verlangt das Wort, beziehungsweise die Abkürzung „PISA“ nach einer Klärung. PISA steht für „Programm for international student assessment“. Es handelt sich hierbei um eine großangelegte internationale Schulstudie, welche von der OECD, der „ Organisation for economic co - operation and development “, im Jahre 2000 ins Leben gerufen wurde.[1] Teilnehmer dieser Schulstudien können aber nicht nur OECD – Länder sein. Internationale Partnerländer haben ebenfalls, bereits seit der ersten PISA – Studie, die Möglichkeit ihre Schulen und Schüler testen zu lassen. So waren beispielsweise an der Studie von 2000 mit 32 Teilnehmerstaaten, vier „nicht – OECD Staaten“ beteiligt und stellten ihr Schulsystem auf den Prüfstand. (PISA 2003 – 41 Teilnehmer – 11 Partnerländer)[2]

Weiterhin muss hier erwähnt werden, dass die PISA – Studien regelmäßig in einem drei - Jahres - Turnus durchgeführt werden. Wie bereits erwähnt, wurde die erste Erhebung 2000 durchgeführt.

Es folgten PISA 2003, 2006 und PISA 2009 im letzten Jahr. Jeder Durchgang hatte dabei ein Schwerpunktthema. Auf diese werde ich jedoch erst im folgenden Kapitel genauer eingehen.[3]

In Deutschland nahmen an den Studien jeweils circa 220 repräsentative Schulen im ganzen Bundesgebiet teil. Repräsentativ bedeutet in diesem Fall, dass die Anzahl der Teilnehmer, aus den jeweiligen Schularten (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, etc.), welche in die Erhebung eingebracht wurden, auf Grundlage der prozentualen Gesamtverteilung der Schüler auf die Schulsysteme in Deutschland berechnet wurde. An den ausgewählten Schulen dann selbst, entschied wiederum das Los über die Teilnahme des jeweiligen Schülers.[4]

Bei PISA 2000 wurden ungefähr 180.000 Schüler getestet, wovon ungefähr 5000 Probanden deutsche Schüler waren. (PISA 2003 – 250.000 Schüler international). Diese Jugendlichen waren alle im Alter um die 15 Jahre.[5] Die Klassenstufe in welcher sich die Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt befanden war zweitrangig. Da sich die jeweiligen Bildungssysteme international, sowie national auf Länderebene unterscheiden, wäre eine Erhebung, eingeteilt in Klassenstufen, auch mehr als unzweckmäßig gewesen. Die Bildungsunterschiede untereinander wären in diesem Fall zu eklatant. Zusammengefasst bedeutet dies eine hohe Repräsentativität und Vergleichbarkeit für die Stichprobenziehung.

Die Frage ist jedoch nun, warum für eine Schulstudie international solch ein Aufwand betrieben wird.

PISA ist weltweit die umfangreichste Flächenuntersuchung im Bereich der Bildungs(system)forschung. Durch die Vielzahl von Variablen, welche sie untersucht, ist ein vergleichendes Bildungssystem – Monitoring, sowohl auf internationaler, als auch auf nationaler Ebene der Teilnehmerstaaten möglich.[6]

Eine PISA – Ziel Definition lässt sich demnach wie folgt definieren:

„PISA soll im internationalen Vergleich die Stärken und Schwächen der verschiedenen schulischen Systeme erfassen und relevante Faktoren zur Verbesserung ihrer Effizienz Identifizieren.“[7]

[...]


[1] vgl. Brake 2003, S.24

[2] vgl. PISA – Konsortium 2004, S.16

[3] vgl. Payk 2009, S.21

[4] vgl. PISA – Konsortium 2005, S.16

[5] vgl. PISA – Konsortium 2004, S.16

[6] vgl. Brake 2003, S.30

[7] Brake 2003, S.28

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656236436
ISBN (Buch)
9783656236993
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197540
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
pisa OECD Studie P.I.S.A.

Autor

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Titel: Worüber sprechen wir, wenn von PISA die Rede ist