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Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Was ist kooperatives Lernen?
2.2 Argumente für kooperatives Lernen
2.3 Voraussetzungen Rahmenbedingungen und für kooperatives Lernen

3. Lehrerrolle im kooperativen Lernen

4. Methodenvorschläge

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Kooperatives Lernen“. Diese wird im Rahmen des Seminars Lehr- und Lernprozesse im schüleraktiven Unterricht verfasst. Kooperatives Lernen stellt somit ein Unterrichtskonzept dar, dass schüleraktivierend ist und mit der Heterogenität in der Klasse umgehen kann.

Zu Beginn der Arbeit sollen die theoretischen Grundlagen geklärt werden. Was ist kooperatives Lernen und welche Argumente liegen für diese Unterrichtsform vor. Des weiteren sollen auch die Voraussetzungen und Rahmenbedingung für kooperatives Lernen erörtert werden.

Im nächsten Schritt wird die Lehrerrolle in dieser Unterrichtsform genauer beleuchtet. Es soll die Frage behandelt werden wie, beziehungsweise ob, sich die Lehrerrolle durch kooperatives Lernen verändert. Worauf muss sich die Lehrperson einstellen? Wo liegen die Schwierigkeit und Chancen? Was ist beim unterrichten zu beachten?

Um die Theorie in die Praxis umzusetzen werden zum Schluss der Hausarbeit kurz zwei ausgewählte Methodenvorschläge vorgestellt werden.

Die Hausarbeit orientiert sich hauptsächlich an den Werken von Norm und Kathy Green: Kooperatives Lernen im Klassenraum und Kollegium. Das Trainingsbuch sowie dem Friedrich Jahresheft XXVI 2008 mit dem Titel : Individuell Lernen – kooperativ Arbeiten.

2 Theoretische Grundlagen

Zu Beginn der Arbeit wird eine theoretische Grundlage eingeführt, damit die folgenden Kapitel ersichtlicher sind.

2.1 Was ist kooperatives Lernen?

Das Konzept des kooperativen Lernens beruht auf einer Klassenführung in kleinen Gruppen von vier bis sechs SchülerInnen. Die Gruppenstärke sollte nicht überschritten werden, da sonst nicht mehr gewährleistet werden kann, dass sich alle an einer klaren und verständlichen Aufgabe beteiligen können. Die SchülerInnen arbeiten selbstständig und ohne direkte Anleitung durch die Lehrperson innerhalb dieser Gruppen an einer Thematik und helfen sich gegenseitig beim Lernstoff. Dabei ist ihnen offen gestellt, ob sie in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten arbeiten möchten. Seit den 1970er Jahren wurden vielfältige Methoden entwickelt, um das Konzept des gegenseitigen Helfens und Lernens zu realisieren. So ist unter dem Begriff „kooperatives Lernen“ ein Sammelbegriff entstanden, der eine Vielzahl vom teamorientierten Methoden aufgreift.[1] Aber kooperatives Lernen ist mehr als „eine Form der Organisation des Klassenzimmers, bei der Schüler in kleinen Gruppen arbeiten, um sich beim Lernen des Stoffs gegenseitig zu helfen“[2]. Daneben ist diese Unterrichtsform von der wechselseitigen Abhängigkeit der SchülerInnen innerhalb einer Gruppe geprägt. Die SchülerInnen verfolgen ein gemeinsames Lernziel und übernehmen nicht nur für den eigenen Lernerfolg Verantwortung, sondern auch für den Lernfortschritt der gesamten Gruppe. Das besondere an dieser Form ist also nicht die Arbeit in einer Gruppe, sondern die Interdependenz der Gruppenmitglieder, die auf dem Konzept der Kooperation beruht. Die SchülerInnen kooperieren in dem Lernziel und sind an dessen Realisierung interessiert. Sie erweitern neben dem Fachwissen auch die kognitiven Fähigkeiten. Die SchülerInnen müssen ihre Tätigkeiten und Aufgaben selbst steuern und innerhalb der Gruppe eine Organisation finden, die auf Stärken und Schwächen beruht und daneben individuelle Defizite ausgleichen. Sie müssen also lernen zusammen zu arbeiten und entstehende Konflikte zu lösen. Ihre soziale Kompetenz entwickelt sich neben der Kompetenz Probleme zu lösen.

Wie ersichtlich stehen die Begriffe Kooperation und Gruppe im Mittelpunkt des kooperativen Lernens. Kooperation kann sich nur in Gruppen entwickeln, die als Team arbeiten.

Das Ziel des kooperierenden Lernens „sind Lernende, die aktiv motiviert und zunehmend eigenständig auf der Grundlage ihrer Interessen und ihres Vorwissens ihr individuelles Wissen konstruieren und dabei stark beeinflusst sind vom Kontext, indem sie ihre Deutungs- und Problemlöseaktivitäten entfalten.“[3]

2.2 Argumente für kooperatives Lernen

Im Folgenden werden verschiedene Argumente für kooperatives Lernen vorgestellt.

Die Institution Schule hat die Aufgabe die SchülerInnen Schlüsselkompetenzen zu vermitteln, damit diese im späteren Berufsleben keine Probleme haben. Mit dem gesellschaftlichen Wandel kommen neue Anforderungen an die SchülerInnen. Von den Mitarbeitern wird mehr Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und die Voraussetzung für ein lebenslanges Lernen verlangt. Mitarbeiter müssen in der Lagen sein wechselweise im Team, aber auch in Einzelarbeit arbeiten zu können. Auch sprachliche Kompetenzen, bzw. sozial-gesellschaftliche Kompetenzen müssen, besonders im tertiären Sektor, vorhanden sein.[4] SchülerInnen sollten in der Schule also lernen in verschiedenen Arbeitsformen agieren zu können, sich selbst Wissen anzueignen und dieses auch sprachlich zu artikulieren. Dem kann kooperatives Lernen nachkommen. Die SchülerInnen lernen im Team zu arbeiten, aber auch in Einzelarbeit. Sie lernen miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander. Je nach Gruppenkonstellation müssen sie mit kulturellen und individuellen Differenzen arbeiten können. Daneben lernen Sie, das sie selbst für ihren Wissenserwerb verantwortlich sind. Aufgrund der Abhängigkeit zur Gruppe müssen die SchülerInnen lernen ihre Ergebnisse anderen mitzuteilen und entwickeln ihre sprachliche Kompetenz.

Kooperatives Lernen ermöglicht neben dem fachlichen Kompetenzerwerb auch die Förderung der Mündigkeit bei den SchülerInnen. Sie lernen innerhalb der kleinen Gruppe demokratische Regeln einzuhalten und verinnerlichen diese. So wird auch das Bildungsziel zur Erziehung eines mündigen Bürgers umgesetzt.

Als ein weiterer Grund für kooperatives Lernen sollte die Unterrichtsform genannt werden. Nach wie vor dominiert der Frontalunterricht in den Klassenzimmern. Viele Informationen werden in möglichst kurzer Zeit untergebracht. Lernen ist jedoch ein aktiver und vor allem individueller Prozess. Anstatt den Lehrer passiv nur zuzuhören sollten die SchülerInnen selbst aktiv im Lernprozess werden. Im kooperativen Lernen ist dies der Fall. Die SchülerInnen müssen sich eigenständig und aktiv mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen. Zudem wird die Individualität der SchülerInnen berücksichtigt. Der Lehrer ist durch die Zusammensetzung der Gruppen in der Lage eine heterogene Lerngemeinschaft zu schaffen in der auch leistungsschwache SchülerInnen einen Platz finden. Schließlich lernen und arbeiten die SchülerInnen beim kooperativen Lernen in ihrem eigenen Tempo und in der selbst gewählten Form. Durch die individuelle Lernausrichtung kommt es auch zu einer anderen Wahrnehmung von Gleichheit. Während beim klassischen Unterricht die Gewinner schnell zur Selbstüberschätzung der Fähigkeiten neigen und die Verlieren immer mehr auf die eigene Unfähigkeit tendieren „fassen sich Mitglieder kooperativer Gruppen als ähnlicher auf, interpersonale Attraktivität und die Bereitschaft zu prosozialem Verhalten in der Schule nehmen auch bei hochbegabten Schülern zu.“[5]

[...]


[1] Neber, Heinz/ Fischer, F.: Kooperatives Lernen. In: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. Hrsg. von Detlef Rost. 4. Auflage. Basel: Beltz Verlag 2010. S. 394.

[2] SLAVIN, Robert E.: Cooperative Learning and student achievement. In: School and classroom organization. Hrsg. von Robert E. Slavin. Hillsdale: Lawrence Erlbaum Associates. 1989. S. 129.

[3] Konrad, K./Traub, S.: Selbstgesteuertes Lernen in Theorie und Praxis. München: Oldenbourg 1999. S. 65.

[4] Walzik, Sebastian: Modellversuchsprogramm: Selbst gesteuertes und kooperatives Lernen in der beruflichen Erstausbildung (SKOLA). Dossier 2. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. St. Gallen 2004. S. 2.

[5] Neber, Heinz/ Fischer, F.: Kooperatives Lernen. In: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. Hrsg. von Detlef Rost. 4. Auflage. Basel: Beltz Verlag 2010. S. 395.

Details

Seiten
17
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656239871
ISBN (Buch)
9783656240129
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v197442
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Erziehungswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
kooperatives lernen

Autor

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Titel: Kooperatives Lernen