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Kinder- und Jugendarmut in Deutschland. Handlungsauftrag für die soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe

Forschungsarbeit 2011 107 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung zum Thema Armut
2.1 Was wird unter absoluter Armut verstanden?
2.2 Was bedeutet relative Armut?
2.3 Mehrdimensionaler Armutsbegriff
2.4 Kontroverse Auffassungen
2.5 Zusammenfassung

3. Die Armut als soziales Problem der Gesellschaft
3.1 Das quantitative Ausmaß der Armut
3.2 Ursachen der Entstehung von Armut
3.3 Armut - kind- und jugendgerecht definiert
3.4 Statistischer Vergleich der Bundesländer
3.5 Zusammenfassung

4. Kinder und Jugendliche als besonders von Armut betroffen
4.1 Familiäre Armut und ihre Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen
4.1.1 Familiäre Armut durch Arbeitslosigkeit
4.1.2 Armutsrisikogruppe der alleinerziehenden Familien
4.1.3 Familien mit drei und mehr Kindern
4.1.4 Familien mit Migrationshintergrund
4.2 Sechs Dimensionen zur Definition von Armutsrisiken in reichen Industriestaaten (UNICEF)
4.2.1 Die materielle Lage
4.2.2 Einfluss auf die Gesundheit und Sicherheit
4.2.3 Bildung
4.2.4 Beziehungen zu Eltern, Familie und Freunden
4.2.5 Verhalten und Risiken im Alltag
4.2.6 subjektives Wohlbefinden - Eigene Einschätzung der Kinder und Jugendlichen
4.3. Bedingungsfaktoren und Folgen von Armut im Kindes- und Jugendalter
4.4 Problemverhalten und Entwicklungsprobleme
4.5 Vernachlässigung und Kindeswohlgefährdung
4.6 Zusammenfassung

5. Lebenslagen und Bewältigungsstrategien
5.1 Entwicklung von Stress- und Bewältigungstheorien
5.2 Handlungs-, sozialisations- und stresstheoretische Grundlagen
5.3 Armut und Benachteiligung in unterschiedlichen Lebens- Situationen
5.4 Bewältigungsformen der Eltern/ Erwachsenen
5.5 Bewältigung familiärer Armutslagen durch Kinder und Jugendliche
5.5.1 Deviantes und kriminelles Verhalten im Jugendalter
5.5.2 Verschuldung im Jugendalter
5.5.3 Stigmatisierung und Resignation
5.5.4 Soziale Ausgrenzung
5.6 Möglichkeiten von Bildung und Ausbildung
5.7 Bewältigungsanforderungen an die Kinder und Jugendliche
5.8 Resilienz
5.9 Zusammenfassung

6. Sozialpädagogische Handlungsansätze
6.1 Das Jugendamt als Institution der Kinder- und Jugendhilfe
6.2 Aufgabenstellung der Kinder- und Jugendhilfe im Hinblick auf Kinder- und Jugendarmut
6.3 Armutsbewältigung in Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe
6.3.1 Handlungsauftrag von Schule und Bildung
6.3.2 Handlungsauftrag für den Allgemeinen Sozialdienst
6.3.3 Handlungsauftrag im Freizeitbereich
6.4 Sozialpolitik

7. Resümee und Ausblick

8. Quellenverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen, Diagramme und Tabellen

Tabelle 1: Versorgungslagen: Bereiche/ Dimensionen, Indikatoren und Unterversorgungsschwellen

Tabelle 2: Armut und Niedrigeinkommen 1991 - 2006 in % der Bevölkerung: Äquivalenzeinkommen im Monat (real)

Tabelle 3: Art der Berichterstattung in den Ländern

Tabelle 4: Anteil der Alleinerziehenden an allen Familien mit minderjährigen Kindern 1996 und 2009 nach Ländern

Tabelle 5: Armutsquoten von Kindern und Jugendlichen nach Nationalität, Familientyp und Haushaltsgröße (1998)

Abb. 1 : Modell der Verknüpfung von Armut und Krankheit

Abb. 2 : Konsumwünsche, aber kein Geld: Verzicht üben oder Kredit aufnehmen?

Diagramm 1: Jugendarbeitslosenquote und Arbeitslosenquote übriger Erwerbspersonen in Deutschland

1. Einleitung

Ein Zitat aus dem 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung lautet: „Armut ist ein gesellschaftliches Phänomen mit vielen Gesichtern. Es entzieht sich deshalb einer eindeutigen Messung. Die Armuts- und Reichtumsbericht- erstattung der Bundesregierung orientiert sich an einem umfassenden Analyse- ansatz, der die Risiken für Armut und soziale Ausgrenzung in verschiedenen Le- benslagen beschreibt.“1

Das Thema Armut ist zurzeit in Deutschland hoch aktuell. Soziale Ungleichheit als eine Tatsache, ist in manchen Bereichen analog zur Entwicklung am Ar- beitsmarkt stetig gewachsen. Armut ist in den letzten Jahren zu einem Politikum höchster Brisanz geworden. Von Armut betroffenen Menschen vermitteln an Poli- tik, Wissenschaft und Gesellschaft unterschiedliche Bilder und Perspektiven ih- res Ausmaßes, so dass insgesamt ein verzerrtes, unübersichtliches und indivi- duell eingefärbtes Bild von Armut entsteht. Aus diesem Grund entzieht sie sich auch einer eindeutigen Messbarkeit.

Um sich der Armutsproblematik annähern zu können, werden unterschiedliche Begriffe und Konzepte von Armut erläutert. Es wird Bezug auf die betroffenen Bevölkerungsgruppen, insbesondere auf Kinder und Jugendliche genommen und es sollen Merkmale der in finanziellen Notlagen lebenden Menschen heraus- gearbeitet werden.

Dabei sollen Risikofaktoren für Armut benannt und auf eine mögliche Lösung, wie Arbeit und existenzsichernde Entlohnung hingewiesen werden. Die besonde- re Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen wird bezüglich der Bundeslän- der verglichen, um auf Besonderheiten aufmerksam zu machen. Es werden die Folgen von Armut auf die Sozialisation von Kindern und Jugendli- chen untersucht, um die Vielschichtigkeit der Armutsauswirkungen deutlich zu machen.

In einem weiteren Kapitel wird auf die Lebenslagen und die Bewältigungsstrategien von Betroffenen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen eingegangen, um zu verdeutlichen, dass es unterschiedlich gelingt Lebenssituationen in Armutslagen zu bewältigen.

Abschließend wird untersucht, ob es für die Kinder- und Jugendhilfe sozialpädagogische Handlungsansätze gibt und welcher Handlungsauftrag sich daraus für den sozialen Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ergibt.

In meiner Arbeit möchte ich folgende Fragen untersuchen. Wer ist in einer reichen Gesellschaft, wie Deutschland arm und wird diese Thematik überbewertet? Welches Ausmaß hat Kinder- und Jugendarmut in unserer Gesellschaft erreicht? Welche Folgen haben Armutslagen auf die Sozialisation der betroffenen Kinder und Jugendlichen? Welche Strategien entwickeln sie, um ihre Lebenssituation zu bewältigen? Gibt es Handlungsaufträge für die Kinder- und Jugendhilfe und welche Möglichkeiten hat die Sozialpolitik unseres Staates und die Kinder- und Jugendhilfe, den betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen, sich aus diesem Teufelskreis zu lösen oder in ihm zu bestehen?

Das Ziel meiner Arbeit wird es sein, das Thema Armut näher zu untersuchen und die Verbindung zum Handlungsauftrag Sozialer Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe herzustellen.

2. Begriffsklärungen zum Thema Armut

„Armut“ gehört zu den Begriffen, die zwar fest im Alltagsbewusstsein verankert sind, unter denen aber jede/r etwas anderes versteht.“2 Der Begriff ist „für die meisten Wohlhabenden ein politischer Kampfbegriff, der hilft, Sozialneid ihnen gegenüber zu schüren.“3

Christoph Butterwegge zeigt, dass der Armutsbegriff von unterschiedlichen Seiten zu betrachten ist und er weist auf die Zugehörigkeit zu sozialen Schichten hin, die unterschiedliche Sichtweisen erzeugen.

Das Thema Armut spielt gegenwärtig in der Öffentlichkeit eine gesellschaftlich aktuelle Rolle, weil von Armen und Arbeitslosen in den Medien oft ein Bild von „Arbeitsscheuen“ und „Faulen“ vermittelt wird, die nicht zu einem starken Wirt- schaftsstandort passen. Gleichzeitig betrifft es immer mehr Menschen, die betrof- fen sind.

Es ist leider kein einheitliches Verständnis von Armut zu finden. Der Begriff Ar- mut wird vieldeutig gebraucht, um ökonomische und soziale Randlagen zu be- schreiben und wird in einem breiten Bedeutungsspektrum angewandt. Der Armut als gesellschaftlichem Thema wird in den politischen, öffentlichen und wissen- schaftlichen Debatten durch jeweilige Interessen ein unterschiedlicher Stellen- wert zugeschrieben. Daraus resultiert ein unübersichtliches und uneinheitliches Verständnis von Armut. Es baut auf den zugrunde liegenden Ressourcen, den betreffenden Lebenslagen oder auf den individuellen Lebensläufen auf. Der wis- senschaftliche Umgang mit Armut hat sich verändert, da die Armut einem ständi- gen Wandel unterliegt. Es steht außer Diskussion, dass die Armut zunimmt, unabhängig woran die Armut gemessen wird.4 „Armut ist mehr, als nur wenig Geld zu haben. Sie beraubt Menschen ihrer materiellen Unabhängigkeit und da- mit der Freiheit, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden.“5

Die verschiedenen Definitionen beinhalten unterschiedliche Betrachtungs- und Herangehensweisen an das Phänomen Armut, die von bestimmten Kriterien und Bemessungspunkten geprägt werden. Es rücken unterschiedliche Dimensionen der Ursachen und Auswirkungen von Armut in den Mittelpunkt der jeweiligen Be- trachtung, die es gilt in diesem Kapitel zu definieren und näher zu analysieren.

Um das uneinheitliche Bild ansatzweise zu entzerren, werden im Folgenden die existierenden Armutsbegriffe und Armutskonzepte dargestellt.

2.1 Was wird unter absoluter Armut verstanden?

Bei der statistischen Betrachtung gibt es zwei zentrale Begriffe: die absolute Armut und die relative Armut.

Als Grundlage des Tatbestandes der absoluten Armut gilt die Verfügbarkeit von ein bzw. zwei US-Dollar pro Tag und Kopf für die Befriedigung der Lebensbedürfnisse. Wer diese Summe oder weniger zur Verfügung hat, gilt nach dieser Berechnung der Weltbank als absolut arm. Auf der Grundlage von einem Dollar, leben derzeit weltweit 1,6 Milliarden Menschen in absoluter Armut. Auf der Grundlage von zwei US-Dollar sind es 2,8 Milliarden Menschen.6

Die absolute Armut, auch Urarmut genannt, liegt vor, ,,wenn die Existenz des Menschen physisch oder psychisch absolut bedroht ist, sei es durch Hunger, Obdachlosigkeit oder kriegerische Auseinandersetzung.“7 Absolut arme Men- schen leiden unter schwerwiegenden Entbehrungen und müssen permanent um ihr Überleben kämpfen.

„Eine absolute Armut, welche den physischen Erhalt des Lebens bedroht, exis- tiert in den hochentwickelten Ländern des Westens - im Gegensatz zur dritten Welt - nicht oder nur in Ausnahmefällen (z.B. erfrierende Nichtseßhafte).“8

Es ist nicht sinnvoll in Deutschland von Armut im absoluten Sinn zu sprechen, denn wir finden die Pflicht des deutschen Staates, Hilfsangebote anzubieten im Grundgesetz (GG) vor. Im Art. 1 GG - Die Würde des Menschen ist unantast- bar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt - in Verbindung mit Art. 2 GG - dem Recht auf Leben - und dem Sozialstaatsgrund- satz - Art. 20 I GG - erwächst die Pflicht des Staates, ein menschenwürdiges Existenzminimum zu gewährleisten. Diese Verpflichtung resultiert aus dem So- zialstaatsprinzip, das Deutschland auferlegt ein sozialer Bundesstaat zu sein. Es handelt sich nur um ein Postulat, dessen Recht nicht einklagbar ist.

Wenn in Deutschland die absolute Armut kaum zutrifft, ist es notwendig im Anschluss eine andere statistische Betrachtung von Armut zu untersuchen.

2.2 Was bedeutet relative Armut?

Von relativer Armut wird gesprochen, wenn Personen oder Personengruppen, wie Familien, nicht über ausreichende materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügen, um auf der untersten Grenze des Akzeptablen, dem Existenzminimum zu leben.9 Das Existenzminimum, also die unterste Grenze des Akzeptablen wird seit Bestehen der Sozialhilfe in öffentlichen und parlamentarischen Debatten durch das Parlament vermieden zu entscheiden.

Als Grund- oder Mindestsicherung (Grundversorgung) werden bedarfsorientierte und bedürftigkeitsgeprüfte Sozialleistungen zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes bezeichnet, hervorgegangen aus der Armenhilfe bzw. -fürsorge.

Das soziokulturelle Existenzminimum ist ein Begriff, der durch die Sozialge- richtsbarkeit geprägt wurde. Sozialstaatliche Praxis ist, jedem Bedürftigen den Sozialhilfesatz als minimale Grundversorgung zu gewährleisten. Nach dem SGB II ist der rechnerische Bedarf für eine vierköpfige Familie bei 1.105 €, zuzüglich der tatsächlichen angemessenen Unterkunftskosten z.B. von ca. 450 € = 1.555 € Gesamtbedarf. Daher wird für 2010 ein Regelsatzniveau bei Alleinstehenden von 364 €/Monat, bei Ehepaaren von 655 €/Monat und bei Kindern ein durchschnittli- cher Regelsatz von 235 €/Monat, sowie die Kosten der Unterkunft und Heizung in Ansatz gebracht.

Das pfändungsfreie Existenzminimum liegt seit dem 1. Juli 2005 bis heute unverändert bei einer Alleinstehenden Person bei 989,99 € netto.10

Mit dem Begriff der relativen Armut wird der Zusammenhang zwischen Armuts- und Verteilungsproblem innerhalb der Bevölkerung deutlich. Bei der Verteilung der Einkommen werden drei Einkommensgrößen festgelegt. Als relativ arm gilt, wer maximal 50 % des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. Wer mit einem „Armutsrisiko“ lebt (auch „milde Armut“ genannt) verfügt über 60 % des Durchschnittseinkommens und die eigentliche Armutsgrenze (strengen Armut), liegt bei 40 % des Durchschnittseinkommens. Das Durchschnittseinkommen in Deutschland lag im Jahr 2009 nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bei 30.879 €/Jahr (2.573,25 €/Monat) brutto.11

„Nach den Kriterien der EU ist derjenige arm, der 60 % des Durchschnittseinkommens oder weniger zur Verfügung hat.“12 Das waren 2002 9 % und im Jahr 2005 bereits 11 % der Bevölkerung in Deutschland.

Es geht bei der Beurteilung der relativen Armut um den tatsächlichen Lebensstandard bzw. um die tatsächliche Befriedigung der Grundbedürfnisse. Werden die von relativer Armut überdurchschnittlich betroffenen sozialen Gruppen, wie die Arbeitslosen, die Alleinerziehenden, die kinderreichen Familien sowie die Familien mit Migrationshintergrund betrachtet, ist deren Armutsquote dreimal so hoch wie die der Gesamtbevölkerung. Sie sind häufiger und länger von Armut betroffen. Als Armutsquote wird die Prozentzahl der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Einwohner bezeichnet.13

Wird die relative Armut in Deutschland betrachtet, stellt sich gleichzeitig die Fra- ge, ob es auch Reichtum in unserem Land gibt? Die erstmalige gemeinsame Be- trachtung von Einkommen und Vermögen aus der Erhebung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2003 durch das statistische Bundesamt zeigt ein umfassenderes Bild finanziellen Reichtums. Nach der gebräuchlichsten Ab- grenzung relativen Reichtums als Verfügung über ein Nettoäquivalenzeinkom- men, sind 6,4% der Gesamtbevölkerung reich. Das bedeutet, dass ihr Einkom- men mindestens doppelt so hoch, wie das mittlere Einkommen ist. Das sind in der einfachen Einkommensverteilung (Anteil der Personen mit mehr als 3.268 Euro netto/Monat). Hinsichtlich der politischen und gesellschaftlichen Partizipa- tion zeigt sich, dass nach wie vor ein starker Zusammenhang zwischen Einkom- mensposition und politischem ebenso wie zivilgesellschaftlichem Engagement besteht. 14

Zur Definition relativer Armut wird das Konzept der relativen Einkommensarmut verwendet.

Ein Ressourcenkonzept, das von einem Mangel an Einkünften ausgeht. Die Unterausstattung mit ökonomischen Mitteln wird grundsätzlich als Armut definiert, wobei das Einkommen die einzige Bewertungsgrundlage darstellt. Dieses Konzept hat eine bedeutende Stellung, weil es die Möglichkeit der einfachen quantitativen Erfassung des Einkommens bietet.15

Zum anderen ist in unserer konsumorientierten Gesellschaft Geld eine wichtige Ressource für jeden Einzelnen sowie sein Familiensystem. Das Einkommen als stellvertretende Größe dient der Messung von Armut.

Zudem stellt die Einkommensarmut das zentrale Ausmaß der Armutsproblematik dar. Alle verfügbaren monetären Ressourcen wie Löhne, Vermögen, öffentliche oder private Transferleistungen (z.B. Kinder- oder Erziehungsgeld, Unterhalt, Renten, Arbeitslosengeld, Wohngeld), gehören ebenso wie die nicht monetären Ressourcen z.B. die Resultate der hauswirtschaftlichen Erzeugung, zum Ein- kommen.

Die Armutsschwelle ist die Einkommensgrenze, unter der man als relativ arm gilt. Sie orientiert sich am “historisch und kulturell entwickelten Stand der Befriedigung von Grundbedürfnissen“16, die entsprechend dem Grundgesetz ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.

Von Armut betroffene Menschen haben einen rechtlichen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Diese kann in Form von Sozialleistungen des SGB II als Grundsi- cherung für Arbeitsuchende oder des SGB XII als Hilfe zum Lebensunterhalt be- antragt werden. Diese Sozialleistungen sind nicht nur für die existenzielle Grund- sicherung einer Person eines Haushaltes gedacht, sondern zielen darüber hi- naus auf ein „soziokulturelles Existenzminimum“17 ab, um das grundgesetzlich festgeschriebene menschenwürdige Dasein in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Es lassen sich weitere Armutsschwellen unterscheiden, die mit Hilfe der Ein- kommensverteilung der Bevölkerung bestimmt und als relative Armut bezeichnet werden. Mittels des äquivalenzgewichteten Nettoeinkommens definieren sie die „Wohlfahrtsposition“18 einer Person eines Haushaltes im Vergleich zum gesellschaftlichen Wohlstand, der Schwankungen unterliegt.

In verdeckter Armut leben Menschen, die zwar einen Anspruch auf Sozialleistungen haben, diese aber aus verschiedensten Gründen, wie Scham, Stolz oder Unwissenheit nicht für sich geltend machen.

Armut bemisst sich nach der Definition der EU-Mitgliedsstaaten auf 60 % des Durchschnittseinkommens einer Bevölkerung. Es ist fraglich, ob die berechnete Grundsicherung eher an dem 40 %-Grenzwert der strengen Armut orientiert ist.19

Das ressourcenorientierte Armutskonzept basiert auf einer finanziellen Dimen- sion. Es kann ebenso Folgen, die auf den materiellen Einschränkungen basieren, erfassen. Auf dieser Grundlage wird die finanzielle Ausstattung eines Menschen als Potential seiner Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und ge- sellschaftlichen Zusammenleben verstanden, dessen Fehlen oder Einschrän- kung ihm den Zugang zu diesen Bereichen verwehrt. Das bedeutet, dass Men- schen mit geringer finanzieller Ausstattung weniger am kulturellen Leben beteiligt sein können, weil sie sich z.B. teure Eintrittskarten nicht leisten können.

Sie werden von Lebensweisen Wohlhabender ausgeschlossen, da sie in diesen Kreisen nicht verkehren. Ohne Arbeit sind sie vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben oft ausgeschlossen und aus politischen Gremien ziehen sie sich zurück.

Das Konzept der ressourcenorientierten Armut ist nur für die numerische Darstel- lung des Themas Armut geeignet und deshalb von Eindimensionalität gekenn- zeichnet. Es können keine Auswirkungen auf Erleben und Bewältigung eines von Armut betroffenen Menschen analysiert werden. Subjektives Verständnis in die- ser Diskussion ist jedoch von großer Wichtigkeit und erscheint den größeren As- pekt einzunehmen.

Es ist notwendig, eine andere Dimension von Armut zu untersuchen, wie es im folgenden Abschnitt erfolgt.

2.3 Mehrdimensionaler Armutsbegriff

In Bezug auf Kinder und Jugendliche ist ein eindimensionaler Ansatz nur bedingt aussagefähig. Es wird nicht berücksichtigt, wie viel eine Familie tatsächlich für die Interessen der Kinder und Jugendlichen/Heranwachsenden aufwendet. Es ist nicht ausreichend, sich darauf zu beschränken, wie viele Kinder und Jugendliche innerhalb ihrer Familie unterhalb der 50%-Einkommensgrenze leben. Armut ist mehrdimensional und als materielle und immaterielle Problemlage zu verstehen. Neben der Einkommenssituation der Familie muss die Lebenslage der Kinder und Jugendlichen untersucht werden.

Das Lebenslagenkonzept umfasst fünf Bereiche. Es bezieht sich auf das Recht, staatliche Unterstützung bei Unterversorgung von mindestens einem Haushaltsmitglied in mindestens zwei Bereichen zu beantragen.

Die folgende Tabelle gibt für zentrale Bereiche die bei empirischen Analysen häufig verwendeten Indikatoren sowie die Unterversorgungsschwellen wieder: 20

Tabelle 1: Versorgungslagen: Bereiche/ Dimensionen, Indikatoren und

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Gunter E. Zimmermann, Ansätze zur Operationalisierung von Armut und Unterversorgung im Kindes- und Jugendalter, in Butterwegge (2000), S. 76

Der Sozialstaat geht mit diesem Konzept in vielerlei Hinsicht auf die Bedürfnisse der betroffenen Menschen ein. Zur Bestimmung von Kinder- und Jugendarmut ist es nur sehr begrenzt aussagekräftig.21

„Das Konzept Armut als Lebenslage geht analytisch davon aus, dass materielle Benachteiligungen systematisch verbunden sind mit Benachteiligungen in ande- ren Bereichen wie Bildung, Ernährung, Wohnen, Gesundheit u.s.w.“22 Das lebenslagenorientierte Armutskonzept ermöglicht eine wesentlich differen- ziertere Betrachtung des Phänomens Armut, da neben der materiellen Benach- teiligung weitere Dimensionen betrachtet werden. Es betrachtet verschiedene Lebenslagen einer Person, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheit und soziale Beziehungen. Es untersucht, wie Armut diese Lebenslagen tangiert.

Der Begriff der Lebenslagen beschreibt die „subjektiven Spielräume zur Lebensgestaltung in den zentralen Bereichen der Lebenserhaltung.“23

Das lebenslagenorientierte Konzept bezieht sich auf die Ausstattung einer Person mit materiellen und immateriellen Ressourcen, wie sie sich in der allgemeinen Versorgungslage widerspiegeln. Neben der objektiven Erfassung materieller Ressourcen eines Individuums einerseits steht das subjektive Erleben und Wahrnehmen seiner Lebenslage sowie die Verarbeitungs- und Bewältigungsmechanismen bei veränderten Einflüssen im Mittelpunkt. Es baut auf dem ressourcenorientierten Ansatz auf und bezieht die immateriellen Dimensionen der Armutsproblematik ein. Durch die mannigfaltige und individuelle Ausprägung ist eine objektive Erfassung von Lebenslagen schwierig.

„Die inhaltliche Fragestellung, wie sich Einschränkungen in den Lebensbereichen systematisch auswirken, ist analytisch und empirisch bislang eine offene Fra- ge.“24

Die objektive Erfassung von Lebenslagen orientiert sich an den menschlichen Grundbedürfnissen. Sie wird in Bereiche gegliedert und beschreibt im Wesentli- chen die materielle und immaterielle Versorgungslage einer Person. Dazu gehören:

- „der Versorgungs- und Einkommensspielraum (potentielle Versorgung mit Gütern und Diensten);
- der Kontakt- und Kooperationsspielraum (soziale Kontakte, Möglichkeiten zu Kommunikation und Interaktion);
- der Lern- und Erfahrungsspielraum (Sozialisation, Internalisierung sozialer Normen, Schul- und Berufsbildung, Erfahrungen in der Arbeitswelt usw.);
- der Muße- und Regenerationsspielraum (Ausgleich psycho- physischer Belastungen) sowie
- der Dispositionsspielraum (Möglichkeiten zu Mitgestaltung, Mitbestim- mung und Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen).“25

Sie lassen Rückschlüsse auf individuelle Lebensbereiche zu. Diese Spielräume werden innerhalb der einzelnen Lebensbereiche vernetzt und abhängig voneinander betrachtet. Es werden gesellschaftliche Bedingungen als wesentliche Einflussfaktoren der Lebensbereiche und der Spielräume einbezogen.

Das Lebenslagekonzept kann zur Analyse der „individuellen Lebensgesamtchance“26 gesehen werden, indem Komponenten untersucht werden, die ein umfassendes Abbild der individuellen Lebenslage ergibt.

Wie in Tabelle 1, Seite 9 dargestellt, sind zur Beschreibung individueller Lebens- lagen die Festlegung von Bereichen/ Dimensionen und Indikatoren erforderlich. Die Indikatoren Haushaltsnettoeinkommen, Erwerbsstatus, allgemeine schuli- sche und berufliche Bildung, Wohnraumversorgung, Wohnungsausstattung und Gesundheitszustand können um Indikatoren, wie Zufriedenheit, Wohlbefinden, Ängste, Einsamkeit oder Niedergeschlagenheit erweitert werden, um zu versuchen, die subjektiven Verarbeitungsmechanismen zu erschließen. Wie bereits dargelegt, orientiert sich die Mindestversorgung in den einzelnen Lebensbereichen am soziokulturellen Existenzminimum der Gesellschaft. Minimalstandards der jeweiligen Lebensbereiche sind normativ ausgerichtet, subjektiv geprägt und unterliegen gesellschaftlichen Veränderungen. Die Gültigkeit der Definition der Mindestversorgung ist zeitlich begrenzt, nicht allgemeingültig und muss folglich stets neu angepasst werden.

Die verwendeten Definitionen beziehen sich auf den relativen Armutsbegriff und das mehrdimensionale Armutskonzept. Nur so kann das Thema Armut allumfassend betrachtet werden, wobei die zeitliche Dimension der von Armut betroffenen Menschen, eine wichtige Rolle spielt.

Dass die politische Existenz von Armut als gesamtgesellschaftliches Problem nicht in jedem Fall akzeptiert und anerkannt wird, ist durch kontroverse Auffassungen im nächsten Abschnitt belegt.

2.4 Kontroverse Armutsauffassungen

Es gibt durchaus kontroverse Auffassungen zum Thema „Armut“.

Wie bereits festgestellt gibt es keine eindeutige Definition des Themas, die Be- grifflichkeit ist nur über mehrdimensionale Ebenen zu untersuchen und zu defi- nieren.

„Wenn wir die mittleren 70 bis 80 Prozent unserer Gesellschaft betrachten, sind die Abstände noch immer relativ gering. Ein Facharbeiter und ein Professor ver- dienen netto nicht so unterschiedlich, wie viele Menschen denken. Die breite Masse ist von der wachsenden Ungleichheit überhaupt nicht betroffen. Das aber wird ignoriert.“ 27

Dieser Vergleich geht davon aus, dass ein Professor als einer sozial höher ge- stellten Schicht zugeordnet wird, dann wird ein Facharbeiter der mittleren Ein- kommensstufe zugeordnet. Wobei es im Bereich Facharbeiter Verdienste vom Niedriglohnsektor (auch unter 940,- €) bis hin zu mittleren und hohen Einkommen gibt. Es gibt bereits wachsende Ungleichheit nur unter Facharbeitern der gleichen Branche, wie z.B. wer seit Jahren im VW-Werk in Wolfsburg gearbeitet hat und zur hohen Einkommensgruppe gehört oder der Facharbeiter, der hier über eine Zeitarbeitsfirma die gleiche Arbeit verrichtet. Es ist zahlenmäßig erwiesen, dass diese Tendenz in den letzten Jahren stark angestiegen ist und weiter steigt und das in fast allen Bereichen.

„Außerdem gibt es einen weiteren verzerrenden Effekt: Viele Menschen bekom- men Geldgeschenke oder andere private Transfers, die in die Berechnung nicht mit eingehen. Oder aber sie arbeiten schwarz. Und zuletzt: Arm ist in Deutsch- land per Definition, wer weniger als derzeit 940,- Euro verdient.“ 28 Sind mit diesen Geldgeschenken die Enkel gemeint, die von ihren Großeltern 50,- € zum Geburtstag bekommen und sollten diese vom Regelsatz abgezogen werden? Das ist vom Gesetz zwar so verlangt, wie soll das ein Kind sozialpsy- chologisch verstehen, was kaum einem Erwachsenen gelingt. Die Pauschalisierung mit „sie arbeiten schwarz“ ist eine Vorverurteilung derer, die sich mühsam um Arbeit bemühen und keine bekommen. Es wird Menschen geben, die die Möglichkeit haben schwarz zu arbeiten, dann gibt es die Unter- nehmer, die für einen Schwarzarbeiter keine Steuern und Sozialabgaben zahlen. Die begünstigen mit dieser Handlungsweise die scherenförmige Entwicklung von arm und reich in Deutschland. Mit Sicherheit wird es Menschen geben, die sich in der „sozialen Hängematte“ einrichten und es gut ohne zu arbeiten aushalten. Ist das die breite Masse der 4 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2010? In dieser Zahl sind nicht die enthalten, die bei der Einstufung in Hartz-IV durch das Raster fallen, wenn z.B. der Ehepartner/in oder Lebensgefährte/in 5,- € über dem Einstufungslimit liegt, oder wer sich in einer Umschulung bzw. in einer 1-€- Job-Eingliederungsvereinbarung befindet.

Darin ist die Alleinerziehende Mutter eingeschlossen, die in unserem Amt Hilfe sucht, weil sie weder für sich und ihr Kind finanzielle Unterstützung erhält, da erst eine Entscheidung über einen Wohngeldantrag, über einen BAföG-Antrag vorliegen muss. Diese Entscheidungen dauern mitunter Wochen.

Wenn diese Mutter hilfesuchend in einer Institution erscheint, weil durch die Bearbeitungszeit die Wohnungskündigung droht, wird deutlich, dass keinerlei Rücklagen vorhanden sind, um Notlagen auszugleichen.

„Die Armut in Deutschland wird überschätzt.“29

Eine provokante Bagatellisierung des Themas kann eine politische Debatte ent- fachen, durch die ein Nachdenken oder eine Diskussion über Armut an sich und seiner ganzen Bandbreite in Gang gesetzt wird. Möglicherweise ist das beab- sichtigt gewesen.

„Aber in Deutschland kann man noch immer leichter im Öffentlichen Dienst aufsteigen, denn als Selbstständiger.“30

Diese Aussage wird pauschal und provokant in den Raum gestellt. Bei der Tarif- umstellung im öffentlichen Dienst ist festzustellen, dass die Entgeltgruppen nach unten umgestellt wurden. Es gab durch den Bestandsschutz für bisherige Gehäl- ter keine Rückstufung, jedoch für junge Menschen und Quereinsteiger gibt es für die gleiche Tätigkeit nicht die gleiche Entlohnung. Es wurde durch Anweisungen festgelegt, dass es bei der Übernahme von anderen bzw. zusätzlichen Tätigkei- ten eine Aufgabenverteilung geben darf, die keine Höhergruppierung nach sich ziehen darf, um Personalkosten zu minimieren. Das sind keine leichten Auf- stiegschancen im Öffentlichen Dienst.

„Im internationalen Vergleich steht Deutschland wesentlich besser und stabiler da, als es die veröffentlichte Meinung suggeriert.“31

Bei dieser kontroversen Auffassung muss erst der Inhalt des internationalen Vergleiches geprüft werden, von dem die Rede ist.

Es wird immer unterschiedliche Auffassungen und kontroverse Debatten zum Thema Armut geben, da sie meistens auf unterschiedlichen Blickwinkeln und Sichtweisen basieren. Es ist nur notwendig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und dabei seine eigene Sichtweise herauszuarbeiten.

2.5 Zusammenfassung

Zusammenfassend ist festzustellen, dass es neben den Begriffen der absoluten und relativen Armut in der Armutsforschung zurzeit zwei unterschiedliche Betrachtungs- und Herangehensweisen an das Thema Armut gibt.

Während sich das ressourcenorientierte Armutskonzept auf die finanzielle Aus- stattung einer Person eines Haushaltes und die resultierenden Konsequenzen bezieht, ist das Lebenslagenkonzept auf mehrere Dimensionen ausgerichtet. Dieses Konzept umfasst neben der finanziellen Versorgung ebenso die in den unterschiedlichen Lebensbereichen. Das Konzept berücksichtigt die subjektive Komponente, also die Verarbeitungs- und Bewältigungsmechanismen einer von Armut betroffenen Person. Der ressourcen- als auch der lebenslagenorientierte Armutsansatz versuchen gemeinsame Merkmale zu erschließen und verorten Armut in der finanziellen Unterversorgung einer Person eines Haushaltes. Sie betrachten darauf aufbauend die unterschiedlichen objektiven und subjektiven Auswirkungen auf die jeweiligen Lebenssituationen.

Der ressourcen- und der lebenslagenorientierte Ansatz unterliegt der Intention, ein umfassendes Bild von Armut hervorzurufen und allgemeine Merkmale fest- zustellen.

Der ressourcenorientierte Ansatz beschränkt sich auf die ökonomische Ausstat- tung eines Menschen und definiert ihn als arm, wenn er sich nicht selbst versor- gen kann.

Grundversorgung (Grundsicherung) orientiert sich am gesellschaftlichen Durch- schnitt und sieht Armut im gesellschaftlichen Kontext, als ein relatives Phäno- men.

Der lebenslagenorientierte Armutsansatz hingegen befasst sich mit der gesamten Lebenssituation von benachteiligten Menschen und stellt einen multidimensionalen Ansatz dar.

Es wird deutlich, dass es kaum möglich ist, den Begriff Armut auf einzelne Merkmale und Risikofaktoren zu reduzieren, sondern dass es einer um- fangreichen und mehrdimensionalen Betrachtung bedarf, um sich diesem Thema anzunähern und sich mit kontroversen Auffassungen zum Thema Armut auseinander zu setzen.

Es ist politisch umstritten, ob Hartz-IV-Empfänger zu den Armen der Gesellschaft gehören, oder nicht. Ihre Bezüge entsprechen häufig nur etwa 45% des durch- schnittlichen Nettoeinkommens. Diese Transferleistungen garantieren keine unabhängige, menschenwürdige Existenzsicherung, sondern sind als Armutsin- dikator anzusehen. Die Angleichung der Regelsätze erfolgt zwar in regelmäßigen Abständen, sie berücksichtigt nicht die steigenden Lebenshaltungskosten und noch weniger die tatsächlichen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Das wird an der Festlegung der Regelsätze zum 01.01.2011 deutlich. Der Regelsatz für Erwachsene wird um lediglich 5,- € erhöht, mit der Begründung, dass Alkohol und Zigaretten nicht existenzsichernd sind. Eine tatsächliche Berücksichtigung der Inflationsrate gibt es nicht. Für Kinder und Jugendliche gibt es keine Erhö- hung.

Dass Sozialverbände gegen diese Regelungen Sturm laufen ist nur ein Weg, sich gegen Kinder- und Jugendarmut stark zu machen und einzusetzen.

Ein weiterer Weg wäre, dass Kinder- und Jugendarmut nicht allein durch die Be- reitstellung von finanziellen Hilfen für die Eltern oder Familien aufgefangen wer- den kann. Es gilt Maßnahmen unterschiedlichster Art zur Verbesserung der all- gemeinen Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen zu ergreifen. Besonders gefordert sind hierbei gesamtgesellschaftliche und staatliche Ans- trengungen.

Eine kontroverse Aussage des Politologen Prof. Klaus Schröder, „Die Armut in Deutschland wird überschätzt.“32 ist es wert untersucht zu werden und sich mit dieser These auseinandersetzen. Es geht um die Klärung, ob Armut in Deutsch- land tatsächlich überschätzt wird. Wenn sich diese Aussage bestätigt, wäre zu klären, ob es einen wirklichen Handlungsauftrag für die soziale Arbeit in der Kin- der- und Jugendhilfe gibt.

Mit dieser Thematik wird sich das dritte Kapitel beschäftigen.

3. Die Armut als soziales Problem der Gesellschaft

Mitte der 80er Jahre vollzog sich ein gravierender Wandel in der Armutsproble- matik, weil es zunehmend breitere Bevölkerungsschichten mit Merkmalen für Armutsrisiken gab, die auf soziale Leistungen des Staates nicht mehr verzichten konnten.

„Die seit den 70er Jahren stetig gestiegene Arbeitslosigkeit zeigte verheerende Folgen sowohl für die Betroffenen als auch für die finanzielle Situation des Sozi- alstaates.“ 33

Während dieser Zeit tat sich die Familienpolitik des Bundes schwer sich weiterzuentwickeln. Im flächendeckenden Ausbau von Kindergärten und bei der Schulkinderbetreuung gab es große Defizite. Der Sozialstaat konnte neuartige soziale Prozesse noch nicht allumfassend regulieren.34

In dieser Zeit geriet die Kinder- und Jugendarmut zunehmend als eigenständiges soziales Problem in den Fokus der Sozialwissenschaften, der Politik und der Öf- fentlichkeit. Nach langer Ignorierung der Existenz von Kinder- und Jugendarmut in einem modernen Wohlfahrtsstaat näherte sich Mitte der 90er Jahre die Politik diesem Thema an. Das spiegelte sich im 10. Kinder- und Jugendbericht 1998 wi- der. Seither wurden „spezifische Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche ver- mehrt zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und Analysen ge- macht.“35 Es wurde belegt, dass aus Altersarmut der 60er Jahre, Armut von Kin- dern und Jugendlichen geworden ist.36

Ihr wird durch die Sozialwissenschaft und die Politik eine besondere Bedeutung beigemessen. Ein hohes Armutsrisiko, wie Kinder und Jugendliche weisen ebenso andere Personengruppen auf. Das sind kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund, denn sie sind durch Niedrigeinkommen von monetärer Benachteiligung gekennzeichnet.

Es ist ersichtlich, dass sowohl personengebundene als auch gesamtgesellschaftliche Gründe Ursache für Armutsrisiken sind.

Es ist festzustellen, dass Armut als gesellschaftliches Problem einer Wohlfahrtsgesellschaft wie Deutschland bereits in den 60er Jahren thematisiert wurde. Wobei vor allem Gruppen, wie alte und chronisch kranke Menschen betroffen waren. Seit Anfang der 90er Jahre bis heute vollzogen sich tiefgreifende Wandlungen. Es haben sich nicht nur die Erscheinungsformen, sondern die öffentliche Wahrnehmung und das politische Interesse an Armut verändert.37

Das ist einerseits auf das sozialstaatliche Verständnis als auf die Zunahme der von Armut betroffenen Menschen zurückzuführen, was im folgenden Abschnitt näher erläutert werden soll.

3.1 Das quantitative Ausmaß der Armut

Der sozialpolitischen Brisanz des Themas geschuldet, nahm sich die Bundesregierung Deutschlands mittels einer periodischen Berichterstattung der Armutsproblematik an.

In den veröffentlichten Armuts- und Reichtumsberichten wird Armut als Ein- schränkung individueller Handlungsspielräume in den jeweiligen Lebenslagen verstanden.

Der zweite Armuts- und Reichtumsbericht stützte sich in erster Linie auf Ergeb- nisse der großen amtlichen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) aus dem Jahr 2003. Diese wird nur alle fünf Jahre durchgeführt, so dass derzeit für den dritten Armuts- und Reichtumsbericht keine neuen Daten daraus vorliegen.38

Im Erhebungsjahr 2005 lag das Risiko in Deutschland einkommensarm zu sein bei 13 %. (Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland schlechter als z.B. Tschechien, Slowakei, Niederlande und die skandinavischen Länder ab, besser aber als Malta, Irland, Großbritannien, Portugal, Polen, Italien und Griechenland) Besonders gefährdete Gruppen sind dabei Arbeitslose mit 43%, ohne abgeschlossene Berufsausbildung 19% und Alleinerziehende mit 24%.

Die Armutsrisikoquote wurde im Jahr 2005 durch Sozialtransfers von 26% auf 13 % halbiert. Armutsrisikoquoten liefern keine Erkenntnis darüber, wie weit das Einkommen der von Armut bedrohten Bevölkerung unter der Armutsrisikoschwel- le liegt.

Die Armutsrisikoschwelle in Deutschland liegt bei 781 Euro pro Person und Mo- nat, das sind weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens des jeweili- gen Landes.39

Das Risiko der Einkommensarmut im Zeitraum 1998 bis 2005 ist kontinuierlich angestiegen. Im Berichtszeitraum von 2002 bis 2005 hat das Armutsrisiko vor dem Hintergrund der ungünstigen konjunkturellen Entwicklung weiter zugenom- men.40 Die Armutsrisikoquote der Gesamtbevölkerung stieg im Berichtszeitraum von 2002 bis 2005 um 2%, die der Erwerbstätigen stieg sogar um 3% und die Werte der Einkommensarmut von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachse- nen sind im gleichen Berichtszeitraum ebenfalls gestiegen. Im Gegensatz dazu sind die Werte der Rentner/Rentnerinnen konstant geblieben. Die steigenden Armutsrisikoquoten spiegeln eine „Zunahme der Abwärtsmobilität aus mittleren Einkommensschichten“41 wider.

Eine Einkommensarmut ist oft kein dauerhafter Zustand. Erst dauerhaftes Angewiesensein auf Einkommen, das unterhalb der Armutsrisikoschwelle liegt, führt zur Abkopplung vom allgemeinen Lebensstandard und zur Einschränkung und Benachteiligung an gesellschaftlichen Teilhabechancen.

Es ist festzustellen, dass anhand der quantitativen Armutsanalyse ein qualitativer Wandel der finanziell Benachteiligten erkennbar ist.42

Anhand der quantitativen Armutsanalyse erfolgt die datenmäßige Erfassung von Armutslagen. Es ist erkennbar, dass sich die Gruppen der von Armut betroffenen Menschen verändert haben (Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern, Familien mit Migrationshintergrund, Kinder und Jugendliche). Anhand dieses Diagramms ist erkennbar, dass die Jugendarbeitslosenquote im Zeitraum von 2004 bis 2007 zwischen 2,5 bis 5,5% höher lag als die Arbeitslosenquote der über 25-jährigen (übriger Erwerbspersonen).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm 1: Jugendarbeitslosenquote und Arbeitslosenquote übriger Erwerbspersonen in Deutschland

Quelle: DGB, einblick Nr.18/ 08, gewerkschaftlicher Info-Service, 20.10.2008, S.1

Diese Gruppen bringen einen qualitativen Wandel hervor, den es gilt anders zu bewerten und zu bewältigen als die bisherigen Armutsgruppen, wie ältere und kranke Menschen. Es sind jetzt die Kinder und Jugendlichen und die o.g. Grup- pen, die ein besonderes Risiko an materieller Benachteiligung aufweisen.

Durch einen Datenvergleich der Entwicklung von Niedrigeinkommen im Zeitraum 1989 bis 2006 ist der Zusammenhang zwischen Niedrigeinkommen, der jeweiligen Armutsquote und der Armut erkennbar.

Tabelle 2: Armut und Niedrigeinkommen 1991 - 2006 in % der Bevölkerung: Äquivalenzeinkommen im Monat (real)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.sozialpolitik-aktuell.de/einkommen-datensammlung.html, vom 31.07.2010

Anhand des statistischen Datenmaterials ist erkennbar, dass die Niedrigeinkom- men, die Armutsquote und die Armut seit Anfang der 90iger Jahre zugenommen haben. Die Arbeitslosenquote Jugendlicher liegt höher als die der übrigen Er- werbspersonen. Deutlich erkennbar ist, dass das quantitative Ausmaß der Armut ein gesellschaftliches und nicht zu unterschätzendes Problem darstellt.

Das wird das am erheblichen Zuwachs der auf Sozialleistungen angewiesenen Kinder und Jugendlichen deutlich und an der Unfähigkeit, selbst ihre Lebenslage verändern zu können. Sie leben in Armutslagen aufgrund eines unzureichenden Erwerbseinkommens ihrer Eltern und sind in die gemeinsame Lebenssituation eingebunden. 43

Worin die Ursachen der Entstehung von familiären Armutslagen bestehen, wird im nächsten Abschnitt anhand einer Ursachenanalyse zur Entstehung monetärer Benachteiligungen untersucht.

3.2 Ursachen der Entstehung von Armut

In der heutigen, wirtschaftlich globalisierten modernen Gesellschaft geraten Menschen, vor allem Familien mit Kindern, aufgrund niedriger Einkommen zunehmend in Armutslagen.

„Mit Sorge betrachtet die Bundesregierung die Zunahme des Niedriglohnbereichs auch bei Vollzeiterwerbstätigkeit und damit einhergehend das steigende Armutsrisiko von Erwerbstätigen.“44

Um die Ursachen von monetärer Benachteiligung tiefgreifender analysieren zu können, sind unterschiedliche Deutungsmuster zu untersuchen. Armut ist in einer modernen Industriegesellschaft auf ein unzureichendes Einkommen zurückzuführen, dagegen wird Kinder- und Jugendarmut speziell durch eine mangelhafte Familienpolitik hervorgerufen.

„Unterversorgung mit Arbeit gehört zu den wichtigsten Ursachen von Armut.“45

Die Grundlage für ein ausreichendes und geregeltes Erwerbseinkommen stellt vor allem ein angemessen entlohntes Arbeitsverhältnis dar. Die Bedeutung des Arbeitsmarktes und der Lohnarbeit wird deutlich. Die Arbeit erweist sich nicht nur als sinnvoll und nützlich, sondern sie sichert existenzielles Überleben und ermög- licht einen individuellen Wohlstand und eine gesellschaftliche Teilhabe.

„Faire Arbeitsbedingungen und angemessene sowie existenzsichernde Löhne sind Voraussetzungen für ausreichende soziale Sicherung.“46

Erwerbsarbeit hat aufgrund der vielfältigen Funktionen einen großen Einfluss auf die Lebensqualität eines Menschen.

Der Arbeitsmarkt wird durch viele Faktoren beeinflusst. Er unterliegt krisenhaften Veränderungen. Bedingt durch stetige Rationalisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft kommt es besonders in industriellen Bereichen zu Arbeitsplatzverlusten, sofern sie nicht anderweitig ersetzt werden.47

Eine weitere Ursache war der Zusammenbruch der Industrie in Ostdeutschland nach der innerdeutschen Vereinigung. Dieser Zusammenbruch führte mit zu ei- ner Strukturkrise des innerdeutschen Arbeitsmarktes. Der schon überlastete Ar- beitsmarkt spaltete sich im vereinten Deutschland in einen östlichen und westli- chen Arbeitsmarkt, was den Vereinigungsprozess beeinträchtigte. 48 Die wirtschaftliche Globalisierung, die besonders seit der EU-Osterweiterung an Bedeutung zugenommen hat und zur Verschärfung des innerdeutschen Arbeits- marktes beiträgt, zeigt sich als nächste Ursache. Aufgrund kostengünstiger Ge- sichtspunkte werden Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagert und die dortigen Arbeitskräfte zu Dumpinglöhnen ausgebeutet. Deshalb wird es auch in naher Zu- kunft keine wesentliche Entspannung des Arbeitsmarktes geben.

Der Einfluss der wirtschaftlichen Globalisierung bei der Regulierung der innerdeutschen Erwerbseinkommen lässt erkennen, dass Politik und Arbeitgeber sich zunehmend an den Arbeitsverhältnissen der EU-Länder orientieren. Es zwingt dazu, Lohn-, Personalzusatzkosten und Sozialleistungen zugunsten einer bundesdeutschen Konkurrenzfähigkeit zu senken. Diese politische Weichenstellung erfolgte durch die mächtigsten Industriestaaten.49

Durch die wirtschaftliche Strukturkrise stellt die Arbeitslosigkeit eine allgegenwär- tig drohende Gefahr dar, der die Menschen trotzen müssen. Um der Arbeitslo- sigkeit zu trotzen müssen sie höhere Belastungen in Kauf nehmen. Von Arbeitnehmern werden höhere Qualifikationen, mehr Flexibilität und Mobili- tät erwartet, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.

[...]


1 Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Juli 2008, S. XVII

2 Butterwegge, Christoph: Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen. (Hg.) (2000), 2., durchgesehene Auflage. Frankfurt u.a., S. 21

3 ebenda., S. 22

4 vgl. ebenda, S. 22

5 ebenda

6 vgl. http://www.armutszeugnisse.de/themen

7 Landessozialamt Hamburg, Beiträge zur Sozialberichterstattung, 1993, S. 5

8 Chassé, Karl August: Armut in einer reichen Gesellschaft. Begrifflich-konzeptionelle, empirische, theoretische und regionale Aspekte, S. 13. In: Weiß, Hans (Hrsg.) (2000): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München: Ernst Reinhardt Verlag, S. 12 - 32

9 vgl. Fuchs-Heinritz, Werner: Lexikon zur Soziologie, 3. Aufl., Opladen 1995, S. 62

10 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Existenzminimum

11 vgl. http://www.forwarddarlehen-vergleich.de/blog/durchschnittseinkommen-in-deutschland-2009-2010/

12 http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ , v. 17.02.2010

13 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Armutsgrenze

14 vgl. Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Juli 2008, S. XXXI

15 vgl. Zimmermann, Gunter E. : Formen von Armut und Unterversogung im Kinders- und Jugendalter, S.57. In :Klocke, A. / Hurrelmann, K. (Hrsg.) (2001): Kinder und Jugendliche in Armut. Umfang, Auswirkungen und Konsequenzen. 2. Auflage. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, S. 55-76

16 Chassé, Karl August: Armut in einer reichen Gesellschaft. Begrifflich-konzeptionelle, empirische, theoretische und regionale Aspekte, S. 13. In: Weiß, Hans (Hrsg.) (2000): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München: Ernst Reinhardt Verlag, S. 12 - 32

17 Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Juli 2008, S. 20

18 Chassé, Karl August: Armut in einer reichen Gesellschaft. Begrifflich-konzeptionelle, empirische, theoretische und regionale Aspekte, S. 13. In: Weiß, Hans (Hrsg.) (2000): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München: Ernst Reinhardt Verlag, S. 12 - 32

19 vgl. Zimmermann, Gunter E. : Formen von Armut und Unterversorgung im Kinders- und Jugendalter, S.69 In :Klocke, A. / Hurrelmann, K. (Hrsg.) (2001): Kinder und Jugendliche in Armut. Umfang, Auswirkungen und Konsequenzen. 2. Auflage. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, S. 55-76

20 vgl. Butterwegge, Christoph: Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen. (Hg.) (2000), 2. durchgesehene Auflage. Frankfurt u.a., S. 76

21 vgl. ebenda, S. 76f.

22 Chassé, Karl August: Armut in einer reichen Gesellschaft. Begrifflich-konzeptionelle, empirische, theoretische und regionale Aspekte, S. 15. In: Weiß, Hans (Hrsg.) (2000): Frühförderung mit Kindern und Familien in Armutslagen. München: Ernst Reinhardt Verlag, S. 12 - 32

23 ebenda

24 ebenda

25 Hölscher, Petra: Immer musst Du hingehen und praktisch betteln. Wie Jugendliche Armut erleben. Campus-Verlag, Frankfurt/Main 2003, S. 21

26 Chassé, Karl A. / Zander, Margherita / Rasch, Konstanze (Hrsg.): Meine Familie ist arm. Wie Kinder im Grundschul- alter Armut erleben und bewältigen.3. Auflage. Opladen 2007, S. 53

27 www.zeit.de/online/2008 /05/interview-schroeder, S.1

28 ebenda, S. 3

29 ebenda, S. 2

30 Schröder: www.dradio.de/ kultur/sendungen/politischesfeuilleton

31 ebenda

32 www.zeit.de/online/2008 /05/interview-schroeder, S. 2

33 Butterwegge, Christoph: Kinderarmut in Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen. (Hg.) (2000), 2., durchgesehene Auflage. Frankfurt u.a.: Campus Verlag, S. 14

34 vgl. ebenda

35 Chassé, Karl A. / Zander, Margherita / Rasch, Konstanze (Hrsg.): Meine Familie ist arm. Wie Kinder im Grundschul- alter Armut erleben und bewältigen.3. Auflage. Opladen 2007, S. 23

36 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: 10. Kinder- und Jugendbericht. Bonn 1998, S. 90

37 vgl. http://www.denk-doch-mal.de/node/12 v. 08.10.2006

38 vgl. Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Juli 2008, S. 19

39 vgl. ebenda, S. 21

40 vgl. ebenda

41 ebenda, S 23

42 vgl. Becker, Ingegorg / Martin R. Textor: SGB VIII - Online-Handbuch, Kindheit, Jugend und Familie: der Kontext der Jugendhilfe

43 vgl. www.sozialleistungen.info/.../16.11.2007-kinderreport-2007

44 Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Juli 2008, S. XXIII

45 Hölscher, Petra: Immer musst Du hingehen und praktisch betteln. Wie Jugendliche Armut erleben. Campus-Verlag, Frankfurt/Main 2003, S. 34

46 Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Juli 2008, S. XX

47 vgl. Hölscher, Petra: Immer musst Du hingehen und praktisch betteln. Wie Jugendliche Armut erleben. Campus- Verlag, Frankfurt/Main 2003, S.34

48 vgl. Butterwegge, Christoph / Klundt, Michael / Belke-Zeng, Matthias: Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland. 2. erweiterte und aktualisierte Auflage. Wiesbaden 2008, S. 34

49 vgl. ebenda, S. 57

Details

Seiten
107
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668177567
ISBN (Buch)
9783668177574
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196720
Note
1,7
Schlagworte
Kinderarmut Jugendarmut Kinderhilfe Jugendhilfe soziale Arbeit Verschuldung Schulden
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Titel: Kinder- und Jugendarmut in Deutschland. Handlungsauftrag für die soziale Arbeit
in der Kinder- und Jugendhilfe