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Amokläufe an deutschen Schulen

Eine Untersuchung des Phänomens School- Shooting aus der Perspektive der Sozialen Arbeit

Forschungsarbeit 2010 84 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Annährung an das Phänomen Schulamoklauf
1.1 Ursprüngliche Bedeutung von Amok
1.2 Kriterien, Merkmale und Formen von Amok
1.2.1 Begriffsdefinition Schulamoklauf
1.3. Bekannte Fälle von School- Shootings in Deutschland
1.3.1 Methodische Herangehensweise
1.3.2 Falldarstellungen
1.4 Auswertung
1.5 Relevante Rechtsvorschriften in Bezug auf School- Shootings

2 Vergleichende Annahmen und Studien über Ursachen und Hintergründe von School- Shootings
2.1 Studien zu jugendlicher Tötungsdelinquenz
2.2 Studienergebnisse zu School- Shootings
2.3 Auswertung amerikanischer Studien in Bezug auf deutsche School- Shootings
2.3.1 Auswertung im Hinblick auf die Täter
2.3.2 Tatplanung und Ausführung
2.3.3 Soziokultureller Hintergrund
2.4 Bedingungsrahmen Schule
2.5 Zusammenfassend Darstellung der Risikofaktoren

3 Erklärungsansätze und Theorien von School- Shootings
3.1 Relevante Aggressionstheorien
3.2 Kontrolltheorien
3.2.1 soziale Kontrolltheorie
3.2.2 Kontrollbalancetheorie
3.3 Phantasiekonzept
3.4. Medienwirkung
3.4.1.Allgemeinen Hypothesen zur Medienwirkung
3.4.2 Wirkung einzelner Medien
3.4.2.1 Musik
3.4.2.2 Internet
3.4.2.3 Computer- und Videospiele
3.4.2.4 Bücher
3.4.2.5 Zusammenfassung der Medienwirkungen
3.5 Einfluss der fraktalen Affektlogik
3.6 Persönlichkeitsbezogene Störungen
3.6.1 psychopathische Täter
3.6.2 psychotische Täter
3.6.3 traumatisierte Täter
3.7 Zusammenfassende Auswertung der Erklärungsansätze

4 Eigene Befragung zum Thema Prävention an der Schule
4.1 Generelle Überlegungen und methodische Herangehensweise
4.2 Auswertung der Befragung
4.3 Eigene Schlussfolgerung

5 Präventionsprogramme und Konsequenzen in Bezug auf School- Shootings
5.1 gesetzliche Maßnahmen und Regelungen als Reaktion auf School- Shootings
5.1.1 Waffengesetz
5.1.2 Jugendmedienschutz
5.2 Prävention im schulischen Rahmen
5.2.1 Primäre Gewaltprävention
5.2.2 Prävention im Rahmen von Bedrohungsanalysen
5.2.3 Dynamisches- Risiko- Analyse- System DyRIAS
5.3 Umfassende Prävention im Bereich School- Shootings, dargestellt am Entwurf der bayerischen Landesregierung
5.4 Einbindung der Jugendschulsozialarbeit in Prävention von School- Shootings

6 Ausblick

7 Quellenverzeichnis

8 Anlage I Schülerbefragungsbogen zum Thema Prävention an Schulen

9 Kurzzusammenfassung

Einleitung

„Warum bist du eigentlich nicht Amok gelaufen?“ Diese Frage stellte mir vor Jahren ein- mal eine Freundin, nachdem in der Presse über einen Schulamoklauf in Amerika zu lesen war. Demnach waren einfache Ursachen für die Tat schnell gefunden. Aber allein an der Frage wurde deutlich, dass es so einfach doch nicht sein kann. Selbst über zehn Jahre spä- ter scheint es immer noch keine entsprechende Antwort auf diese Frage zu geben. Zusätz- lich scheint das Phänomen, zumindest der Medienpräsenz nach zu urteilten, in Deutschland stetig zu zunehmen, ohne das genaueres über Hintergründe und Ursachen bekannt zu sein scheint. Doch dies ist nicht das Hauptanliegen dieser Diplomarbeit. Ziel ist es wirkungs- volle präventive Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die es laut der Fachliteratur zu diesem Gebiet noch nicht gibt.

Um diesen Anspruch gerecht zu werden, muss zunächst einmal eine Annährung an das Phänomen des Schulamoklaufes gefunden werden. Hierzu ist es sinnvoll, die Bedeutung und Hintergründe von Amok an sich zu betrachten, um einen Zugang zu der anscheinend neusten Form, des Schulamoklaufes, zu ermöglichen. Weiter soll das Phänomen Schul- amoklauf, durch fachlich geltende Bergriffsdefinitionen soweit in seinen Merkmalen er- kannt werden, als dass deutlich Kriterien vorliegen, um derartige Fälle in Deutschland zu analysieren. In einem Vergleich mit bisherigen Studienergebnissen, die überwiegend aus Amerika stammen, sollen die Ergebnisse abgeglichen werden, um ein weit reichendes Ver- ständnis von möglichen Auslösern und Risikofaktoren von Schulamokläufen zu entwi- ckeln. Vor diesem Hintergrund sollen dann, anhand von umfassenden Erklärungsansätzen des Phänomens, mögliche präventive Ansätze erarbeitet werden.

Durch eine Schülerbefragung zum Thema Prävention an Schulen, sollen Erkenntnisse in der Wirkung von präventiven Maßnahmen gewonnen werden. Diese sollen dann mit möglichen präventiven Ansätzen, die sich aus den Erklärungsansätzen ergeben haben, mit den derzeitigen Präventionsstrategien der einschlägigen Fachliteratur, den bereits bekannten und verwandten Präventionsangeboten der sozialen Praxis, bei gleichzeitiger Berücksichtigung umfassender Neuregelungen in gesetzlich relevanten Bereichen, zu einem umfassenden Präventionsprogramm verarbeitet werden.

Dabei bemüht sich diese Diplomarbeit eine rein fachlich und wissenschaftlich fundierte Arbeits- und Sichtweise einzuhalten. Dies beinhaltet, dass bewusst auf das Zitieren von Inhalten aus Tagebüchern und ähnlichen Texten, die von Schulamokläufern verfasst wurden, verzichtet wird. Weiter werden alle, für die Diplomarbeit relevanten und benötigten Informationen, ausschließlich in anonymisierter Form wiedergegeben, was konkret bedeutet, dass keine Namen von Schulamokläufern verwendet werden.

Zur einfachen Lesbarkeit der vorliegenden Diplomarbeit wird hauptsächlich die männliche Form verwendet, schließt aber grundsätzlich auch die weibliche Form mit ein. Nur in bestimmten Fällen wird, durch die Verwendung der männlichen und weiblichen Form, besonders kenntlich gemacht, dass beiderlei Geschlechts gemeint sind.

Im Bereich des Schulamoklaufs sind die entsprechenden Altersangaben von zentraler Be- deutung. Daher empfiehlt es sich, an dieser Stelle, die Verwendung der entsprechenden Begriffe zu erklären. Der Begriff ‘Jugendlich/ Jugendlicher` und ‘Heranwachsender` rich- tet sich in dieser Diplomarbeit nach den geltenden Regelungen des § 1. Abs. 2 des Jugend- gerichtsgesetzes.1 Der Begriff der‘ Adoleszenz/ Adoleszenten` wird dann verwendet, so- fern es sich um junge Menschen im Alter zwischen 10- 25 Jahren handelt. Der Begriff ‘Tä- ter` umfasst alle Altersangaben bisheriger Schulamokläufe, sowohl in Amerika, als auch Deutschland. Entsprechend stellt der Begriff ‘jugendlicher Täter` eine Einschränkung in der Altersangabe dar, und bezieht ausschließlich auf Schulamokläufer die das 18. Lebens- jahr, zum Zeitpunkt der Tat, nicht vollendet haben.

Als letzte Anmerkung der Einleitung muss erwähnt werden, dass es sich bei Schulamok- läufen um außerordentliche komplexe Taten handelt. Daher ist fraglich, ob derartige Taten überhaupt verhindert werden können. Dennoch besteht die Zuversicht, dass diese Diplom- arbeit einen Beitrag zum Verständnis, und somit auch zur Prävention, von Schulamokläu- fen leisten kann.

1 Annährung an das Phänomen Schulamoklauf

1.1 Ursprüngliche Bedeutung von Amok

Der uns heutige bekannte Begriff Amok leitet sich aus dem malaiischen Wort „AMUK“ ab, welches soviel wie rasend oder auch zornig bedeutet. Dabei war Amuk im 14./15. Jahrhundert sowohl ein Kampfruf der Malaien, als auch den Malaien ethnisch und sprachlich nahe stehenden Völker.2 Amuk galt dabei als ein Schlachtruf der Kriegs- und Tötungshandlungen einleitete, bei denen ohne Rücksicht auf das eigene Leben gekämpft wurde.3 Diese Krieger waren Elitekämpfer die durch besondere religiöse und soziale Privilegien zum bedinglosen Kampf verpflichtet wurden.4

Eine andere Form von Amok stellten individuelle Amokläufe einzelner Menschen dar. Diese haben sich bewaffnet in die Menge gestürzt und wahllos jeden getötet, bis sie selbst tot oder kampfunfähig waren. Allerdings blieben Freunde und Familienangehörige bewusst von diesen Attacken verschont5. „Amuco“ galt dabei sowohl als Kampfschrei, wie auch als Warnruf, damit sich die Menschen in Sicherheit bringen konnten. Sowohl die kriegstakti- sche wie auch der individuelle Form des Amoklaufes galten auf dem malaiischen Archipel als religiös, sozial und kulturell anerkannte Reaktions- und Verhaltensweisen. Es handelte sich dabei um bewusste und überlegte Handlungen, denen keine psychische Erkrankung zu Grunde lag.6

Amokläufer waren fast ausschließlich männlichen Geschlechts und zwischen 20-50 Jahre alt. Überwiegend stammten sie aus Bauern- und Arbeiterfamilien der ländlichen Regionen und wiesen ein niedriges Bildungsniveau auf.7 Die Amokläufe wurden mit traditionellen Waffen wie dem „Kris“ s.h. Abbildung 1, dem „Parang“ s.h. Abbildung 2, oder auch Spee- ren begangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 29

Nach Adler stellten Amokläufe „weitgehend übereinstimmend eine erweiterte Selbstmordhandlung dar..“10, in der die Selbstmordabsichten unterschiedlich stark ausgeprägt waren. So reichten diese von einem billigend in Kauf genommenem Risiko zu sterben bei kriegerischen Amokläufen, bis hin zu dem unausweichlichem Tod bei individuellen Amokläufen. Unbekannt ist allerdings ob von Beginn an beide Formen des Amoks existierten, oder ob sich der individuelle Amok aus dem kriegerischen Amok heraus entwickelt hat. Die kriegerische Form des Amoks als anerkannte Kampftaktik hat vermutlich, durch die zunehmende Kolonialisierung und dem damit einhergehenden politischen Wandel, an seiner ursprünglichen Bedeutung verloren und verschwand somit.11

Auch der individuelle Amok verlor durch die Kolonialisierung an seiner ursprünglich reli- giösen Bedeutung und damit auch an gesellschaftlicher Anerkennung.12 Dennoch mehrten sich zu beginn des 19. Jahrhunderts die Berichte über Amokläufe, die sich jedoch erheblich von der früheren Erscheinungsform des Amoks unterschieden. Den Berichten zufolge wa- ren Amokläufe nicht mehr vorsätzlich, sondern ereigneten sich unerwartet. Familienange- hörige und Freunde waren nun ebenfalls Opfer dieser Angriffe. Amoktaten ereigneten sich zudem in Lebenssituationen in denen die Ehre des Täters gefährdet war. Der Amoklauf war daher eine Möglichkeit den Ehrverlust und die damit verbundenen inneren Spannun- gen zu bewältigen, ohne dass dem Täter später eine Verantwortlichkeit für die Tat zuge- schrieben wurde.13

Für den Amoklauf lässt sich konstatieren, dass sich seine ursprüngliche Erscheinungsform von seiner damaligen Bedeutung als bewusste und kontrollierte Verhaltensweise, zu einer unkontrollierten Verhaltensweise wandelte. Allerdings wird Amok heutzutage wieder zunehmend als eine bewusste und geplante Handlung verstanden. Dies ist insbesondere auf das Erkennen von Planungsprozessen der Amoktaten zurück zuführen. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung des Phänomens Amok, vielleicht wurden Planungsprozesse in der Vergangenheit auch nicht beobachtet.14

1.2. Kriterien, Merkmale und Formen von Amok

Obwohl Amok seit dem 14. Jahrhundert bekannt ist, gibt es bis heute keine einheitliche Definition des Phänomens. Die Weltgesundheitsorganisation15 hat den Begriff Amoklauf präzisiert, der als “anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblich zerstörerischen Verhaltens, die eine extreme Gefährdungslage für die Menschen in der Umwelt und für den Täter mit sich bringt“ beschrieben wird.16 In der Literatur finden sich verschiedene Kriterien die einen Amoklauf anhand verschiedener Merkmale als Solchen kennzeichnen und gegenüber anderen Mehrfachtötungen abgrenzen.

Adler benennt folgende Kriterien:

1. Amok muss mindestens zum Tode eines Menschen geführt haben oder so angelegt gewesen sein, dass er zum Tode eines Menschen hätte führen können, wenn nicht äußere Gründe den Taterfolg verhindert hätten.
2. Amok muss wenigstens zeitweise ohne Rücksicht auf das eigene Leben durchge- führt worden sein oder direkt zum Tod durch Suizid oder Fremdeinwirkung führen.
3. Amok muss zumindest äußerlich impulsiv-raptusartig beginnen, also spontan und unvorgesehen.
4. Amok darf nicht durch politische, ethnische, religiöse oder kriminelle Motive be- stimmt sein.17

An den benannten Kriterien von Adler wird deutlich, dass sich diese stark an den Be- schreibungen von Amokläufen des 19. Jahrhunderts auf dem malaiischen Archipel orien- tieren. Den Berichten zufolge verlief ein Amoklauf typischerweise in vier aufeinander fol- genden Phasen:

1. Durch eine Kränkung oder Objektverlust wurde eine Phase des intensiven Grübelns oder ein Rückzug von der Umwelt ausgelöst.
2. Es erfolgte ein explosionsartiger unvorhersehbarer Angriff der rücksichtslosen Töt- ungsbereitschaft, der bei Familienangehörigen bzw. Konfliktpartnern begann und sich dann in einer Art Blutrausch wahllos auf Fremde ausweitete.
3. Ein Amoklauf konnte mehrere Stunden anhalten bis der Amokläufer entweder durch Fremd- oder Eigeneinwirkung getötet oder kampfunfähig war.
4. Überlebende Amokläufer verfielen in einen stunden- bis tagelang anhaltenden Schlafähnlichen Zustand. An die Tat bestand keinerlei Erinnerung, auch konnten keine Motive für die Tat benannt werden.18

In der neueren Literatur finden sich weitere Kriterien, die Amokläufe als solche Kennzei- chen. Nach diesen muss Amok die beabsichtigte Tötung mehrerer Menschen beinhalten. Die Tat selbst muss zumindest teilweise im öffentlichen Raum ausgeführt werden und be- inhaltet dabei zufällige Opfer, die dem Täter nicht bekannt sind. Amok muss innerhalb eines Tatereignisses, mit potenziell tödlichen Waffen, bei körperlicher Anwesenheit des Täters ausgeführt werden.19

Amoktaten können, obwohl sie die genannten Kriterien erfüllen, in Einzelheiten von ein- ander abweichen. Insgesamt werden daher drei Erscheinungsformen von Amok unter- schieden. Die erste Form ist der „klassische Amoklauf“, bei dem ein erwachsener Täter ohne zunächst ersichtlichen Grund wahllos und zumindest teilweise an einem öffentlichen Ort tötet. Die zweite Form ist die schwere Gewalt am Arbeitsplatz. Diese Taten scheinen im Vorfeld geplant, ein Teil der Opfer, wie auch der Ort des Arbeitsplatzes sind gezielt gewählt.20 Die dritte Form, die des Schulamoklaufes, werde ich im nächsten Gliederungs- punkt näher erläutern.

1.2.1 Begriffsdefinition Schulamoklauf

Der Schulamoklauf unterscheidet sich von dem „klassischen Amoklauf“ in seinen Merk- malen dahingehend, dass diese Taten von zumeist Jugendlichen und Heranwachsenden begangen und im Vorfeld geplant werden. Die Tat erfolgt in der Schule oder einem mit der Schule verbundenem Ort z.B. dem Schulweg, Bushaltestelle oder dem Pausenhof.21 Der Schulamoklauf ist dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Tätern um Schüler/innen oder ehemalige Schüler/innen der Schule handelt, in der die Tat stattfindet.22

In wissenschaftlichen Veröffentlichungen und auf internationalen Fachtagungen hat sich der angloamerikanische Begriff des „School-Shootings“ als Termini für Schulamokläufe etabliert.23 Daher wird in dieser Diplomarbeit nur noch dieser Begriff verwendet. Allerdings werden bei „School- Shootings“ nicht nur Schusswaffen, sondern auch Klingenwaffen, Messer und Bomben als Tatwaffen eingesetzt. Auch Angriffe mit diesen Waffen gelten als „School-Shootings“.24

Der Begriff School- Shooting bezeichnet „Tötungen oder Tötungsversuche durch (zumeist) Jugendliche an Schulen, die mit einem direkten und zielgerichteten Bezug zu der jeweili- gen Schule begangen werden. Dieser Bezug wird entweder in der Wahl mehrerer Opfer deutlich, oder in dem demonstrativen Tötungsversuch einer einzelnen Person, insofern sie aufgrund ihrer Funktion an der Schule als potenzielles Opfer ausgewählt wurde.“ Bei School- Shootings handelt es sich also um „zielgerichtete, tödliche Gewalt an Schulen.“25

Tötungen oder Tötungsversuche einzelner Schüler/innen im Rahmen von Konflikten oder bewaffnete Gruppenstreitigkeiten an Schulen sind diesem Begriff daher nicht zuzuordnen, da sich diese auch an anderen Orten zutragen hätten können.26

In Anlehnung an die aufgeführten Merkmale von Amokläufen und der genannten Begriffs- definition werden School- Shootings in dieser Diplomarbeit an Hand folgender Kriterien definiert:

Bei den Tätern handelt es sich um Schüler/innen und ehemalige Schüler/innen der Bil- dungseinrichtung in der die Tat erfolgt. Somit können auch Studenten/innen hinzuzählen, sofern es sich um entsprechende Bildungsinstitutionen handelt. Die Tat muss so angelegt sein, dass diese zum Tot oder der Verwundung mehrerer Personen, oder einer gezielt aus- gesuchten Person auf Grund ihrer Funktion an der Bildungseinrichtung, hätte führen kön- nen.

Hinzuzählen Vorfälle in denen Personen verletzt wurden oder die Tat durch äußere Umstände verhindert oder gestoppt werden konnte. Die Tatwaffen müssen eine potenziell tödliche Bedrohung darstellen. Der Täter muss während der Tatausführung körperlich anwesend sein. Nicht einbezogen sind Handlungen die aus Konflikten einzelner Schüler oder Gruppenstreitigkeiten resultieren.

Die von Adler benannte Selbstmordintention wird nicht berücksichtigt, da diese nicht ein- deutig als Ziel eines Amoklaufes bestimmt werden kann. In der Studie zum „klassischen Amoklauf“ fanden sich 40,1% festgenommene Täter nach Widerstand und 10,8% festge- nommene Täter ohne Widerstand. 33,5% beginnen Suizid, 6,6% starben durch Fremdein- wirkung.27 Daraus geht hervor, dass Amokläufe und damit auch School- Shootings nicht grundsätzlich auf den eigenen Tod abzielen. In wie weit School- Shootings ohne Rücksicht auf das eigene Leben durchgeführt werden, lässt sich in dieser Diplomarbeit nicht beant- worten und wird daher auch nicht als Definitionskriterium benannt. Ähnliches gilt auch für die Tatplanung, da sich diese erst nach Ausführung und Ermittlungen des School- Shooting feststellen lässt. Daher werden diese aufgeführten Punkte erst im Bereich der Tatauswer- tung berücksichtigt.

1.3 Bekannte Fälle von School Shootings in Deutschland

1.3.1 Methodische Herangehensweise

Der Definition folgend, werden in diesem Gliederungspunkt Fälle von School- Shootings in Deutschland näher betrachtet. Hierfür wurden verschiedene Quellen miteinander vergli- chen, die sich in ihrer Darstellung zum Teil erheblich unterschieden und auch widerspra- chen. Daher wurden unterschiedliche Quellen zur Erarbeitung herangezogen und nur In-

formationen verwendet, die sich in anderen Berichten ebenso wieder finden. Der Übersicht halber werden jedoch nur die relevanten Quellen wiedergegeben. Trotz der intensiven Re- cherche können fälschliche Angaben nicht ausgeschlossen werden, auch wird nicht der Anspruch erhoben, alle bekannten Fälle von School- Shootings erfasst zu haben. Der Über- sicht halber sind die Fälle in chronologischer Reihenfolge des Datums des Tattages aufge- listet.

Im Hinblick auf das Ziel dieser Diplomarbeit, wirkungsvolle präventive Maßnahmen zu benennen und weiter zu entwickeln, die School- Shootings verhindern sollen, lauten die anschließende Fragestellungen der ermittelten Fälle wie folgt:

1. Welche Schulformen und Bildungseinrichtungen sind betroffen?
2. Welches Geschlecht haben die Täter?
3. Wie alt sind die Täter?
4. Welchen Bezug haben sie zu der Schule?
5. Welche Tatwaffen kamen zum Einsatz?
6. Gibt es Hinweise auf Selbstmordintentionen der Täter?
7. Gibt es Hinweise auf mögliche Motive und Tatplanungen?

1 3.2 Falldarstellungen

Das erste School- Shooting in Deutschland ereignete sich am 09.11.1999 in einem Gymna- sium in Meißen. Ein 15 jähriger Schüler greift die Geschichtslehrerin, während des Unter- richts in seiner Klasse, mit zwei Küchenmessern an und verletzt sie dabei mit 22 Messer- stichen an denen sie verstirbt. Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord. Im Mai 2000 wird der Täter zu einer Jugendhaft von 7½ Jahren verurteilt. Die Tat soll eine Wette mit Mitschülern über 1000 D-Mark gewesen sein, Ermittlungen gegen diese wurden durch die Staatsanwaltschaft eingestellt.28

Am 16.03.2000 in Brannenburg schießt ein 16 jähriger Schüler auf den Leiter des Real- schulinternats der wenige Tage später der Verletzung erliegt. Danach unternimmt der Täter einen Selbstmordversuch und liegt seitdem im Wachkoma. Motiv der Tat könnte der am Vortag der Tat erfolgte Schulverweis, auf Grund von nachgewiesenem Cannabiskonsum,

gewesen sein. Die Tatwaffe, eine großkalibrige Pistole, stammte aus dem Waffenarsenal seines Vaters. Dieser verfügte über rund 50 verschiedene Schusswaffen und wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz in Haft genommen und erhielt wegen illegalen Waffen- besitzes zwei Jahre auf Bewährung. Zu dem Arsenal in einem verschlossenen Kellerraum gehörten 43 Langwaffen, drei Kurzwaffen, drei Maschinenpistolen, drei Maschinengeweh- re, eine großkalibrige Pumpgun, 20 Hieb- und Stichwaffen sowie 6500 Schuss Munition. Waffen und Munition waren nicht den Vorschriften gemäß getrennt aufbewahrt. Für zwei Maschinengewehre und die Maschinenpistolen hatte der Vater keinen Waffenschein.29

Am 19.02.2002 in Freising erschießt ein 22 jähriger mit einer großkalibrigen Waffe den Direktor einer Wirtschaftsschule und verletzt einen weiteren Lehrer. Danach begeht der Täter Selbstmord, indem er auf sich schießt und zusätzlich eine selbstgebaute Rohrbombe zündet. Der Täter war ehemaliger Schüler der Wirtschaftsschule. Zuvor hatte dieser an seinem früheren Arbeitsplatz seinen ehemaligen Chef und einen weiteren Mitarbeiter erschossen. Motiv könnte die Kündigung des Arbeitsplatzes und der nicht erreichte erfolgreiche Abschluss der Wirtschaftsschule gewesen sein.30

Am 26.04.2002 in Erfurt erschießt ein 19 jähriger ehemaliger Schüler eines Gymnasiums insgesamt 17 Menschen. Unter den Opfern befinden sich die stellvertretende Schuldirekto- rin, eine Sekretärin, zwei Schüler, zwölf Lehrer und ein Polizeibeamter.31 Der Täter begeht innerhalb des Gymnasiums Selbstmord. Während der Tatausführung war der Täter schwarz gekleidet und maskiert. Tatwaffen waren eine Pistole und eine Pumpgun.32 Das Motiv der Tat, so wie die Auswahl des Tattages der Abiturprüfungen im Gymnasium, ist auf Rache, auf Grund des im Oktober des Vorjahres erteilten Schulverweises zurückzufüh- ren. Der Täter war im Besitz einer Waffenbesitzkarte und als Sportschütze im Schützen- verein gemeldet.33

Am 02.07.2003 in Coburg schießt ein 16 jähriger Schüler an einer Realschule vor der Klasse mit einer Pistole auf seine Klassenlehrerin, ohne sie zu verletzen, verwundet eine weitere Lehrerin und erschießt sich dann vor der Klasse mit einem großkalibrigen Colt. Die Waffe stammte aus dem legalen Besitz des Vaters. Motiv der Tat könnte die schriftli- che Mitteilung der Versetzungsgefährdung sein, die von der Klassenlehrerin unterschrieben war. Die Tat wurde bereits Tage vor der Ausführung gegenüber Mitschülern angekündigt. Ergebnisse über Ermittlungen gegen den Vater auf Grund eines Verstoßes gegen das Waffengesetz, sowie gegen Mitschüler wegen nicht Anzeige einer geplanten Straftat, konnten bei den Recherchen nicht gefunden werden.34

Am 20.11.2006 in Emsdetten an einer Realschule verletzt ein 18 jähriger ehemaliger Schü- ler der Schule 37 Menschen und begeht anschließend Selbstmord. Während der Tat zünde- te der Täter mehrere Brand- und Sprengsätze und schoss mit insgesamt vier verschiedenen Schusswaffen wahllos um sich.35 Bei den Waffen soll es sich zum Teil um frei verkäufli- che Vorderladerpistolen gehandelt haben.36 Die verwendeten Waffen können ab dem 18. Lebensjahr frei erworben werden. Bereits ab August finden sich in Tagebuchaufzeichnun- gen Phantasien über einen Amoklauf in der Schule, mit Hinweisen auf mögliche Tatwaffen und Opfer. Im Oktober folgten Einträge, in denen der Kauf von Bombenmaterial und Waf- fen aufgelistet wurde.37

Am 11.03.2009 in Winnenden erschießt ein 17 jähriger ehemaliger Schüler einer Realschu- le neun Schüler und drei Lehrkräfte. Auf der darauf folgenden Flucht erschießt er drei wei- tere Menschen, verletzt zwei Polizeikräfte und begeht, nach einem Schusswechsel mit wei- teren Einsatzkräften, Selbstmord. Bei der Tatwaffe handelt es sich um eine Beretta, die aus dem legalen Besitz seines Vaters stammt.38 Hinweise auf ein Motiv ließen sich nicht fin- den, jedoch wurde der Täter auf Grund von Depressionen stationär behandelt. Gegen den Vater wird im September 2010 der Prozess eröffnet. Die Anklagepunkte lauten auf fahrläs- sige Tötung in 15 Fällen und fahrlässige Körperverletzung in 13 Fällen.39. Ihm wird vor- geworfen, dass er die beim Amoklauf benutzte Pistole, nicht vorschriftsmäßig verwahrt habe und somit gegen das Waffengesetz verstoßen habe. Im Internet hatte sich der 17- Jährige über die Amokläufe an der Columbine High School in Littleton (Colorado/USA) 1999 und am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 2002 informiert.40

Am 11.05.2009 verletzt eine 16 jährige Schülerin eines Gymnasiums eine Mitschülerin mit einem Kurzschwert. Diese hatte die Täterin bei Vorbereitungen für einen geplanten Amok- lauf auf einer Schultoilette gestört.41 Daraufhin floh die Täterin und unternahm einen er- folglosen Selbstmordversuch. Mögliche Tatwaffen wären selbstgebaute Brandsätze und eine Schreckschusspistole gewesen. Die Staatsanwaltschaft hat die Schülerin wegen ver- suchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion und Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Im November 2009 wurde die Täterin wegen versuchten Mordes zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren verurteilt.42

Am 17.09.2009 verletzt ein 18 jähriger Schüler an einem Gymnasium in Ansbach 13 Schü- ler und zwei Lehrer. Tatwaffen waren Molotowcocktails, ein Beil, ein Hammer und mehre- re Messer. Anschließend unternahm er drei erfolglose Selbstmordversuche innerhalb der Schule. Der Täter wurde zu einer Jugendhaft von neun Jahren, sowie der zeitlich unbefris- teten Unterbringung in einer Psychiatrie verurteilt. Der Täter wurde des versuchten Mordes in 47 Fällen, versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung in 12 Fällen, Körper- verletzung in vier Fällen, versuchter schwerer Brandstiftung und versuchter Nötigung für schuldig gesprochen. Ein Gutachter diagnostizierte bei dem Täter eine schizoide Persön- lichkeitsstörung. Im Laufe der Ermittlungen fanden Polizeibeamte ein 86 Seiten langes Dokument auf dem Laptop des Täters. Darin nannte er Hass auf die Institution Schule und die gesamte Menschheit als Motiv für den Amoklauf. Bereits seit der 9. Klasse soll der Täter sich mit Gedanken an einen Amoklauf an dieser Schule beschäftigt haben.43

Am 18.02. 2010 in Ludwigshafen sticht ein 23 jähriger ehemaliger Schüler in einer Berufs- schule seinen ehemaligen Lehrer mit einem Messer nieder, der wenige zeit später der Ver- letzung erliegt. Anschließend zündet der Täter Bengalofeuer und schießt mit einer Schreckschusspistole um sich. Als Motiv nannte der Täter Wut über die schlechte Beno- tung des Lehrers während seiner Schulzeit. Ab dem 28. September wird der Täter sich we- gen Mordes vor Gericht verantworten müssen.44 Ende Oktober 2010 wurde der Täter, we- gen Mordes, zu einer 14 jährigen Freiheitsstrafe, sowie zur Unterbringung in der Psychiat-

rie, auf Grund einer diagnostizierten Persönlichkeitsstörung, verurteilt. Gegen das Urteil der 14 jährigen Freiheitsstrafe, wegen Mordes, wurde Revision eingelegt, somit ist dieses noch nicht rechtskräftig.45

1.4. Auswertung

Insgesamt konnten 10 Fälle von School- Shootings in Deutschland ermittelt werden. Die folgende Darstellung veranschaulicht das Auftreten und die Häufigkeit vom ersten Fall im Jahre 1999 bis zum Herbst des Jahres 2010.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3

Davon ereigneten sich vier Fälle in Gymnasien, drei in Realschulen, zwei in weiterführenden Berufsschulen und einer in einem Realschulinternat.

Bei den Tätern handelte es sich bei Tatereignis in sechs Fällen um ehemalige Schüler und in vier Fällen um gegenwärtige Schüler der Bildungseinrichtung, wie Abbildung 4 veran- schaulicht.

Die Gruppe der ehemaligen Schüler umfassen zwei Schulverweise und vier reguläre Schulabgänge, wovon einer ohne erfolgreichen Abschluss erfolgte. Die Gruppe der ehemaligen Schüler wird durch Abbildung 5 verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5

Die Täter waren in neun Fällen männlich, in einem weiblich. Die Alterspanne bei Tater- eignis lag zwischen 15 und 23 Lebensjahren. Abbildung 6 zeigt die genaue Altersvertei- lung. Eine Häufung der Taten findet sich bei dem 16. Lebensjahr mit drei Fällen und bei dem 18. Lebensjahr mit zwei Fällen. Das Durchschnittalter beträgt für Deutschland damit genau 18 Jahre bei der Tatdurchführung. Nach Auswertung weltweiter Fälle von School- Shootings betrug das Durchschnittsalter der Täter im Jahr 2004 15,6 Jahre.46 Somit ist das durchschnittliche Alter in Deutschland im Jahr 2010 um 2,4 Jahre höher als der errechnete Wert der weltweiten School- Shootings. Da bisher keine neueren Angaben vorliegen, kann derzeit nicht überprüft werden, ob die Täter generell älter bei der Tatausführung sind, als noch vor sechs Jahren, oder der höhere Altersdurchschnitt nur für Deutschland zutrifft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6

Während der Tatdurchführung handelte es sich in allen Fällen um allein agierende Einzel- täter.

Alle verwendeten Waffen und Gegenstände stellten für die Opfer bzw. potenziellen Opfer eine tödliche Bedrohung dar. Das eingesetzte Bengalofeuer bildet an dieser Stelle keine Ausnahme. Zwar handelt es sich hierbei um legale Pyrotechnik in Form von Feuerwerk, allerdings kann dieses, bei unsachgemäßer Anwendung, schwere Verletzungen zur Folge haben und somit eine tödliche Bedrohung darstellen. Gleiches gilt für die verwendeten Schreckschusspistolen, die ebenfalls bei entsprechender Handhabung, schwere bis tödliche Verletzungen verursachen können und daher, in dieser Diplomarbeit nach Anlage 2, Un- terabschnitt 2 Punkt 1.3 des Waffengesetzes §2-4 als Schusswaffe eingeordnet werden.47

Die verwendeten Tatwaffen bestanden in einem Fall aus Messern, in zwei Fällen aus einer Schusswaffe. In sieben Fällen wurden mehrere oder verschiedene Waffen eingesetzt. Die Abbildung 7 veranschaulicht die benutzten Waffen in Bezug auf die Häufigkeit ihrer Verwendung bei den School- Shootings.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7

Die verwendeten Waffen werden an dieser Stelle in die folgenden Kategorien eingeteilt:

1. Hieb- und Stichwaffen
2. Schusswaffen
3. Spreng- und Brandsätze

Zu den Hieb- und Stichwaffen zählen die Messer, das Kurzschwert, Beil und Hammer.

Zu den Schusswaffen zählen die verwendeten Pistolen, der Colt, die Pumpgun, die Beretta, die Vorladerwaffen und die Schreckschusspistolen, sowie die Schusswaffen über die keine genaueren Angaben vorlagen. Zu den Spreng- und Brandsätzen zählen das Bengalofeuer, die selbstgebauten Sprengsätze und die selbstgebauten Brandsätze.48

Die Abbildung 8 veranschaulicht die Gefährlichkeit der benutzten Waffen in Bezug auf die Opfer der School- Shootings.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8

Daran wird deutlich, dass insbesondere der Gebrauch von Schusswaffen die tödlichste Be- drohung bei School- Shootings darstellt. Die Schusswaffen stammten in drei Fällen aus zum Teil legalen Waffenbesitztümern der Väter der Täter, die als Sportschützen im Schüt- zenverein aktiv waren. In einem Fall verfügte der Täter selbst über eine Waffenbesitzkarte, da er ebenfalls in einem Schützenverein Mitglied war. In zwei Fällen handelt es sich um legal erworbene Schusswaffen. In einem Fall konnten keine genaueren Hinweise auf die Herkunft der Schusswaffe gefunden werden. In einem Fall handelt es sich um eine an- scheinend illegal erworbene Schreckschusspistole. Der Erwerb einer solchen Waffe ist nach Vollendung des 18 Lebensjahres legal, zum Zeitpunkt der Tatdurchführung war die Täterin jedoch erst 16 und somit nicht zum Erwerb einer solchen Waffe berechtigt.49

Bei den Tatereignissen begangen die Täter in fünf Fällen Suizid, in zwei Fällen erfolgte ein Suizidversuch und ein einem Fall ein Versuch nach dem Tatereignis. In zwei Fällen erfolgten keine suizidalen Handlungen, wie Abbildung 9 veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9

Ein Vergleich, in der Abbildung 10 zwischen klassischen Amokläufen und School- Shoo- tings in Deutschland zeigt, dass bei klassischen Amokläufen wesentlich häufiger keine suizidalen Handlungen vorgenommen wurden, als bei School- Shootings. Somit scheint eine intensivere Selbstmordintention bei Jugendlichen und Heranwachsenden, die diese Taten begehen zu bestehen. Dennoch lässt sich nicht belegen, dass School- Shootings auf den eigenen Tod abzielen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10

[...]


1 Vgl. Stascheit 2007, S. 1919

2 Vgl. Adler 2000, S. 9

3 Vgl. Scheithauer/ Bondü 2008, S. 13

4 Vgl. Adler 2000, S. 26

5 Vgl. Scheithauer/ Bondü 2008. S. 14

6 Vgl. Ebenda

7 Vgl. Adler 2000 S. 17f.

8 http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kris_bali_%28landscape_version%29.jpg&filetimestamp=20070227054332)

9 http://fatmankampung.blogspot.com/2009/05/careful-with-that-er-parang.html

10 Adler 2000, S.26

11 Vgl. Ebenda S. 26

12 Vgl. Ebenda S. 12

13 Vgl. Scheithauer/ Bondü 2008, S. 14f.

14 Vgl. Ebenda S. 16

15 Kurz WHO /World-Health-Organisation

16 WHO zit. nach Langmann 2009, S.9

17 Vgl. Adler 2000, S. 50 f.

18 Vgl. Adler 2000, S. 13 f.

19 Vgl. Scheithauer/ Bondü 2008, S. 9 ff.

20 Vgl Ebenda S. 20 f.

21 Vgl. Scheithauer/ Bondü 2008, S. 20

22 Vgl. Langmann 2009, S. 26

23 Vgl. Wickenhäuser/Robertz 2007, S. 10

24 Vgl. Scheithauer/ Bondü 2008, S. 21 f.

25 Zit. nach Wickenhäuser/Robertz 2007, S. 10

26 Vgl. Wickenhäuser/Robertz 2007, S.9

27 Vgl. Adler 2000, S. 81 ff.

28 Vgl. http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2000/septemberoktober-2000/gewalt-schule/?0=[ Stand 23.07.2010]

29 Vgl. http://www.rp-online.de/panorama/Internatsleiter-von-Brannenburg-gestorbenaid271967html[ Stand 23.07.2010]

30 Vgl. http://www.spiegel.de/panorama/o,1518,183259,00.html[ Stand 24.07.2010]

31 Vgl.http://www.thueringen.de/imperia/md/content/text/justiz/berichtderkommissiongutenberggymnasium. .pdf S.64[ Stand 25.07.2010]

32 Vgl. Ebenda S. 48

33 Vgl. Ebenda S.12

34 Vgl. http://www.suedeutsche.de/politik/coburg-selbstmord-nach-schuss-auf-lehrerin-1.430544[ Stand 01.08.2010]

35 Vgl. http://www.im.nrw.de/pm/141206_1018.html[Stand 27.07.2010]

36 Vgl. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,449855,00.html[Stand 02.08.2010] 37 Vgl. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,449980,00.html[Stand 02.08.2010]

38 Vgl. http://www.zeit.de/online/2009/11/amoklauf-baden-wuerttemberg[ Stand 22.07.2010]

39 Das Gerichtsverfahren war bei Abgabe der Diplomarbeit noch nicht abgeschlossen

40 Vgl.http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/art4319,393439[ Stand 03.08.2010]

41 Vgl.http://www.kanal.8.de/default.aspx?ID=3918&showNews=76270[ Stand 24.07.2010]

42 Vgl.http://www.welt.de/vermischtes/article7177693/Amok-Schuelerin-muss-in-Psychiatrie.html[Stand 03.08.2010]

43 Vgl. http://www.br-online.de/studio-franken/aktuelles-aus-franken/amoklauf-ansbach- DID1253269365315/gewalttat-ansbach-2010-kw17-ID1253171576666.xml[ Stand 04.08.2010]

44 Vgl. http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/vv=standard/nid=1682/did=6697236/ebud9e/index.html [Stand 03.08.2010]

45 Vgl.http://sueddeutsche.de/panorama/ludwigshafen-nach-lehrermord-haftstrafe-fuer-exschüler-1.1014171 [Stand 25.10.2010]

46 Vgl. Robertz 2004, S. 75

47 Vgl. Waffengesetz 2010 ( Internetquelle)

48 Vgl. Anlage 2 Abschnitt 1 Punkt 1. 2 und Punkt 1.3 Waffengesetz

49 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Waffenschein

Details

Seiten
84
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656232995
ISBN (Buch)
9783656233237
Dateigröße
710 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196709
Note
1,7
Schlagworte
Amok Amoklauf Schule School-Shooting Gewalt Prävention soziale Arbeit

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Titel: Amokläufe an deutschen Schulen