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'Jogo Capoeira, logo existo': Eine Untersuchung über den Einfluss der Kampfkunst 'Capoeira' auf die Entwicklung eines Selbstkonzeptes im Sozialisationsprozess

Magisterarbeit 2012 101 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bestimmung der Begriffe
2.1. Das Individuum
2.2. Die Gesellschaft
2.3. Die Kultur
2.4. Der Körper als kulturelles Konstrukt

3. Die Sozialisation
3.1. Die Sprache als Mittel der Sozialisation

4. Die Identität- Definition und Entwicklung
4.1. Zum Begriff der Identität
4.2. Die Identitätsentwicklung
4.3. Die Identität als kulturelle Konstruktion

5. Das Selbstkonzept
5.1. Die Struktur des Selbstkonzeptes
5.2. Der Handlungsverlauf
5.3. Die Veränderbarkeit des Selbstkonzepts
5.4. Die Rolle des Körpers
5.5. Fazit

6. Die Rolle des Sports im Sozialisationsprozess
6.1. Zum Begriff des Sports
6.2. Die geschichtliche Entwicklung des Sports
6.3. Sport als gesellschaftliches Phänomen
6.4. Der Sport als Kulturmerkmal
6.5. Sozialisation und Sport
6.6. Der Einfluss des Sports auf das Selbstkonzept
6.7. Fazit

7. Capoeira
7.1. Auszüge der Geschichte Brasiliens
7.2. Der Ursprung des Wortes Capoeira
7.3. Die historische Entwicklung von Capoeira
7.4. Die Gründung der Akademien
7.5. Capoeira heute
7.6. Trainingsziele
7.7. Philosophische Aspekte
7.8. Lieder und Instrumente
7.8.1. Berimbau
7.8.2. Weitere Instrumente
7.8.3. Die Lieder

8. Betrachtung der einzelnen Elemente von Capoeira
8.1. Soziohistorische Bezüge
8.2. Der Rhythmus als Grundstruktur von Capoeira
8.3. Capoeira als rhythmische Bewegung
8.4. Capoeira als Kampfform
8.5. Capoeira im Kontext des Spiels

9. Interpretation der Ergebnisse
9.1. Ebene I: Capoeira als Sozialisationsinstanz
9.1.1. Die Capoeiragruppe als soziale Gruppe
9.1.2. Exkurs: Capoeira als Sozialisationsinstanz nach Paulo Freire
9.1.3. Die Bedeutung der Alphabetisierung des Körpers
9.1.4. Capoeira als signifikantes Symbol
9.2. Ebene II: Capoeira als symbolischer Interaktionismus
9.3. Ebene III: Der Einflusses von Capoeira auf das Selbstkonzept
9.3.1. Der Handlungsprozess
9.3.2. Das Selbstkonzept als hierarchisches System

10. Zusammenfassung

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„jogo Capoeira, logo existo“ (sinngemäß: „Ich betreibe Capoeira, also bin ich“) schafft eine Verbindung zwischen dem eigenen Sein und der Identifizierung mit einer Rolle. Es ist nicht die Frage „wer bin ich?“, sondern „wer bin ich in Beziehung zu den anderen“. Nichts scheint schwieriger als die Beantwortung dieser Frage im Spannungsverhältnis zwischen dem „ich bin“ und den Erwartungen der Umwelt. Dieses Phänomen scheint ein Symptom der gesellschaftlichen Entwicklung: „Im Zuge fortschreitender Modernisierung werden die Menschen typischerweise herausgelöst aus traditionellen Bindungen und Sicherheiten und sind stattdessen auf eine Überfülle heterogener und oft antagonistischer, sozial teils mehr, teils weniger stimmig vor-organisierter Lebensstilpakete, Sinnkonglomerate und Ideologiegehäuse verwiesen.“[1] Der Mensch scheint gezwungen seine Biografie aktiv zu kreieren. Dabei ist der Sport als eigenständige Sozialisationsintanz ein Lebensbereich, der nicht dem Zwecke der Produktivität dient, sondern dem Zweck der Befriedigung eigener Bedürfnisse.

Capoeira ist eine Kampfkunst, welche sich in Brasilien vor circa 200 Jahren entwickelt wurde. Sklaven, die aus Afrika nach Brasilien verschifft wurden, nutzten dieses Handlungsfeld, um ihre eigenen kulturellen Riten in etwas Neues zu transferieren. In einer kolonialisierten Welt wurde Capoeira zu einer eigenen Form der Aneignung der Lebenswelt. Unter der Prämisse, dass Sozialisation der Prozess der Vergesellschaftung und Individuation ist, kann Capoeira als Möglichkeit der Sozialisation markiert werden, da zum einen kulturelle Inhalte in Form von Musik, Gesang und Bewegungen vermittelt werden, zum anderen individuelle Bewegungsabfolgen ein absolutes Postulat darstellen. Diese Arbeit untersucht demnach, welchen Einfluss Capoeira auf die Entwicklung eines Selbstkonzeptes im Sozialisationsprozess besitzt.

Um die Begriffe Selbstkonzept und Capoeira in Beziehung setzen zu können, erfolgt eine Operationalisierung auf drei Ebenen:

Makroebene: Welche Möglichkeiten hat Sport als Sozialisationsinstanz? Welche Strukturen bildet eine Sportgruppe als soziale Gruppe?

Mesoebene: Die Identitätsentwicklung basiert in dieser Arbeit auf der Theorie des symbolischen Interaktionismus. Er dient als Mechanismus der Vermittlung von Inhalten durch die Sprache. Im Kontext von Sport, explizit Capoeira, kommt neben der verbalen Kommunikation dem Leib als Mittler zwischen dem Körper und dem Selbst eine besondere Rolle zu.

Die Mikroebene: Durch den symbolischen Interaktionismus werden Zuschreibungen erfahren, die durch die Eigenleistung jedes Menschen das Selbstkonzept beeinflussen können. Rhythmik, Kampf und Spiel sind Elemente von Capoeira, welche die Möglichkeit geben, einzelne Kontexte auf die Beeinflussung des Selbstkonzeptes zu analysieren.

Im zweiten Kapitel werden jene Begriffe vorgestellt, welche für diese Arbeit von Belang sein werden. Die Begriffe Individuum und Gesellschaft werden definiert, um sich dem Begriff der Sozialisation nähern zu können. Darauf folgt die Definition des Begriffs der Kultur als Vermittlungsinhalt in diesem Prozess. Der letzte Abschnitt befasst sich mit dem Körper als kulturell geprägte Konstruktion.

Das dritte Kapitel (als Makroebene) definiert die Sozialisation als ein Spannungsverhältnis zwischen Vergesellschaftung und Individuation. Als Mittel der Sozialisation dient die Sprache als Codierung der sozialen Umwelt in Form von Symbolen, die soziale Handlungen zwischen Menschen möglich machen und auf ein bestimmtes Ziel hin planen lassen. Die Haupttheorie bildet demnach der symbolische Interaktionismus von George Herbert Mead.

Das vierte Kapitel (als Mesoebene) definiert den Begriff Identität mit dem Hintergrund der zuvor vorgestellten Theorie. Ebenso wird die Entwicklung der Identität ab der Geburt vorgestellt, welche nie einen Endpunkt erreicht, sondern in Form von sozialen Handlungen und Denkprozessen als Eigenleistungen jedes Individuums immer wieder neu ausgehandelt werden muss. Durch den symbolischen Interaktionismus werden gesellschaftliche Rollenerwartungen internalisiert, die es erst möglich machen durch eigene Interpretation dieser Erwartungen und der darauffolgenden Reaktion eine Identität zu entwickeln. Der letzte Abschnitt behandelt die These, dass Kultur die Identität beeinflusst und die soziale Umwelt durch die Kultur anders wahrgenommen und konstruiert wird.

Das fünfte Kapitel (als Mikroebene) definiert das Selbstkonzept, welches durch soziale Handlungen nur durch die Denkleistung jedes Individuums in Form von Zuschreibungen das Selbstkonzept beeinflussen kann. Neben dem Selbstkonzept als Kognition, spielt das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeitserwartung eine tragende Rolle, denn diese sind maßgeblich entscheidend, welche Erfahrung wie gewertet wird und welche Handlungen überhaupt getätigt werden bzw. gemieden werden. Laut dem symbolischen Interaktionismus können Handlungen zum Zwecke eines Zieles durch Erfahrungen mit Hypothesen geplant werden. Dadurch kann der Handlungsverlauf in drei Phasen unterteilt werden.

Der nächste Abschnitt zeigt, wie das Selbstkonzept verändert werden kann. Ohne eine mögliche Änderung des Selbstkonzeptes wäre die Forschungsfrage hinfällig. Wie in den Kapiteln zuvor, wird auch in diesem Kontext die Rolle des Körpers behandelt. Das Kapitel wird im Fazit nochmals von der Sozialisation bis zum Selbstkonzept zusammengefasst.

Das sechste Kapitel befasst sich mit Sport im Zusammenhang mit den zuvor vorgestellten Dimensionen Sozialisation/Identität als Handlung/Selbstkonzept. Zunächst wird der Begriff definiert und die historische Entwicklung in der westlichen Gesellschaft vorgestellt. Sport ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches im Zuge seiner historischen Entwicklung immer selbstständiger wurde. Sportliche Handlungen unterliegen zwar eigenen Regeln, doch werden sie ebenso von der gesellschaftlichen Entwicklung beeinflusst, da sie sich simultan mit gesellschaftlichen Normen und Werten entwickeln. Aus diesem Grund wird darauf Sport als ein kulturelles Merkmal vorgestellt. Der zuvor aufgezeigte Zusammenhang zwischen Sport, Kultur und Gesellschaft zeigt, dass Sport als Sozialisationsinstanz dient und wird daher näher begründet und endet mit dem letzten Abschnitt der Beeinflussung des Selbstkonzeptes durch Sport. Zum Abschluss werden alle Thesen in einem Fazit zusammengefasst.

Das siebte Kapitel befasst sich ausschließlich mit der Vorstellung von Capoeira. Durch die im vorherigen Kapitel vorgestellte Verbindung zwischen Sport und Gesellschaft, wird dieses Kapitel ebenso anhand seiner historischen Entwicklung der Gesellschaft und von Capoeira aufgezeigt. Dabei dient die Versklavung als Anfangspunkt und die heutige Form des Capoeiras mit seinen Trainingszielen als Entwicklungsende. Da Capoeira nicht nur ein Bewegungsraum, sondern ebenso eine Bewegungskultur ist, werden im nächsten Abschnitt die philosophischen Aspekte herausgearbeitet. Ein wichtiger Bestandteil von Capoeira stellen die Instrumente und Lieder dar aus diesem Grund werden beide Bestandteile in den letzten Abschnitten behandelt.

Im achten Kapitel wird Capoeira in verschiedene Elemente unterteilt. Beginnend mit dem soziohistorischen Bezug, wird geklärt, welche Inhalte in dem Handlungsfeld vermittelt werden. Darauf folgt eine Analyse des Rhythmus, der die Grundstruktur jeder weiteren Handlungsform bestimmt. Auf dieser Grundlage folgen die Analyseteile der rhythmischen Bewegungen, des Kampfes und des Spiels. Bewegungen, die anhand eines Rhythmus geschehen, fordern eine Anpassung an diese äußere Struktur. Sie werden jedoch individuell durch Intentionalität jedes Individuums anders wahrgenommen und durch das individuelle Bewegungsvermögen umgesetzt.

Darauf folgt eine Begründung, warum Capoeira eine Kampfkunst ist, was das Charakteristische ist und wo Unterschiede innerhalb der Kampfkünste liegen und wodurch sie sich von Kampfsportarten unterscheiden. Der letzte Abschnitt behandelt das Phänomen des Spiels. Nicht nur Fußball oder Handball finden ihren Sinn im Spiel, sondern ebenso Capoeira. Der Sinn des Spiels bei Capoeira wird demnach analysiert.

Das Neunte Kapitel stellt die Ergebnisse vor, die sich anhand beider Untersuchungsgegenstände (Selbstkonzept/ Capoeira) durch die jeweiligen Analyseelementen ergeben. Die Gliederung ergibt sich anhand der zuvor vorgestellten Ebenen in Verbindung mit dem Sport Capoeira als soziale Gruppe und ihren einzelnen Elementen. Durch die vorherige Untersuchung über die soziohistorischen Bezüge wird ebenso Capoeira als eine mögliche Praxisanleitung der Theorie P. Freires vorgestellt und begründet. Durch die Untersuchung der Theorie des symbolischen Interaktionismus ist es möglich Capoeira als signifikantes Symbol darzustellen und welche Auswirkungen dies auf die Beeinflussung haben kann. Der letzte Abschnitt stellt die Ergebnisse vor, die sich durch die Selbstkonzepttheorie in Bezug auf die einzelnen Handlungsfelder bei Capoeira schließen lassen. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf den Handlungsverlauf gelegt. Es stellt einen möglichen Handlungsablauf theoretisch dar. Als Letztes wird in Anlehnung auf die vorgestellte hierarchische Struktur des Selbstkonzeptes ein System vorgestellt, das für diese Untersuchung transformiert wurde. Diese neue Struktur verbindet das hierarchische System mit dem symbolischen Interaktionismus und ist im Darstellungsverzeichnis zu finden.

Abschließend wird darauf hingewiesen, dass alle Instrumente im Darstellungsverzeichnis verbildlicht und nochmals beschrieben werden. Ebenso ist ein Fremdwortverzeichnis vorzufinden, das jegliche „Capoeira-spezifischen“ Fremdworte in einem Verzeichnis kurz vorstellt um Leser, die Capoeira nicht kennen, das Verständnis dieses Sports zu vereinfachen.

2. Bestimmung der Begriffe

Sozialisation vollzieht sich zum einen als Schnittstelle zwischen Individuum und Gesellschaft und auf der nächsten Ebene zwischen dem Individuum und seine mit ihm agierende Umwelt. Der Inhalt, also die Schnittstelle, ist die Kultur. Aus diesem Grund wird im Folgenden zunächst geklärt, was unter Individuum, Gesellschaft und Kultur zu verstehen ist und wo genau dort Sozialisation stattfindet.

2.1. Das Individuum

Der Begriff des Individuums[2] mit seiner Individualität bzw. Persönlichkeit ist an die gesellschaftliche historische Entwicklung gebunden und war nicht immer gegeben. Hetherington und Muirhead definieren Persönlichkeit wie folgt: „Jene Form von Individualität […] die möglich wurde durch den Besitz von Verstand und Willen. Eine Person sein, heißt eins und unteilbar sein, doch ist sie eine Einheit, die zur Vollendung gelangt nicht durch Unterdrückung der natürlichen Instinkte, des Temperaments und der Fähigkeiten, sondern durch ihre Durchdringung mit einem gemeinsamen Geiste- der Kraft, die Freiheit zu finden, nicht von ihnen, sondern in ihnen.“[3] Durch diese Beschreibung von Persönlichkeit wird deutlich, dass der Gedanke einer Persönlichkeit, die jedes Individuum zu eigen hat, erst seit der Aufklärung gegeben ist. Der Besitz von Verstand und Willen war vor diesem Zeitalter nicht von Bedeutung, da bis dato der Glauben an Gott und die damit begründete Staatsform Persönlichkeit in diesem Sinne nicht zuließ. Diese Freiheit jedes Individuums kann nicht als das „frei sein von allem“ gesehen werden, denn alles ist letztendlich gesellschaftlich konstruiert und der Weg zu dieser setzt eine Vergesellschaftung voraus: „Individualität bzw. das Bewusstsein von der eigenen Person ist keine Naturanlage, sondern das Produkt einer sozialen ‚Erziehung‘, wobei die zunächst äußerlichen Normen in einem längeren Prozess, der nicht auf die neue Frühzeit beschränkt blieb, alle sozialen Schichten erfasste und nicht ohne Brüche verlief, ‚verinnerlicht‘ wurden. Was viele ursprünglich unterließen, weil es verboten war, mieden sie später mehr oder weniger aus freien Stücken. Die anerzogene Einsicht in das richtige gesellschaftliche Verhalten steuerte das eigene Leben. Der Disziplinierungsprozess nahm keine Rücksicht auf die alte Autonomie des Menschen, schuf aber Voraussetzungen für die Idee der neuen Autonomie, eine reflexive Autonomie, die allerdings ebenso wie die alte gesellschaftlich vermittelt blieb“[4]. Dies zeigt das eigentliche Problem der Sozialisation. Zum einen muss der Mensch sich über seinen eigenen Sinn im Leben klar werden und ein Verständnis von sich selbst bekommen und gleichzeitig Teil der Gesellschaft sein. Dieses Mitglied sein einer Gesellschaft setzt das Einhalten bestimmter Regeln voraus und gibt zudem die Möglichkeit eigene Ziele zu verwirklichen. Ziel ist es, das eigene Handeln an die Erwartungen der Gemeinschaft zu orientieren.[5]

2.2. Die Gesellschaft

Gesellschaft kann nie als etwas Physisches beschrieben werden, sondern immer etwas sozial Konstruiertes. „Mit Gesellschaft im prägnanten Sinn meint man eine Art Gefüge zwischen Menschen, in dem alles und alle von allen abhängen; in dem das Ganze sich erhält nur durch die Einheit der von sämtlichen Mitgliedern erfüllten Funktionen, und in dem jedem Einzelnen grundsätzliche eine solche Funktion zufällt, während zugleich jeder Einzelne durch seine Zugehörigkeit zu dem totalen Gefüge in weitem Maße bestimmt wird.“[6]. Prägnantes Merkmal einer Gesellschaft hat im Gegensatz zur natürlichen Umwelt und anderen Gesellschaften ein Höchst Maß an Selbstgenügsamkeit und relativer Selbstbestimmung erreicht und erfüllt alle Funktionen, die den Erhalt der Gesellschaft sichern. Sie bietet die Essenz der Menschen, die in ihr leben, dient der Erreichung von Zielen und Zwecken wie Bedürfnisbefriedigung. Aus der Mehrzahl von Menschen ist ein Organisationssystem entstanden mit spezifischen Werten und Traditionen.[7]

Diese Struktur der Gesellschaft steht jedoch nicht dem Individuum gegenüber, sondern sie wird durch diese erst konstruiert. Die Gesellschaft an sich legt die Grundstruktur für das gesellschaftliche Miteinander in Form von einem sozialen Rollengefüge als Kernelement. Dieses Kernelement ist die Kultur, die sich durch das Kollektiv, dem System von konkreten interagierenden menschlichen Individuen, institutionalisiert hat. Kultur ist demnach „ein gesellschaftlich produziertes System von kollektiven Deutungsmustern und Regeln, das eine Gruppe von Menschen in der Auseinandersetzung mit ihrer Lebenstätigkeit unter konkreten historisch- gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reproduziert und von ihnen als Orientierungsmuster in den Beziehungen zwischen den Menschen und ihrer Umwelt benutzt wird.“[8] Dieses Orientierungsmuster kann auch als ein soziales System beschrieben werden, welches aus dem Zusammenhang von sozialen Rollen und Rollensystemen besteht.[9]

Ebenso sind Institutionen einer Gesellschaft nur ein Ausdruck organisierter Tätigkeitsformen, die es jedem Individuum erlauben gruppenkonform zu handeln. Gesellschaft kann also dahingehend verändert werden, in dem sie in diesem Tätigkeitsakt verändert und wiederholt wird. Aus diesem Grund rekonstruiert sie sich jedoch erst durch die Interaktion von Individuen miteinander, indem sie Normen und Werte dieser Gesellschaft durch die Sprache bekräftigen, modifizieren oder falsifizieren. Normen können als Rollenvorgaben bezeichnet werden, die durch die Werte legitimiert werden.[10] Diese Normen sind die Regeln, die aus der jeweiligen Kultur entstehen, somit muss geklärt werden, was unter dem Begriff Kultur zu verstehen ist.

2.3. Die Kultur

Etymologisch kommt der Begriff Kultur von dem Wort „colere“, was so viel bedeutet wie bebauen, bestellen, pflegen; umgangssprachlich, wie Menschen sich ihr Leben gestalten.[11] Kultur ist der Inhalt, der den sozialen Prozessen zwischen Menschen einen Sinn geben. Ohne Kultur ist demnach keine Weitergabe von Normen und Werten möglich, denn diese sind kulturell bedingt. Kultur impliziert die Weitergabe von geteilten Gewohnheiten, Lebensweisen, Regeln, Symbolisierungen, Wert- und Wissensbestände eines Kollektivs, die eng mit der Geschichte verwoben ist.[12]

Dabei spielt die Größe des Kollektivs keine Rolle, denn auch Minoritäten können kulturelle Inhalte teilen, die für sie eigen sind. Menschen, die zu demselben Beruf oder derselben Generation gehören, bilden erst eine gemeinsame Kultur aus, wenn sie Sprechweisen, Volksüberlieferungen, Wertesysteme oder ein kollektives Selbstverständnis miteinander teilen. Was sich entwickelt, kann sich auch auflösen, ebenso modifizieren, aus diesem Grund ist Kultur nichts festgelegtes, sondern verändert sich dynamisch durch den Gesellschaftswandel, der Globalisierung, ebenso wie durch veränderte Intersubjektivität.[13]

Kultur ist nicht etwas, was im Verborgenen existiert, sondern lässt sich in jeder Struktur des Verhaltens und Denkens der Menschen erkennen. Laut Maletzke (1996) lassen sich folgende Strukturmerkmale einer Kultur als spezifisch charakterisieren: Wahrnehmung, Zeiterleben/ Raumerleben, Denken/ Sprache/ Nonverbale Kommunikation, Wertorientierungen/ Verhaltensmuster.

Durch die Globalisierung ist es immer schwieriger von einem Basischarakter, der Nationen bedingt ist zu sprechen. Dadurch kommt es immer stärker zu einer Vermischung der Grundmuster des Erlebens und Verhaltens der Menschen einer Nation. Vielmehr lässt sich die kulturelle Struktur von Menschen an der Art der Wahrnehmung messen. Bei der Wahrnehmung gehen Menschen selektiv vor. Welchen Objekten sie in ihrer Umgebung Aufmerksamkeit schenken und wie sie diese wahrnehmen ist hochgradig ausdifferenziert und kulturbedingt. Im westlichen Kulturkreis haben sich die Menschen ihre Umgebung in rechte Winkel erschaffen, obwohl es in der Natur äußert selten vorkommt. Menschen anderer Kulturen kennen den rechten Winkel nicht und nutzen rundere Formen für ihre Umgebung. Ebenso kulturspezifisch ist die Wahrnehmung von Farben. Das Farbspektrum, die Benennung der Farben und ebenso die Symbolik der Farben variieren von Kultur zu Kultur.[14]

Zeitkonzepte sind, wie Wahrnehmungskonzepte, kulturbedingt und wurden erst sehr spät als Kulturmerkmal erkannt. „Viel zu wenig Aufmerksamkeit hat man der Variationsbreite in der Zeitorientierung gewidmet. Bedeutsame kulturelle Unterschiede wurden übersehen, weil man allzu vereinfacht davon ausging, daß Menschen in wenig differenzierten Gesellschaften keinen Sinn für Zeit haben und auch keinen brauchen und sich darin von urbanen und industrialisierten Gesellschaften unterscheiden. Man macht es sich einfach mit der Annahme, auf der einen Seite wäre Zeit vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang ein Ganzes und eine Uhr sei dabei überflüssig, und auf der anderen Seite sei die Zeit gegliedert in Stunden und Minuten und eine Uhr sei unerläßlich. Mit einer solchen simplen Zweiteilung wird man dem Problem der Zeitorientierung nicht gerecht.“[15]. Auch bei dem Umgang mit Pünktlichkeit gibt es strukturelle Unterschiede. In der technisierten westlichen Welt gilt Pünktlichkeit als Tugend, die eng mit der metrischen Uhrzeit verbunden ist. In anderen Kulturen ist der Umgang mit Pünktlichkeit anders ausgelegt. Dies kann von Kultur zu Kultur zwischen ein paar Minuten bis zu einer Stunde variieren. Wie letztendlich mit Zeit umgegangen wird, ist immer abhängig von dem Grad der Technisierung und Industrialisierung, denn Technik bedeutet Präzision, Pünktlichkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit. In diesen Ländern kann mit Zeit nur sehr sparsam und rational gehandhabt werden, um den hochentwickelten gesellschaftlichen Betrieb zu gewährleisten.[16]

Eine der wichtigsten Faktoren der Kultur ist die Sprache. Zwar gibt es eine unzählige Anzahl an Sprachen, Akzenten und Dialekten, doch bestehen sie alle aus einer menschlichen abstrahierten Symbolik, die Gleichartiges zusammenfasst, Kategorien, Klassen und Gattungen bildet: „Eine Sprache ist nicht nur ein Instrument für Kommunikation und für das Erregen von Emotionen. Jede Sprache ist auch ein Mittel, um die Erfahrungswelt zu kategorisieren. Das Erfahrungskontinuum kann sehr verschieden aufgeteilt werden. Allzu leicht neigen wir zu der Annahme, die Unterscheidungen, die unsere Sprache macht, seien von Natur aus vorgegeben. Demgegenüber zeigt die vergleichende Linguistik sehr klar, daß jedes Reden vom Sprecher eine Selektion verlangt“[17]. Aus diesem erscheinen die Sprachkategorien der eigenen Gesellschaft als logisch, andere wiederum unlogisch. Sprache ist also nicht nur ein Mittel zur Kommunikation, sondern ebenso ein Mittel die Umwelt selektiv zu erschließen. Kultur impliziert ebenso Wissen und Praktiken über die Pflege des Körpers (Körperkultur) und über ihre Beweglichkeit (Bewegungskultur). Diese Beiden kulturellen Werte werden ebenso wie andere von Generation zu Generation weitergegeben und unterliegen ebenso einem gesellschaftlichen Wandel.[18]

Jede Kultur hat ihre spezifischen Werte, die sich dadurch von anderen abgrenzt. Innerhalb der Kultur ist eine Hierarchie vorhanden, die diese in eine niedere und eine hohe Kultur unterscheidet. Die Elitekultur (hohe Kultur) ist ausschließlich für eine privilegierte Minorität zugänglich und schließt untere Bevölkerungsschichten von ihr aus. Diese sozialen Unterschiede spielen in einer Gesellschaft eine große Rolle. Die Aufspaltung einer Gesellschaft in Kultur und darin existierenden Subkulturen nennt Ullmann melting pot. Diese Teilkulturen besitzen eigene Sprachen, Riten, Sitten und Gebräuche und setzen sich wie viele kleine Mosaike zu einer Gesellschaft zusammen. Vor allem in ehemaligen Kolonien ist dieses Phänomen anzutreffen (Brasilien, Nordamerika, Afrika).[19]

Dieses komplette Kontinuum von Kultur wird bei der Sozialisation vermittelt. Es ist nicht spürbar, wenn sich der Mensch immer in seiner Kultur bewegt. Kulturelle Unterschiede werden erst sichtbar, wenn er sich mit anderen Kulturen auseinandersetzt. Die eigene kulturelle Selbstverständlichkeit kommt dadurch zum Vorschein und kann ebenso durch die interkulturelle Kommunikation modifiziert werden.

Enkulturation ist ein Unterbegriff der Sozialisation und meint den „Prozess, über den ein Mensch von Geburt an kulturelle Überlieferungen der Gesellschaft erlernt“[20]. Jede Kultur stellt soziale Muster und Normen dar, die sich in Vorstellungen, Wünschen, Erwartungen und Merkmalen niederschlagen. Darüber hinaus bestimmt die Kultur soziale und psychische Voraussetzungen für das Handeln.[21]

2.4. Der Körper als kulturelles Konstrukt

Zwar ist jeder Körper, egal ob in China, Brasilien oder Deutschland, mit der gleichen biologischen Beschaffenheit ausgestattet, doch ist der Umgang mit ihm und die Einstellung zu ihm nicht universell. Zwar sind die essentiellen Bedürfnisse wie Lachen, Essen, Trinken und Schlafen biologisch vorgegeben, doch wie man mit den Vorgaben umgeht, ist von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden. Die Gesellschaft gibt vor wie die Kleidersitten, das Schönheitsideal sind, wie mit intellektueller und körperlicher Stärke, Scham- und Peinlichkeitsschwellen, Grenzen der Krankheit und Gesundheit, mit dem Körper verbundenen Regeln und Symbole umgegangen wird. „Wie wir die Physis unseres Körpers wahrnehmen und kontrollieren […], wie wir den Körper als Medium der Kommunikation verwenden, wie wir mit dem Körper umgehen und ihn beherrschen […], dies alles und vieles andere mehr ist gesellschaftlich geprägt.“[22]. Der Körper als soziales Gebilde umfasst folgende Kriterien: die Techniken des Körpers, expressive Körperbewegungen, der Körperethos und die Kontrolle der Trieb- und Bedürfnisstrukturen. Welcher Technik der Körper sich zum Essen, Gehen, Schwimmen etc. bedient, ist im Sozialisationsprozess erlernt worden. Daraus ergibt sich, dass sich Sehnen und Knochen durch diese Techniken formen. Gesellschaften können dadurch physische Verschiedenheiten aufweisen.[23]

Der Körper ist Teil des sozialen Kapitals jedes Einzelnen. Hierbei müssen jedoch zwei Aspekte betrachtet werden: der Körper und der Leib. „Mit dem Körperbegriff ist gemeint, dass wir in der Lage sind, eine äußerliche Haltung zu unserem Körper einzunehmen, die zum Beispiel reflexiv oder instrumentell sein kann. Mit unserem Körper können wir etwas machen, ihn formen oder manipulieren“[24]

In dieser Dimension ist der Körper ein Objekt, doch steht ihm gegenüber der Leib. Beide haben den die gleiche Basis, doch einen Leib hat man nicht nur, sondern man ist es zugleich. „Der Leib ist dabei das individuelle, radikal subjektive Fühlen, das sich anderen Menschen als solches nicht mitteilen kann“[25]. Die Mitteilung erfolgt durch die Sprache und ist somit nicht mehr körperlich. Gefühle, die über den Leib erfahren werden, wie beispielsweise Schmerzen, sind subjektive Empfindungen, die wie zuvor beschrieben einer gesellschaftlichen Konstruktion unterliegen und zudem im Sozialisationsprozess angeeignet werden. „Mit dieser Doppelrolle muß sich jeder vom Tag seiner Geburt an abfinden. Jedes Lernen: zu greifen und die Sehdistanzen den Greifleistungen anzupassen, zu stehen, zu laufen usw. vollzieht sich aufgrund und im Rahmen dieser Doppelrolle. Der Rahmen wird nie gesprengt. Ein Mensch ist immer zugleich Leib […] auch wenn er von einer irgendwie ‚darin‘ seiende unterbliche Seele überzeugt ist- und hat diesen Leib als diesen Körper.“[26]. Es gibt nicht nur gesamtgesellschaftliche Einflüsse, sondern auch die der Subkulturen. Die Teilnahme an einer sozialen Gruppe setzt nicht nur die körperliche Anwesenheit voraus, sondern verlangt ebenso eine Anpassung an Codes oder Symbolen wie Kleidung, Mimik, Verhalten, um zu dieser Gruppe angehören zu können. Normierte Körperpraxen sind die Voraussetzung für die Akzeptanz in der Gruppe. Bei der Kleidung lassen sich zwei Richtungen erkennen. Zum einen signalisiert sie die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, zum anderen haben Studien ergeben, dass Kleidung leibliche und identitätsrelevante Wirkungen auf den Träger ausüben.[27]

Es gibt nicht nur innerhalb der Gesellschaft ein System, das auf hierarchische Strukturen des Körpers verweist, sondern der Umgang mit dem Körper lässt sich auch an der gesellschaftlichen Entwicklung aufzeigen. Douglas (1974) sieht in der Komplexität des Sozialsystems eine Verbindung zum Körperverhalten: „Je komplexer das Sozialsystem ist, desto mehr sind, die in ihm geltenden Regeln für das körperliche Verhalten darauf angelegt, den Eindruck zu erwecken, daß der Verkehr zwischen Menschen- im Gegensatz zu dem zwischen Tieren- ein Verkehr zwischen körperlosen Geistern ist.“[28]. Die Technisierung der Gesellschaft geht einher mit der Technisierung des Körpers, der Körper wird somit immer stärker zum Objekt und verschwindet in den Hintergrund. Das Individuum ist immer mehr der Kontrolle des Körpers unterworfen. In den letzten Jahren entwickelte sich eine neue Einstellung zum Körper ebenso wie die Formen der Wahrnehmung. Körperideale wie Schlankheit, Fitness, Gesundheit und Sportlichkeit rücken immer mehr in den Vordergrund. Sie sind jedoch nur im privaten Rahmen zu verzeichnen. Vor allem beim Freizeitsport, bei dem der Körper als Medium der Kommunikation dient, hat der Körper die Möglichkeit sich diesen Kontrollen mehr und mehr zu entziehen und sich frei zu fühlen.[29]

Der Körper unterliegt ebenso gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen wie der Geist bzw. die Identität. In den Körper ist das kulturelle und soziale Leben hineingewoben. Die Dialektik zwischen Externalisierung und Internalisierung spielt dabei eine wesentliche Rolle. „Alle körper- und bewegungsbezogenen Erfahrungen werden durch das interindividuell variierende biogenetische Potential individuell modelliert und sind zugleich gesellschaftlich präformiert und sozial vorgespurt“[30]. Es bezieht sich nicht nur auf die Art der Bewegung oder den Umgang mit dem Körper, sondern ebenso auf Ästhetik bis hin zur Sexualität: „Eine mit Erfolg sozialisierte Person ist unfähig, sexuell auf das ‚falsche‘ Objekt zu reagieren und übergibt sich vor Ekel, wenn man ihr ‚falsche‘ Nahrung vorsetzt“[31]. Dabei wird jedoch auch klar, dass dies nur für die Seite der Gesellschaft gilt. Es wird auf Homosexualität angespielt, die zwar gesellschaftlich konstruiert ist, doch nicht durch eine gelingende Sozialisation behoben werden kann. Der individuelle Anteil an Geschmack und Sexualität kann zwar sozialisiert werden, das Ausleben der Sexualität hängt von dem Umgang der Gesellschaft mit nonkonformen Sexualverhalten ab.[32]

3. Die Sozialisation

Sozialisation als Tatsache ist schon so lange vorhanden, solange es auch Gesellschaften gibt. Darüber jedoch nachzudenken wurde erst relevant, als es nicht mehr von der Natur gegeben war eine Hierarchie in der Gesellschaft aufrechtzuhalten. In relativ geschlossenen vorindustriellen Gesellschaften wurde der Mensch durch Traditionen und Orientierungen in den Lebensprozess eingeführt. Das gesellschaftliche Leben früherer Generationen war mehr als in der heutigen Zeit von Gebräuchen, Traditionen und Sitten bestimmt. Ein Bauer war ein Bauer, eine Frau eine Hausfrau. Erst durch das Ende der Feudalgesellschaft und dem Beginn einer säkularisierten Gesellschaft kam der Gedanke auf, wie der Mensch ohne eine vorgegebene Ordnung seinen Platz in der Gesellschaft einnehmen kann. Traditionen werden immer häufiger in Frage gestellt in Verbindung mit einer hohen Arbeitslosenquote schon in der Jugendzeit, Konkurrenz und Leistungsdruck.[33]

Bis in den 1970er Jahren hat Emil Durkheim den Sozialisationsbegriff geprägt. Er definierte Sozialisation als die Vergesellschaftung der menschlichen Natur. Heute wirkt diese Sichtweise verkürzt, da sie nur auf die „Unterwerfung des Menschen unter gesellschaftlichen Anforderungen“[34] zielt. Die Persönlichkeitspsychologie von Siegmund Freud (1856-1939), die Lerntheorie von John B. Watson (1878-1958) und die Entwicklungspsychologie von Jean Piaget (1896-1939) haben die Entwicklung des Sozialisationsbegriffs nachhaltig beeinflusst. „Sie gehen auf das Verhältnis eines Menschen zu seiner unmittelbaren sozialen und dinglichen Umwelt ein und stellen systematische Überlegungen zur Entwicklung der Persönlichkeit und ihrer individuellen Eigenschaften vor.“[35]. Als die genannten Theorien entstanden, war die Gesellschaft noch eine arbeitsteilige Industriegesellschaft. Durch die Sozialisation sollten gezielt die gesellschaftlichen Aktivitäten gesichert werden. Damit soziale Regeln und Normen verinnerlicht werden, um das Gesellschaftssystem zu sichern. Die heutige Gesellschaft ist durch die große Vielfalt von sozialen und kulturellen Lebensformen und dem Zusammenspiel von eigenständigen Organisationen und Systemen geprägt. Eben durch die Entwicklung des Begriffs von Vergesellschaftung hin zur Individualisierung prägt die heutige Sicht auf den Begriff der Sozialisation. Das heutige Paradigma steht unter dem Postulat, dass moderne Gesellschaften nur funktionieren können durch die Entwicklung von selbstständigen Persönlichkeiten. Somit bezeichnet Sozialisation den „Prozess der Entwicklung der Persönlichkeit in produktiver Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen (der inneren Realität) und mit der physikalischen Umwelt (der äußeren Realität)“[36]. Die Entwicklung des Begriffs der Sozialisation ist also auf mehreren Ebenen zu erfassen, angefangen von der gesamtgesellschaftlichen Ebene bis hin zur Individualisierung.[37]

Im Allgemeinen muss also Sozialisation als das Spannungsverhältnis zwischen Individuation und Vergesellschaftung gesehen werden. „Die prinzipielle Möglichkeit des Menschen, sich zu seiner Umwelt aktiv, individuell und situativ verschieden zu verhalten, steht in einem Spannungsverhältnis zu den gesellschaftlichen Anforderungen, die auf Anpassung und Normierung ausgerichtet sind“[38]. Das Individuum muss sich mit seiner sozialen und materiellen Umgebung auseinandersetzen, gesellschaftliche Erwartungen erfüllen und seine Persönlichkeit in diesem gegebenen Rahmen entfalten. Hurrelmann beschreibt wie folgt Sozialisation „als der Prozeß der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. Vorrangig thematisch dabei ist […], wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet.“[39]. Dieser Prozess hat seinen Anfang bei der Geburt, endet jedoch nie, da Gesellschaft einem ständigen Wandel unterliegt und somit die Auseinandersetzung von Subjekt und Umwelt nie einen Endpunkt erreichen kann. „Identität entwickelt sich; sie ist bei der Geburt anfänglich nicht vorhanden, entsteht aber innerhalb des gesellschaftlichen Erfahrungs- und Tätigkeitsprozesses, das heißt im jeweiligen Individuum als Ergebnis seiner Beziehungen zu diesem Prozeß als Ganzem und zu anderen Individuen innerhalb dieses Prozesses.“[40]. Gesellschaft darf man jedoch nicht als ein Gefüge sehen, dass außerhalb der menschlichen Interaktion sich abspielt, sondern Gesellschaft ist ein Gefüge, dass erst durch die Interaktion mehrerer Menschen mit einer bestimmten Ordnung geschieht.[41]

Sich einer sozialen Gruppe anzuschließen heißt immer auch sich mit dieser zu identifizieren. Es ist sicherlich nur eine Annahme über die eigenen Möglichkeiten, die durch die Interaktion mit der gewählten Gruppe bestärkt oder falsifiziert wird. Aus der Wahl des sozialen Raums, die auch immer Wahl der Interaktionspartner heißt, ergeben sich durch die Kommunikation vermittelte Normen und Werte. Diese Normen und Werte dürfen nicht als Gesamtgesellschaft angenommen werden, weil diese einzelner Gruppen sich auch gegen die Normen auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene richten können. Jedoch gibt es neben den gruppenspezifischen auch gesamtgesellschaftliche Normen, die dadurch zum Vorschein kommen, in dem in der Gesamtheit der sozialen Gruppen, mit denen das Individuum in Kontakt ist, es Verhaltensweisen und Normen gibt, die in dieser gesamten Kultur gleich sind. Durkheim nennt dies das Kollektivbewusstsein. Damit bezeichnet er Verhaltensnormen, Wissensgehalte und Meinungsströmungen der gesamten Gemeinschaft.[42]

Besonders bewusst wird die gesamtgesellschaftliche Norm wenn ein Individuum in einer bestimmten Gesellschaft sich mit einer anderen Kultur auseinandersetzt. Was ihm bei der Interaktion innerhalb einer Kultur als per se gegeben vorkommt, tritt gerade bei dem Kontakt mit anderen Kulturen als kulturspezifisch in den Vordergrund. Diese Normen nennt Mead die verallgemeinerten gesellschaftlichen Haltungen, die eine organisierte Identität ermöglichen, d.h. dass es bestimmte Verhaltensweisen gibt, die in jedem Mitglied das gleiche hervorrufen.[43]

Die Wahl der Gruppe impliziert auch immer eine neue gesellschaftliche Rolle, wobei die Rolle eine Vorstellung von dem ist, wie der Mensch sich zu verhalten und zu regulieren hat. Diese Rolle darf jedoch nicht als ein starres Gebilde gesehen werden, da sie lediglich nur die Grenzen festlegt. Die festgesteckten Normen und Regeln treten in der Interaktion in den Erfahrungsbereich ein und stehen zunächst in einem Widerspruch zu dem individuellen Interesse. Die Interpretation dieser Rolle, das Erfüllen der Norm und das Einbringen der eigenen Individualität, ist das eigentliche Ziel der Sozialisation. Für diese Arbeit ist nicht der Begriff des sozialen Systems auf gesamtgesellschaftlicher Ebene von Bedeutung, sondern das Gewicht liegt hier auf der Betrachtung von Subgruppen bzw. sozialen Gruppe und den darin interagierenden Individuen.

3.1. Die Sprache als Mittel der Sozialisation

Sozialisation vollzieht sich durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt durch die Sprache als Prozess der „Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen“[44]. Die Sprache ist der kollektive Speicher einer Gesellschaft: „Sie ist Träger intersubjektiv geteilten Wissens und versorgt uns mit den Erklärungen einer Situation“[45]. Das dahinterstehende theoretische Modell ist der symbolische Interaktionismus, der von George H. Mead entwickelt und später von Herbert Blumer benannt und weiterentwickelt wurde. Der symbolische Interaktionismus bezieht sich auf das aktiv handelnde und vernunftbegabte Subjekt, das sich durch seinen Geist mit seiner Umwelt auseinandersetzt. Die Umwelt ist nichts objektiv wahrnehmbares, sondern erst durch die Schaffung und Verwendung von signifikanten Symbolen konstruiert, um jedes Individuum in ihr (in der jeweiligen Gesellschaft) handlungsfähig zu machen. Die Welt wird geistig erfassbar und kommunizierbar: „[…] An dem Punkt, an dem die Geste diesen Zustand erreicht, wird sie zu dem, was wir ‚Sprache‘ nennen. Sie ist nun ein signifikantes Symbol und bezeichnet eine bestimmte Bedeutung.“[46]. Aus diesem Grund besteht die Annahme, dass jede Kultur ihre Lebenswelt anders erfasst, anders codiert und somit anders wahrnimmt. „Symbolische Kommunikation bildet eine der Grundlagen der Kulturen aller Völker: Sie manifestiert sich in verschiedenen Ausdrucksweisen des individuellen und sozialen Lebens. [...] Jedes Zeichen, jede Verhaltensweise, jede menschliche Aktivität, die von der Absicht herauf etwas anderes verweisen, gewinnen symbolischen Wert.“[47]

Die Kommunikation schafft die Handlungsfähigkeit, die durch das Einprägen der Symbole ermöglicht wird. Sie wird in der Sozialisation vermittelt und durch Interaktionen bestätigt oder verändert. Symbole finden ihren Ursprung in Gesten. Gesten sind Zeichen, die durch ein Verhalten zum Ausdruck gebracht werden. Dieses bestimmte Verhalten impliziert eine Haltung, die zu einem spezifischen Reiz für ein anderes Individuum wird. Zweck der Vermittlung der Geste ist bei Mead der Sinn. Blumer geht einen Schritt weiter, in dem er nicht den Sinn als Handlungsbegründung sieht, sondern dass sich die Situation erst durch beide Akteure (bewusst oder unbewusst) definiert, dadurch Handlungsbedingungen geschaffen werden, durch die sie real werden: „If men define situations as real, they are real in their consequences“[48]. Die Schaffung der gemeinsamen Realität (Blumer) und das Handeln nach einem bestimmten Zweck (Mead) sind nur möglich durch die Fähigkeit zu Denken. Durch den Denkprozess ist es möglich Reaktionen zu verzögern. Dadurch wird die Geste abstrahiert und der Sinn der Handlung antizipiert. Dies erfolgt durch die Interpretation der Situation anhand bisheriger Erfahrungen. Da sich jedoch zwei Individuen gegenüberstehen, die beide die Situation mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen interpretieren, ist die tatsächliche Reaktion nicht antizipierbar. Dadurch können neue soziale Erfahrungen erst gemacht werden.[49]

Durch die Möglichkeit diese gesellschaftliche Kommunikation geistig vorher abspielen zu lassen, ermöglicht alle Reaktionen mit Hypothesen zu belegen, die es zu bekräftigen oder zu widerlegen gibt. Dabei werden jene Reize herausgefiltert, die dem eigenen Zweck nutzen. Daraus ergibt sich für jedes Individuum eine eigene Wahrnehmung, eine eigene Erfahrung und eine eigene Identität. Möchte also Ego ein Ziel verfolgen, so kommuniziert er mit Alter. Dem voraus geht ein Denkprozess, welcher erst durch diese Symbole möglich wird. Es entwickelt sich daraus eine Antizipation der möglichen Antwort von Alter. Durch das Aussprechen löst er in sich die gleiche Reaktion aus, die Ego sich von Alter wünscht, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Es folgt aus dem Kommunikationsprozess eine Interpretation über den Verlauf, die daraus Rückschlüsse auf Ego und Alter geben. Dieser symbolische Interaktionismus erfolgt jedoch nicht einseitig, sondern zeitgleich in Ego und in Alter, daraus lässt sich folgern, dass nicht nur Ego von Alter beeinflusst wird, sondern auch Alter von Ego beeinflusst wird, denn jede Person in einer sozialen Gruppe (von Alter repräsentiert) besitzt nicht die gesellschaftlichen Erwartungen, sondern bringt immer auch die eigene Identität mit, mit der sich die anderen Mitglieder mit auseinandersetzen müssen. Daraus ergibt sich, dass die Auseinandersetzung mit einer sozialen Gruppe die Identität beeinflusst und die Identität wiederum die soziale Gruppe beeinflusst.[50] In diesem Prozess entstehen nicht nur individuelle Identitäten, sondern die Erlebnisdimensionen der Symbole durch die Kommunikation von Mensch zu Mensch oder von Situation zu Situation, die sich verändern. Das Ziel jeder kommunikativen Handlung ist die Verständigung, um ein bestimmtes Interesse zu verfolgen. Um eine Identität überhaupt entwickeln zu können, bedarf es sozialer Erfahrungen, um das Anerkennungsbedürfnis zu stillen und ein Selbstwertgefühl zu entwickeln. Die Abhängigkeit vom sozialen Umfeld ist der wichtigste Aspekt dieser Theorie.[51] Denn würde die Selbstkonzeptuierung jedem alleine überlassen werden, so verhielte sich jeder „ähnlich wie eine totalitäre Regierung, die eingehende Informationen und Nachrichten verfälscht oder ignoriert, die Geschichte umschreibt und Propaganda betreibt.“[52].

4. Die Identität- Definition und Entwicklung

Das Individuum ist ein handelndes Wesen und damit ein Wesen überhaupt handeln kann, bedarf es eines komplexen Intentionalitätsgefüges. Einer körperlichen Handlung geht eine geistige Steuerung und Kontrolle voraus, um intentional und auf Ziel gerichtet zu sein. Diese Handlungsmotive wechseln nicht Tag für Tag, sondern sie müssen eine gewisse Kohärenz aufweisen, damit das Individuum und seine Umwelt es als Ausdruck seiner Identität wahrnehmen. Durch die Kohärenz entsteht die Persönlichkeit jedes Individuums. Handlungen sind somit die Schnittstelle zwischen Geist und Körper. „Handlung ist einerseits Verhalten, körperliche Bewegung in Raum und Zeit, und zum anderen Intentionalität. Wir schreiben Handlungen gewissermaßen immer dual zu: Als mentales Ereignis, oder mentalen Vorgang und als körperlichen Vorgang.“[53]. Nicht nur Kohärenz und Handlung konstruieren die Identität, sondern sie muss immer auch mit Reflexivität in Beziehung gesetzt werden. Dies unterscheidet Erwachsene von Kindern. Erst durch die Sozialisation ist ein Individuum fähig sich selbst zu kontrollieren, sich selbst zu bewerten, sich zu verändern und sich dadurch aus der Distanz zu betrachten. Denn erst durch die Sozialisation lernt ein Individuum Handlungsprozesse zu antizipieren („Ich denke, dass du denkst, dass ich denke“).[54]

4.1. Zum Begriff der Identität

Der Begriff „Identität“ wurde erstmals von William James eingeführt und unterlag seitdem ständiger Neuinterpretation. Der Begriff und seine Interpretation sind zwingend auch von gesellschaftlichen Paradigmen abhängig. In der westlichen Welt wird Identität als Individualität bzw. Einzigartigkeit verstanden, welche eine normative Forderung darstellt. „Der einzelne ist mit der Aufgabe, Individualität her- und darzustellen, zunehmend allein gelassen. Einzigartig ist, wer sich selbstverwirklicht, aber wie er das tun soll, bleibt ihm überlassen. Erlaubt ist, was gefällt oder gut ist, aber was gefällt oder gut ist, sagt ihm niemand mehr. Es fehlt die Allgemeinverbindlichkeit.“[55]. Frey und Haußer verstehen Identität als ein „selbstreflexiver Prozess eines Individuums“[56], der übersituativ verarbeitet und generalisiert wird. Selbstreflexivität setzt voraus, dass ein Individuum sich mit seiner Umwelt auseinandersetzt und aus der gewonnen Erfahrung Schlüsse zieht. Dabei sind zwei Faktoren zu unterscheiden: Zum einen die innerpsychischen Prozesse und zum anderen die Umwelt, die als Kommunikationspartner dient, um überhaupt erst eine Identität entwickeln zu können. Mead drückt dies folgendermaßen aus: „Wir sind, was wir sind, durch unser Verhältnis zu anderen“[57]. Identität ist also das Produkt, das sich aus der Auseinandersetzung einer Person mit seiner sozialen Umwelt durch eine Rollenübernahme herausbildet. Im Tätigkeitsprozess mit anderen entsteht eine Rückspiegelung der eigenen Handlungsweise, die darüber Ausschluss gibt, wer man ist, bei Mead kann man dies auch als Empathie bezeichnen. Das Individuum ist gewollt sich positiv darzustellen, um positiv gespiegelt zu werden. Cooley nennt dies „looking- glass self“[58]. Diese Rückspiegelung muss jedoch durch die Eigenleistung des Individuums interpretiert und verarbeitet werden, sonst käme es zu keiner Weiterentwicklung und Identität wäre nicht möglich. Dabei kann zwischen verschiedenen Teilidentitäten unterschieden werden: Die soziale Identität und die personale Identität: Die soziale Identität wird durch die soziale Spiegelung des eigenen Verhaltens von außen entwickelt. William James nennt dies Me, als das von Anderen Bekannte, von Anderen Erfahrene. Das Me steht dem I gegenüber, das die Innenperspektive repräsentiert, als das Wissende, Erfahrende[59]. Die beiden Begriffe I und Me werden auch von Mead (1968) als Vertreter des symbolischen Interaktionismus aufgegriffen, die jedoch anders interpretiert werden, als dies James tat. Dabei unterscheidet er zwischen zwei Teilen der Identität: dem Me und dem I[60]: „Das ‚I‘ reagiert auf die Identität, die sich durch die Übernahme der Haltungen anderer entwickelt. Indem wir diese Haltungen übernehmen, führen wir das ‚Me‘ ein und reagieren darauf als ein ‚I‘“[61].

Das Me ist jener Teil der Identität, der aus sämtlichen Haltungen besteht (generalisierter Anderer), die ein Individuum im Erfahrungs- und Verhaltensprozess erfährt. Der generalisierte Andere ist ein vom Individuum entwickeltes Konzept, dass sich durch die Generalisierung der signifikanten Anderen entwickelt hat. Durch dieses Konzept ist es möglich, ohne die Anwesenheit von ihnen durch die alleinige Vorstellung ihrer Erwartungen einen Selbstregulationsprozess in Gang zu setzen.[62]

Es spiegelt den Blick der Anderen auf das Individuum wider und übermittelt die Erwartungen der Anderen für eine bestimmte Rolle: „Der generalisierte Andere ist der Repräsentant der Gesellschaft im Individuum. Selbst bei Abwesenheit Anderer ist das Individuum imstande, sein Verhalten so zu organisieren, dass es dabei berücksichtigt, welche diesbezüglichen Haltungen es von ihrer Seite zu gewärtigen hätte.

Daher hängt der generalisierte Andere bei Mead sowohl mit Selbstkontrolle wie mit sozialer Kontrolle eng zusammen.“[63]. Das I hingegen ist der individuelle Teil der Identität, das eine eigene Interpretation der Situation vornimmt. Tritt ein Individuum mit einem anderen in Kontakt, so werden jene Haltungen ins Bewusstsein treten, die für diesen Kontakt dienlich sind. Dieses allgemeine Repertoire aller Haltungen sind der verallgemeinerte Andere, doch nur das I reagiert darauf. Erst durch die Handlung wird dem Individuum bewusst, wie sich der Verlauf entwickelt und geht dadurch in die Erfahrung ein. Durch diese zeitliche Komponente wird aus dem gerade gehandelten I eine Erfahrung, die zum Me wird. Daraus lässt sich folgern, dass das Me bzw. der verallgemeinerte Andere keine Starre Form ist, sondern einer ständigen Erneuerung durch das I unterliegt. Es ist das Bild, das jeder (durch die individuelle Erfahrung mit ihr) in einer Gesellschaft von einer bestimmten Rolle oder einem sozialen Zusammenhang hat und steht für die Normen und Werte einer Gesellschaft, die in einem bestimmten Zusammenhang oder einer Rolle relevant ist.[64]

In dieser Triade werden Verhaltens- und Normgrenzen vermittelt, die als Kontrollinstanz in die Kommunikationspartner eingehen und auf der anderen Seite ein Selbstbewusstsein entwickelt. „Um Bewußtsein zu erlangen, muß man die Haltung des anderen im eigenen Organismus haben, als Kontrollorgan für seine eigenen Haltungen. Den unmittelbaren Erfahrungsinhalt der eigenen Identität in Verbindung mit dieser Haltung nennen wir ‚Me‘.“[65]. Identität als Teil der Persönlichkeit, kann also zu einem Teil als der identische Teil gesehen werden, den jedes Mitglied, sei es eine soziale Gruppe oder die gesamte Gesellschaft gleich hat. Gleich nicht im Sinne von identisch, denn die erlebte Erfahrung ist immer eine andere, sondern eher im Sinne von einem gleichen Kontrollorgan, welches das eigene Verhalten steuern will. Der andere Teil, Mead nennt es I, ist keine ausschließlich durch Normen geleitete Kraft. „Die Identität ist […] die Handlung des ‚I‘ in Übereinstimmung mit der Übernahme der Rolle anderer im ‚Me‘. Die Identität besteht sowohl aus dem I‘ wie aus dem ‚Me‘, wobei letzteres die Situation bestimmt, auf die das ‚I‘ reagiert. Sowohl ‚I‘ als auch ‚Me‘ sind in der Identität gegeben und unterstützen sich gegenseitig.“[66]. Fragwürdig ist jedoch, in wie weit der individuelle Teil, das I, sich gegen die verinnerlichten gesellschaftlichen Erwartungen, das Me, durchsetzen kann, ohne wie Goffman (1974) es nennt auf Stigmatisierung zu stoßen. Dominiert das I, ist der Mensch nicht fähig in der Gesellschaft zu Recht zu kommen. Goffman unterscheidet die Identität auf dreifache Weise. Das von Mead genannte Me wird bei Goffman nochmal unterteilt in soziale und persönliche Identität. Beide sind auf die Außensicht von Anderen auf das Individuum zurückzuführen. Die soziale Identität ist demnach „die Typisierung und Klassifizierung durch andere“[67]. „Einige können davor zurückscheuen, einen Blinden zu berühren oder zu führen, während für andere das wahrgenommene Unvermögen zu sehen zu einer ‚Gestalt‘ von Unfähigkeit verallgemeinert werden kann, so daß das Individuum die Blinden anschreit, als wären sie taub, oder versucht, sie zu stützen, als wären sie verkrüppelt.“[68]. Die persönliche Identität wiederum beschreibt Identifikationsmerkmale, die sich aus den biografischen Daten entwickeln: „Hebt jemand bestimmte Merkmale seines Werdegangs z.B. bei einer Stellenbewerbung besonders hervor und verschweigt er andere, so betreibt er ‚Identitätspolitik‘“[69]. Goffmans dritte Kategorie der Identität, die Ich- Identität, bezieht sich auf das subjektive Empfinden des Individuums, das durch Reflexivität über sich an ihn herangetragen wird.[70]

Durch diese Reflexivität, die dadurch an die Umwelt gebunden ist, entsteht ein Prozess, der nie einen Endpunkt erreicht. Da die Gesellschaft ebenso einem Wandel unterliegt, ist Identität ebenso davon betroffen. Es ist eine Leistung, die von jedem immer wieder erbracht werden muss. Es gibt jedoch Lebensphasen, in denen es zu stärkeren Identitätsveränderungen kommt, als in anderen. Gerade durch Krisenbewältigung kann sich eine Identität verändern. „Ihre erfolgreiche Bewältigung führt zu Glück und Erfolg, während Versagen das Individuum unglücklich macht, auf Ablehnung durch die Gesellschaft stößt und zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung späteren Aufgaben führt“[71]. Die Umwelt kann auch nicht als eine unzählige Ansammlung von Interaktionspartnern gesehen werden, die ständig auf das Individuum einwirkt, sondern es werden nur Bestimmte Begebenheiten aus der Umwelt und der Erfahrung aufgenommen, die für die jeweilige Identität relevant sind. Dies ist ein innerpsychischer Prozess, der von dem jeweiligen Individuum gesteuert wird. Gegenstände sind nur relevant, wenn sie subjektiv als bedeutsam empfunden werden: „Subjektive Bedeutsamkeit läßt sich somit identitätspsychologisch als kognitives Ordnungsinstrument des Subjekts charakterisieren, das die Identitätsrelevanz von Erfahrungen einerseits und Motivationen andererseits bestimmt“[72]. Die zweite Kontrollinstanz ist der Grad der Betroffenheit. Es ist das „emotionale Pendant“[73] der subjektiven Bedeutsamkeit. Die Außenwelt durchläuft ständig diese beiden Instrumente und filtert dabei nur das für das Individuum relevante heraus.[74] Dabei geht es nicht nur um den Inhalt der Interaktion, sondern ebenso um die Interaktionspartner selbst. Nicht jede Person kann Andere beeinflussen. Nur wenige Menschen, nämlich jene, die als subjektiv bedeutsam gesehen werden (Eltern, Freunde etc.) können gelegentlich das Selbstkonzept verändern. Es gibt zwei Möglichkeiten der Identitätsänderung: Macht der Mensch eine Erfahrung, die nicht der bisherigen Erfahrung (Interpretation ungleich mit der Antizipation) entspricht, kommt es zu einer Anpassung der bestehenden Identität an diese Erfahrung. Diese wird gemäß dem eben beschriebenen Filter durchlaufen und integriert. Es besteht jedoch ebenso die Möglichkeit einer Anpassung der Erfahrung an die bestehende Identität, denn die wahrgenommene Umwelt wird immer selektiv wahrgenommen bzw. wird die Wirklichkeit erst durch die Interaktion real.[75] Laut den eben genannten Theorien wird von einer einzigen Identität ausgegangen. Es fehlt jedoch hierbei, dass das Individuum nicht nur mit gleichen Interaktionspartnern Erfahrungen macht, sondern in ein System eingebettet ist, das aus zahlreichen Kulturen, Subkulturen mit eigenem Wertesystemen besteht. Durch die zahlreichen Rollen, die es zu erfüllen gilt mit der Forderung von Individualität ist das Individuum gezwungen seine Teilidentitäten in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Man kann von einer gelungenen Identität sprechen, wenn I und Me in einem balancierten Verhältnis miteinander kommunizieren. Wobei das I in der Einzahl ist und das Me als Ansammlung aller erwarteten Rollen gesehen werden muss. Alle Mes „müssen, wenn konsistentes Verhalten überhaupt möglich sein soll, zu einem einheitlichen Selbstbild synthetisiert werden. Gelingt diese Synthetisierung, dann entsteht das ‚Self‘“[76]. Das Self ist also das immer bestehende Wissen wer man ist, also das Selbstkonzept.[77]

4.2. Die Identitätsentwicklung

Identität als ein reflexiver Prozess zwischen der Innen- und Außenwelt und der Verarbeitung des Subjekts setzt voraus, dass es die Instrumente zur Interaktion besitzt. Durch die Dialektik von Individuum und Gesellschaft wird Identität erst möglich und diese bestimmt die Wirklichkeit, in die es eingebettet ist. Da ein Individuum mit der Geburt noch nicht über diese Fähigkeit verfügt, muss es Entwicklungsphasen geben, in der das Kind dies erlernt. Zum einen muss es die Fähigkeit erlernen mit seiner Außenwelt in Kontakt zu treten und zu kooperieren und zum anderen muss das „Ich“ erkannt werden, in Abgrenzung zu dem Anderen, also dem „Nicht-Ich“. Zunächst entwickelt das Kind ein Schema von seinem Körper, dann zwischen der eigenen Person und der Umwelt. Am Ende des ersten Lebensjahrs folgt die erste Selbstkategorisierung, in dem das Alter oder das Geschlecht kategorisiert wird.[78]

Um intersubjektiv handlungsfähig zu werden ist das Erlernen der Sprache eine der wichtigsten Faktoren in der kindlichen Entwicklung, ohne die es nicht fähig sein würde, eine Identität zu entwickeln. „Der Prozeß des Denkens oder des Intellekts, die Internalisierung und innere Dramatisierung der äußeren Konversation signifikanter Gebärden durch das Individuum, das seine wichtigste Form der Interaktion mit anderen Individuen derselben Gesellschaft darstellt, ist die früheste Erfahrungsphase in der Genese und Entfaltung des Selbst“[79]. Darum kommt der Familie die wichtigste Rolle zu, dem Kind die Sprache in Form von Symbolen beizubringen. Es ist jedoch nur möglich für Neugeborene die Sprache der Eltern zu erlernen durch die Fähigkeit „sich auf den Rhythmus der sozialen Umgebung und der sich darin befindenden Personen einzustellen“[80]. Durch diese Fähigkeit ist der Säugling in der Lage seine Eltern zu imitieren. Im zweiten Lebensjahr drückt sich das Wissen um die Trennung von anderen auch in der Sprache durch die Verwendung des Pronoms Ich aus. Die Eltern lenken die Reaktion des Kindes in eine bestimmte Richtung und vermitteln damit Botschaften über sich selbst. Diese Botschaften werden als erstes passiv als Selbstkonzept übernommen.[81] Die Kommunikation mit den Eltern hat zur Folge, dass es die Symbole seiner Kultur erlernt, um eine innere Stimme zu entwickeln. Um jedoch denken (die innere Stimme) zu können, müssen die imitierten Symbole internalisiert werden, ergo müssen diese mit Gefühlen verbunden werden. Nach der Imitation muss ein weiterer Entwicklungsschritt erfolgen, damit sich eine Identität entwickeln kann, in Form von Selbstreflexion.[82]

Das Kind erfährt in der Phase der primären Sozialisation die Wirklichkeit (Konstruktion seiner Welt) anhand seiner signifikanten Anderen (Eltern). Es gibt bis dato keine Alternativen. Sie endet jedoch mit dem Augenblick, in dem das Kind andere Denkmuster durch andere Menschen kennenlernt. Dies geschieht in der Phase der sekundären Sozialisation anhand von Freunden, dem Kindergarten, der Schule. Die Beziehungen sind nicht mehr nur durch emotionale Nähe gestützt, wie es in der ersten Phase der Fall ist, sondern sachliche Erwartungen in Form von Rollen werden kennengelernt. Aus einer Wirklichkeit werden nun mehrere, dies führt zu alternativen Möglichkeiten und Handlungschancen entstehen. Interaktionen betreffen nun nicht mehr die ganze Person, sondern nur noch Teile von ihr. Dies führt zu einem individuellen Rest, der nicht zu jeder Zeit gefordert ist.[83]

Ein weiterer Entwicklungsschritt des Kindes beginnt die Wahrnehmung des Fremden mit der Möglichkeit die Welt zu erkunden. Es lernt durch das Erkunden der eigenen Umgebung, dass Objekte durch die eigene Hand manipuliert werden können. Es beginnt seine Umwelt zu sich in Beziehung zu setzen, sie wird zu einem Nicht-Ich, welches ebenso das Ich konstruiert. „Natürlich ist das eine Polarität des Erlebens und nicht der objektiven Wirklichkeit, denn beide Ich und Nicht-Ich, bilden ja in engster Verschränkung; Innen und Außen konstruieren sich gegenseitig“[84]. Dieser Entwicklungsschritt ist die Voraussetzung, für das kindliche Spiel. Mead nennt dies Play[85]. Diese Phase wird von jedem Kind durchlaufen, was diese Entwicklungsstufen elementar macht. Play kann auch als nachahmendes Spiel bezeichnet werden, da das Kind das Verhalten von Anderen widerspiegelt. Dabei werden signifikante Andere, wie Mutter, Indianer, Polizist, nachgeahmt. Dies sind jedoch nur Fragmente, da das Kind noch nicht über das Verständnis der Organisation verschiedener Rollen in einem sozialen Handlungsprozess verfügt.[86] Bei diesem Spiel wird erstmals eine Rolle interpretiert. Das Kind benutzt seine eigenen Reaktionen auf diese Reize, um eine Identität zu entwickeln. Dieser Konstruktion geht mit dem Kommunikationseinfluss der Bezugspersonen einher, die durch Hinweise oder Mahnungen bestehen. Dies dient der Strukturierung der Umwelt. Daraus entsteht die Wir-Welt[87]. Beziehung, die zu einem späteren Zeitpunkt auch als Abgrenzung zu der in Beziehung gesetzten Person dient.

Die zweite Entwicklungsphase erfährt das Kind beim Spielen in einer größeren Gruppe mit festgelegten Regeln, wie beispielsweise beim Mannschaftssport. Die Rollenübernahme signifikanter Anderer beim nachahmenden Spiel bekommt dadurch eine neue Qualität, da beim Mannschaftsspiel jede Rolle der Mitspieler in dieser Organisation im Kind vorhanden sein muss. Der Ablauf der einzelnen Handlungen innerhalb dieses Spiels wird von den Regeln vorgegeben. Das Gruppenziel ist festgelegt, mit dem sich jeder Spieler identifizieren muss. Die Phase des Game bezieht sich auf die Feststellung, dass das eigene Handeln von dem der Anderen abhängt und das eigene Handeln Andere beeinflusst. Dies ist die Voraussetzung für jegliche soziale Handlungszusammenhänge im weiteren Leben. „Damit ein gegebenes menschliches Individuum ein Selbst im vollen Sinn entwickeln kann, reicht es nicht aus, daß es einfach die Haltungen anderer menschlicher Individuen gegenüber sich selbst und anderen im sozialen Prozeß übernimmt und den ganzen sozialen Prozeß lediglich in dieser Hinsicht zu seiner individuellen Erfahrung macht: Es muß ebenso wie es die Haltungen anderer Individuen gegenüber sich selbst und untereinander einnimmt, auch deren Haltungen gegenüber den verschiedenen Phasen oder Aspekten der gemeinsamen sozialen Tätigkeit oder der sozialen Aufgabe einnehmen, an denen sie alle als Mitglieder einer organisierten Gesellschaft oder sozialen Gruppe beteiligt sind; und es muß dann dadurch, daß es den Zusammenhang dieser individuellen Haltungen der organisierten Gesellschaft oder Gruppe wiederum generalisiert, mit verschiedenen sozialen Projekten zugleich oder mit verschiedenen umfassenden Phasen des allgemeinen sozialen Prozesses, die sein Leben ausmachen und von denen diese Projekte spezifische Verkörperungen darstellen, umgehen können“[88].[89]

[...]


[1] Hitzler 1999, S.535

[2] Die in der Arbeit kursiv geschriebenen Wörter wurden vom Verfasser verändert. Sie ersetzen teilweise die Anführungszeichen und sollen wichtige Wörter hervorheben

[3] Hetherington und Muirhead 1918 In: Faulstich-Wieland 2000, S. 29

[4] Dülmen 1997, S. 62

[5] vgl. Faulstich-Wieland 2000, S. 23

[6] Adorno et al. 1968, S. 22

[7] vgl. Weiß 1999, S. 29

[8] Schweitzer 1994, S.169

[9] vgl. Geißler 2002, S. 20/ Parsons 1976, S.183

[10] vgl. Parsons 1976, S. 182f.

[11] vgl. Maletzke 1996, S.15

[12] vgl. Esser 2001, im Vorwort

[13] vgl. Maletzke 1996, S. 16

[14] vgl. Maletzke 1996, S. 48f.

[15] Kluckhohn/Strodtbeck 1973, S.13 zit. n. Maletzke 1996, S.54

[16] vgl. Maletzke 1996, S. 53f.

[17] Kluckhohn/Strodtbeck 1973, S. 243 zit. n. Maletzke 1996, S.73

[18] vgl. Funke-Wieneke 2010, S. 109

[19] vgl. Maletzke 1996, S.15

[20] Wurzbacher 1963, S.15

[21] vgl. Hurrelmann 2002, S.18

[22] Heinemann 1998, S.137

[23] vgl. Heinemann 1998, S.137ff.

[24] Villa 2007, S.10

[25] ebd. 2007, S.10

[26] Plessner 1970, S.43

[27] vgl. Villa 2007, S.10ff

[28] Douglas 1974, S.110

[29] vgl. Heinemann 1998, S.146f.

[30] Weiß 1999, S.71

[31] Berger/Luckmann 1980, S.193

[32] vgl. Weiß 1999, S.71

[33] vgl. Bernhard 2011, S.91

[34] Tillmann 2010, S.35

[35] Hurrelmann 2002, S.13

[36] Hurrelmann 2002, S.7

[37] vgl. ebd. 2002, S.13

[38] Tillmann 2010, S.17

[39] Hurrelmann 2008, S.51

[40] Mead 1968, S.177

[41] vgl. Elias 1969, S.35

[42] vgl. Geulen 1975, S.167

[43] vgl. Mead 1968, S.308

[44] Maletzke 1963, S.18

[45] Abels 2007, S.21

[46] Mead 1968, S.85

[47] Spineto 2003, S.15

[48] Thomas/Thomas 1928, S.572

[49] vgl. Abels 2007, S.14-44

[50] vgl. Baumgart 2004, S.120 f./Mead 1968, S.288-297

[51] vgl. Weiß 1999, S.174f

[52] Mummendey 2006, S.158

[53] Nida- Rümelin In: Krüger 2011, S.20

[54] vgl. Nida- Rümelin In: Krüger 2011, S.20-22

[55] Frey & Haußer 1987, S.10

[56] ebd. 1987, S.6

[57] Mead 1968, S.430

[58] Cooley 1902, S.90

[59] vgl. James 1890, S.400f

[60] „I“ und „Me“ ist aus dem Original von Mead 1934, im Deutschen „Ich“ und „ICH“ genannt 1968, der Verfasser verwendet die originale Schreibweise

[61] Mead 1968, S.217

[62] vgl. Mummendey 2006, S.162

[63] Strauss 1969, S.30

[64] vgl. Mead 1968, S.227-245/Abels 2007, S.32

[65] Mead 1968, S.240

[66] Mead 1968, S.324

[67] Goffman 1974, S.9f.

[68] ebd. 1974, S.14

[69] ebd. 1974, S.56f.

[70] vgl. Haußer 1995, S.40

[71] Havighurst 1982, S.2: zit. nach Oerter 1998, S.121

[72] Haußer 1995, S.9

[73] ebd. 1995, S.9

[74] vgl. ebd. 1995, S.9

[75] vgl. Haußer 1995, S.9ff./62f

[76] Joas 1991, S.139

[77] vgl. Mikos et al. 2007, S.136

[78] vgl. Haußer 1995, S.120

[79] Wenzel 1990, S.78

[80] Steins 2003, S.30

[81] vgl. Haußer 1995, S.121

[82] vgl. Steins 2003, S.30-34

[83] vgl. Abels 2007, S.108

[84] Boesch In: Thomas 1996, S.88

[85] Mead 1968, S.192

[86] vgl. Wenzel 1990, S.79

[87] Wenzel 1990, S.89

[88] Mead 1968, S.197

[89] vgl. Wenzel 1990, S. 79f./Boesch In: Thomas 1996, S.88-90

Details

Seiten
101
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656371564
ISBN (Buch)
9783656371656
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196586
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Pädagogik
Note
Schlagworte
jogo capoeira eine untersuchung einfluss kampfkunst entwicklung selbstkonzeptes sozialisationsprozess

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Titel: 'Jogo Capoeira, logo existo': Eine Untersuchung über den Einfluss der Kampfkunst 'Capoeira' auf die Entwicklung eines Selbstkonzeptes im Sozialisationsprozess