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Altägyptische Traditionen in der Koptisch-Orthodoxen Kirche

Seminararbeit 2012 20 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die altägyptische Tradition in der koptisch-orthodoxen Kirche Die Sprache
2.1. Die koptische Sprache

3. Die altägyptische Tradition in der koptisch-orthodoxen Kirche
Die Heilige Familie
3.1. Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten
3.2. Götterfamilien
3.3. Jesus – Gottes Sohn
3.4. Mutter Gottes mit Kind
3.5. Tod und Auferstehung
3.6. Die göttliche Zeugung
3.7. Der Kampf gegen das Böse

4. Die altägyptische Tradition in der koptisch-orthodoxen Kirche
Rituale und Zeichen
4.1. Die Taufe
4.2. Das Anch-Zeichen – Bedeutung im koptisch-orthodoxen Christentum
4.3. Die unsterbliche Seele
4.4. Die Firmung
4.5. Salbung
4.6. Die Schlange als religiöses Symbol
4.7. Die Vierheit als Symbol für das Weltganze

5. Die altägyptische Tradition in der koptisch-orthodoxen Kirche
Die koptische Kunst als Brücke zwischen Heiden- und
5.1. Einflüsse auf die koptische Kunst

6. Zusammenfassung

7. Abkürzungen biblischer Bücher nach den Loccumer Richtlinien

8. Allgemeines Abkürzungsverzeichnis

9. Bibliogaphie
9.1. Quellen
9.2. Fachliteratur

1.Einleitung

Die Geschichte der Koptischen Kirche geht auf das alexandrinisch-ägyptische Christentum der Spätantike (Patriarchat von Alexandria) zurück. Als Gründer der koptischen Kirche gilt der Überlieferung nach Markus, der Verfasser des Markusevangeliums, welcher im 1. Jahrhundert AD in Ägypten lebte. Er war außerdem der erste Bischof von Alexandria. 68 AD starb er als Märtyrer.[1]

Die Koptische Kirche hat 10-15% der Gesamtbevölkerung als Gläubige in Ägypten.[2]

Bis zum 7. Jahrhundert stieg die Anzahl der Mitglieder der Koptischen Kirche permanent in Ägypten an. Danach wurde eine weitere Zunahme der Anhängerschaft durch die islamische Eroberung Ägyptens gebremst. Noch heute steht die Christenverfolgung in Ägypten an der Tagesordnung. Die Koptische Kirche verwendet seit dem 2. Jahrhundert neben dem Griechischen die koptische Sprache bei der Bibellesung, beim Gebet und bei der Predigt als Sakralsprache.

In Folge der Auseinandersetzungen um das Konzil von Chalcedon 451 erfolgte eine Spaltung der nicht-chalcedonischen oder altorientalischen Kirchen (z.B. Syrer, Äthiopier, Kopten, Armenier) und der chalcedonischen Kirchen (Orthodoxe Kirchen, Katholische Kirchen) über die Frage der gott-menschlichen Natur Christi.[3]

Der Begriff Kopten stammt aus dem Griechischen und heißt „Ägypter“. Ursprünglich bezeichnete dieses Wort die Einwohner Alexandriens und ganz Ägyptens. Die koptische Sprache entstand aus dem Ägyptischen des 3. Jahrhunderts.[4]

Nicht nur die Sprache der Kopten weist auf die altägyptische Tradition hin, sondern auch in der Kunst und in den Inhalten der Glaubenslehre wird diese immer wieder erkennbar. Besonders die koptische Kirche hat Elemente der altägyptischen Religion weitergetragen. Somit kann das Koptentum durchaus als Sachverwalter der altägyptischen Tradition bezeichnet werden[5].

Ägypten war das erste Land der Welt, welches vom Christentum missioniert wurde. Bereits in der 2. Hälfte des ersten Jahrhunderts AC verbreitete sich das Christentum in Ägypten.[6] Es liegt daher auf der Hand, dass diese neue Religion Elemente der alten Religion, also der altägyptischen, übernommen hat bzw. übernehmen musste. Man denke auch dabei an die Christianisierung verschiedener europäischer Länder, zum Beispiel Irland, welche sehr wohl heidnische Elemente in die christliche Religion übernahm.[7]

Ziel dieser Seminararbeit ist es, altägyptische Traditionen im Koptischen Christentum zu orten und zu dokumentieren.

Zur Methodik lässt sich sagen, dass es ich hierbei ausschließlich um ein Literaturstudium handelt, welches dann durch eigene Reflexion als Ergebnis dieser Arbeit vorliegt.

Die Hauptquellen der Arbeit bilden die Arbeiten von Kolta, „Von Echnaton zu Jesus“ und „Christentum im Land der Pharaonen“.

2.Die altägyptische Tradition in der koptisch-orthodoxen Kirche – Die Sprache

2.1. Die Koptische Sprache

Ich möchte hier zuerst auch die Koptische Sprache und Schrift in die Thematik der altägyptischen Tradition aufnehmen, obwohl sie nichts mit der Religion an sich zu tun hat, aber natürlich die Basis für die Kommunikation des koptischen Christentums darstellt. Die koptische Sprache geht auf das Altägyptische und die Schrift auf die ägyptische Hieroglyphenschrift zurück.

Die Hieroglyphenschrift besteht aus mehr als 750 Bildzeichen. Teilweise geben sie Wörter, teilweise einzelne Konsonanten oder Gruppen von Konsonanten wieder. Die Hieroglyphenschrift diente vorwiegend zur Beschriftung von Steindenkmälern. Als Schrift für Dokumente erwies sich die Hieroglyphenschrift als zu umständlich und komplex. Von den Ägyptern wurde daher für die Beschriftung von Dokumenten eine Buchschrift eingeführt, die hieratische Schrift. Es wurde mit Pinsel geschrieben. Verwendet wurde schwarze und rote Tusche. Ab der 25. Dynastie entstand die einfachere demotische Schrift, sie wurde ab der 26. Dynastie als offizielle Schreibart und Vollschrift verwendet.

Die koptische Sprache ist die letzte Entwicklungsstufe des Altägyptischen. Es entwickelte sich im Laufe des 3. Jahrhunderts AC aus dem Demotischen und entstand zunächst als Umgangssprache, während das Demotische weiterhin als Literatursprache verwendet wurde. Die Umgangssprache, das Altkoptische, entwickelte sich weiter, das Demotische blieb gleich. Da der Unterschied zwischen dem Koptischen und dem Demotischen in den nächsten Jahrhunderten zu groß wurde und für die Bevölkerung das Demotische zu schwer verständlich, kam es dazu dass das Altkoptische ab dem 3. Jahrhundert AC Umgangs- und Literatursprache wurde. Heute wird die koptische Sprache vor allem im Gottesdienst gepflegt. Bedeutung hat das Koptische noch in der Bibelforschung.[8]

3.Die altägyptische Tradition in der koptisch-orthodoxen Kirche – Die Heilige Familie

3.1. Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten

Die koptische Kirche sieht die ersten Bezugspunkte in Person von Jesus bereits 50 Jahre vor der Christianisierung Ägyptens in der Flucht der Heiligen Familie von Bethlehem nach Ägypten (Mt 2, 13-14).

Für die Ägypter war der Übertritt zur christlichen Kirche nichts Utopisches, die Beziehungen zwischen göttlichem und irdischem Ordnungsprinzip waren ihnen bereits vertraut. Diese Vorstellungen wurden personifiziert in der Göttin Maat und verbunden mit den Jenseitsvorstellungen inklusive dem Gericht über die Verstorbenen. Wenn ein Mensch auf Erden nach den Anweisungen der Maat gelebt hat und viel Gutes getan hat, dann besteht für ihn die Möglichkeit eines ewigen Lebens im Jenseits. Außerdem wird das Herz des Toten auf eine Waagschale gelegt. Auf der anderen Waagschale befindet sich ein Symbol der Maat. Der Verstorbene spricht ein Gebet, indem er sein Herz anfleht nicht gegen ihn auszusagen und er legt eine Beichte ab, in der er seine Unschuld beteuert.

Sowohl das Gericht, im christlichen Glauben das Jüngste Gericht und das Bild der Waage findet sich im christlichen Vorstellungsbereich.[9]

[...]


[1] Melling, van Jonas, Koptische Christen – Ursprung, Geschichte, Tradition. Fromm Verlag. Mauritius 12011. 1.

[2] Melling, van J., Koptische Christen. 1.

[3] Melling van J., Koptische Christen. 1.

[4] Melling van J., Koptische Christen. 11.

[5] Görg, Manfred, Mythos, Glaube und Geschichte. Die Bilder des christlichen Credo und ihre Wurzeln im alten Ägypten. Düsseldorf 1 1992. 12.

[6] Kolta, Kamal Sabri, Von Echnaton zu Jesus. Auf den Spuren des Christentums im alten Ägypten. München 11993. 58.

[7] Fischer, Robert, Die keltische Religion in Irland und ihre Beeinflussung durch die Christianisierung, Diplom- und Masterarbeit an der Universität Wien. 2007. 5-11.

[8] Boochs, Wolfgang (Hgg.), Geschichte und Geist der Koptischen Kirche.. Bernardus-Verlag. Aachen ²2009. 115-120.

[9] Kolta,K.S., Von Echnaton bis zu Jesus. 8.

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656227472
ISBN (Buch)
9783656228059
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196446
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut für Historische Theologie
Note
sehr gut
Schlagworte
Koptisches Christentum Ägyptische Tradition Riten Sinnbilder

Autor

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Titel: Altägyptische Traditionen in der Koptisch-Orthodoxen Kirche