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Verändertes Anforderungsprofil an Hochschulabsolventen im Zuge der Globalisierung - Auslandserfahrung und Einstellungsperspektiven

Diplomarbeit 2003 133 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
1.3 Globalisierung
1.3.1 Voraussetzung der Globalisierung
1.3.2 Wege in den globalen Markt
1.3.3 Möglichkeiten des Auslandseinsatzes
1.4 Fremdsprachen in der globalisierten Wirtschaft
1.4.1 Der Bedarf an Fremdsprachen
1.4.2 Fremdsprachen als Auswahlkriterium
1.5 Exportnation Deutschland
1.6 Importnation Deutschland
1.7 Verändertes Anforderungsprofil der Wirtschaft für qualifizierte Fach- und Führungskräfte

2 Relevante Daten als Entscheidungsgrundlage für einen Auslandsaufenthalt
2.1 Marktforschung zur Wichtigkeit eines Auslandsaufenthaltes während des Studiums
2.1.1 Quellen der Datenbeschaffung
2.1.2 Möglichkeiten der Primärforschung
2.1.3 Die Erhebungsmethode
2.1.4 Die Stichprobe für die Unternehmensbefragung
2.1.4.1 Berechnung der Stichprobe
2.1.4.2 Durchführung des geschichteten Auswahlverfahrens
2.1.5 Rücklaufanalyse von der Unternehmensbefragung
2.1.6 Durchführung der Studentenbefragung
2.1.6.1 Ermittlung der zu befragenden Zielgruppe
2.1.6.2 Rücklaufanalyse von der Studentenbefragung
2.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
2.2.1 Ausländerstudium in Deutschland
2.2.2 Deutsche Studierende im Ausland
2.2.2.1 Auslandserfahrungen von deutschen Studierenden - Daten und Fakten
2.2.2.2 Wichtigkeit von Auslands- Engagements - Ländervergleich
2.2.3 Förderprogramme für studienbegleitende Auslandsaufenthalte

3 Analyse der gewonnenen Daten als Basis für die Entscheidungsfindung
3.1 Segmentierung allgemein erwarteter Zusatzqualifikationen
3.1.1 Sozio- demographische Marktsegmentierung
3.1.2 Geographische Marktsegmentierung
3.1.3 Schlussfolgerung und Gesamtbeurteilung
3.2 Internationale Erfahrung - eine entscheidende Zusatzqualifikation
3.2.1 Interkulturelles Management
3.2.1.1 Das Verstehen von Kulturen als Wettbewerbsvorteil
3.2.1.2 Interkulturelle Ethik und Interkulturelle Kompetenz
3.2.2 Die Auslandserfahrung- ein Vorteil in der Berufswelt
3.2.2.1 Vorteile aus der Sicht von Unternehmen
3.2.2.2 Vorteile aus der Sicht von Studenten
3.3 Gestaltung des Auslandsaufenthaltes
3.3.1 Ranking des Auslandsaufenthaltes nach Wichtigkeit
3.3.2 Organisation des Auslandsaufenthaltes nach örtlichem Aspekt
3.3.2.1 Auswahl des Studienortes aus der Sicht von Unternehmen
3.3.2.2 Auswahl des Studienortes aus Sicht von Studenten
3.3.2.3 Wunschauswahl des Studienortes aus Sicht von Studenten
3.3.3 Organisation des Auslandsaufenthaltes nach sprachlichem Aspekt
3.3.4 Organisation des Auslandsaufenthaltes nach zeitlichem Aspekt
3.3.5 Analyse zur erwünschten Studiengestaltung
3.3.5.1 Bevorzugte Fächerbelegung im Auslandssemester
3.3.5.2 Studiendauerverlängerung durch einen Auslandsaufenthalt
3.4 Die richtige Wahl des Auslandsaufenthaltes - ein Vorteil für die Berufskarriere
3.4.1 Vorteile bezüglich der Einstiegsposition
3.4.2 Vorteile bezüglich des Einstiegsgehalts
3.5 Beurteilung der Effizienz des studienbegleitenden Auslands- Engagements aus der Sicht ehemaliger Studenten
3.5.1 Diplomzeugnis und Auslandsstudium
3.5.2 Reduzierung der Bewerbungen durch ein Auslandsstudium
3.5.3 Verwertbarkeit der internationalen Qualifikation

4 Gesamtbetrachtung und Reflexion
4.1 Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
4.2 Empfehlungen zur Gestaltung des Studiums

5 Fazit

Erklärung

Literaturverzeichnis

Interviews und Internetquellen

Danksagung

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Rangliste der größten Exportländer für das Wirtschaftsjahr

Abbildung 2: Anteil des Exportaufkommens in Deutschland, gemessen am BIP

Abbildung 3: Weltmarktanteile der G7-Länder am Weltimport

Abbildung 4: Zusatzqualifikationen aus der Sicht 70 Unternehmen mit Bedarf an Absolventen technischer Studiengänge

Abbildung 5: Formel zur Berechnung einer Stichprobe

Abbildung 6: Proportionale Schichtung der Stichprobe

Abbildung 7: Rücklauf aus der Unternehmensbefragung im Vergleich mit dem benötigten Rücklauf gemäß der proportionalen Schichtung

Abbildung 8: Rücklauf aus der Unternehmensbefragung mit zusätzlicher Aufspaltung der Schicht der Kleinbetriebe

Abbildung 9: Rücklauf aus der Studentenbefragung

Abbildung 10: Herkunftsländer der Befragten

Abbildung 11: Rücklauf nach Studiengängen

Abbildung 12: Bildungsausländer in Deutschland nach Herkunftskontinenten

Abbildung 13: Deutsche Studierende im Ausland

Abbildung 14: Wichtigkeit der Berücksichtigung von Kultur- und Sprachunterschieden aus der Sicht von internationalen Firmenvorständen

Abbildung 15: Deutsche Studierende im Ausland

Abbildung 16: Austausch von Studierenden im Rahmen des „ERASMUS“- Programms 2000/

Abbildung 17: Segmentierung von Zusatzqualifikationen nach Betriebsgrößenklassen

Abbildung 18: Segmentierung von Zusatzqualifikationen nach Unternehmensstandorten

Abbildung 19: Gesamtbild der Beurteilung von Zusatzqualifikationen nach dem Schulnotensystem

Abbildung 20: Auslandserfahrung als Vorteil für die Einstellung aus Sicht von Unternehmen und Studenten

Abbildung 21: Erwartungshaltung der Unternehmen in Bezug auf Auslandserfahrungen

Abbildung 22: Beurteilung eines Auslandssemester als „Selbstverständlichkeit“ aus der Sicht von Studenten

Abbildung 23: Ergebnisvergleich Studenten mit/ohne Auslandserfahrung zum Thema: Erlangung von Zusatzkompetenzen durch ein Auslandssemester

Abbildung 24: Personalentwicklungsmöglichkeiten

Abbildung 25: Vorteile für die Unternehmen bei der Einstellung international erfahrener Mitarbeiter

Abbildung 26: Vorteile für die Unternehmen bei der Einstellung international erfahrener Mitarbeiter, segmentiert nach Betriebsgrößen

Abbildung 27: Beweggründe für ein Auslandssemester

Abbildung 28: Vorteile in kultureller Hinsicht, die für einen Auslandsaufenthalt sprechen

Abbildung 29: Ranking der Auslands- Engagements nach Wichtigkeit

Abbildung 30: Begründungen für die Wichtigkeit eines Auslandspraktikums

Abbildung 31: Begründungen für die Wichtigkeit eines Auslandssemesters

Abbildung 32: Wichtigkeit des Landes/ Kontinents für Auslandserfahrungen aus der Sicht von Unternehmen

Abbildung 33: Wichtigkeit des Landes für Auslandserfahrungen aus der Sicht von Studenten

Abbildung 34: Wunschland für einen studienbegleitenden Auslandsaufenthalt aus der Sicht von Studenten

Abbildung 35: Hauptgründe für die Auswahl eines bestimmten Landes

Abbildung 36: Fremdsprachen, die in den Unternehmen zusätzlich zu Englisch Anwendung finden

Abbildung 37: Zusätzliche Fremdsprachen zu Englisch: Vergleich Unternehmen vs. Studenten

Abbildung 38: Erforderliche Zeit für einen Auslandsaufenthalt

Abbildung 39: Bevorzugte Fächerbelegung im Ausland aus der Sicht von Unternehmen

Abbildung 40: Bevorzugte Fächerbelegung im Ausland aus der Sicht von Studenten

Abbildung 41: Ranking der Einstellungschancen in Abhängigkeit von der Form des Auslands Engagements, geographisch segmentiert

Abbildung 42: Vorteile in Bezug auf Einstiegsposition aus Sicht von Unternehmen und Studenten

Abbildung 43: Zusätzlich gezahltes Entgelt pro Jahr für Mitarbeiter mit Auslandserfahrungen

Abbildung 44: Einstiegseinkommen mit und ohne Auslandsstudium

Abbildung 45: Anordnung der Theorie- und Praxissemester an der Fachhochschule Rosenheim

Abbildung 46: Ablaufvariante I als Orientierungshilfe für zukünftige Studenten das Studium effizient und karrierefördernd zu gestalten

Abbildung 47: Ablaufvariante II als Orientierungshilfe für zukünftige Studenten das Studium effizient und karrierefördernd zu gestalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Wirtschaftlich gesehen ist die Welt mittlerweile ein großes Dorf geworden. Viele Produkte und auch Dienstleistungen sind in fast allen Winkeln der Welt zu beziehen. Das Zusammenwachsen der Märkte und die Veränderung der allgemeinen Wettbewerbssituation bedingen zunehmende Globalisierungstendenzen der Unternehmen. Diese sind insbesondere durch den Anstieg von grenzübergreifenden Distributionsmechanismen, Exportgeschäften, Joint Ventures, Filialen und Tochtergesellschaften sowie Lizenz- und Franchiseverträgen gekennzeichnet. Die internationale Ausrichtung der Geschäftstätigkeit wird dabei nicht nur von Grossbetrieben forciert, sondern ist auch für viele mittelständische Betriebe eine zum Überleben notwendige Strategie geworden.1 Aus diesen Entwicklungen resultieren zusätzlich Konsequenzen für die Personalarbeit, da ein international ausgerichtetes Unternehmen auch über dementsprechend qualifizierte Mitarbeiter verfügen muss. Die Aneignung zusätzlicher Qualifikationen ist unabdingbar, um dem veränderten Anforderungsprofil der zunehmend international ausgerichteten Unternehmen zu entsprechen.

Unabhängig von der studierten Fachdisziplin, ist der berufliche Erfolg zukünftiger Hochschulabsolventen daher in wachsendem Maße davon abhängig, inwieweit dieses vielfältige Anforderungsprofil bereits bei der Studienplanung berücksichtigt und umgesetzt wurde. Die heutigen Studenten und auch Berufsfachschüler richten konsequenterweise ihr Studium immer stärker auf den internationalen Arbeitsmarkt aus. Dies gilt in besonderer Weise für Studenten der Wirtschaftswissenschaften sowie der Ingenieurswissenschaften. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) verzeichnet jährlich eine wachsende Nachfrage nach Stipendien, Förderungsmöglichkeiten und Studienplätzen im Ausland. Dieser Umstand wird durch stetig ansteigende Anfragen nach der jährlich erscheinenden Broschüre zur beruflichen Weiterbildung im Ausland der Carl- Duisberg- Gesellschaft (CDG) belegt.2

Auch die Hochschulen selbst passen sich den gesellschaftlichen Veränderungen an. Es kommt zur Internationalisierung der Studiengänge. Dies geschieht durch die Aufnahme grenzübergreifender Fächer wie z.B. „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“, „European oder International Business Science“ sowie Regionalwissenschaftliche Studiengänge und durch das Angebot von technischen bzw. wirtschaftlichen Fachsprachen als Wahlfächer. Vielerorts sind bereits Auslandspflichtpraktika innerhalb von Studiengängen vorgeschrieben.

1.1 Problemstellung

Bisher wurde immer davon ausgegangen, dass Hochschulabsolventen durch studienbegleitende Auslandsaufenthalte besondere Referenzen bei Bewerbungsgesprächen vorweisen können. In den letzten Jahren hat sich jedoch diese Situation maßgeblich verändert. Heute entschließen sich immer mehr deutsche Studenten für ein oder mehrere Semester an ausländischen Hochschulen zu studieren, so dass die Zusatzqualifikation Auslandserfahrung zwar hoch geschätzt wird von den Unternehmen, jedoch für eine Einstellung oft schon eine Grundvoraussetzung darstellt. Es ist nicht nur entscheidend, studienbegleitend im Ausland gewesen zu sein, vielmehr ist es wichtig, die richtige Form des Auslandsaufenthaltes zu wählen, sowie dabei zeitliche, sprachliche und örtliche Interessen der Unternehmen zu berücksichtigen.

Diese Diplomarbeit verfolgt das Forschungsziel, die optimale Gestaltung des Studiums aus der Sicht von Unternehmen zu eruieren. Dabei soll unter anderem herausgefunden werden, welche Zusatzqualifikationen in Form von Auslandsaufenthalten als besonders effizient gesehen werden und welche Vorteile daraus für die Unternehmen entstehen. Das Ergebnis dieser Arbeit soll als zeitlicher und inhaltlicher Orientierungsplan für zukünftige Studenten dienen, damit diese ihr Studium nach den Anforderungen der Unternehmen gestalten können, um ihre Chancen für den Berufseinstieg zu erhöhen bzw. um bereits den ersten Meilenstein für eine erfolgreiche Berufskarriere legen zu können.

Das besondere Interesse dieses Forschungsprojektes liegt darin, dass nicht nur willkürlich deutsche Unternehmen zu dieser Thematik befragt werden, sondern in einer zweiten Primärforschung auch internationale Studenten hinzugezogen werden, um mögliche Abweichungen und Übereinstimmungen feststellen zu können. Dadurch, dass diese Diplomarbeit während eines Auslandssemesters in Irland begonnen wird, ist es auch möglich irische und internationale Unternehmen zu dieser Thematik zu befragen, d.h. die Daten können einerseits in geographischer Segmentierung nach Ländern, andererseits auch in demographischer Segmentierung nach Unternehmen und Studenten ausgewertet werden.

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit

Wie bereits eingehend erläutert, soll diese Arbeit Aufschluss darüber geben, welche Qualifikationen, zusätzlich zu den fachbezogenen, bei der Auswahl eines Bewerbers besondere Berücksichtigung finden bei den Arbeitgebern. Dabei liegt der Schwerpunkt in erster Linie bei der Zusatzqualifikation Auslandserfahrung. Es soll herausgefunden werden, mit welchen studienbegleitenden Auslands- Engagements die Hochschulabsolventen die besten Referenzen für eine Anstellung erzielen. Um mögliche Vergleiche anstellen zu können, werden einerseits deutsche und irische Unternehmen zu dieser Thematik befragt, andererseits soll durch eine weitere Primärforschung mit einer Zielgruppe internationaler Studenten herausgefunden werden, inwieweit die Anforderungen des gegenwärtigen Arbeitsmarktes bereits den zukünftigen Berufseinsteigern bekannt sind.

Aus den Ergebnissen dieser Arbeit soll ein Leitfaden für zukünftige Studenten erstellt werden, nach welchem diese ihr Studium so effizient wie möglich planen können, um später auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.

In einem kurzen Einstieg in diese Thematik wird in Kapitel 1 der fortschreitende Globalisierungsprozess erläutert, sowie die wachsenden Anforderungen an die Personalbereiche, die sich daraus ergeben. Darüber hinaus soll eine Untersuchung der außenwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands Aufschluss geben, in welchem Ausmaß international erfahrene Mitarbeiter für die Import- bzw. Exportgeschäfte der Unternehmen notwendig sind. In Kapitel 2 wird der theoretische Unterbau der beiden Primärforschungen behandelt, sowie auf die veränderte Studiengestaltung, die sich in den letzten Jahren ergeben hat, genauer eingegangen. Eine kurze Darstellung über die möglichen Förderprogramme, die für studienbegleitende Auslandsaufenthalte zur Verfügung stehen, schließt dieses Kapitel ab. Die Analyse der gewonnenen Daten findet in Kapitel 3 statt, wobei in einem ersten Schritt der Sinn und Zweck der Marktsegmentierung sowohl in theoretischer, als auch praktischer Form erläutert wird. Im Folgenden soll die Wichtigkeit der internationalen Erfahrungen in Bezug auf interkulturelle Kompetenzen untersucht, sowie eine effiziente Gestaltung des Auslands-Engagements aus der Sicht von Unternehmen und Studenten eruiert werden. Im Anschluss daran werden in Kapitel 4 die vorgestellten Ergebnisse aus den Primär- bzw. Sekundärdaten zusammengefasst und bewertet. Aus einer Gesamtbetrachtung soll anschließend ein Leitfaden erstellt werden, nach dem sich zukünftige Studenten orientieren können, um ein möglichst effizientes und karriereförderndes Studium planen zu können. Kapitel 5 schließt diese Arbeit mit einem Fazit ab.

Für die theoretischen Grundlagen der einzelnen Kapitel dienten literarische Werke zu den Themen Segmentierung, Marktforschung, Statistik, Volkswirtschaftslehre, Personalmanagement und Interkulturelles Management, sowie das Internet als Quelle der Sekundärforschung. Im Verlauf der Diplomarbeit wurden, wie bereits erwähnt, zwei Primärforschungen durchgeführt, um aktuelle Anforderungen und Einstellungen aus der Sicht von deutschen und irischen Unternehmen sowie deutschen und internationalen Studenten, in Bezug auf studienbegleitende Auslandsaufenthalte, analysieren zu können. Um diesbezüglich relevante und aussagekräftige Informationen zu erhalten, wurde in einer Stichprobenberechnung die Anzahl der zu befragenden Unternehmen ermittelt.

Die ausgewerteten Ergebnisse basieren größtenteils aus den Untersuchungsobjekten der beiden Primärforschungen, im erforderlichen Falle wurden zudem Daten aus Quellen bereits vorhandener Sekundärforschungen hinzugezogen.

1.3 Globalisierung

Globalisierung ist ein dynamischer Prozess, der, ausgelöst durch Änderungen der politisch-ökonomisch- technischen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Bedeutung nationaler Grenzen geringer werden lässt. Die hierdurch ausgelöste Intensivierung des internationalen Wettbewerbs führt zu einer intensiveren Nutzung der Möglichkeiten internationaler Arbeitsteilung. Hierdurch verbessert sich der weltweite Einsatz der Ressourcen laufend, es entstehen neue Chancen und Risiken. Gleichzeitig werden nationale Regelungen zunehmend durch internationale Vereinbarungen ergänzt, so dass die nationalen politischen Akteure zu Gunsten internationaler Organisationen an Bedeutung zu verlieren beginnen.3

Im Zuge der Globalisierung werden gemäß der makroökonomischen Produktionsfunktion:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

die Faktoren "Arbeit" (L) und "Boden, Ressourcen" (NR) als primär angesehen, die Ausbringungsmenge (Q) beschreibt hierbei das Bruttoinlandsprodukt eines Landes.4

Eine weit aufschlussreichere Definition von Globalisierung könnte folgendermaßen lauten:

"Um mal den Satz eines amerikanischen Ökonomen zu umschreiben: Globalisierung ist, wenn ein aus Mexiko zugewanderter Arbeiter in den USA in ein in Deutschland entwickeltes Auto einen ungarischen Motor einbaut. Und Globalisierung ist, wenn das Auto dann nach Brasilien exportiert wird, den Transport Lloyds in London versichert, das Schiff aber in Panama registriert ist und die Besatzung von den Philippinen stammt.

Oder anders ausgedrückt: Globalisierung ist, wenn jeder etwas anderes darunter versteht."5

1.3.1 Voraussetzung der Globalisierung

Voraussetzung des weltweiten Handels von Gütern und Dienstleistungen war und ist die Schaffung von kontinentalen Handelszonen, wie beispielsweise die EU- Westeuropa; NAFTANordamerika; MERCOSUR- Südamerika; ASEAN- Südostasien, innerhalb derer ein grenzenloser Binnenhandel möglich ist. Zudem wird die Grundlage internationaler Geschäftstätigkeiten durch Liberalisierungs- und Marktöffnungsabkommen der GATT/ WTO erweitert und vereinfacht. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend bis in die Personalbereiche der Unternehmen, durch Angleichung von internationalen Vorschriften und Rahmenbedingungen, beispielsweise in der Arbeitsgesetzgebung, auswirkt.

Ein Aspekt der Globalisierung ist die lokale, regionale, nationale und internationale Spezialisierung und Arbeitsteilung. So gehen in einigen Ländern bzw. Regionen Wirtschaftszweige zurück, während sie in anderen Regionen und Ländern expandieren. Dieser Prozess beschleunigt sich umso mehr, je niedriger die Transport- bzw. Transaktionskosten der Güter sind und je transparenter der Markt ist.

Die Globalisierung einer Unternehmung bezeichnet die internationale Strategie eines Unternehmens sich Wettbewerbsvorteile, unter Ausnutzung von Standortvorteilen, zu sichern. Formen der Internationalisierung einer Unternehmung reichen von Exportgeschäften, Joint Ventures und Netzwerken bis hin zu ausländischen Produktionsstätten. Um die „richtige Form“ der Auslandsaktivität zu wählen, sind Merkmale der Produkte/ Branchen und der regionalen/ lokalen Gegebenheiten zu beachten.6

1.3.2 Wege in den globalen Markt

Es gibt für Unternehmen die verschiedensten Möglichkeiten ihre Geschäftstätigkeiten global auszurichten. Folgende Umsetzungsmöglichkeiten werden in diesem Abschnitt erwähnt:

- Gründung einer Auslands- Task Force
- Gründung einer Niederlassung im Ausland
- Übernahme einer ausländischen Firma (take over)
- Beteiligung an einer ausländischen Firma (Joint Venture)
- Verschmelzung mit einer ausländischen Firma (Merger)

Eine Auslands- Task Force (Einsatzgruppe) wird in der Regel als erste organisatorische Einheit gebildet, wenn es darum geht, den Gang in den ausländischen Markt vorzubereiten. In dieser Task Force wird nach möglichen Wegen und Strategien gesucht, die Unternehmenspolitik und Unternehmensstrategie so umzusetzen, dass das Engagement im Ausland erfolgreich verläuft.

Eine Niederlassung im Ausland ist ein vom Hauptgeschäft räumlich getrennter Geschäftsbereich, von dem aus zwar nicht alle Geschäfte der Hauptniederlassung, aber doch die das Unternehmen kennzeichnenden Geschäfte selbständig getätigt werden.

Bei einer Übernahme einer ausländischen Firma (take over) geht meist die Zielgesellschaft unter oder wird mit dem Namen der anderen Firma weitergeführt. Oft werden aber auch nur Übernahmen getätigt, um sich in dem jeweiligen Land einen Marktanteil zu sichern. Dort wird dann der Firmenname beibehalten, um das lokale „Brand Image“ nicht zu gefährden.

Als Joint Ventures können ganz allgemein alle Formen kooperativer „Arrangements“ zwischen zwei oder mehreren selbständigen Unternehmen bezeichnet werden, die zur Gründung einer dritten, organisatorisch von ihren Eltern losgelösten, Einheit führen. Ein internationales Joint Venture liegt vor, wenn mindestens zwei der Teilhaber aus verschiedenen Ländern stammen.

Die Fusion (Merger) ist ein Zusammenschluss zweier oder mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen zu einer wirtschaftlich und rechtlich neuen Einheit. Hierbei kann zwischen einer Fusion mit Gesamtrechtsnachfolge und einer Fusion ohne Gesamtrechtsnachfolge unterschieden werden. Fusionen können auf horizontaler und auf vertikaler Produktions- oder Handelsebene stattfinden.7

Anhand der genannten Umsetzungsmöglichkeiten wird ersichtlich, dass der Faktor Arbeit im Zusammenhang mit dem Globalisierungsprozess eines Unternehmens eine herausragende Rolle einnimmt. Alleinige Personalentwicklungsmaßnahmen der einzelnen Unternehmen reichen nicht aus, um den Mitarbeiter auf die hochqualitativen Anforderungen im Zusammenhang mit der Internationalisierung vorzubereiten. Der Entwicklungsprozess muss bereits in Schule und Universität, beispielsweise durch Sprachkurse, Auslandsstudien oder Interkulturelle Management Seminare, beginnen.

Im Zuge der Globalisierung nehmen in den Unternehmen die Auslandseinsätze der Mitarbeiter und die Export- und Importgeschäfte stark zu.

1.3.3 Möglichkeiten des Auslandseinsatzes

Immer mehr Mitarbeitern von Unternehmen werden internationale Aufgabenbereiche zugeteilt. Oft betrifft es die Import- und Exportabwicklung von Geschäften im eigenen Unternehmen. Dabei ist die Beherrschung einer verhandlungssicheren Fremdsprache die Grundvoraussetzung. Es nehmen jedoch auch die Auslandsentsendungen stark zu, da Geschäftsverhandlungen, Planungen und Kontrollen nur vor Ort durchgeführt werden können. Die Möglichkeiten eines Auslandseinsatzes können im Folgenden unterschieden werden, in:

- Dienstreisebasis
- Entsendungsbasis (short term)
- Transferbasis (long term)
- Transferbasis mit lokalen Verträgen

Bei einer Dienstreise geht man davon aus, dass das Auslands- Engagement nicht länger als drei Monate andauert und der Mitarbeiter beispielsweise zwecks Pflege der Geschäftsbeziehungen entsandt wird.

Unter Entsendungsbasis (short term) versteht man eine vorübergehende Entsendung für einen Zeitraum von 3 - 12 Monaten, wo hingegen bei der Transferbasis (long term) von einem Zeitraum zwischen 1 - 5 Jahren auszugehen ist.

Die Transferbasis mit lokalen Verträgen bedeutet, dass ein Arbeitsverhältnis mit Vertrag und Gehalt durch das aufnehmende Unternehmen im Ausland eingegangen wird. Der alte Vertrag im Inland erlischt.

1.4 Fremdsprachen in der globalisierten Wirtschaft

Globalisierung ist keine moderne Worthülse, sondern ökonomische Realität. Dies belegen die traditionell hohen Export- und Importanteile am Bruttoinlandsprodukt, der wachsende Reiseverkehr selbst in entlegene Regionen, die weltweite Verflechtung durch Informations- und Kommunikationstechniken, sowie das Volumen der internationalen Finanzmarkt-Transaktionen und der Direktinvestitionen. Mit der Globalisierung ist zugleich ein sich verschärfender internationaler Wettbewerb der Standorte verbunden. Um Geschäftsstrategien international durchzusetzen, sind Fremdsprachenkenntnisse unabdingbar. Sie stellen einen strategischen Wettbewerbsfaktor dar. Dies betrifft nicht nur international tätige Konzerne, auch für kleine und mittlere Betriebe ergibt sich inzwischen die Notwendigkeit, Marktchancen im Auslandsgeschäft verstärkt zu nutzen und dabei auf Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen zu setzen.

Die wachsende Bedeutung weltwirtschaftlicher Zusammenhänge zeigt das folgende Beispiel:

Der Buchhandel galt immer als eine regional verwurzelte und begrenzte Branche. Nun bekommt er internationale Konkurrenz aus dem Internet. Alte Grenzen gelten nicht mehr; Märkte und Absatzwege strukturieren sich selbst in scheinbar unangreifbaren Nischen neu. Der Absatzmarkt ist nicht mehr regional beschränkt, sondern von vornherein global ausgelegt.

1.4.1 Der Bedarf an Fremdsprachen

Fremdsprachenbedarf ist keine absolut feststehende Größe, sondern variiert erheblich. Er ist Ausdruck sowohl von objektiven Fakten und Entwicklungen (zum Beispiel dem Umfang der Auslandsbeziehungen, der Betriebsgröße, der Branche) als auch das Ergebnis von subjektiven Wahrnehmungen und Bewertungen. Zumindest gelegentlichen Fremdsprachenbedarf haben etwa zwei Drittel der Unternehmen.8

Im Vordergrund steht dabei eindeutig Englisch. Als Hauptsprache spielt Englisch in den Geschäftsbeziehungen auch zu Partnern aus nicht englischsprachigen Ländern die dominierende Rolle. In der Rangfolge der am häufigsten benötigten Sprachen folgen Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Niederländisch, Tschechisch und Portugiesisch. Auch seltener verwendete Sprachen wie Japanisch, Chinesisch und Arabisch können für die Unternehmen, die mit Partnern in diesen Ländern in Kontakt stehen, von unternehmensstrategischer Bedeutung sein.

Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung wachsen die Anforderungen an die fremdsprachlichen Qualifikationen der Mitarbeiter sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Fremdsprachenkenntnisse werden nicht mehr nur von Führungskräften und einigen wenigen Spezialisten im Forschungsbereich, im Einkauf oder Verkauf erwartet. Der Bedarf erstreckt sich heute auf ein breites Spektrum von Mitarbeitern in kaufmännischen und technischen Funktionen.

Verschiedene Möglichkeiten zur Bedarfsdeckung haben sich für die Unternehmen bewährt: Neben der Auswahl von Mitarbeitern mit vorhandenen Fremdsprachenkenntnissen werden abhängig von den jeweiligen Erfordernissen der Betriebe zusätzlich unterschiedliche Trainingsmaßnahmen „just in time“ eingesetzt. Dies gilt vor allem für inner- und außerbetriebliche Fremdsprachenkurse, das „Training on the Job“ oder Möglichkeiten des selbst organisierten Lernens mit Hilfe von Medien.9

1.4.2 Fremdsprachen als Auswahlkriterium

Um ihren Bedarf an Mitarbeitern mit fremdsprachlichen Kompetenzen zu decken, stehen den Unternehmen unterschiedliche personalpolitische Strategien zur Verfügung. Grundsätzlich können sie Mitarbeiter, die über die erforderlichen Kompetenzen verfügen sollten, entweder selbst heranbilden oder sie durch Neueinstellungen hinzugewinnen. Für die Strategie des „make“ spricht, dass auf diesem Wege eine bedarfs- und betriebsspezifische Ausrichtung am ehesten gewährleistet ist. Dagegen sprechen die unter Umständen hohen Kosten aufgrund der gerade beim Erlernen von Fremdsprachen langen Bildungszeiten. Für die Strategie des „buy“, also den Zukauf von Kompetenzen, spricht, dass auf diesem Weg vergleichsweise kostengünstig relevante Kompetenzen für das Unternehmen rekrutiert werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass das Bildungssystem oder der Arbeitsmarkt entsprechende Kompetenzen bereithält.

In der betrieblichen Realität werden beide Strategien gleichermaßen und nebeneinander genutzt, sie schließen einander also keineswegs aus. Nicht zuletzt aus Kostengründen scheint jedoch die Einstellung von deutschen Mitarbeitern mit Fremdsprachenkompetenzen vorzuherrschen. In einer Bedarfsuntersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) haben 37% der Betriebe dieser Strategie zugestimmt, weitere 10% stellen gezielt ausländische Mitarbeiter als Muttersprachler ein. Demgegenüber nutzen 23% das externe Seminarangebot zur Weiterbildung der Mitarbeiter und 22% führen intern eigene Fremdsprachenseminare durch.10

Fremdsprachenkenntnisse stellen deshalb ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Einstellung von Mitarbeitern dar. Von Hochschulabsolventen beispielsweise erwarten die Betriebe nicht nur die Beherrschung einer Fremdsprache, sondern Kenntnisse in mindestens einer weiteren Sprache sowie möglichst auch Auslandserfahrungen, die im Rahmen von Studien- und Auslandsaufenthalten gewonnen wurden. Bei den von Bewerbern erwarteten zusätzlich zum Fachstudium erworbenen Qualifikationen haben Fremdsprachenkenntnisse einen hohen Stellenwert.11

Bei Ingenieuren folgen Fremdsprachenkenntnisse nach der Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit bereits an dritter Stelle der unverzichtbaren Qualifikationen.12 Auslandsaufenthalte werden von den Unternehmen als besonders effektive Form des sprachlichen und interkulturellen Lernens geschätzt.

Trotz aller Bestrebungen in den letzten Jahren ist das politische Ziel der Förderprogramme, zehn Prozent der europäischen Studierenden für ein Studium im Ausland zu motivieren, bislang noch nicht umgesetzt worden.13 Im Interesse der Verbesserung fremdsprachlicher und interkultureller Kompetenzen wäre es notwendig, diesen Anteil nachhaltig zu steigern.

1.5 Exportnation Deutschland

Deutschland ist nach den USA die größte Exportnation- im Jahre 2000 betrugen die Exporte gemessen in Milliarden US Dollar 549,58 .

In der Exportwirtschaft sind derartige Erfolge seit langem an der Tagesordnung und finden kaum noch öffentliche Erwähnung, geschweige denn Anerkennung. Dabei ist es keinesfalls selbstverständlich, dass Deutschland die zweitstärkste Nation im Export ist und den gleichen Rang auch bei den Importen einnimmt. Dies ist nur möglich, weil die Unternehmen international wettbewerbsfähig und die Beschäftigten hochqualifiziert und leistungswillig sind. Zu den unabdingbaren Erfolgsvoraussetzungen gehört ebenso eine moderne Außenwirtschaftspolitik, die auf Marktöffnung, effiziente Exportförderung und ein dichtes Garantienetz für deutsche Auslandsinvestitionen, sowie ein gutes Standort- Marketing setzt.

Die Exportleistung der deutschen Wirtschaft entspricht in etwa der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung Spaniens.

Folgendes Säulendiagramm stellt die größten Exportnationen dar, gemessen in Milliarden US Dollar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Rangliste der größten Exportländer für das Wirtschaftsjahr 2000

Quelle 1: Statistisches Bundesamt

Anhand dieser Abbildung kann man erkennen, wie stark das geographisch relativ kleine Deutschland am internationalen Handel mitwirkt.

In Zukunft wird es für Deutschland noch mehr darauf ankommen, verstärkt auf jenen Märkten präsent zu sein, die besonders stark expandieren. Die Exportaussichten für die nächsten Jahre sind relativ gut. Der beginnende weltweite Aufschwung spiegelt sich bereits in den deutlich optimistischen Exporterwartungen der deutschen Industrie wider. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland zeigen eine deutliche Aufwärtstendenz.

Im Aufschwung sind erfahrungsgemäß Investitionsgüter besonders gefragt. Dies kommt der deutschen Exportpalette entgegen, denn deutsche Unternehmen gehören zu den weltweit führenden Anbietern von Investitionsgütern.

Positiv wird sich auch die EU- Osterweiterung bemerkbar machen, sowie die Fortschritte Russlands und Chinas auf dem Weg zur Marktwirtschaft. Schon heute wachsen die Exporte in die Länder Mittel- und Osteuropas mit zweistelligen Zuwachsraten (zum Beispiel im Wirtschaftsjahr 2001: +17 %).

Die Position Deutschlands als Vizeweltmeister im Außenhandel ist ungefährdet.

Ein weiteres Diagramm verdeutlicht die starke Exportnation Deutschland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anteil des Exportaufkommens in Deutschland, gemessen am BIP

Quelle 2: Statistisches Bundesamt

Durch die Vereinigung des stark außenwirtschaftlich orientierten Westen Deutschlands mit dem weit weniger weltoffenen Osten sank die Exportquote des vereinigten Wirtschaftsgebietes aus rein statistischen Gründen 1991 abrupt von 34% auf 25%. Inzwischen ist die gesamtdeutsche Exportquote, also der Anteil der Exporte von Gütern und Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt, wieder gestiegen und hat ein Rekordniveau von 35% erreicht. Dies ist zugleich die höchste Exportquote unter den großen Industrieländern und bedeutet, dass etwa jeder dritte Arbeitsplatz in Deutschland vom Export abhängt.14

1.6 Importnation Deutschland

Parallel zum vereinigungsbedingten Rückgang des deutschen Exportanteils am Welthandel hat übrigens der Importanteil kräftig zugelegt, von knapp 9% im Jahre 1989 auf annähernd 11% im Jahre 1991. Hier zeigt sich der jahrelang aufgestaute Konsumbedarf in den neuen Ländern. Mittlerweile hat sich der Anteil der deutschen Importe am Weltimport bei rund 8% eingependelt. Deutschland leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum seiner Handelspartner. Die Bundesrepublik ist, wie im Exportgeschäft, nach den USA auch die größte Importnation.

Folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Weltmarktanteile der G7-Länder am Weltimport.

Abbildung 3: Weltmarktanteile der G7-Länder am Weltimport

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Weltmarktanteil am Importgeschäft hat sich bei knapp 8% eingependelt und wird auch für das Jahr 2003 mit 7,6% prognostiziert. Das heißt, deutsche Unternehmen sind auf längere Sicht an Importgeschäften aus aller Welt interessiert und müssen dementsprechend verhandlungsgeschicktes Personal mit der Zusatzqualifikation „Fremdsprachenkenntnisse“ in ihrem Unternehmen beschäftigen, um erfolgreich zu sein.

1.7 Verändertes Anforderungsprofil der Wirtschaft für qualifizierte Fach- und Führungskräfte

Betrachtet man die hohen Export- bzw. Importanteile Deutschlands gemessen am Weltmarkt, so wird ersichtlich, dass die Unternehmen auf internationale Geschäftsbeziehungen seit Jahren vorbereitet sind und diese für eine erfolgreiche Zukunft noch stärker forcieren müssen. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist ein verändertes Anforderungsprofil der Wirtschaft und der Gesellschaft für qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Insbesondere gewinnen folgende Schlüsselqualifikationen zur Auswahl von Nachwuchskräften für die Unternehmen immer mehr an Bedeutung:

- Sprachkompetenz, d.h. konferenz- und verhandlungssichere Sprachkenntnisse in den wichtigsten Fremdsprachen.
- Geographische Mobilität
- Geistige Flexibilität, um sich in anderen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen zurechtzufinden.
- Interkulturelle Kompetenz, die offene und tolerante Begegnung mit fremden Mentalitäten ohne Verlust des eigenen kulturellen Backgrounds.
- „Global thinking“, d.h. Denken in globalen Dimensionen.

Aus der Sicht der Unternehmen spielen neben personen- und fachbezogenen Einstellungskriterien auch vorhandene Zusatzqualifikationen eines Bewerbers eine große Rolle.

Bei der Befragung von 70 Unternehmen mit Bedarf an Absolventen technischer Studiengänge ermittelte das Staufenbiel- Institut für Studien- und Berufsplanung in Köln folgende Nennungen hinsichtlich geforderter Zusatzqualifikationen:15

Abbildung 4: Zusatzqualifikationen aus der Sicht 70 Unternehmen mit Bedarf an Absolventen technischer Studiengänge

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 4: Staufenbiel- Institut für Studien- und Berufsplanung, Köln

Dabei führen bei den Zusatzqualifikationen die Sprachkenntnisse das Feld der Anforderungen an. Insbesondere Englischkenntnisse werden mittlerweile immer mehr als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Auch praktische Erfahrungen in Form von Praktika, Berufsausbildung oder sonstiger Berufserfahrung spielen bei der Auswahl von Fach- und Führungsnachwuchskräften eine große Rolle. Im Ausland absolvierte Studien- oder Praxissemester stellen angesichts der Exportorientierung der deutschen Wirtschaft außerordentlich wichtige Einstellungskriterien dar. Schließlich können auch außeruniversitäre Aktivitäten immer dann einen Bewerbungsvorteil darstellen, wenn sie unmittelbar für das angestrebte Berufsziel relevant sind.

2 Relevante Daten als Entscheidungsgrundlage für einen Auslandsaufenthalt

In diesem Kapitel wird die Durchführung der Datenermittlung beschrieben. In einer ersten Primärforschung wurden internationale Austauschstudenten des „Waterford Institute of Technology (WIT) - Irland “ befragt, welchen Stellenwert sie der Zusatzqualifikation Auslandserfahrung einräumen, in Bezug auf bessere Einstellungsperspektiven. Hinzugezogen wurden zudem Rosenheimer Fachhochschulstudenten, die teilweise noch keine Auslandserfahrungen, wie beispielsweise Auslandssemester oder -praktika, gemacht haben.

In einer weiteren primären Untersuchung wurden deutsche und in Irland ansässige internationale Unternehmen befragt, wie wichtig sie es sehen, dass ihre Bewerber und potentiellen zukünftigen Mitarbeiter Auslandserfahrungen mitbringen.

Die relevanten Daten zur Durchleuchtung eines Marktes trägt man in Form einer Marktstrukturanalyse zusammen. In dieser werden entweder der Gesamtmarkt oder bestimmte Teilmärkte in ihren Strukturen abgebildet. Die Auswahl der Objekte, die in der Analyse enthalten sein sollten, richten sich nach dem jeweiligen Informationsbedarf der Entscheidungsträger.16 In dieser Diplomarbeit handelt es sich zwar nicht um die Untersuchung eines Marktes im Sinne des Marketing, die Methode der Datenermittlung im Stile der Marktforschung, kann für diese Personal- bzw. Unternehmensanalyse jedoch ebenso angewandt werden.

Wenn in dieser Arbeit das Wort „Marktforschung“ erwähnt wird, dann ist damit die Datenerhebung in Bezug auf Arbeits- bzw. Personalmarkt gemeint, und hat keinerlei Zusammenhang mit einer herkömmlichen marketingorientierten Marktforschung.

Für die Grundlagenermittlung dieser Arbeit ist es ratsam, Daten zum jeweiligen Unternehmen bzw. zur jeweilig befragten Person zu ermitteln. Diese Daten beziehen sich beispielsweise auf die Erwartungen der befragten Studenten bzw. auf die Anforderungen der Unternehmen an ihre potentiellen Bewerber. Zunächst werden jedoch die theoretischen Grundlagen der Marktforschung erläutert.

2.1 Marktforschung zur Wichtigkeit eines Auslandsaufenthaltes während des Studiums

Unter Marktforschung versteht man die systematische Erhebung, Analyse und Interpretation von Daten über Gegebenheiten und Entwicklungen auf Märkten, um relevante Informationen für (Marketing)- Entscheidungen bereitzustellen.17

Wie bereits erwähnt handelt es sich in dieser Arbeit nicht um ein marketingrelevantes Problem. Die Methoden der Marktforschung können jedoch für diese Entscheidungsfindung ebenso herangezogen werden. Wichtig ist, dass mit vorliegender Personal- und Unternehmensanalyse Daten und Informationen ermittelt werden, mit Hilfe dieser Studenten ihr Studium so effizient wie möglich planen können, um später auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein.

Die entscheidungsrelevanten Informationen, die in einer Marktforschung gewonnen werden, sollten neutral, unabhängig und wertfrei sein. Wenn nach einer durchgeführten Marktforschung trotzdem nicht die richtige Entscheidung getroffen wird, liegt es meistens daran, dass das zu lösende Problem und der damit zusammenhängende Entscheidungsbedarf im Vorfeld nicht präzise genug erhoben wurde. Daher ist es wichtig, den Entscheidungs- und Informationsbedarf möglichst exakt nach Umfang, Inhalt und Zeitbezug zu definieren.18

2.1.1 Quellen der Datenbeschaffung

Zur Informationsgewinnung stehen generell zwei verschiedene Quellen zur Verfügung:

- Interne Quellen aus dem Unternehmen selbst
- Externe Quellen aus der Unternehmensumwelt

Da es sich bei dieser Erhebung nicht um eine Forschungsarbeit für ein bestimmtes Unternehmen handelt, stammen alle Daten aus externen Quellen bzw. aus den Angaben verschiedener Unternehmen, Personalabteilungen und Studenten.

Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, das insofern differenziert, ob eine eigene Erhebung zu einem gegebenen Problem (Primärforschung) durchgeführt oder auf bereits existierendes Zahlenmaterial (Sekundärforschung) zurückgegriffen wird.

Aufgrund der unterschiedlichen Erhebungen und Informationsquellen ergeben sich insgesamt vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.19

Die Thematik, mit der sich diese Arbeit beschäftigt, war in diesem Zusammenhang bis dato noch kein Erhebungsgegenstand, weshalb ein Grossteil an Informationen der folgenden Kapitel aus der externen Primärforschung stammen. Makroökonomische Daten und statistische Zahlen aus Bildung und Forschung entspringen externen Datenbanken und somit aus der Sekundärforschung.

2.1.2 Möglichkeiten der Primärforschung

Die Primärforschung bei externen Zielgruppen spiegelt die wichtigste Quelle für die Informationsgewinnung wider, da diese optimal an den jeweiligen Informationsbedarf adaptiert werden kann.

Man unterscheidet hierbei folgende drei Erhebungsmethoden:

- Die Beobachtung
- Das Experiment x Die Befragung20

Die Beobachtung umfasst die visuelle und instrumentale Erfassung von Sachverhalten durch Personen und technische Hilfsmittel. Das Experiment ist das wichtigste Analyseinstrument zur Beschreibung von Ursache- Wirkungs- Zusammenhängen. Die Befragung spiegelt die am häufigsten angewandte Erhebungsmethode wider, bei der die Befragten durch verbale oder anderweitige Stimuli zu Aussagen bzgl. der Erhebungsmaterie veranlasst werden.21

Das Medium, über das in der Primärforschung sämtliche Daten gewonnen wurden, war die Befragung in schriftlicher Form. Die internationalen Studenten, die ihr Austauschprogramm in Waterford- Irland absolvierten, wurden ausnahmslos durch persönlich verteilte Fragebögen befragt. Dies war möglich, da die Diplomarbeit in Irland begonnen wurde. An die in Rosenheim studierenden Studenten wurden e- mail- formatierte Fragebögen verschickt. Die Daten von deutschen und in Irland ansässigen internationalen Unternehmen wurden ausschließlich durch e- mail- formatierte Fragebögen erhoben, welche durch eine speziell eingerichtete e- mail- Adresse versandt und empfangen wurden. Gleichzeitig diente diese e-mail- Adresse mit dem Account: „FH-Rosenheim-Research@gmx.de“ auch als Hotline für Fragen und sonstige Anregungen. Eine telefonische Befragung wurde zur Informationsgewinnung nicht durchgeführt.

Medien, die bei der Sekundärforschung eingesetzt wurden, waren das Internet sowie Magazine und Broschüren, die je nach Verwendung gesondert in dieser Arbeit aufgeführt werden.

2.1.3 Die Erhebungsmethode

Vor Beginn jeder Erhebung muss festgesetzt werden, ob alle für die Erforschung in Frage kommenden Objekte in die Untersuchung miteinbezogen werden (Vollerhebung), oder ob aus wirtschaftlichen bzw. zeitlichen Gründen nur eine Teilerhebung durchgeführt werden soll. In der Praxis ist eine Vollerhebung weder aus zeitlichen noch aus wirtschaftlichen Gründen durchführbar. Daher beschränkt man sich in der Marktforschung auf einen gewissen Teil der Grundgesamtheit, die sogenannte Stichprobe, und leitet von den gewonnenen Ergebnissen Rückschlüsse auf die Gesamtheit ab.22

Um wahrheitsgetreue Ergebnisse zu bekommen, müssen im Vorfeld die einzelnen Elemente, die in der Stichprobe enthalten sein sollen, definiert werden. Hierbei gibt es zwei unterschiedliche Auswahlverfahren, von denen das eine zufallsorientiert und das andere nicht- zufallsorientiert ist.

Anhand eines zufallsorientierten Auswahlverfahrens lassen sich Aussagen über gewisse Verteilungen in der Grundgesamtheit mit den dazugehörigen Wahrscheinlichkeiten machen. Bei den nicht- zufallsorientierten Verfahren erfolgt die Bestimmung der Erhebungsobjekte nach dem subjektiven Vorgehen des Untersuchenden.

Das geschichtete Auswahlverfahren, das zu den zufallsorientierten Verfahren gehört, bietet sich dann an, wenn eine heterogene Grundgesamtheit aus mehreren homogenen Teilmärkten besteht und diese sich anhand demographischer Faktoren wie Branche, Beruf, Stadt oder Betriebsgröße aufschlüsseln lassen.23

Bei einer Befragung, bei der die Wichtigkeit von Auslandserfahrungen zukünftiger Hochschulabsolventen untersucht werden soll, ist es ratsam dieses Verfahren anzuwenden, da man nicht davon ausgehen kann, dass Kleinbetriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern gleiche Anforderungen an ihre Bewerber stellen wie mittelständische Betriebe mit bis zu 500 Mitarbeitern beziehungsweise Grossbetriebe ab ca. 500 Beschäftigten. Aus diesem Grund wurde dieses Erhebungsverfahren in der Studie durchgeführt.

2.1.4 Die Stichprobe für die Unternehmensbefragung

Die Schichtung der Stichprobe lehnt sich an die drei Betriebsgrößenklassen in Deutschland an, die folgendermaßen klassifiziert werden:

- Anzahl aller Beschäftigten in Kleinbetrieben zwischen 1 und 49 Mitarbeitern
- Anzahl aller Beschäftigten in mittelständischen Betrieben zwischen 50 und 499 Mitarbeitern
- Anzahl aller Beschäftigten in Grossbetrieben ab 500 Mitarbeitern

Betriebsgrößen können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden, beispielsweise auch nach Höhe des Umsatzes, jedoch steht die Anzahl der Beschäftigten im Vordergrund. Deutsche wie europäische Forschungsinstitute haben unterschiedliche Festlegungen für die Anzahl der Beschäftigten die einen Klein-, mittelständischen bzw. Grossbetrieb definieren. Am geeignetsten für diese Arbeit erschien die bereits erwähnte Klassifizierung.

2.1.4.1 Berechnung der Stichprobe

Für die Bestimmung des Stichprobenumfangs sind folgende Fragen entscheidend:

- Wie genau sollen die Ergebnisse sein, d.h. in welcher Höhe wird ein Auswahlfehler toleriert, hier spricht man von der Fehlertoleranz e
- Mit welcher Irrtumswahrscheinlichkeit können die Aussagen gemacht werden, dies ist der Sicherheitsfaktor t24

Folgende Formel wurde für die Ermittlung der Stichprobe verwendet:

Abbildung 5: Formel zur Berechnung einer Stichprobe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 5: Statistische Formel zur Berechnung einer Stichprobe, Weiss/ Steinmetz- Marktforschung Für die Ermittlung der Stichprobe können folgende Angaben gemacht werden:

Für den Anteilswert p werden 16²/³ % festgelegt. Dieser Wert errechnet sich wie folgt: Bei sechs möglichen Antworten, gemäß eines Polaritäten- Profils von der Note sehr gut bis zu der Note ungenügend, besteht die Wahrscheinlichkeit zu je 16²/³ %, dass eine der sechs möglichen Antworten angekreuzt wird. Da in dieser Datenerhebung mit einem Fragebogen gearbeitet wird, der in den Antwortmöglichkeiten variiert und Fragen mit bis zu sechs möglichen Antworten enthalten sind, wird der Anteilswert mit diesem Prozentsatz belegt.

Der Sicherheitsfaktor t wird mit 1,96 festgelegt; dies bedeutet, dass eine Irrtumswahrscheinlichkeit gegenüber der Grundgesamtheit von bis zu 5% tolerierbar ist. In 5% aller Fälle wird der Prozent- oder Mittelwert in der Grundgesamtheit außerhalb des Vertrauensbereichs liegen. Allgemein gilt, dass der Stichprobenumfang umso größer wird je geringer die Irrtumswahrscheinlichkeit und die Fehlertoleranz sein soll.25

Die Fehlertoleranz e wird mit 6% belegt, d.h. dass man einen Auswahlfehler von bis zu 6% in Kauf nimmt.

Setzt man die Werte für den Anteilswert (p) 16²/³ %, für den Sicherheitsfaktor (t) 1,96 und für die Fehlertoleranz (e) 6% in die Formel (siehe Abb. 5) ein, so erhält man für den Stichprobenumfang (n) als Ergebnis 148,21 notwendige Befragungen.

Bei einem Stichprobenverfahren müssen alle Elemente der Grundgesamtheit die gleiche Chance haben, in die Stichprobe aufgenommen zu werden. Ab einem Stichprobenumfang von 120 Befragungen gelten die Mittelwerte aller Stichproben als annähernd normalverteilt um den wahren Mittelwert der Grundgesamtheit, d.h. es können allgemeine Aussagen der Stichprobenmittelwerte gegenüber der Werte der Grundgesamtheit gemacht werden.26

2.1.4.2 Durchführung des geschichteten Auswahlverfahrens

Wie bereits erwähnt, wurde für diese Arbeit das geschichtete Auswahlverfahren angewandt, da die zu untersuchende Grundgesamtheit verschiedene Teilgesamtheiten enthält. Als Grundgesamtheit wird in dieser Diplomarbeit die Anzahl der zu befragenden Unternehmen definiert, in der die unterschiedlichen Teilgesamtheiten in die Betriebsgrößenklassen aufgegliedert werden.

Im Wirtschaftsjahr 2001 waren in den ca. 2,1 Millionen in Deutschland ansässigen Betrieben ca. 27,8 Millionen Mitarbeiter beschäftigt. Geschichtet nach den Betriebsgrößen, waren 41,9% aller Beschäftigten in Kleinbetrieben, 36,4% der Beschäftigten in mittelständischen Betrieben und 21,7% aller in Deutschland Beschäftigten in Grossbetrieben angestellt.27

Der Stichprobenumfang von gerundet 150 Befragungen wurde proportional auf die drei Schichten verteilt:

Abbildung 6: Proportionale Schichtung der Stichprobe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 6: Eigene Berechnung

Erfahrungsgemäss ist bei einer anonymen Unternehmensbefragung mit einer Rücklaufquote von ca. 20% zu rechnen, so dass für diese Arbeit dementsprechend knapp 800 Fragebögen per e-mail versandt werden mussten, um den notwendigen Stichprobenumfang (n= 150) als Rücklauf mindestens zu erhalten.

2.1.5 Rücklaufanalyse von der Unternehmensbefragung

Wie bereits erwähnt, wurden knapp 800 Fragebögen, proportional nach den unterschiedlich vertretenen Teilgesamtheiten, an die Unternehmen versandt. Die Erhebung wurde im Zeitraum von Oktober 2002 bis Dezember 2002 in schriftlicher Form durchgeführt. Nach Ablauf des Rückgabetermins und einer zweimaligen Nachfassaktion konnten 183 Fragebögen ausgewertet werden. Die Rücklaufquote von 23% lag damit 3% über dem erwarteten Wert, so dass der notwendige Stichprobenumfang von 150 Befragungen gewährleistet war.

Folgende Grafik zeigt den prozentualen Rücklauf aus den drei verschiedenen Schichten, Kleinbetrieb - Mittelständischer Betrieb - Grossbetrieb.

Abbildung 7: Rücklauf aus der Unternehmensbefragung im Vergleich mit dem benötigten Rücklauf gemäß der proportionalen Schichtung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 7: Institut für Mittelstandsforschung, im Internet, http://www.ifm-bonn.de; Unternehmensgrößenstatistik sowie eigene Forschung

Dem Diagramm lässt sich entnehmen, dass in der Stichprobe zum einen die Schicht der Grossbetriebe im Vergleich zur amtlichen Unternehmensgrößenstatistik relativ stark vertreten ist und zum anderen die Kleinbetriebe unterrepräsentiert sind. Das liegt daran, dass allein 46% aller beantworteten Fragebögen aus dem Bundesland Bayern zurückgesandt wurden und davon knapp 54% Grossbetriebe waren. Auch aus den anderen Bundesländern bzw. aus Irland zeigten die Grossbetriebe ein regeres Interesse bei der Beantwortung der Fragen als mittelständische und Kleinbetriebe. Hauptgrund für den geringen Rücklauf der Kleinbetriebe ist jedoch, dass in Betrieben mit bis zu neun Mitarbeitern allein 18,1% aller Beschäftigten in Deutschland angestellt sind, und diese sogenannten „Kleinstbetriebe“ einen geringeren Bedarf an Hochschulabsolventen haben als die größeren Betriebe28. Bereinigt man die Schicht der Kleinbetriebe von 41,90% um diese 18,1%, so entsteht ein neuer Rücklaufbedarf von 23,8% in dieser Schicht. Dieser Wert entspricht in etwa der Datenerhebung.

Folgendes Diagramm verdeutlicht nochmals das unterschiedliche Interesse der einzelnen Betriebsgrößen an der Teilnahme der Umfrage.

Abbildung 8: Rücklauf aus der Unternehmensbefragung mit zusätzlicher Aufspaltung der Schicht der Kleinbetriebe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 8: Eigene Forschung

Wie dem Diagramm zu entnehmen ist, stieg die Teilnahmebereitschaft an der Umfrage mit zunehmender Betriebsgröße.

Aufgrund des erreichten Stichprobenumfangs von 150 Unternehmen bzw. mit einem Rücklauf von 183 beantworteten Fragebögen kann man nicht von einer absoluten Repräsentativität sprechen, da gewisse, allerdings nicht sehr erhebliche Toleranzen in Kauf genommen werden müssen (siehe Kapitel 2.1.4.1). Eine Umfrage ist erst dann repräsentativ, „wenn die Teilmenge hinsichtlich der Untersuchungsmerkmale ein verkleinertes, wirklichkeitsgetreues Abbild der Grundgesamtheit darstellt“.29 Trotzdem erlaubt die beschriebene Form der empirischen Absicherung durch ein zufallsorientiertes, geschichtetes Auswahlverfahren den Anspruch auf eine annähernde Repräsentativität.30 Rückschlüsse sind demzufolge gerechtfertigt und liefern gesicherte Erkenntnisse.

2.1.6 Durchführung der Studentenbefragung

Wie bereits erwähnt, wurden in einer weiteren Primärforschung internationale Austauschstudenten des „Waterford Institute of Technology (WIT) - Irland “ befragt, welchen Stellenwert sie der Zusatzqualifikation Auslandserfahrung, in Bezug auf bessere Einstellungsperspektiven, einräumen. Miteinbezogen wurden Rosenheimer Fachhoch-schulstudenten, die teilweise noch keine Auslandserfahrungen bis dato gemacht haben.

Im Gegensatz zur Unternehmensbefragung wurde in dieser Datenerhebung auf eine Stichprobenberechung verzichtet. Die ermittelten Meinungen, Einstellungen und Werte der befragten Zielgruppe dienen in erster Linie dazu, um Vergleiche mit den befragten Unternehmen anstellen zu können. Die Gewichtung in dieser Datenerhebung liegt darin, Denk- und Verhaltensweisen der Studenten in Bezug auf Auslands- Engagements zu eruieren. Die Gewährleistung einer statistisch ermittelten Repräsentativität ist hier nicht gegeben und eher zweitrangig.

2.1.6.1 Ermittlung der zu befragenden Zielgruppe

Diese Arbeit wurde im September 2002 am „Waterford Institute of Technology (WIT) - Irland“ begonnen. Im Zeitraum von September 2002 bis Dezember 2002 waren an dieser Hochschule ca. 80 internationale Austauschstudenten in Form eines „ERASMUS“ Programms immatrikuliert. Diese Studenten wurden zwischen dem 13.10. und 21.10.2002 durch schriftliche Form in einer Vollerhebung befragt.

Hinzugezogen wurden die Meinungen von ca. 40 Rosenheimer Fachhochschulstudenten, diese per e- mail- formatierten Fragebogen angeschrieben wurden. Die Erhebung wurde parallel zu dem obigen Zeitraum durchgeführt.

2.1.6.2 Rücklaufanalyse von der Studentenbefragung

Das Interesse an der Mitarbeit sowohl bei den Austauschstudenten als auch bei den Fachhochschulstudenten aus Rosenheim war sehr hoch. Nachfragen nach den Auswertungen und gewonnenen Erkenntnissen aus dieser Forschungsarbeit gab es reichlich; man kann von einem Rücklauf sprechen, der unübertrefflich ist.

Abbildung 9: Rücklauf aus der Studentenbefragung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 9: Eigene Forschung

Wie dem Diagramm zu entnehmen ist, war das Engagement der Studenten sehr hoch, die Fragebögen zu beantworten. Von den Erasmus- Studenten aus Waterford konnten 97,5% der ausgegebenen Bögen ausgewertet werden. Betrachtet man den Rücklauf aus Rosenheim, so ist eine Quote von 133,3% zu verzeichnen. Erklärung dafür ist, dass die Studenten die Umfrage in Eigeninitiative weitergeleitet haben.

Diese hohe Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt, dass Studenten einen hohen Informationsbedarf haben, welche Qualifikationen von potentiellen Mitarbeitern oder Bewerbern aus Sicht der Unternehmen erwartet werden.

Die befragte Zielgruppe lässt sich wie folgt nach Nationalitäten aufschlüsseln:

Abbildung 10: Herkunftsländer der Befragten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 10: Eigene Forschung

Durch die zusätzliche Datenerhebung an der Fachhochschule Rosenheim verändern sich die Anteile der verschiedenen Nationen an der Umfrage dementsprechend. Würde man für diese Arbeit nur die Angaben der Austauschstudenten des „Waterford Institute of Technology“ auswerten, so wäre eine gleichmäßige Aufteilung nach Nationalitäten gewährleistet. Für diese Datenerhebung ist jedoch eine solche Berücksichtigung nicht relevant und dient nur als Zusatzinformation.

In einer weiteren Grafik wird ersichtlich, aus welchen Studiengängen die meisten Rückläufe zu verzeichnen waren.

Abbildung 11: Rücklauf nach Studiengängen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle 11: Eigene Forschung

Anhand dieser Abbildung erkennt man, dass der Studiengang Betriebswirtschaft mit 79% bei dieser Datenerhebung am stärksten vertreten ist. Dies erklärt sich dadurch, dass ca. 80% der in Waterford studierenden Austauschstudenten „Business- Studiengänge“ besucht haben und das Ergebnis somit nicht zufällig entstanden ist. Diese Arbeit soll in erster Linie Studenten der Betriebswirtschaftslehre Informationen zur Studienplanung geben, so dass die ungleichmäßige Beteiligung der verschiedenen Studiengänge keinerlei Probleme für die Auswertung darstellt. Unter anderem befinden sich unter den 5% der „Sonstigen“, Studenten der Volkswirtschaftslehre, Grafikdesigner sowie Studenten der Sprachwissenschaften.

Bevor die in dieser Forschung gewonnenen Erkenntnisse im nächsten Kapitel geschildert werden, beschäftigen sich die folgenden Abschnitte mit den Entwicklungen in Arbeitsmarkt und Studium, die in den letzten Jahren stattgefunden haben.

2.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Zuge der Globalisierung haben sich die Anforderungen an den Arbeitsmärkten verändert, da die Unternehmen zunehmend international agieren. Wie bereits in vorangegangenen Kapiteln erwähnt, ist Deutschland nach den USA die größte Welthandelsnation, im Import sowie im Export. Auf diese Veränderungen müssen Studierende reagieren und daher ihre Studienplanung internationalisieren. Außerdem haben sich die Arbeitsmarktbedingungen in der ersten Hälfte der 90er Jahre allgemein verschlechtert, wodurch die Konkurrenz unter den Arbeitssuchenden gewachsen ist. Um sich von der breiten Masse abzuheben, müssen sich Studierende durch höhere Qualifikationen und zusätzlich erworbene Fähigkeiten auszeichnen31. Zur Aneignung der geforderten außerfachlichen Qualifikationen haben bereits viele Studierende die Möglichkeit wahrgenommen, ein Auslandsstudium zu absolvieren.

2.2.1 Ausländerstudium in Deutschland

Das Ausländerstudium wird als Mittel der auswärtigen Kulturpolitik, entwicklungspolitischer Zusammenarbeit und der Europäisierung gefördert. Im Hinblick auf den weltweiten Wettbewerb „um die besten Köpfe“ soll das Ausländerstudium noch mehr gestärkt werden. Für die international agierenden Unternehmen ist es ein Vorteil, auf das Angebot von ausländischen Bewerbern zurückgreifen zu können, da diese zumeist mehrere Fremdsprachen beherrschen und zudem, durch ihre internationalen Studienerfahrungen, über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Für Absolventen der deutschen Hochschulen kann dies zu einem Nachteil führen, da sich die Anzahl der verfügbaren Stellen dadurch verringert und nur Absolventen mit besonders herausragenden Leistungen bzw. mit Zusatzqualifikationen in die engere Auswahl der Unternehmen gelangen.

In den letzten Jahren erhöhte sich die Zahl der ausländischen Studenten, die sich entschieden haben für ein oder mehrere Semester in Deutschland zu studieren, um 21,1%. Waren im Wintersemester 1997/1998 noch 103.716 Studenten immatrikuliert, so erhöhte sich der Anteil bis zum Wintersemester 2000/2001 auf 125.714 eingeschriebene Austauschstudenten32.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Herkunft der internationalen Studenten, die sich für ein Auslandssemester in Deutschland entschieden haben.

[...]


1 vgl. Interswop, im Internet, http://www.interswop.de/Qualifikationen_D.htm

2 vgl. Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD), im Internet, http://www.daad.de/presse/de/8.1.2.html; bzw. Fr. Rainer, Auslandsamt, Fachhochschule Rosenheim

3 vgl. Koch, E. 2000, S. 5 und Hand- Out B8 Global Economics, Prof. Dr. Fikentscher Wintersemester 2001 an der Fachhochschule Rosenheim

4 vgl. Samuelson, Paul, A./ Nordhaus, William, D.: Economics, S.533

5 vgl. Rede des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie Dr. Werner Müller zum Thema "Beschäftigung und Globalisierung im 21. Jahrhundert" anlässlich des Angestelltentages der IGBCE am 24. Mai 2001 in Bonn, im Internet, http://www.bmwi.de/Homepage/Presseforum/Reden%20%26%20Statements/2001/0523Rede.jsp

6 vgl. Vorlesung "Internationales Personalmanagement" Lehrbeauftragter Siegfried Biermeier Wintersemester 2001 an der Fachhochschule Rosenheim

7 vgl. Vorlesung "Internationales Personalmanagement" Lehrbeauftragter Siegfried Biermeier Wintersemester 2001 an der Fachhochschule Rosenheim

8 vgl. Schöpper-Grabe / Weiß, 1998, S.40; im Internet: http://www.bmbf.de/pub/natalie.pdf, S.132

9 vgl. Schöpper-Grabe, 2000, S. 1ff. ; im Internet: http://www.bmbf.de/pub/natalie.pdf, S.132

10 vgl. Schöpper-Grabe / Weiß, 1998, S. 76ff. ; im Internet: http://www.bmbf.de/pub/natalie.pdf, S.133

11 vgl. Falk / Weiß, 1993, S. 37ff.; im Internet: http://www.bmbf.de/pub/natalie.pdf, S.133

12 vgl. IMPULS-Stiftung / IW Köln, 1999, S. 99; im Internet: http://www.bmbf.de/pub/natalie.pdf, S.134

13 vgl. BMBF, 1999, S. 9; im Internet: http://www.bmbf.de/pub/natalie.pdf

14 vgl. Bundesministerium für Wirtschaft BMWi, im Internet, http://www.bmwi.de/homepage/politikfelder/Aussenwirtschaft%20%26%20Europa/aussenwirtschaftseurop apolitik.jsp

15 vgl. Interswop, im Internet, http://www.interswop.de/Qualifikationen_D.htm

16 vgl. Diller, Hermann, Marketingplanung, S.76

17 vgl. Weis, Christian/Steinmetz, Peter: Marktforschung, Modernes Marketing für Studium und Praxis, S.14

18 vgl. Kamenz, Uwe: Marktforschung, Einführung mit Fallbeispielen, Aufgaben und Lösungen, S. 20ff.

19 vgl. Kamenz, Uwe: Marktforschung, Einführung mit Fallbeispielen, Aufgaben und Lösungen, S. 58ff

20 vgl. Kamenz, Uwe: Marktforschung, Einführung mit Fallbeispielen, Aufgaben und Lösungen, S. 70ff

21 vgl. Braunschweig, Christoph: Marketing, S.76ff

22 vgl. Weis, Christian/Steinmetz, Peter: Marktforschung, Modernes Marketing für Studium und Praxis, S. 35

23 vgl. Weis, Christian/Steinmetz, Peter: Marktforschung, Modernes Marketing für Studium und Praxis, S. 44ff

24 vgl. Weis, Christian/Steinmetz, Peter: Marktforschung, Modernes Marketing für Studium und Praxis, S. 38ff

25 vgl. Weis, Christian/Steinmetz, Peter: Marktforschung, Modernes Marketing für Studium und Praxis, S. 41ff

26 vgl. Weis, Christian/Steinmetz, Peter: Marktforschung, Modernes Marketing für Studium und Praxis, S. 40ff

27 vgl. Institut für Mittelstandsforschung, im Internet, http://www.ifm-bonn.de/dienste/kap-5.pdf; Unternehmensgrößenstatistik

28 vgl. Institut für Mittelstandsforschung, im Internet, http://www.ifm-bonn.de/dienste/kap-5.pdf; Unternehmensgrößenstatistik

29 Meffert, Heribert: Marketing: Grundlagen Marktorientierter Unternehmensführung, S. 149

30 vgl. Berth, Rolf: Erfolg: Überlegenheitsmanagement: 12 Mind- Profit Strategien mit ausführlichem Testprogramm, S. 134

31 Stengelhofen, T.: Erfolgsmessung des Auslandsstudiums im Lichte arbeitsmarkttheoretischer Überlegungen, Universität Trier, unveröffentlichte Dissertation, S. 105

32 vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Internet, http://www.bmbf.de/pub/internationalisierung_des_studiums.pdf, S. 5

Details

Seiten
133
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638237147
ISBN (Buch)
9783638700528
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v19641
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Rosenheim – Fachbereich BWL
Note
1,0
Schlagworte
Verändertes Anforderungsprofil Hochschulabsolventen Zuge Globalisierung Auslandserfahrung Einstellungsperspektiven

Autor

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Titel: Verändertes Anforderungsprofil an Hochschulabsolventen im Zuge der Globalisierung - Auslandserfahrung und Einstellungsperspektiven