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Der Keynesianismus: Die unterschiedlichen Auffassungen in Frankreich und Deutschland

Referat / Aufsatz (Schule) 2012 6 Seiten

Soziologie - Wirtschaft und Industrie

Leseprobe

Einleitung

Diese Arbeit hat als Thema den Keynesianismus. Benannt ist dieses Wirtschaftssystem nach John Maynard Keynes. Nach seiner Theorie muss der Staat an manchen Stellen der Politik eingreifen, auch ist Keynes ein Sympathisant der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Zu Beginn der Arbeit erkläre ich welche Eingriffsmöglichkeiten der Staat nach Keynes anwenden muss, wenn der Konjunkturzyklus die Depression erreicht.. Anschließend kommt es zu einer Nennung der Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Auffassung der Wirtschaftspolitik. Zum Schluss kommt es zu der Bewertung der französischen Methodik, denn die Nachbarn der Bundesrepublik Deutschland arbeiten mit Staatsanleihen.

Der Konjunkturzyklus und die Eingriffsmaßnahmen nach Keynes Im Verlauf eines Konjunkturzyklus' in einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik hat der Staat nach dem System John Maynard Keynes' an einigen Stellen einzugreifen.

Stellt man sich vor, wir starten im Tal des Zyklusses, es ist tiefe Depression. Hier sollte der Staat als erstes einmal Kredite aufnehmen, die er, wenn wir uns in der Hochkonjunktur befinden, wieder abbezahlen soll. Durch diese Kredite kann der Staat nun zur Verbesserung der Situation beitragen, denn so gibt es in der Depression zum Beispiel eine Nachfragelücke, die es zu schließen gilt, denn nach Keynes ist dies Aufgabe des Staates - und nur so kann laut ihm die wirtschaftliche Situation „bereinigt“ werden.

Im Gegensatz zum klassischen Denken, wo der Staat möglichst wenig eingreifen soll, erhöht der Staat beim Keynesianismus seine Nachfrage. Dies kann zum Beispiel ein Ausbau aller Autobahnen in Deutschland sein. Das erhoffte Ziel ist, dass die Kapazitäten nicht mehr brach liegen und die Firmen keine Mitarbeiter entlassen müssen, denn in der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik ist der Schlüssel zur Nachfrage die Arbeit - und gerade diese nicht entlassenen Arbeiter können weiter konsumieren.

Eine zweite Eingriffsmöglichkeit des Staates ist das Senken der Steuern für den Arbeitnehmer oder das Senken der Mehrwertsteuer, denn so haben die Arbeitnehmer wieder mehr Geld in der Geldbörse, mit dem mehr eingekauft werden kann. Hiermit wird die Nachfrage zum Beispiel in der Lebensmittelbranche wieder erhöht, sodass die Fleischer wieder mehr zu erledigen haben und wieder mehr Geld in die Kassen bekommen, welches sie in anderen Bereichen ausgeben können.

Als drittes sollte der Staat das Einkommen „umverteilen“. Die einkommensschwächeren Gesellschaftsteile konsumieren am meisten, haben aber das wenigste Geld, sodass die Politik zum Beispiel durch neue Steuergesetze auch hier dafür sorgen kann, dass sich die Ärmeren wieder etwas mehr gönnen und zum Aufschwung beitragen können. Als letzte beiden Möglichkeiten bleiben den Staat „handels-“ und „geldpolitische“ Eingriffsmöglichkeiten. Bei der handelspolitischen Methode kann Deutschland zum Beispiel mehr in das Ausland exportieren und hiermit den Außenbeitrag erhöhen, was ebenfalls zu einer höheren Nachfrage in der BRD führt, weil die Artikel für das Ausland produziert werden müssen und hierfür in Deutschland Gehälter bezahlt werden, was automatisch zu einer Ausgabe dieser führt. Als letztes bleiben noch geldpolitische Maßnahmen, die zum Beispiel durch die Erhöhung der Staatsquote durchgeführt werden. Die Staatsquote gibt den Wert an, den Deutschland an Haushaltsausgaben hat, zum Beispiel durch Hartz IV, Gehälter im öffentlichen Dienst, Subventionen usw. Erhöht man diese Quote, die in Deutschland hoch ist, steigt automatisch wieder die Nachfrage. Ist alles ideal gelaufen, denn nach Keynes müssen Ersparnisse und Ausgaben eine Relation haben, d.h. die Leute haben von den Zuschüssen konsumiert und nicht gespart (kann durch das Senken des Leitzinses in schlechten Zeiten eventuell verhindert werden) , so gehen wir von der Depression über den Aufschwung (auch hier gelten die Maßnahmen) zum Boom. Hier muss der Staat die Schulden ausgleichen, die er in der Depression gemacht hat. Dies macht er durch gegenteilige Handlungen, zum Beispiel durch das Erhöhen der Steuern, durch Rücknahme der Staatsaufträge usw. Hierdurch rutschen wir über den Abschwung in die Depression hinein - und alles startet wieder von vorne. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich der Staat antizyklisch verhält - und auch verhalten muss - und somit in der Krise viel und im Boom wenig ausgibt.

Die Unterschiede der französischen und deutschen Auffassung von Wirtschaftspolitik

Der Kommentar „Vive la France“ von Robert Heusinger in der „Frankfurter Rundschau“ vom 20. November 2009 1 handelt von den Unterschieden der deutschen und französischen Wirtschaftspolitik zu Zeiten des Abschwungs (Repression). Während die Deutschen - zumindest nach den Plänen der Politiker - immer weiter Steuern gesenkt bekommen, in der Hoffnung der Legislative, dass das Geld ausgegeben wird, investiert der französische Staat direkt in neue Lehrstellen oder lässt direkt Autobahnen ausbauen, während dies nach dem deutschen Wirtschaftssystem zwar mögich ist, aber nicht umgesetzt wird, da Steuern etc. abgesenkt werden sollen.

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Details

Seiten
6
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656245926
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196359
Note
1,25
Schlagworte
Keynesianismus Konjunkturzyklus Frankreich Deutschland Wirtschaftsverhalten Wirtschaftspolitik

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Titel: Der Keynesianismus: Die unterschiedlichen Auffassungen in Frankreich und Deutschland