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Unterrichtsentwurf für den Kunstunterricht nach dem Berliner Modell

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungsgeschichte und Entstehungsanlass

3. Das Berliner Modell
3.1 Strukturanalyse
3.2 Faktoranalyse

4. Die Weiterentwicklung zum Hamburger Modell

5. Unterrichtsplanung fur den Kunstunterricht im Sinne des Berliner Modells­Zeichnerische Gestaltung eines Zwei- Phasen- Tricks
5.1 Bedingungsanalyse
5.1.1 Soziokulturelle Voraussetzungen
5.1.2 Anthropogene Voraussetzungen
5.2 Strukturanalyse
5.2.1 Intentionalität
5.2.2 Thematik
5.2.3 Methodik
5.2.4 Medienwahl
5.3 GeplanterUnterrichtsverlauf.

6. Reflexion

Anhang

Literaturverzeichnis

„Ja mach nur einen Plan Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch'nen zweiten Plan Gehn tun sie beide nicht."

(B. Brecht, Die Dreigroschenoper)

1. Einleitung

Es werden mehrere Millionen Unterrichtsstunden an einem einzigen Tag an deutschen Schulen gehalten. Wie viele davon werden angemessen vorberei­tet und geplant? Welche Modelle, Strategien werden bei einer solchen Pla­nung zu Hilfe gezogen und welche Absicht liegen diesen Modellen zu Grunde? Gibt es das „perfekte" Modell zur Planung einer Unterrichtsstunde und wie läuft so ein Planungsprozess genau ab?

Fragen unzählbarer Menge dominieren bei dem Thema Unterrichtsplanung die Gedanken der Lehrerinnen und Lehramtsstudentinnen , so auch meine. Aus diesem Grund „kämpfte" ich mich durch die Welt der Didaktikbücher und fand schließlich ein mir zusagendes Modell, das Lerntheoretische Modell[1], wel­ches ich im folgenden näher erläutern möchte. Zudem werde ich versuchen nach den Vorschlägen dieses Modells eine Unterrichtsstunde zu planen und es tabellarisch festzuhalten. Abschließend komme in meiner Reflexion zum Ab­gleich der Vor- und Nachteile dieses Konzeptes, um dann eine Einschätzung der Nützlichkeit und Handhabung abgeben zu können.

Auf diesem Wege möchte ich zusätzlich anmerken, dass die Tatsache, dass ich dieses bestimmte Modell ausgewählt habe, nicht bedeutet, ich sei von der Ab­solutheit dieses Konzeptes überzeugt. Vielmehr möchte ich eine Unterrichtspla­nung exemplarisch gemäß eines beliebigen Modells ausprobieren und habe in diesem Rahmen dieses, meiner Meinung nach zu mir passendes, Modell ge­wählt.

2. Entstehungsgeschichte und Entstehunasanlass

Anfang der 1960er Jahre legten Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz ein erfahrungswissenschaftliches Didaktikmodell, das Berliner Modell, vor. In Abgrenzung zur bildungstheoretischen Didaktik Klafkis entstand ihr praktisches Entscheidungsmodell, das Lehrenden ermöglicht ihren Unterricht zu theoretisie- ren und die eigenen getroffenen didaktischen Entscheidungen empirisch zu analysieren.

Anlass zur Entwicklung dieses Modells gab den Dreien die ihrer Meinung nach damalige vorherrschende Praxisferne des Lehramtsstudiums. Sie übten deutlich Kritik an der Vermittlung ausschließlich theoretischen Wissens an angehende Lehrerinnen und forderten die Integration des praktischen Handelns in Form ei­nes Praktikums in das Studium der Theorie.

Als 1960 das „Didaktikum", eine von Hochschullehrerinnen betreute Schulpraktische-Phase in der Ausbildung von Lehrern, an der pädagogischen Hochschule in Berlin eingeführt wurde, fühlten sie sich aufgefordert ihre Gedanken zu einem didaktischen Modell auszuformen.

Desweiteren führte auch ihre Kritik an Klafkis bildungstheoretischem Modell zur Aufstellung des Berliner Modells. Der von Klafki gewählte Bildungsbegriff eignet sich ihrer Meinung nach nicht im Geringsten als Dreh- und Angelpunkt von Un­terrichtplanung. Da Klafkis Ziel der Bildung durch den Unterricht für sie eine Ursa­che für die wachsende Kluft zwischen Theorie und Praxis bildet, entwickeln sie kurzerhand ihr eigenes didaktisches Modell.[2]

3. Das Berliner Modell

Das zentrale Anliegen des Berliner Modells liegt in der möglichst umfassenden wissenschaftlichen Analyse der Unterrichtswirklichkeit. Dabei teilt sich dieses Mo­dell in zwei Reflexionsebenen auf, der Struktur- und derFoktoronolyse.

3.1. Strukturanalyse

Das Konzept zur Strukturierung dient hierbei der Analyse und der Planung von Unterricht und besteht aus vier sogenannten Entscheidungsfeldern und zwei Be­dingungsfeldern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diesem Modell zufolge kann kein/e Lehrer/ in ihren Unterricht erfolgreich durch­führen, ohne sich innerhalb dieser vier Felder Klarheit zu verschaffen. Eine Lehr­kraft hat sich demnach in dem Bereich der Intentionalität der pädagogischen Ziele klar zu werden, die sie verfolgen will. Zudem ist es wichtig stets einen Über­blick über die Thematik bzw. den Inhalt der Unterrichtsstunde zu behalten, wo­bei hier eine Wahl der geeigneten Methoden und Medien unabdingbar ist. Hei­mann gliedert die Methoden in fünf Kategorien, in denen die Entscheidung der Lehrkraft sich bewegen sollte. Zunächst beschreibt er die Kategorie der Artikula­tion, die die Phasenfolge des Unterrichtsprozesses meint. Die zweite Kategorie wird die Gruppen- und Raumorganisation genannt und beschreibt die soziale und räumliche Ordnung der am Unterricht beteiligten Personen. Eine weitere Kategorie bilden die Lehr- und Lernweisen, bei denen die einzelnen Aktionen von Lehrerinnen und Schülerinnen im Vordergrund stehen. Als vierte Kategorie der Methoden beschreibt Heimann die methodischen Modelle, unter denen er die Ausrichtung an Modellvorstellungen, wie sie in der didaktischen Theorie verbreitet sind, versteht. Als letzte Kategorie schließt er den Prinzipien-Kanon in seine Theorie mit ein, welches die Orientierung an bekannten didaktischen Prinzipien meint.

Bei den eben beschriebenen Entscheidungen ist die Lehrkraft jedoch an be­stimmte Voraussetzungen gebunden, diese werden in diesem Modell Bedin­gungsfelder genannt und nach dem Grad ihrer Veränderbarkeit unterschie­den. Folglich sind die soziokulturellen Voroussetzungen, die Vorgeprägtheit der Schülerinnen, dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen, wogegen die on- thropologisch- psychologischen Voroussetzungen, die Faktoren, die aus Gesell­schaft und kulturellen Zeitströmungen in den Unterricht hineinwirken, kaum ver­ändert werden können.[3]

Diese Strukturanalyse bildet eine Art Gerüst für jede Unterrichtsstunde und un­terliegt laut dem Modell drei Plonungsprinzipien. Zunächst unterliegt es dem Prinzip der Interdependenz, einer widerspruchsfreien und wechselseitigen Ab­hängigkeit zu einander. Außerdem bestimmt die Volidität diese Strukturanalyse in großem Maße, da man prinzipiell kein bestimmtes Schülerverhalten voraussa­gen kann, soll man mehrere Verlaufsmöglichkeiten für den Unterricht vorsehen. Schließlich ist das Prinzip der Kontrollierborkeit zu beachten, dabei ist der Plan so zu gestalten, dass das Maß seiner Erfüllung überprüfbar ist.[4]

3.2. Faktoranalyse

Die Faktoranalyse liefert den in der ersten Reflexionsphase getroffenen Entschei­dungen eine wissenschaftliche Grundlage. Dabei wird die Faktoranalyse in drei Klassen unterteilt. Die erste Klasse nennt sich Normenkritik und meint die ideolo­gischen und außerpädagogischen Normen, die die Entscheidungen prägen. Dieses könnten zum Beispiel Schulgesetze, Richtlinien und Schulbücher sein. Eine weitere Klasse bildet die Foktenbeurteilung, wobei die in den Bedingungsfel­dern erfassten Fakten hinsichtlich ihrer Stabilität oder Veränderbarkeit betrach­tet werden. Schließlich wird als dritte Klasse die Formenonolyse beschrieben, in der die Lehrkraft mittels Beurteilung historisch bereits bekannte Methodenkon­zepte zu einem persönlichen Unterrichtsstil gelangt. Die Lehrkraft ist somit eben­falls ein bedingender Faktor und mitverantwortlich für Unterrichtserfolg.[5]

[...]


[1] Dieses Modell wird im weiteren Verlauf der Entwicklung auch die „Berliner Schule" oder das „Berliner Modell" genannt, um eine mögliche Verwirrung auszuschließen, werde ich abjetzt den Begriff„Berliner Modell" verwenden.

[2] Krön 2008, S. 92-93

[3] Jank, Meyer 2009, S. 263; Krön 2008

[4] Jank, Meyer 2009, S. 274

[5] Krön 2008, S. 92-93

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656221036
ISBN (Buch)
9783656221616
Dateigröße
4.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196195
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1,3
Schlagworte
Pädagogik Unterrichtsentwurf Kunstpädagogik Kunst Berliner Modell

Autor

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Titel: Unterrichtsentwurf für den Kunstunterricht nach dem Berliner Modell