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Unternehmensbewertung eines Technologie-Startups

Seminararbeit 2011 17 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Wertfindung zwischen Vision und Zukunftsertrag

2 Klassische Unternehmensbewertungsmethoden
2.1 Substanzwert-Methoden
2.2 Discounted Cash Flow-Methoden
2.3 Realoptions-Methoden
2.4 Marktori enti erte Methoden

3 Bewertung eines Technologie-Start-ups am Beispiel der Mottai GmbH
3.1 Besonderheiten eines Start-up-Unternehmens
3.2 Bewertung der Mottai GmbH - ein Technologie-Start-up

4 Probleme, Losungsmoglichkeiten und Perspektiven

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Unternehmensbewertungsverfahren

Abbildung 2 Ubersicht DCF-Methoden

Abbildung 3 Realoptionen im Uberlick

Abbildung 4 Ubersicht Comparative Company Approach

Abbildung 5 Ablauf einer Multiplikatorbewertung

Abbildung 6 Bewertungsrelevante Charakteristika

Abbildung 7 Anforderungen an Start-up-Bewertungen

Abbildung 8 Entwicklung Unternehmeswert

1 Wertfindung zwischen Vision und Zukunftsertrag

Die Ermittlung eines aussagekraftigen Unternehmenswertes von Start-up-Unternehmen bietet eine stete Diskussionsgrundlage in der betriebswirtschaftlichen Praxis. Start-up- Unternehmen stehen aufgrund ihres hohen Bedarfs an Investitionskapital in einer star- ken Abhangigkeit zu Kapitalgebern[1] wie Venture Capital-Gesellschaften oder Business Angels. Diese sind darauf angewiesen einen moglichst verlasslichen Wert ihrer Investi- tion zu ermitteln, was sich aufgrund der fehlenden historischen Datengrundlage als sehr schwierig oder sogar unmoglich erweisen kann.[2] Die Beteiligung der Investoren erfolgt in der Regel durch eine Venture Capital-Finanzierung, die eine besondere Form der 3 Beteiligungsfinanzierung an nicht borsennotierten Unternehmen darstellt.[3] Charakteris- tisch fur diese Art der Beteiligungen - aus Sicht der Geldgeber - ist das hohe Risiko (Downside Risk) auf der einen Seite sowie das groBe Renditepotential (Upside Potenti­al) auf der anderen Seite.[4] Die Relevanz der Bewertung von Start-up-Unternehmen ist besonders in der extremen Volatilitat der Wachstumsborsen und dem dadurch bestehen- den Interesse durch Analysten begrundet.[5] Entgegen den speziellen Interessen der In­vestoren wird im weiteren Verlauf der Arbeit die Sichtweise eines Start-up- Unternehmens betrachtet, da dieses in den Beteiligungsverhandlungen tendenziell die schwachere Position einnimmt.

Ziel dieser Ausarbeitung ist die Untersuchung von geeigneten Bewertungsverfahren, wobei die klassischen Verfahren der Unternehmensbewertung im Fokus stehen. Hierzu werden im folgenden Kapitel einige Verfahren als theoretische Grundlage genauer be- trachtet. Zu Beginn des dritten Kapitels werden Besonderheiten von Start-up- Unternehmen sowie die daraus resultierenden speziellen Anforderungen dargestellt. In einem abschlieBenden Schritt erfolgt eine praktische Reflexion der Erkenntnisse am Beispiel der ABC GmbH. Im Zuge der Auswertung wird eine explizite Handlungsemp- fehlung fur die anstehende Finanzierungsrunde aufgezeigt. Das vierte und letzte Kapitel wird die Arbeit mit einem Resumee und einem Ausblick auf weitere populare Bewer- tungsansatze und Forschungsideen abrunden.

2 Klassische Unternehmensbewertungsmethoden

Die klassischen Bewertungsansatze konnen in zwei Grundtypen unterteilt werden (siehe Abbildung 1). Hierbei unterscheidet man die situationsunspezifischen Methoden, die wiederum in fundamentalanalytische und marktorientierte Methoden aufgeteilt werden, sowie die situationsspezifischen Methoden, bei denen spezielle Gesamtbewertungsver- fahren und Daumenregeln unterschieden werden.[6] Exemplarisch werden im Folgenden nun vier klassische Bewertungsansatze naher betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Unternehmensbewertungsverfahren

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Achleitner, A.-K.; Nathusius, E. (2003), S. 7

2.1 Substanzwert-Methoden

Bei Einzelbewertungsverfahren, wie den Substanzwert-Methoden, erfolgt die Ermitt- lung des Unternehmenswertes mittels einer separaten Bewertung aller erfassten Vermo- gensgegenstande und Schulden, die anschlieBend aufsummiert werden.[7] Die Wertbe- stimmung kann hierbei durch den Reproduktionswert oder den Liquidationswert erfol- gen, wobei die Ermittlung nach Liquidationswerten keine Unternehmensfortfuhrung unterstellt und somit in der Praxis irrelevant ist.[8] Durch diese stichtagsbezogene Wer- termittlung mittels Bilanz und nachvollziehbarer Zeitwerte[9] konnen die errechneten Daten leicht kommuniziert und auch nachgewiesen werden, jedoch bringt der aus- schlieBlich auf die Gegenwart gerichtete Blick keinen Nutzen hinsichtlich einer zukunf- tigen Unternehmensfortfuhrung. Daher eignen sich die Substanzwertmethoden lediglich zur Ermittlung einer absoluten Wertuntergrenze fur Vertragsverhandlungen und nicht zur Bestimmung eines moglichen Investitionswertes fur ein Start-up-Unternehmen.[10]

2.2 Discounted Cash Flow-Methoden

Die Discounted Cash Flow-Methoden (DCF-Methoden) sind, wie auch die Ertrags- wertmethode[11], Gesamtbewertungsverfahren. Sie unterscheiden sich in der Berechnung hinsichtlich der PeriodengroBen, des angesetzten Kapitalkostensatzes, des Eigenkapi- talwertes und anderer Faktoren[12]. Aus Sicht des betrachteten Eigenkapitalwertes, sowie des gewahlten Diskontierungszinssatzes, wird zudem eine Unterteilung in Brutto- (Enti­ty Approach) und Netto-Methoden (Equity Approach) vorgenommen (siehe Abbildung 2)[13]. Prinzipiell werden bei allen DCF-Methoden zukunftige Cash Flows mit einem ge- eigneten Kalkulationszins, der das bestehende Risiko adaquat abbildet, diskontiert.[14] Als generelle Grundlage fur eine rationale Bewertung durfen nur entziehbare Uber- schusse, die freien Cash Flows (FCF), verwendet werden.[15] Sofern die unterschiedli- chen Ansatze korrekt und konsistent angewendet werden, fuhren diese zu identischen Ergebnissen.[16]

Zur Berucksichtigung der Unternehmensfortfuhrung wird der Planungshorizont oft in mehrere Phasen (verbreitet ist das Zwei-Phasen-Modell mit einer Detailprognose- und Grobplanungsphase) untergliedert. [17] In der ersten Phase werden moglichst genaue Schatzungen der zukunftigen FCFs vorgenommen, wobei die Prognosen auf Planbilan-1 8 zen und Plangewinn- und Verlustrechnungen aufbauen.[18] Die zweite Phase unterliegt keiner zeitlichen Begrenzung und fuhrt die Detailplanung der ersten Phase mittels einer Rentenrechnung fort, dem sogenannten Terminal Value.[19] Die DCF-Methoden finden eine breite Anerkennung in der Praxis und stellen aufgrund der detaillierten Analyse des 20 Unternehmens bereits einen Mehrwert fur die beteiligten Parteien dar.[20] Jedoch ist die Unsicherheit in Bezug auf die zukunftigen Ertrage und des ermittelten Diskontierungs- zinses zu beachten, da aufgrund der mangelnden Vergangenheitsdaten, fehlender oko- nomischer Stabilitat und ungewisser Zukunftsentwicklungen eine verlassliche Prognose nur eingeschrankt moglich ist.[21] Die DCF-Methoden bieten keine allumfanglichen Be- wertungsmoglichkeit, aber in Kombination mit weiteren Bewertungsansatzen bieten sie eine fundierte Informationsbasis fur Investitionsverhandlungen.

2.3 Realoptions-Methoden

Die Realoptions-Methoden zeigen zukunftige Handlungsspielraume der Unternehmens- fuhrung auf und ermoglichen eine Einschatzung der Flexibilitat von sich andernden Rahmenbedingungen.[22] Eine generelle Untergliederung moglicher Realoptionen kann in Lem-, Wachstums-, und Versicherungsoptionen mit ihren spezifischen Eigenschaften erfolgen (siehe Abbildung 3).[23]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Realoptionen im Uberlick

Quelle: eigene Darstellung nach Achleitner, A.-K.; Nathusius E. (2003), S. 11; Hommel, U.; Muller J. (1999), S. 179

[...]


[1] Vgl. Behringer, S. (2001), S. 793

[2] Vgl. Ehrhardt, O.; Merlaud, V. (2004), S. 777; Girkinger, W.; Purtscher, V. (2006), S. 138

[3] Vgl. Achleitner, A.-K.; Nathusius, E. (2003), S. 3

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. Bertl, A. (2003), S. 119

[6] Vgl. Festel, G. et al. (2009), S. 383

[7] Vgl. Achleitner, A.-K.; Nathusius, E. (2003), S. 6; Mandl, G.; Rabel, K. (2005), S. 79

[8] Vgl. Mandl, G., Rabel, K. (2005), S. 79f

[9] Zeitwerte sind Kosten, die aufgewendet werden mussen, um beispielsweise einen bestehenden Kunden- stamm oder ein etabliertes Vertriebssystem in gleicher Art und Gute aufzubauen.

[10] Vgl. Hayn, M. (2005), S 498f

[11] Die Ertragswertmethode wir aufgrund ihrer abnehmenden Praxisrelevanz und fehlenden Flexibilitat zugunsten der DCF-Methoden nicht naher ausgefuhrt.

[12] Vgl. Festel, G. et al. (2009), S. 384

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. Schmidt, J. (2005), S. 1088f

[15] Vgl. Drukarczyk, J., Schuler, A. (2009), S. 110

[16] Vgl. Festel, G. et al. (2009), S. 384; Drukarczyk, J., Schuler A. (2009), S. 125

[17] Vgl. Achleitner, A.-K., Nathusius, E. (2003), S. 8

[18] Vgl. Koller, T. et al. (2005), S. 232f

[19] Vgl. Peemoller, V.H. (2005), S. 37

[20] Vgl. Achleitner, A.-K., Nathusius, E. (2003), S. 10

[21] Vgl. Girkinger, W., Purtscher, V. (2006), S. 138

[22] Vgl. Achleitner, A.-K., Nathusius, E. (2003), S. 10; Girkinger, W., Purtscher, V. (2006), S. 142

[23] Vgl. Hommel, U.; Muller, J. (1999), S. 178ff; Hommel, U.; Pritsch, G. (1999), S. 125f

Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656221104
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v196039
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
BWL Betriebswirtschaftslehre Unternehmensbewertung Discounted Cash Flow Multiplikatorverfahren Realoptionen Substanzwertverfahren Startup

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