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Organisation und Organisationsstrukturen im Markt für Sportwetten

Seminararbeit 2012 23 Seiten

Sport - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Welt des Glücksspiels
2.1 Psychologische Aspekte des (Sport) Glücksspiels
2.2 Ethische Grundsätze des Sports
2.2.1 Sind Sportwetten mit den ethischen Grundsätzen vereinbar?
2.3.1 Struktur des deutschen Sportwetten Marktes
2.3.2 Sind private Sportwetten Anbieter in Deutschland zulässig? ...
2.3.3 Europäischer Vergleich hinsichtlich privater Wettanbieter

3. Fazit zur Organisation und Organisationsstrukturen in Sportwetten .
3.1 Ausblick der Organisationsstrukturen in Sportwetten

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die folgende Arbeit wird sich speziell auf den Sportwetten-Markt, Deutschland, richten. Dieser verspricht durch die Literatur und Geschichte eine interessante Behandlung des Themas.

Außerdem ist es von großer Wichtigkeit einen groben Überblick über die Geschichte des Glücksspiels im Allgemeinen zu geben, um somit eine gute Grundlage für die darauf folgenden Kapitel zu haben, wo ein genauer Einblick in das spezifische Thema der Sportwetten gegeben wird.

Fragen dazu werden sein: „Was macht Sportwetten psychologisch attraktiv?“, „Wie ist der deutsche Sportwetten-Markt aufgebaut?“, „Sind private Sportwetten-Anbieter in Deutschland zulässig?“, „Inwiefern oder inwieweit gibt es eine Monopolisierung bei Sportwetten in Deutschland?“, „Kann man Sportwetten mit den ethischen Grundsätzen des Sports vereinbaren?“.

Das letzte Thema wird einen kurzen Einblick in die Zukunft der Sportwetten geben und wie die Sportwelt damit umgeht, dass mit ihren Leistungen, Wetten abgeschlossen werden.

Was ist jedoch eine Sportwette spezifisch? Sowohl juristisch als auch wissenschaftlich ist eine Sportwette nicht genau zu definieren. Hierbei handelt es sich nicht um eine Lotterie, sondern um eine Wette die sich auf ein bestimmtes Sportergebnis bezieht. Dabei werden Quoten festgelegt und von Buchmachern oder dem Staat angeboten. Sie werden zur heutigen Zeit bereits für alle möglichen Sportarten angeboten und auch über das Internet vertrieben, wozu ich im späteren Verlauf noch zu sprechen kommen werde (Vgl. Koopmann, 2008, S. 10-14).

Die Lotterie ist jedoch nicht nur verbunden, weil die benannten Wetten darüber betrieben werden, sondern auch, weil der Sport zum großen Teil aus den daraus gewonnenen Geldern finanziert werden (Vgl. Kapitel 2.2.1). Ein Verflechtung, die vielleicht Konsequenzen haben kann.

2 Einführung in die Welt des Glücksspiels

Die Frage: „Was ist Glücksspiel?“ ist essentiell für die darauf folgenden Ausführungen. Seit jeher hat der Menschheit das Spiel um Gl ü ck, wie es bei „Glücksspiel in Deutschland“ genannt wird, fasziniert (vgl. Gebhardt & Sser-Sinopoli, 2008). Schon in der griechischen Antike gab es durch Homers „Ilias“ Überlieferungen, dass Lose gezogen wurden, um den Gegner von Hector zu ermitteln (vgl. Schönbein, 2008). Oder auch schon aus der Bibel sind Losentscheidungen bekannt, mit Hilfe derer die Israeliten Ländereien Kanaans verlosten.

Die heutige „Klassenlotterie“ hingegen entwickelte sich erst ab 1443 vor allem in den großen europäischen Handelsstädten, wie Brügge etc.. Sie fand schnell Anhänger in ganz Europa und wurde immer weiter entwickelt (vgl. Gebhardt & Sser-Sinopoli, 2008).

Durch die Suchtgefahr und auch die enormen Unsicherheiten des Glücksspiels wurden oft auch Verbote, speziell in Deutschland, eingeführt. Jedoch suchten die Glücksspiel-Anhänger ihr Glück auf illegalen Weg oder gingen ins Ausland.

Darüber hinaus stellt sich dem Leser die Frage: „Was ist an dem Markt der Sportwetten so interessant oder spannend? (Psychologische Aspekte der Sportwetten) Eine Analyse der Sportwetten Prozesse hat ergeben, dass dieser Vorgang sehr komplex ist und nicht unterschätzt werden sollte, da er Zusammenhänge zu kognitiven, philosophischen und theoretischen Dingen besitzt (vgl. Kusyszyn, 1984).

Dazu ist zu sagen, dass das Phänomen Sportwetten, oder das Wetten im Allgemeinen nicht allzu gut für das Gemüt eines Menschen ist. Bergler formulierte seine Meinung über das Wetten als eine Art psychologisches masochistisches Spiel (vgl. Bergler, 1974). Sportwetten werden als Krankheit anerkannt, was Bergler´s Aussage bekräftigt (vgl. De Witt, 1975).

Insgesamt ist zu sagen, dass Wetten kein schönes Unterfangen ist, jedoch fesselt es (Sucht) den Menschen und motiviert es immer wieder zu machen. Ein Spiel mit einem Schwert mit zwei Schneiden, was gelernt sein muss.

In den folgenden Ausführungen wird zunächst eine Grundlage für das Grundverständnis der Wetten gegeben, um die in der Einleitung erwähnten Fragen zu beantworten. Dies wird durch die schon beschriebene Geschichte erlangt und durch die Beschreibung des psychologischen Beschaffenheit der Sportwetten. Außerdem wird danach speziell auf die Organisationsstrukturen des SportwettenMarktes in Deutschland einen Fokus gelegt, um dadurch eine kurze Einsicht in den Glücksspielstaatsvertrag zu erlangen.

In diesem Zusammenhang wird die Frage: „Wie ist das Sportwetten Geschäft mit den ethischen Grundsätzen des Sports zu vereinbaren“ bearbeitet, indem die Strafbarkeit von Sportlern in Zusammenhang mit Sportwetten beschrieben wird.

2.1 Psychologische Aspekte des (Sport) Glücksspiels

Aufbauend auf der Aussage von Bergler, dass das Glücksspiel ein masochistisches Spiel ist, stellt sich der Leser dieser Arbeit die Fragen: „Was macht es weiter so attraktiv? Was motiviert einem Spieler weiter zu machen?“.

Die Antwort auf diese Frage lautet: „Suchtpotenzial“. Die Wahrscheinlichkeit eines Gefährdungspotentials eines Suchtmittels lässt sich an den Anteil messen, der von einer Gesamtgruppe süchtig geworden ist (vgl. Kellermann, 1999).

Hayer und Meyer gehen sogar so weit zu sagen, dass der Konsum von Glücksspiel eine Ähnlichkeit mit dem Konsum von stoffgebundenen Substanzen hat, da beide eine Art Rausch- oder Glücksmomente erzeugen (vgl. Hayer, Meyer, & Simon, 2003).

Diese Momente teilen sich in 3 Phasen auf:

I. Positives Anfangsstadium (Glücksmomente)
II. Kritisches Gewöhnungsstadium (Verlustphase)
III. Suchtstadium (Verzweiflungsphase)

(vgl. Meyer & Bachmann, 2005)

Diese Stadien beschreiben eine Art Weg, die ein Mensch durchmacht, bis er am Ende dem Glücksspiel erliegt. Außerdem wird dadurch auch deutlich, dass der Spielsüchtige auch eine sehr emotionale Bindung zum Geschehen hat (vgl. Hayer et al., 2003). Vor allem die Sportwetten führen dazu einen besonderen Nervenkitzel zu erleben. Besonders macht es vielleicht die persönliche Bindung zum Wettkampf (Fan oder ehemaliger Profisportler) oder gar als Investor der Mannschaft oder des Sportevents.

Sportwetten bieten heute auch eine besondere Ausgangslage für einen Spieler. Man kann auf viele verschiedene Spiele wetten, die auf eine gesamte Woche verteilt sind. Sogar ein „Live“-Wetten ist auch möglich, da das Internet mit Online-Portalen und einem Benutzer Account solche Sportwetten zulässt (vgl. G. Meyer, 2000). Dies geht natürlich auch mit einem sehr großen Risiko an Sucht einher.

Aber wer geht überhaupt wetten? Die Ausgangsfrage: „Wie viele spielen?“ vor allem in Deutschland, und in welchen Branchen werden an meisten Wetten abgeschlossen, wird für die folgenden Ausführungen essentiell sein.

Deutschlandweit liegt statistisch der Gesamtumsatz vom Glücksspiel bei rund 27,5 Mrd. (2005) (vgl. Votano, Parham, & Hall, 2004). Insgesamt ist zu sagen, dass in der heutigen Zeit schon etwa 70-90% der erwachsenen Bevölkerung in ihrem Leben mindestens einmal mit dem Glücksspiel konfrontiert wurde (vgl. Plöntzke, Albrecht, Thalemann, & Grüsser, 2004).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Vgl. Becker, T. , 2006, S. 8)

Wie die Abbildung zeigt, stellt der Automatenspielblock mit 45% des Gesamtumsatzes, den größten Teil dar. Mit weit weniger Umsatz (6 %) fällt der Fußballtoto bzw. Oddset, was auch zur Sportwetten Kategorie gezählt werden kann. Im Jahr 2003 betrugen die Umsätze dieser beiden Spaten insgesamt 563 Mio. (vgl. Gerhard Meyer & Bachmann, 2005).

Seit den 80er Jahren steht Europa einer sehr stark wachsenden Sportwetten Branche gegenüber. Am Ende der 80er Jahre lagen die Gesamtzahlen des Glücksspiels bei Sportwetten bei einer Quote von etwa 1% (vgl. Jackson, 1994). 1990 waren es schon etwas über 10% und 1992 über 20%. Dabei muss aber deutlich zwischen zwei verschiedenen Spaten unterschieden werden:

I. Pferde- und Greyhound Wetten
II. Fußball, Tennis, Rugby etc.

In diesem Falle ist Deutschland jedoch ein Spezialfall in Europa, wo diese Statistiken nicht unbedingt zutreffen, dazu aber in den späteren Kapiteln weiteres.

Diese angesprochenen Spaten beziehen sich insbesondere auf Sport. Worauf basieren diese Disziplinen? Und sind die Wetten ethisch damit vereinbar? Die Antwort in den folgenden Kapiteln.

2.2 Ethische Grundsätze des Sports

Ethische Grundsätze können nicht auf die minimalen Anforderungen reduziert werden, die vor allem der Regelbefolgung während eines Spiels anspielen (vgl. Shogan, 2007).

Shogan beschreibt in ihrem Buch drei wichtige Thesen, die bei den ethischen Grundsätzen immer beachtet werden sollten, die aber oft vergessen werden. Dabei spielen unter den drei Themengebiete verschiedene kleinere Punkte auch eine Rolle.

I. Die Sportler sollten viel mehr bei der Hinterfragung von „Regeln“ einbezogen werden.
II. Im Sport sollte mehr auf die Themen Homophobie, Diskriminierung und Rassismus eingegangen werde. Es wird nämlich oftmals vergessen.
III. Der Einhaltung der Regeln bedarf es viel mehr einer interdisziplinaren und philosophischen Einstellung.

Vor allem der erste Punkt spielt bei dieser Seminararbeit eine große Rolle. Viele Athleten bzw. Organisationen hinterfragen oftmals nicht den „höheren“ Sinn von „illegalen“ Handlungen. Dabei sind insbesondere die Verbesserung von Leistungen, durch Doping, und das Manipulieren von Spielen, gemeint. Vor allem Spieler scheinen sich ihrer Handlungen nicht bewusst zu sein. Sie lassen sich von anderen Menschen beeinflussen und dopen sich oder manipulieren, durch ihre Leistungen, mögliche Spielverläufe. Jedoch sind diese Handlungen nicht mit ihrem Beruf vereinbar. Sie begehen dadurch eine Straftat, im Sinne von Gesetzen und im Sinne ihrer eigenen sportlichen ethischen Grundsätzen.

Heutzutage scheint diese Hinterfragung der Dinge im Sport keine Rolle mehr zu spielen. Es steht viel mehr im Vordergrund durch jegliche Mittel zu gewinnen. Sei es sportliche Erfolge zu feiern oder schnell an Reichtum zu kommen (vgl. Volkwein, 1995). Die Motivation von Sport zieht der Sportler scheinbar nicht mehr aus der intrinsischen Motivation, was ein von „innen“ ausgehender Reiz ist (vgl. Heckhausen & Heckhausen, 2010). Sondern vielmehr aus einer extrinsischen Motivation, was ein von „außen“ einwirkender Reiz ist (vgl. Sansone, 2000). Dabei sind vor allem immer größere Prämien, durch Sponsoren etc., gemeint.

Kann also ein Sport mit durchführbaren ethischen Grundsätzen existieren? Es scheint eine Art Paradoxon zu sein (vgl. Volkwein, 1995).

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656217510
ISBN (Buch)
9783656218616
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195882
Institution / Hochschule
Universität Bayreuth
Note
Schlagworte
Markt für Sportwetten

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