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Die Konkurrenz durch Direktbanken – Folgen für das Privatkundengeschäft der klassischen Filialbank

Seminararbeit 2012 19 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Einleitung

1. Die Bankenarten
1.1 Klassische Filialbanken
1.2 Direktbanken

2. Der zentrale Absatzkanal für Bankprodukte

3. Produktspezialisierung der klassischen Filialbank

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anlagen

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung1: Vgl. D. Bartmann/M. Nirschl/A. Peters, Retail Banking, 2. Aufl, Frankfurt 2011

Abbildung2: Vgl. Deutsche Bank Research September 2010 http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_ DE- PROD/PROD0000000000261864/Mehrheit+der+Bankkunden+ recherchiert+online%3A+Ergebnisse+einer+Clickstream- Analyse.pdf [Zugriff: 28.12.2011].

Abbildung3: Vgl. Deutsche Bank Research September 2010 http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_ DE- PROD/PROD0000000000261864/Mehrheit+der+Bankkunden+ recherchiert+online%3A+Ergebnisse+einer+Clickstream- Analyse.pdf [Zugriff: 28.12.2011]…

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Konkurrenz der klassischen Filialbank wird immer größer, da immer mehr Kunden über die Direktbanken einen Rund-um-die-Uhr-Service am Telefon oder im Internet genießen. Indem das reine Internetbanking nicht die hohen Kosten einer klassischen Filialbank erzeugt und zudem noch optimierte Prozesse aufweist, kann die Direktbank diese Vorteile in Form von attraktiven Zinsen oder kostengünstigen Produkten an den Kunden weiter geben.1

Aufgrund der wachsenden Zahl der Internetnutzer, sowie der branchenweit angeho- benen Sicherheitsstandards, ist die Zahl der Verbraucher, die Online Banking und Brokerage nutzen, auf etwa 30 Mio. gewachsen.2 Somit werden in 2012 fast 47% der Kunden in Deutschland Online Banking betreiben. Eine Tendenz, die in Europa seit 5 Jahren stabil aufwärts verläuft.3 Des Weiteren profitieren Direktbanken von den ne- gativen Pressebeiträgen die beim Kunden den Eindruck verstärken, dass etablierte Banken eher im eigenen Interesse handeln. Diesen Umstand nutzen Direktbanken, um sich im Markt entsprechend als unabhängig mit einer breiten Produktpalette an- zubieten.4 Diese Faktoren und Kriterien werden zwangsweise zu Folgen für das Pri- vatkundengeschäft bei den klassischen Filialbanken führen. Beide Bankenarten ver- suchen jedoch weiterhin Ihre Marktanteile zu halten und auszubauen.5

Diese Arbeit befasst sich mit der Konkurrenz durch Direktbanken zu den klassischen Filialbanken, wobei untersucht werden soll, welche Auswirkungen dies für das Privatkundengeschäft der klassischen Filialbank hat. Aus der Arbeit wird in der Zusammenfassung eine Prognose für die zukünftige Entwicklung des Privatkundengeschäftes der klassischen Filialbank erstellt. Die vorliegende Arbeit bedient sich sowohl zahlreicher Sekundär- als auch Primärquellen, die in den verschiedenen Kapiteln und Abschnitten genutzt werden. Der repräsentative Bericht „Mehrheit der Kunden recherchiert Online“ welches ein gemeinsames Projekt der GfK, Google und der Deutsche Bank Research ist, wird vor allem für die empirischen Untersuchungen der zentralen Absatzkanäle im Privatkundengeschäft herangezogen.

1. Die Bankenarten

1.1 Klassische Filialbanken

Bei einer klassischen Filialbank handelt es sich um Kreditinstitute, die Bankdienstleistungen in einem Filialnetz bereitstellen. Die Filialbanken zeichnen sich i.d.R. durch eine hohe Beratungsintensität und Qualität, insbesondere bei komplexen Produkten aus. Dadurch wird es notwendig, dass Berater dieser Filialen eine besondere Ausbildung erhalten, welche sehr kostspielig sein kann.6

Dieser Leistungsdruck entsteht durch den zunehmenden Preiswettbewerb, der unter anderem die Gewinnspanne schmälert. Des Weiteren genießt der Kunde eine hohe Transparenz und zählt somit zu den „informierten Kunden“, dessen Anforderung an Beratungsqualität zunehmend steigen.7

Die Kostenstruktur einer Filialbank wird hierdurch stark erhöht, so dass immer mehr Sparkassen aus Kostengründen miteinander fusionieren und Ihre Filialen zusammenlegen müssen. Auch Aktiengesellschaften, wie z.B. die Deutsche Bank oder Commerzbank konzentrieren Ihr Filialnetz auf wenige Filialen.

Nichts desto trotz bringt ein Filialnetz einige strategische Vorteile mit sich. Die Filialbank bietet eine weitreichende Präsenz, wohin gegen sich die Direktbanken über verschiedenste Marketingkanäle behaupten müssen. Aufgrund der örtlichen Nähe bleiben der Filialbank viele Kunden treu, da sie für gute qualitative und persönliche Beratung keine weiten Wege auf sich nehmen müssen.8

Um dem entsprechenden Druck und den hohen Erwartungen gerecht zu werden, bedienen sich klassische Filialbanken verschiedener Filialkonzepte. Hierbei ist die Zielsetzung der entsprechenden Bank ganz entscheidend. Denn neben dem klassischen und etablierten Filialformen sind auch innovative Konzepte vertreten9:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 110

Eines der innovativsten Filialformen bietet die Deutsche Bank in Berlin. In dieser „Erlebnisbank“ ist nicht nur ein Trendshop mit exklusiven Einzelhandelsmarken integriert, sondern auch eine Kinderbetreuung, wie auch eine Lounge, in der eine Pause einlegt werden kann. Dieses Konzept steigert die Neukundengewinnung, die Kundenzufriedenheit sowie Kundenbindung. Die kostspieligste Filialbank der Deutsche Bank ist gleichzeitig auch die wirtschaftlich erfolgreichste.11

1.2 Direktbanken

Direktbanken sind Kreditinstitute, die im Gegensatz zu den klassischen Filialbanken kein eigenes Filialnetz besitzen. Sie unterliegen allerdings denselben Rechtsbestimmungen im KWG wie klassische Filialbanken und werden von der BaFin kontrolliert und überwacht, da sie Produkte im Sinne des § 1 Abs. 1 KWG anbieten.12

„Direktbanken konzentrieren sich bisher ausschließlich auf das Mengengeschäft“.13

Zu den größten Direktbanken in Deutschland gehören:

- ING-Diba (Tochterunternehmen der nied. ING Groep N.V.)
- 7.1 Mio. Kunden14

- comdirect bank (Tochterunternehmen der Commerzbank AG)
- 2,2 Mio. Kunden15

- Cortal Consors (Tochterunternehmen der BNP Paribas)
- 1,1 Mio. Kunden16

- DAB Bank (Tochterunternehme der HypoVereinsbank)
- 620.652 Kunden17

Aufgrund der niedrigen Kostenstruktur, sind Direktbanken in der Lage, bessere und attraktivere Konditionen anzubieten als klassische Filialbanken. Direktbanken haben zudem keine „Filialöffnungszeiten“ und bieten eine 24-Stündige Erreichbarkeit an sieben Tagen der Woche an. Diesen Zugang gewähren sie allerdings hauptsächlich über das Internet, Telefon oder Fax. Ein persönlicher Kontakt von Angesicht zu An- gesicht ist aufgrund des fehlenden Filialbetriebs nicht möglich. Ein erheblicher Vorteil der Direktbanken ist weiterhin die unbürokratische Abwicklung jeglicher Geschäfte und Transaktionen.

Seit dem 01.10.2010 hat der neue Personalausweis eine Online-Ausweisfunktion.18 Die Kunden einer Direktbank können einen elektronischen Identitätsnachweis zum Online-Ausweisen nutzen. Des Weiteren kann der neue Personalausweis als elektronische Signatur genutzt werden.

Somit können Kontoeröffnungsunterlagen bequem von zu Hause ausgefüllt und elektronisch signiert werden. Anhand des neuen Personalausweises kann der Kunde zudem elektronisch legitimiert werden. Ein Prozess, der in einer Filialbank undenkbar ist, zumal ein Bankkunde z.B. allein für eine Adressänderung meistens persönlich in der Filiale erscheinen und zudem zwingend eigenhändig unterschreiben müsste.

[...]


1 Vgl. Geschäftsbericht ING-Diba 2010, www.ing-diba_j_bericht_2010.pdf [Zugriff: 15.01.2012]

2 Vgl. Geschäftsbericht comdirect 2010, www.comdirect.de/cms/.pdf [Zugriff: 14.01.2012]

3 Vgl. Deutsche Bank Research November 2011, www.dbresearch.de/PROD//.pdf [Zugriff: 16.01.2012]

4 Vgl. Geschäftsbericht DAB Bank 2010, www.dab-bank.de _2011_2_(d).pdf [Zugriff: 13.01.2012]

5 Vgl. D. Effert, Qualitäts- und Preisimage bei Banken, 1. Aufl., Hamm 2010, S.15

6 Vgl. Postbank Journal, http://finanzberichte.postbank.de/2010/gb.html [Zugriff: 29.12.2011]

7 Vgl. D. Spath/W. Bauer/M. Engstler, Innovationen und Konzepte für die Bank der Zukunft , 1. Aufl, Wiesbaden 2008, S. 157

8 Vgl. U. Swoboda, Direct Banking, 1. Aufl, Heidelberg 2000, S. 212

9 Vgl. D. Bartmann/M. Nirschl/A. Peters, Retail Banking, 2. Aufl, Frankfurt 2011, S. 154ff

10 Vgl. D. Bartmann/M. Nirschl/A. Peters, Retail Banking, 2. Aufl, Frankfurt 2011, S. 155

11 Vgl. Internetauftritt Q110, www.q110.de [Zugriff: 15.02.2012]

12 Vgl. Bankrecht, Becksche Texte, 38. Aufl., München 2011, S. 113ff

13 Vgl. U. Swoboda, Direct Banking, 1. Aufl, Heidelberg 2000, S. 16

14 Vgl. Geschäftsbericht Ing-Diba 2010, www.ing-diba_j_bericht_2010.pdf [Zugriff: 15.01.2012]

15 Vgl. Geschäftsbericht comdirect 2010, www.comdirect.de/cms/.pdf [Zugriff: 14.01.2012]

16 Vgl. Internetauftritt Cortal Consors 2011, www.cortalconsors.de/Unternehmen [Zugriff: 15.02.2012]

17 Vgl. Geschäftsbericht DAB Bank 2010, www.dab-bank.de _2011_2_(d).pdf [Zugriff: 13.01.2012]

18 Vgl. Bundesministerium des Innern www.bmi.bund.de_Persoausweis.html [Zugriff: 14.02.2012]

Details

Seiten
19
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656221463
ISBN (Buch)
9783656221654
Dateigröße
755 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195881
Institution / Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,0
Schlagworte
konkurrenz direktbanken folgen privatkundengeschäft filialbank

Autor

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