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Wikileaks und die Guantánamo-Files

Darstellung und Rezeption in den Medien

Hausarbeit 2011 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Was sind die Guantánamo-Files?
2.1 Guantánamo-Bay
2.2 Die Guantánamo-Files

3 Die Beteiligten
3.1 Wikileaks und seine Verbündeten
3.2 Die Konkurrenz
3.3 Die „Uneingeweihten“

4 Die verschiedenen Herangehensweisen
4.1 Fokus auf die Guantánamo-Files
4.2 Fokus auf den WikiLeaks-Konflikt

5 Fazit

6 Moduleinordnung

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Jahr 2006 wurde die Enthüllungs-Plattform WikiLeaks von dem Australier Julian Assange ins Leben gerufen. Die Enthüllungs-Plattform soll Whistleblowern eine Möglichkeit zur sicheren und einfachen Veröffentlichung von Informationen bieten und dafür sorgen, dass diese Informationen allen zugänglich sind. Im April 2011 veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks zeitgleich mit mehreren Nachrichten-Agenturen Dateien, die als geheim eingestufte Informationen der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika enthielten. Bei dem im April veröffentlichten Daten handelt es sich um die Dossiers von über 700 Menschen, die bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Daten der US-Regierung entwendet wurden, im Gefangenenlager Guantánamo-Bay auf Kuba eingesessen haben oder dort noch einsitzen.

Die folgende Arbeit soll einen Blick auf die unterschiedlichen Arten werfen, mit der das Material von den verschiedenen Nachrichten-Agenturen behandelt wurde, aber auch auf Hintergründe eingehen, die die Veröffentlichung der Daten betreffen und die sich in den Veröffentlichungen der Nachrichten-Agenturen zu den sogenannten Guantánamo-Files wiederspiegeln.

2 Was sind die Guantánamo-Files?

Dieses Kapitel soll grundlegende Informationen über den Hintergrund des Gefangenenlagers Guantánamo-Bay geben und einen Überblick über die Guantànamo-Files die von WikiLeaks und diversen Nachrichtenorganisationen veröffentlicht wurden.

2.1 Guantánamo-Bay

Das Gefangenenlager in Guantánamo-Bay auf Kuba wurde 2002 gegründet und sorgte bereits kurz nach seiner Eröffnung, als Fotos von den dort inhaftierten Gefangenen veröffentlicht wurden, für Aufregung in der internationalen Presse.

„Dennoch sind die ersten Fotografien der Gefangenen in ihren orangefarbenen Anzügen und mit verbundenen Augen hinter Maschen- und Stacheldraht zum Symbol des Lagers geworden.“ (Rüb, 2011)

Die Fotos, die das erste Lager, genannt „Camp X-ray“, das inzwischen geschlossen ist und in dem es noch keine festen Gebäude gab, zeigten, sorgten bereits für eine Menge Kritik über die Behandlung der Gefangenen im Gefangenenlager in Guantánamo.[1]

Bereits im Mai 2002 waren die offenen Käfige, die auf den Fotos zu sehen waren, durch die festen Gebäude des „Camp Delta“ ersetzt worden und weitere Baumaßnahmen folgten.[2]

Im Jahr 2004 veröffentlichte David Rose ein Buch unter dem Titel „Guantánamo – America`s War on Human Rights“, in dem er über das Gefängnis Guantánamo Bay und die dort inhaftierten Gefangenen, auch anhand von den Fallbeispielen mehrerer britischer Staatsbürger, die in Guantánamo-Bay inhaftiert waren und von denen die meisten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches bereits wieder entlassen waren, berichtet.

2.2 Die Guantánamo-Files

Die Guantànamo-Files, auch Gitmo-Files oder GTMO-Files genannt, bestehen aus über 700 geheimen Dokumenten. Die genaue Zahl der Dokumente variiert, je nach Quelle nach der man geht. Während auf WikiLeaks die Anzahl der Dokumente mit 765 von 779 bisher veröffentlichten Dateien beziffert wird, nennt die Columbia Journalism Review eine Summe von 759 Dateien und die Frankfurter Allgemeine Zeitung von 779 Dateien, der Spiegel beziffert die Anzahl der Dateien auf 765 und bestätigt damit die von WikiLeaks genannte Menge.[3] Die Dateien geben einen Einblick darüber, welche Informationen die Vereinigten Staaten über die dort gefangengehaltenen Personen haben, welche Informationen sie sich von ihnen erhofften und welche Informationen sie von ihnen erlangen konnten. Aber auch Anweisungen für die Verhörspezialisten, wie man Terroristen erkennen kann sind unter den Dateien.[4]

„Another 17-page file, titled „GTMO matrix of threat indicators for enemy combatants“, advises interrogators to look out for signs of terrorist activity ranging from links to a number of mosques around the world, including two in London, to ownership of a particular model of Casio watch.“ (Leigh, et al., 2011)

Die Guantánamo-Files sollen wie bereits diverse frühere Enthüllungen aus dem Datenberg stammen, den Bradley Manning der Enthüllungsplattform zugespielt hat:

„Als sicher gilt, dass die Datensätze offenbar aus dem gleichen Fundus stammen, aus dem schon die Irak-Videos und die US-Botschaftsdepeschen kommen. Es wird vermutet, dass der US-Soldat Bradley Manning die Geheiminformationen an Wikileaks gegeben hat.“ (Kuhn, 2011)

3 Die Beteiligten

Dieses Kapitel beschäftigt sich damit, welche Verlagshäuser und Nachrichtenorganisationen wann etwas über die Guantánamo-Files veröffentlicht haben und auf welche Weise sie an die Information gelangt sind. In diesem Zusammenhang ist der Hintergrund der Veröffentlichung der Guantánamo-Files besonders interessant, da die Dateien nicht nur den Partnern von WikiLeaks, unter der Auflage erst zu veröffentlichen, wenn WikiLeaks die Dateien freigibt, zur Verfügung stand, sondern auch auf bisher unbekannte Weise der New York Times in die Hände gespielt worden war, die diese Dateien ebenfalls mit anderen teilte.

„„WikiLeaks is not our source“, Times executive editor Bill Keller told The Huffington Post. “We got the material with no embargo.”” (Calderone, 2011)

Wer aber die Quelle war, die der New York Times die Guantánamo-Files zugespielt hatte, hatte das Verlagshaus bisher noch nicht bekannt gegeben.

3.1 Wikileaks und seine Verbündeten

WikiLeaks arbeitete bei den Guantánamo-Files mit 10 weiteren Organisationen und Personen zusammen, denen sie die Dateien zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt hatten.

„Die Koalition der von Wikileaks im Augenblick „autorisierten Partner“ („Washington Post“, „Miami Herald“, „El País“, „Telegraph“, „Spiegel“, „Le Monde“, „Aftonbladet“, „Republlica“ und „L’Espresso“) durfte das Material analysieren und für die Publikation aufarbeiten, aber nicht veröffentlichen.“ (Borchers, 2011)

Im Einzelnen handelt es sich bei den Partnern von WikiLeaks um 9 internationale Verlagshäuser und Medienkonzerne und einen Journalisten. In Deutschland handelte es sich hierbei um den Spiegel, in Großbritannien waren es der Daily Telegraph und der Journalist Andy Worthington, in den Vereinigten Staaten von Amerika waren die Washington Post und die McClatchy Company, zu denen unter anderem auch der Miami Herald gehört, eingeweiht. In Italien standen die Dateien der La Repubblica und dem L’Espresso zur Verfügung. Weiterhin verfügten die schwedische Zeitung Aftonbladet und die französische Zeitung Le Monde über Zugriff auf die Guantánamo-Files.[5] In den folgenden Kapiteln hauptsächlich die deutsch- und englischsprachigen Veröffentlichungen Berücksichtigung finden.

[...]


[1] Zu den Zuständen in Guantánamo und dem Entstehen der Fotos siehe auch (Rose, 2004) Seite 49ff.

[2] Vgl. (Rose, 2004) Seite 54 ff.

[3] Vgl. (WikiLeaks), (Meares, 2011), (Goetz, et al., 2011) und (Rüb, 2011).

[4] Vgl. (WikiLeaks)

[5] Vgl. (Meares, 2011)

Details

Seiten
20
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656221258
ISBN (Buch)
9783656222484
Dateigröße
794 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195831
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Institut für Medienwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
wikileaks guantánamo-files darstellung rezeption medien

Autor

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Titel: Wikileaks und die Guantánamo-Files