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Bilanzierung von Finanzinstrumenten des Handelsbestandes bei Kreditinstituten nach § 340e Abs. 3 HGB

Hausarbeit 2012 18 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau des Assignments

2. Anwendungsbereich der Bewertungsvorschrift
2.1 Abgrenzung von Kreditinstituten
2.2 Untergliederung von Finanzinstrumenten
2.2.1 Definition von Finanzinstrumenten
2.2.2 Zuordnung zum Handelsbestand

3. Steuerrechtliche Ergänzungen

4. Änderungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
4.1 Bewertungsvorschriften nach aktueller Gesetzeslage
4.2 Bilanzielle Auswirkung am Beispiel der Sparkasse Gifhorn - Wolfsburg

5. Der Einfluss internationaler Standards auf die Bewertungsvorschrift

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzinstrumente nach IAS 39

Abbildung 2: Voraussetzungen für Finanzinstrumente des Handelsbestands

Abbildung 3: Bilanzausschnitt der Sparkasse Gifhorn – Wolfsburg aus dem Jahresabschluss

Abbildung 4: Bilanzausschnitt der Sparkasse Gifhorn – Wolfsburg aus dem Jahresabschluss 2010

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die zunehmende Globalisierung und Internationalisierung macht auch vor der Bilanzpolitik und Rechnungslegung keinen Halt[1]. Hierbei kann das Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetztes am 29.05.2009 als ein Meilenstein, sowie als eine der größten Reformen des Bilanzrechts der letzten 25 Jahre bezeichnet werden[2].

Mit Hilfe dieser neuen Gesetzgebung sollen mehrere Ziele erreicht werden[3]. Zum einen soll die „Aussagekraft des handelsrechtlichen Jahresabschlusses“[4] durch Angleichung an internationale Standards optimiert werden. Weiterhin beabsichtigt das BilMog eine Deregulierung von kleinen und mittleren Unternehmen[5] sowie eine Umsetzung verschiedener EU-Richtlinien.

Innerhalb der Neuordnung dieser gesetzlichen Rahmenbedingungen nehmen Kreditinstitute, wie in vielen anderen Bereichen der Gesetzgebung auch, eine besondere Stellung ein[6]. Dabei haben vor allem die letzten Finanzkrisen gezeigt, dass sachgerechte Bilanzierungsregeln und die daraus folgende transparente Informationsgewinnung, einen wichtigen Stellenwert bei der Risikofrüherkennung einnehmen[7]. Vor allem Kreditinstitute, die einen ausgeprägten Eigenhandel betreiben, müssen dabei mit immer detaillierteren Sanktionen rechnen. Dies lässt sich vor allem mit dem starken Einfluss auf die Weltmärkte und die damit verbundenen Zahlungsströme innerhalb der Weltwirtschaft begründen.

Allerdings sollte von Seiten der Gesetzgebung darauf geachtet werden, dass aufgrund zunehmender Regulierung, nicht vor allem Kreditinstitute, die originäre Aufgaben in der Volkswirtschaft wahrnehmen, z.B. Finanzierung des Mittelstandes, zu stark beeinträchtigt werden.

1.2 Zielsetzung und Aufbau des Assignments

Aufgrund des sehr umfangreichen Themas, soll in dieser wissenschaftlichen Darstellung vorwiegend die Bilanzierung von Finanzinstrumenten des Handelsbestandes bei Kreditinstituten nach § 340e Abs. 3 HGB genauer beleuchtet werden.

Im ersten Kapitel dieses Assignments soll eine kurze Einleitung zur Aktualität dieses Themas gegeben werden. Dabei werden die Problemstellung sowie die Zielsetzung dieser wissenschaftlichen Arbeit abgegrenzt. Aus dieser Betrachtung soll die bilanzpolitische Konsequenz für Kreditinstitute aufgrund der Bewertungsvorschrift nach § 340e Abs. 3 HGB als Finalziel dieses Assignments abgeleitet werden.

Damit eine abschließende Aussage dazu gemacht werden kann, wird im zweiten Kapitel dieser Hausarbeit der § 340e Abs. 3 HGB genauer analysiert. Hierbei soll als Modalziel eine Abgrenzung für den Anwendungsbereich dieser Bewertungsvorschrift stattfinden. Es muss aufgezeigt werden, welche Finanzinstrumente, sowie welche Unternehmen von der Bewertungsvorschrift des

§ 340e Abs. 3 HGB betroffen sind.

Im darauf folgenden Teil dieses Assignments wird die handelsrechtliche Komponente um die steuerrechtlichen Tatsachen, die mit der Bewertungsvorschrift zusammenhängen, ergänzt.

Im vierten Kapitel soll, als weiteres Teilziel der Arbeit, analysiert werden, in wie fern die Einführung des BilMog eine veränderte Rechnungslegung durch §340e Abs. 3 HGB für Kreditinstitute mit sich führt. Dabei soll die Bilanz der Sparkasse Gifhorn – Wolfsburg als konkretes Beispiel herangezogen werden.

Schlussfolgernd wird im fünften Kapitel der Hausarbeit untersucht, in wie fern internationale Standards, die Einführung des BilMog und der damit verbundenen Bewertungsvorschrift nach §340e Abs. 3 HGB geprägt haben.

Im Fazit dieser Arbeit soll eine kritische Würdigung das Thema zusammenfassen und abrunden.

2. Anwendungsbereich der Bewertungsvorschrift

2.1 Abgrenzung von Kreditinstituten

Die Bewertungsvorschrift im § 340e Abs. 3 HGB richtet sich eindeutig an Kreditinstitute. Dabei bestimmt der § 340 HGB genauer, für wen dieser Tatbestand gilt. Im § 340 Abs. 1 HGB wird erläutert: „Dieser Unterabschnitt ist auf Kreditinstitute im Sinne des § 1 Abs. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen anzuwenden, soweit sie nach dessen § 2 Abs. 1, 4 oder 5 von der Anwendung nicht ausgenommen sind, sowie auf Zweigniederlassungen von Unternehmen mit Sitz in einem Staat, der nicht Mitglied der Europäischen Gemeinschaft und auch nicht Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ist, sofern die Zweigniederlassung nach § 53 Abs. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen als Kreditinstitut gilt“[8].

Somit wird hier auf § 1 Abs. 1 des KWG verwiesen. Dort heißt es: „Kreditinstitute sind Unternehmen, die Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreiben, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert“[9]. Weiterhin muss hier noch die Frage des Bankgeschäfts genauer erörtert werden.[10] Hier lassen sich einzelne Kriterien im § 1 Abs. 1 Nr. 1 – 12 KWG wiederfinden. Das Handelsgesetzbuch benennt Ausnahmen, für welche diese Bewertungsvorschrift nicht gilt, im § 2 Abs. 1, 4 oder 5 des KWG, z.B. die Deutsche Bundesbank[11]. Weiterhin finden an dieser Stelle die Ergänzungen im § 340 Abs. 2 – 5 HGB Anwendung.

Somit kann aber schon an diesem Punkt festgehalten werden, dass die Ansatzvorschrift nach § 340e Abs. 3 HGB an Unternehmen gerichtet ist, die in kaufmännischer Weise Bankgeschäfte nach dem KWG und Zahlungsdienste nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz betreiben[12].

2.2 Untergliederung von Finanzinstrumenten

2.2.1 Definition von Finanzinstrumenten

Das KWG definiert im § 1a Abs. 3 ein Finanzinstrument als, „vorbehaltlich § 1 Abs. 11, alle Verträge, die für eine der beteiligten Seiten einen finanziellen Vermögenswert und für die andere Seite eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument schaffen“[13].

Eine detailliertere Definition erhalten wir durch die IAS 39[14]. Hierbei findet eine Abgrenzung der Finanzinstrumente statt. Aufgeführt werden dort alle originären Finanzinstrumente, wie z.B. Kassenbestand, Forderungen, Verbindlichkeiten und Wertpapiere, sowie alle derivativen Finanzinstrumente, wie z.B. Swaps, Futures, Forwards und Optionen[15].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Finanzinstrumente nach IAS 39[16]

2.2.2 Zuordnung zum Handelsbestand

Bei der Einordnung von Finanzinstrumenten muss zwischen Finanzinstrumente des Handelsbestandes sowie zwischen Finanzinstrumente des Anlagebestandes bzw. der Liquiditätsreserve unterschieden werden[17]. Damit ein Finanzinstrument dem Handelsbestand zugeordnet werden kann, müssen einige Eigenschaften erfüllt sein.

[...]


[1] Vgl. Rolf Uwe Fülbier, Patrick Kuschel und Friederike Maier, BilMog – Internationalisierung des HGB und Auswirkungen auf das Controlling, Band 72, 1. Auflage, Weinheim 2010, S. 11

[2] Vgl. Thomas Drapinski, Auswirkungen des Bilanzmodernisierungsgesetzes auf die Rechnungslegung im Handelsgesetzbuch, 1. Auflage, Hamburg 2009, S. 1

[3] Vgl. http://jahresabschluss.pro/rechnungslegung/bilmog/ Abruf 19.04.2012 Ausdruck 19.04.2012

[4] http://jahresabschluss.pro/rechnungslegung/bilmog/ Abruf 19.04.2012 Ausdruck 19.04.2012

[5] Vgl. http://jahresabschluss.pro/rechnungslegung/bilmog/ Abruf 19.04.2012 Ausdruck 19.04.2012

[6] Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank, September 2010, S.50

[7] Vgl. Michael Reuter, Eigenkapitalausweis im IFRS - Abschluss, 1. Auflage, Berlin 2008, S. 2

[8] Dirk Güllemann, Wichtige Gesetze des Wirtschaftsprivatrechts, 12. Auflage, Herne 2011, S. 794

[9] http://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/__1.html Abruf 20.04.2012 Ausdruck 20.04.2012

[10] Vgl. http://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/__1.html Abruf 20.04.2012 Ausdruck 20.04.2012

[11] Vgl. Güllemann, Wichtige Gesetze des Wirtschaftsprivatrechts, S. 791

[12] Vgl. Andreas Huthmann und Frank Schmitz, Bilanzierung von Finanzinstrumenten, 1. Auflage, Wiesbaden 2012, S. 89

[13] http://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/__1.html Abruf 20.04.2012 Ausdruck 20.04.2012

[14] Vgl. Gabriela Murczynski, Hedge Accounting nach IAS 39 unter Berücksichtigung statistischer Verfahren zur Effektivitätsmessung, 1. Auflage, Norderstedt 2006, S. 9

[15] Vgl. Murczynski, Hedge Accounting nach IAS 39 unter Berücksichtigung statistischer Verfahren zur Effektivitätsmessung, S. 10

[16] Murczynski, Hedge Accounting nach IAS 39 unter Berücksichtigung statistischer Verfahren zur Effektivitätsmessung, S. 10

[17] Vgl. Huthmann und Schmitz, Bilanzierung von Finanzinstrumenten, S. 90

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656218821
ISBN (Buch)
9783656219484
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195742
Institution / Hochschule
AKAD-Fachhochschule Pinneberg (ehem. Rendsburg)
Note
1,7
Schlagworte
bilanzierung finanzinstrumenten handelsbestandes kreditinstituten

Autor

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