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Akademisierung der Pflege

Hausarbeit 2012 15 Seiten

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zielsetzung

3 Rahmenbedingungen

4 Studienmodelle

5 Studieninhalte

6 Auswirkungen

7 Finanzierung

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Bestandteile eine dualen Studiums

1 Einleitung

Die Pflege in Deutschland ist mit einem doppelten Demografieproblem konfrontiert. Aufgrund des demografischen Wandels wird es in Zukunft immer mehr alte Menschen geben, die auf qualifizierte und kompetente Pflegekräfte angewiesen sind. Leider nimmt jedoch der Fachkräftemangel im Pflegebereich stetig zu.[1] Zu wenig junge Leute entscheiden sich für den Beruf des Krankenpflegers oder der Krankenpflegerin. Bis 2025 werden voraussichtlich bis zu 200.000 Pflegefachkräfte fehlen.[2] Heute können die fehlenden Fachkräfte teilweise noch durch an- und ungelernte Pflegemitarbeiter ersetzt werden, vor allem in Pflegeheimen werden oft Zeitarbeiter eingesetzt.[3] Bis 2025 wird die Nachfrage nach hochqualifiziertem Pflegepersonal jedoch drastisch steigen. Bereits 80 Prozent der Krankenhäuser und Sozialstationen haben schon heute einen Mangel an ausreichend qualifiziertem Pflegepersonal.[4] Mit fallender Anzahl von Fachkräften sinkt auch die Qualität der Versorgung. Dieser unmittelbare Zusammenhang wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen und zeigt wie gefährlich der Fachkräftemangel, nicht nur für die Pfleger/innen, sondern vor allem für den Patienten ist. Eine Studie[5] des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe ergab, dass knapp die Hälfte aller Studienteilnehmer Verwandte oder nahe Bekannte nicht im eigenen Arbeitsplatz versorgen lassen würden.[6]

Der Pflegeberuf stellt momentan keinen besonders attraktiven Arbeitsplatz dar. Dauerstress, schlechte Bezahlung und immer mehr Patienten mit sinkender Verweildauer prägen das eher schlechte Image des Pflegeberufs.[7] Um den Pflegeberuf wieder attraktiver zu gestalten und der Nachfrage nach hochspezialisierten Fachkräften gerecht zu werden, müssen zum einen die Arbeitsbedingungen verbessert werden und zum anderen mehr interessierte und qualifizierte Bewerber für diesen Beruf gewonnen werden. Eine Möglichkeit wäre, den Pflegeberuf zu professionalisieren, also die berufliche Ausbildung auf Hochschulniveau anzuheben. Ein dualer Studiengang, der mit einem akademischen Grad abgeschlossen wird, Spezialisierung und Aufstiegschancen ermöglicht, würde den Pflegeberuf auch für Abiturienten interessanter machen, die anstatt einer Ausbildung ein Hochschulstudium bevorzugen. Die Neugestaltung des Pflegeberufs und der dafür notwendigen Ausbildung gestaltet sich jedoch relativ schwierig.

In dieser Arbeit werden zunächst die Rahmenbedingungen der Pflege beschrieben. Im Anschluss wird auf verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung eines Studiengangs eingegangen sowie auf die Ergebnisqualität und Wirkung. Abschließend werden kurz die Möglichkeiten der Finanzierung angesprochen.

2 Zielsetzung

Das Ziel der Akademisierung der Pflege ist die Verbesserung der Qualität des medizinischen und pflegerischen Handelns. Des Weiteren kann durch die Akademisierung der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden. Neben den pflegerischen Tätigkeiten lernen Studierende auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu erheben und anzuwenden sowie angewandte Methoden kritisch zu hinterfragen.[8] In der Routine des Pflegealltags können die Studenten Denken und Handeln der Beteiligten in Frage stellen und Abläufe gegebenenfalls neu konstruieren um so einen großen Mehrwert zum Gesundheitssystem und der Patientenversorgung zu leisten.[9]

Diese Ziele und die Professionalisierung der Pflege sollen den Pflegeberuf, speziell auch für Abiturienten attraktiver und interessanter gestalten, als nur die Ausbildung als Pflegekraft. Die Doppelqualifikation, vor allem auch die frühe Berufserfahrung, erweitern das Arbeitsfeld der akademisierten Pflegekräfte beträchtlich. Zusätzlich sollten auch Spezialisierungen für einzelne Fachdisziplinen angeboten werden.

3 Rahmenbedingungen

Die Akademisierung der Pflege wird bereits seit den 1990er Jahren diskutiert, ausgelöst durch den „Pflegenotstand“, der in den 1980er Jahren zum ersten Mal sichtbar und politisch relevant wurde.[10] In den kommenden vierzig Jahren wird sich die Anzahl der Pflegefälle auf circa 4,4 Millionen verdoppeln.[11] Bereits bis 2025 wird die Nachfrage nach hochqualifiziertem Pflegepersonal um bis zu 27 Prozent, in ambulanten und (teil-) stationären Einrichtungen sogar um bis zu 50 Prozent steigen.[12] In absoluten Zahlen bedeutet das, dass im Jahr 2025 mindestens 940.000 Pflegekräfte benötigt werden.[13]

Die Vorrausetzung um als Pflegekraft tätig werden zu dürfen ist eine Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Diese ist bundesweit einheitlich im Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (KrPflG) und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Berufe der Krankenpflege (KrPflAPrV vom 10. November 2003) geregelt.[14]

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird an Berufsfachschulen für Krankenpflege angeboten. Bei Modellversuchen, in denen durch ein Aufbaumodul ein beziehungsweise zwei weitere Abschlüsse erworben werden können, summiert sich die Ausbildungsdauer auf insgesamt dreieinhalb Jahre. Die Berufsfachschulausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in kann darüber hinaus mit einem Hochschulstudium kombiniert werden.[15]

Zulassungsvoraussetzung für die Ausbildung ist ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine gleichwertige Vorbildung. Schüler/innen mit Hauptschulabschluss können ebenfalls aufgenommen werden, aber nur wenn sie zuvor entweder eine zusätzliche Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer abgeschlossen haben oder über eine Erlaubnis als Gesundheits- und Krankenpfleger/in verfügen beziehungsweise eine landesrechtlich geregelte Ausbildung mit einer Dauer von mindestens einem Jahr in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe oder in der Altenpflegehilfe erfolgreich absolviert haben. Ebenso können Schüler/innen mit einer sonstigen zehnjährigen allgemeinen Schulbildung zugelassen werden. Vor dem Beginn der Ausbildung ist eine gesundheitliche Eignungsfeststellung durch ein ärztliches Attest obligatorisch.[16]

Die Forderung nach akademischen Pflegeberufen wird immer größer. Der Gemeinsamen Bundesausschusses hat mit Beschluss vom 20. Oktober 2011 die Richtlinie über die Festlegung ärztlicher Tätigkeiten zur Übertragung auf Berufsangehörige der Alten- und Krankenpflege zur selbstständigen Ausübung von Heilkunde im Rahmen von Modellvorhaben nach § 63 Abs. 3c Sozialgesetzbuch V (Erstfassung) verabschiedet. Aktuell ist diese Richtlinie noch nicht in Kraft.[17]

Mitte Dezember 2011 wurde im Rahmen eines Reformvorschlags von der EU-Kommission eine Richtlinie vorgelegt, nach der ein Abitur Vorrausetzung zur Ausübung von Pflegeberufen werden soll. Dies soll die Mobilität der Pflegekräfte EU-weit erleichtern. In 24 Staaten ist die Richtlinie bereits umgesetzt, die Mindestanforderung um einen Pflegeberuf auszuüben ist ein Schulabschluss nach zwölf Jahren. Die Richtlinie wird in Deutschland bereits kritisiert. Es gibt die Befürchtung, dass der Pflegekräftemangel so nur verschlimmert wird. Außerdem möchte man auch Absolventen der Mittleren Reife weiterhin den Zugang zu Pflegeberufen ermöglichen.[18]

[...]


[1] Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft Köln [2011].

[2] Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft Köln [2011].

[3] Vgl. Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe [2009], S. 8f.

[4] Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft Köln [2011].

[5] 3048 freiwillig teilnehmende Pflegekräfte beantworteten Fragen zum Pflegealltag.

[6] Vgl. Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe [2009], S. 10.

[7] Vgl. Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe [2009], S. 5.

[8] Vgl. Friedrichs/Schaub [2011], S. 3.

[9] Vgl. Friedrichs/Schaub [2011], S. 3.

[10] Vgl. Kälble [2008], S. 46.

[11] Vgl. Freiling [o.J.], S. 1.

[12] Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft Köln [2011].

[13] Vgl. Statista [2012].

[14] Vgl. Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe [o.J.].

[15] Vgl. Bundesagentur für Arbeit [2012].

[16] Vgl. Bundesagentur für Arbeit [2012].

[17] Vgl. Gemeinsamer Bundesausschuss [2011].

[18] Vgl. Ärzte Zeitung [2011].

Details

Seiten
15
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656218869
ISBN (Buch)
9783656219347
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195722
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
1,3
Schlagworte
Pflege Pflegekräftemangel Akademisierung Gesundheitsberuf

Autor

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Titel: Akademisierung der Pflege