Lade Inhalt...

Mit Konflikten im Team einer Kindertagesstätte souverän umgehen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 17 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1.Vorwort
1.1 Eigene Vorstellung
1.2 Meine Motivation

2. Begriffsklärung
2.1 Was ist ein Konflikt?
2.2 Was heißt Konfliktfähigkeit?

3. Konflikte verstehen
3.1 Konfliktursachen und Arten
3.2 Eskalationsstufen im Konflikt
3.3 Kalte und heiße Konfliktkultur
3.4 Die partnerschaftliche Streitkultur

4. Konflikte bearbeiten und lösen
4.1 Konfliktbearbeitung
4.2 Grundhaltungen
4.3 Strategien der Konfliktbearbeitung

5. Sieben Schritte für eine Konfliktbewältigung aus Sicht der Leitung
1. Vorbeugen ist besser als heilen
2. Konflikte wahrnehmen
3.Stoppen – Denken – Handeln
4.Ein Kommunikationsprozess organisieren
5. Herausfinden: was ist das Problem? Was sind unsere Ziele?
6.Vom Ziel zur Lösung – alle Ideen sind willkommen
7.Wer, was, wann, wie, wo? Klare Aufgaben helfen dabei, realistisch Ziele zu erreichen

6. Reflexion

7. Quellenangabe

1.Vorwort

1.1 Eigene Vorstellung

Ich arbeite seit Februar als Gruppenleitung in einem neuen Kinderhaus. Zuvor hab ich als Zweikraft in einem dreigruppigen, katholischen Kindergarten in der Ganztagesgruppe gearbeitet. Wir hatten dort ein toll funktionierendes, ergänzendes Team. Meinen Kolleginnen und mir ist aber immer wieder aufgefallen, dass die Leitung des Hauses, Konflikten und schwierigeren Situationen bewusst aus dem Weg geht.

Wenn es zum Beispiel eine knifflige Situation mit Eltern gab, weil sie sich wiederholt nicht an die Abhol- oder Bringzeiten hielten oder halten konnten und darauf auch schon hingewiesen wurden, redeten wir mit der Leitung darüber. Sie sagte mit ernster Stimme, sie wird die Eltern beim nächsten Mal darauf hinweisen. Kamen die Eltern dann bei nächsten Mal wieder zu spät bzw. zu früh, sagte die Leitung zu ihnen nichts. In solchen Situationen fühlte man sich als Mitarbeiterin nicht ernst genommen und man ging mit einem unguten Gefühl an die Arbeit und auch an in die nächste Teambesprechung.

Die Leitung versuchte so vielen schwierigen Situationen aus dem Weg zu gehen, egal ob mit Eltern oder mit Kolleginnen. Sie wollte oder konnte bei Uneinigkeiten nicht vermitteln. Solche Konflikte hemmte aber die Zusammenarbeit des ganzen Teams und es wäre die Aufgabe der Leitung, dies zu erkennen und diese Konflikte zu klären.

1.2 Meine Motivation

Mein Ziel ist es, auch Leitung einer Einrichtung zu werden, deshalb besuche ich den Kurs Fachwirt im Erziehungswesen. Ich möchte meine Fähigkeiten noch weiter verbessern und neue Techniken kennenlernen.

Ich weiß, dass ich nicht die Person bin, die auf Konfrontation aus ist. Meine Meinung im Team kann ich meistens gut und sachlich vertreten, aber mir fällt immer wieder auf, dass ich hin und wieder etwas schnell aufgebe und so auch Konflikte vermeide und meine Ideen unter den Tisch fallen lasse.

Wenn ich Leitung einer Einrichtung werden sollte, möchte ich Konflikten und schwierigen Situationen nicht aus dem Weg gehen. Sondern die Konflikte, besonders Konflikte im Team, souverän meistern und zum Wohl des Teams und der Teamarbeit klären. Denn wenn es schon im Team Schwierigkeiten gibt, dann merken das die Eltern und Kinder sehr schnell und die pädagogische Arbeit leidet darunter.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Konflikte im Team“ erhoffe ich mir, dass ich für mich persönlich und meine Arbeit positive Aspekte mitnehmen kann. Ich denke, dass in meiner neuen Einrichtung und meiner Stelle als Gruppenleitung, immer wieder schwierige Situationen auf mich zukommen, die ich souverän lösen möchte.

2. Begriffsklärung

Konflikte treten im Privat- und im Berufsleben auf. Gerade da wo viele unterschiedliche Menschen in Beziehung miteinander stehen, gehören Konflikte und die Fähigkeit mit Konflikten umzugehen, unweigerlich dazu.

2.1 Was ist ein Konflikt?

Das Wort „Konflikt“ bedeutet „Zusammentreffen oder Widerstreit“.

Ein Konflikt ist die Unvereinbarkeit von Gedanken, Gefühlen und dem Wollen, verbunden mit der Beeinträchtigung der Ziele, Interessen, Gefühle oder Vorstellungen, die so von einer Person empfunden werden muss.

Im täglichen Gebrauch verwenden wir das Wort bei einer schwierig erscheinenden Fragestellung, Auseinandersetzung, Spannung oder Uneinigkeit.

Konflikte können entstehen

- innerhalb einer Person, wenn man sich zwischen zwei Personen entscheiden muss.
- zwischen zwei oder mehreren Personen, wenn sich zwei Kolleginnen streiten.
- zwischen Gruppen, wenn zwei Krippengruppen andere Meinung sind.

Konflikte können durch Diskussionen, Verhandlungen, Kompromisse oder Nachgeben einer Seite geklärt werden.

Um einen Konflikt zur beidseitigen Zufriedenheim klären zu können, spricht man oft von Konfliktfähigkeit.[1][2]

2.2 Was heißt Konfliktfähigkeit?

Konfliktfähigkeit kann heißen, dass man seinen Standpunkt und seine Interessen klar artikuliert und vorbringt. Dass man aber genauso offen für die Anliegen der anderen Seite ist. Dass man das Positive aus dem Konflikt mitnehmen kann und das Positive im anderen Standpunkt erkennt. Konfliktfähige Menschen gehen dem Konflikt nicht aus dem Weg, weil sie Unterschiede als Chance sehen können und bereit sind daraus zu lernen.[3]

Konfliktfähigkeit bedeutet aber auch, einen Konflikt früh zu erkennen. Hier ist die Wahrnehmungsfähigkeit jeder Führungskraft wichtig.

Oft spielen sich Konflikte erst innerhalb einer Person ab, bis diese ausgesprochen wird.

Eine Kollegin möchte mit den Kindern einen Ausflug machen, dazu benötigt sie eine zweite Erzieherin und dessen Auto. Sie trägt ihre Idee im Team vor, aber niemand möchte sie begleiten, da durch die schlechte Besetzung im Team niemand Zeit hat. Sie muss ihre Ausflug anderes planen oder ihn ganz absagen.

Interessiert sich nach der Teamsitzung niemand wie es ihr geht, wird sie sich alleingelassen fühlen. Wenn ihr das dann auch noch vorgehalten wird, schaukeln sich die Emotionen hoch und ein Konflikt im Team kann entstehen.

Die Ablehnung und Kritik einer Idee oder Meinung, wird von vielen schnell zu persönlich genommen und man fühlt sich angegriffen.

Die ersten Konfliktsignale sind oft die nonverbalen: körperlicher Abstand, wegschauen, kühle Stimme, …

Hinter diesen Signalen versteckt sich oft schon ein Konflikt, den man bearbeiten muss.

Wichtig ist auch die Urteilsfähigkeit. Der klaren, reflektierten Blick

auf sich selber - was will ich? Wie ist meine Haltung?

auf den anderen - was geht in ihm vor? und

auf das „wir“ - was löse ich beim anderen aus, was er bei mir?

Je weiter ein Konflikt fortgeschritten ist, desto verzerrter nehmen wir die drei Blickwinkel wahr und desto schwerer wird es den Konflikt zu lösen.

[...]


[1] Vgl Viva Fialka, 2010, S.3-4

[2] Vgl Roswitha Buchat-Harms, 2001, S. 19

[3] Vgl Friedrich Glasl, 2006, S.7-10

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656221357
ISBN (Buch)
9783656221562
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195593
Institution / Hochschule
Kolpingwerk Deutschland gemeinnützige GmbH
Note
1,4
Schlagworte
Konflikte Konfliktmanagemant Konfliktfähigkeit Konfliktbewältigung Kindertagesstätten

Autor

Zurück

Titel: Mit Konflikten im Team einer Kindertagesstätte souverän umgehen