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Die protestantische Union und England. Eine verhängnisvolle Allianz?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2000 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Die Union - Defensivbund oder Teil einer antihabsburgischen Allianz?

Die Union und England - Annäherung und Bündnisschluß

Die englische Außenpolitik - Ziele, Mittel und Motive12 England, die Union und das „böhmische Abenteuer“

Resümee

Abkürzungen

Quellen und Literatur

Zitate auf Seite 2: Bowinghausen an Herzog Johann Friedrich von Württemberg, 1./11. September 1608, in: Gottfried Lorenz (Hrsg.), Quellen zur Vorgeschichte und zu den Anfängen des Dreißigjährigen Krieges, Darmstadt 1991, S. 77-81, hier S. 79.

Einleitung

Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges wird gemeinhin auf das Jahr 1618 datiert. Im Verständnis Axel Gotthardts aber nahm die Katastrophe zehn Jahre zuvor mit dem Scheitern des Regensburger Reichstags und der Gründung der protestantischen Union ihren Anfang.[1]

Die Unterzeichnung der Ahauser Unionsakte im Mai 1608 und der Zusammenschluß katholischer Reichsstände zur Liga im darauffolgenden Jahr markierten den Höhepunkt einer konfessionellen Polarisierung im Reich, die nach einer Phase des Funktionierens des Augsburger Religionsfrieden in den 1570er/80er Jahren verstärkt eingesetzt hatte. Die Bereitschaft zur „pragmatischen Friedenssicherung“ war dem vorrangigen Willen zur Konsolidierung und zum Ausbau der eigenen Position gewichen.[2] Mit den beiden konfessionellen Sonderbündnissen hatten sich im Reich zugleich auch jene Parteien formiert, die später in der böhmischen Krise als „Katalysator zum großen Krieg hin“ wirken sollten.[3] Die auswärtigen Verbindungen von Union und Liga trugen dabei entscheidend zur Internationalisierung des Konflikts bei, da mit deren Intensivierung und Ausformung die europäischen Kräfteverhältnisse verstärkt unter den Einfluß der reichsinternen Vorgänge, Spannungen und Konflikte geraten waren.[4]

Eine der auswärtigen Mächte, mit der die Union gleich nach ihrer Gründung Kontakt aufnahm, war England. Die Entwicklung der Beziehung zwischen diesen beiden Kräften des protestantischen Lagers sowie das letztliche Scheitern eines aktiven Zusammengehens der beiden Verbündeten stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern der englisch-unistischen Allianz am Beginn des Dreißigjährigen Krieges und die Folgen dieses Scheiterns für das Bündnis der protestantischen Reichsstände herauszuarbeiten. Zu diesem Zweck wird darzustellen sein, welche Politik England und die Union im Jahrzehnt vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges auf der europäischen Bühne verfolgten und durch welche Motive und Konzepte diese jeweils bestimmt war.

Ereignisgeschichtliche Standardwerke älteren Datums zur Geschichte Englands und Deutschlands in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert werden dazu ebenso herangezogen wie neuere Studien zur englischen Außenpolitik unter Jakob I. sowie zur protestantischen Union. An dieser Stelle sind die auf umfangreichen Quellenstudien und Archivrecherchen basierenden Arbeiten Axel Gotthardts hervorzuheben, die das Fehlen einer neueren Monographie zur protestantischen Union für die Zwecke dieser Arbeit kompensiert haben. Ergänzend wird auf die im Anhang verwiesenen Quelleneditionen zurückgegriffen.[5]

Die Union - Defensivbund oder Teil einer antihabsburgischen Allianz?

Der Unionsschluß zu Ahausen war das Ergebnis einer Reihe von wiederholten Bündnisansätzen im protestantischen Lager, die vor allem von der kurpfälzischen Partei immer wieder initiiert worden waren.[6] Mit einem Zusammenschluß der protestantischen Reichsfürsten verfolgten der calvinistische Kurfürst und der „eigentliche Staatsmann“ der Kurpfälzer, Christian von Anhalt,[7] die Absicht, die international organisierte protestantischen Gegenbewegung, die sich seit Mitte des 16. Jahrhunderts unter treibender Kraft der calvinistischen Generalstaaten und der Kurpfalz als Reaktion auf die Formierung des gegenreformatorischen Internationalismus entwickelt hatte, um einen neuen Akteur zu verstärken.[8] Zu diesem Zweck sollte die Union Teil eines europaweiten Netzes antihabsburgischer Allianzen werden, das man, im Angesicht des heranziehenden großen Krieges, der expansiven gegenreformatorisch-habsburgischen Front entgegenstellen wollte.[9]

Seiner ausdrücklichen Intention nach jedoch war die zunächst durch sechs „friedliebende und gehorsame Stendte“[10] begründete Union eine reine Defensivallianz zur Wahrung der Interessen der protestantischen Reichsstände im Reich vor dem Hintergrund der zunehmenden Furcht vor politischer Unterdrückung und rechtlicher Benachteiligung und dem zuletzt durch die Ereignisse um Donauwörth erschütterten Glauben in die neutrale Autorität des Kaisertums.[11] Geschlossen „vielweniger aber des Heyl. Reichs Constitutionen zu abbruch, sondern vielmehr zu bestreckung derselben und beßerer erhaltung friedes und einigkeit im Reich“, war das Bündnis auf zehn Jahre begrenzt und beschränkte die Verpflichtung zu gegenseitigem Beistand im Angriffsfall auf die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bereits in Besitz der Unierten befindlichen Territorien.[12]

Der intendierte defensive Charakter des protestantischen Sonderbundes spiegelte denn auch die Haltung der Mehrheit der insgesamt 29 Reichsstände wider, die im Laufe seiner Existenz diesem angehört hatten.[13] Ihre Ziele gingen über die Bereinigung der protestantischen Gravamina, die Bekräftigung des Religionsfriedens und die Wiederherstellung eines funktionsfähigen Reichskörpers mit einem neutralen Kaiser an der Spitze, kraft dessen Autorität sie keine systematische Unterdrückung mehr durch die katholische Übermacht fürchten müßten, nicht hinaus. Anders als der pfälzischen Kurfürsten und Christian von Anhalt, die als Direktor bzw. Generaloberstleutnant die Schlüsselpositionen innerhalb der Union besetzten, glaubten sie an die Möglichkeit einer systemimmanenten Reform und suchten eine Lösung des Konflikts im Rahmen der Reichsordnung.[14]

Da der Zusammenschluß calvinistischer und lutherischer Stände auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, der Abwehr der bedrohlichen katholischen Übermacht, beruhte, war mit der Unterzeichnung der Unionsakte weder der zukünftige politische Kurs des Bündnisses noch das Ausmaß seiner auswärtigen Beziehungen und damit seine Stellung im eurpäischen Kräftefeld besiegelt.[15]

Den vorsichtigeren unter den Unionsmitgliedern war nicht an weitreichenden internationalen Allianzen und einer daraus folgenden engeren Verflechtung mit der reichsexternen europäischen Politik gelegen. Man müsse beachten, „das die getroffene unio auf den land- und religionfriden sambt der stent freiheit und herkommen im Reich fundirt [...] Da man aber die verein nicht im Reich allein lassen, sondern auch uf Franckreich, Engelant, Staden, und also ultra ferminos imperii transferiren und extendiren wollte, wurt man aus dem fundamento unionis schreiten, die sachen nur weitläufig machen, die nervos distrahiren [...]“, was das Erreichen des vorrangigen Ziels, die Abstellung der Gravamina, nicht befördern würde.[16] Vor allem die kleineren lutherischen Reichsfürsten sowie die zur Union gehörenden Reichsstädte, die von der kaiserlichen Garantie ihrer Freiheit abhängig waren, standen der Anknüpfung auswärtiger Beziehungen ablehnend bis skeptisch gegenüber.[17] So wurde die Aufnahme Heinrichs IV. in die Union, um die sich Christian von Anhalt bemüht hatte, auf dem Rothenburger Unionstag im August 1608 abgelehnt, Einladungen an die Niederlande und England wurden aufgeschoben und die Kooperation mit dem Ausland auf die Unterhaltung von „guter Correspondenz“ beschränkt.[18]

Ganz im Sinne des defensiven Bündsnischarakters verweigerte man im Mai des folgenden Jahres vor dem Hintergrund des Jülich-Kleveschen Erbfolgestreits die militärische Unterstützung der der Union angehörenden Erbschaftsanwärter Kurbrandenburg und Pfalz-Neuburg zunächst ebenso wie eine vertraglich fixierte Zusammenarbeit mit den potentiellen auswärtigen Verbündeten, denn erst in äußerster Not solle „unnd zwar auch nicht eher, nisi in extremis, frembder potentaten hüllff gesuecht werde“. Dahinter stand die Furcht, sich in risikoreiche Abhängigkeit von fremder Politik zu begeben, insbesondere die Involvierung in die außenpolitischen Vorhaben Heinrichs.[19] Die Gefahr des Einsatzes fremder Truppen auf Reichsgebiet und das Paktieren mit auswärtigen Mächten widersprach zudem der im Grunde reichspatriotischen Gesinnung der meisten Unionsstände.[20]

Erst die kaiserliche Politik im Konflikt um Jülich-Kleve, die die Ansprüche der beiden erbberechtigten Unionsfürsten ignorierte, indem Erzherzog Leopold beauftragt wurde, die Länder mit Hilfe spanisch-flandrischer Truppen in Besitz zu nehmen, führten allmählich zu einem Meinungsumschwung innerhalb der Union, der im Abschluß einer Offensivallianz mit Frankreich im Frühjahr 1610 seinen Ausdruck fand.[21] Die Union verpflichtete sich darin, sich im Gegenzug zur französischen Unterstützung in Jülich-Kleve am Kampf des französischen Königs gegen die Spanier auf dem Gebiet der spanischen Niederlande zu beteiligen. Der Vertrag enthielt außerdem das ausdrückliche Versprechen der unierten Fürsten, ungeachtet der kaiserlichen Autorität zu den Abmachungen mit Heinrich zu stehen, womit sie diesen als Schutzherrn der fürstlichen Libertät anerkannten.[22]

Damit waren die vorsichtige Zurückhaltung der Unionsstände gegenüber dem Ausland und der defensive Charakter des Bündnisses, das ursprünglich auf das Reich und die Kompensation der katholischen Übermacht begrenzt sein sollte, hinter die Bereitschaft zurückgetreten, im Verein mit ausländischen Potentaten offensiv vorzugehen, um ein gemeinsames Interesse, in diesem Fall die Etablierung der protestantischen Erbfolge in Jülich-Kleve und die Verhinderung des dauerhaften Verbleibs der Spanier im niederrheinisch-niederländischen Großraum, zu verfolgen.[23]

Die Ermordung Heinrichs durchkreuzte die gemeinsamen Pläne Frankreichs und der Union. Frankreich, von inneren Spannungen geschwächt, beschränkte die Unterstützung der Unierten auf die Jülicher Angelegenheit und verzichtete unter der Regentschaft Maria de Medicis auf eine eigene aktive Außenpolitik, die den Frieden im Land gefährdet hätte.[24]

In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Bündnispolitik der Union, im Bemühen, ihren Rückhalt im europäischen Ausland zu verstärken, auf die Generalstaaten - die Truppenhilfe für die Union schon in Jülich-Kleve zugesagt hatten und auch nach dem Tode des französischen Königs ihre Unterstützung bekräftigten - und auf England.[25]

Die Union und England - Annäherung und Bündnisschluß

Der Grundstein für die Beziehungen zwischen England und der Union wurde bereits im Jahr der Gründung des protestantischen Bündnisses gelegt, ohne daß dies von den Unionsmitgliedern zum damaligen Zeitpunkt ausdrücklich beabsichtigt worden wäre. Der württembergische Rat Bouwinghausen - der neben Christian von Anhalt der wohl wichtigste Unionspolitiker, der im Gegensatz zu den meisten anderen Räten in Stuttgart eine offensive Unionspolitik verfolgte, die ihre potentiellen Bündnispartner in Paris, London und Den Haag sah,[26] - hatte sich nach ersten, wenig erfolgreichen Sondierungsversuchen bei Heinrich ohne entsprechenden Auftrag der Union nach London begeben, um das Konkurrenz- und Mißtrauensverhältnis zwischen dem französischen und dem englischen König in einen „Wettlauf um die Gunst der Union“ münden zu lassen.[27] In einer ausführlichen Unterredung zeigte sich Jakob denn auch beleidigt, daß man zuerst mit Paris Kontakt aufgenommen hätte, obwohl doch die protestantischen deutschen Fürsten „wegen der Religion gleichfömigkeit, alß auch naher Verwandtnuß und anderer mehr Motiven“ mit England mehr verbinde als mit Frankreich. Er versicherte, daß die Nachricht über den Zusammenschluß der protestantischen Reichsstände ihn „so hoch erfreuet, als noch zur zeit etwas in dero gantzen Regierung“, stellte seine Unterstützung in Aussicht und erbot sich, seinen Einfluß in Dänemark und auch auf Kursachsen geltend zu machen, um diese ebenfalls für das Projekt der Union einzunehmen.[28]

Diese günstige und vielversprechende Aufnahme war jedoch eher der Befürchtung geschuldet, Frankreich könne mit der Union seine Klientel um die protestantischen Reichsfürsten erweitern.[29] Denn daß sich damit zunächst nicht die Bereitschaft des englischen Königs verknüpfte, sich aktiv für die Sache der unierten Fürsten zu verwenden, wird aus seinem Verhalten beim Ausbruch des Jülich-Kleveschen Erbfolgestreits deutlich: Das kurpfälzische Gesuch an Jakob vom Frühjahr 1609, mittels einer Gesandtschaft bei Kaiser Rudolf II. zu intervenieren, um diesen zur Rücknahme der kaiserlichen Zwangsmaßnahmen in Jülich-Kleve zu veranlassen, wurde ignoriert, denn „comme c’étoit une affaire qui ne le [Jakob] touchoit point, il étoit délibéré de la laisser suivre son cours et ne s’en point mêler“.[30] Weder die Bitten von Seiten der Unionsfürsten und des französischen Königs um militärischen Beistand gegen die Truppen Erzherzog Leopolds,[31] noch Einwände englischer Diplomaten wie Winwood, in deren Einschätzung sich an der Krise in Jülich-Kleve durchaus eine Entscheidung „über Sieg oder Niederlage der Macht des Hauses Österreich und der römischen Kirche“ entzünden könnte, konnten Jakob dazu bewegen, zugunsten der beiden unistischen Anwärter einzugreifen.[32]

[...]


[1] Gotthard, Konfession, 1.

[2] Schilling, Konfessionalisierung im Reich, 27; zu den Phasen der Konfessionalisierung im Reich: ebd., 7-30.

[3] Ehrenpreis/Horstkemper,156; Schulze, 166.

[4] Adams, Union, 87; Schulze, 172.

[5] Die letzte Monographie zur Union: Moriz Ritter, Geschichte der Deutschen Union von den Vorbereitungen des Bundes bis zum Tode Kaiser Rudolfs II. (1598-1612), Schaffhausen 1873. Eine längst angekündigte neue Quellenedition zur Union, die nicht nur ihre innere Entwicklung und ihre Politik im Reich, sondern auch die auswärtigen Beziehungen beleuchten sollte, wird noch immer vermißt: Beiderbeck [u.a.].

[6] Adams, Union, 89f.; dazu ausführlich: Einleitung von Moriz Ritter in: Briefe und Akten I, 1-107.

[7] Ritter II, 149; dort auch zur Person Christian von Anhalts und seiner Stellung in der pfälzischen Politik, 146-149.

[8] Zum Konzept von gegenreformatorischen und protestantischem Internationalismus und der dahinterstehenden zeitgenössischen Deutung eines Endkampfs zwischen dem Antichrist in Verkörperung des spanischen Königs und des Papstes, und den „Kinder der wahren Kirche“: Schilling, Formierung eines internationalen Systems, 605-610.

[9] Gotthard, Protestantische „Union“, 84; Adams, Union, 87f.

[10] Ahauser Unionsakte vom 4./14. Mai 1608, in: Quellen zur Vorgeschichte, Nr. 6. Unterzeichner waren der Kurfürst von der Pfalz, vertreten durch Christian von Anhalt, der Pfalzgraf von Neuburg, der Herzog von Württemberg sowie die Markgrafen von Ansbach, Baden und Kulmbach.

[11] Zur Zuspitzung des Konflikts zwischen protestantischen und katholischen Reichsständen, der kaiserlichen Politik sowie der Krise der Reichsverfassung: Schulze, 164-190; detailliert bei Ritter II, 5. Buch: Die Auflösung der Reichsverfassung. 1586-1608.

[12] Ahauser Unionsakte, in: Quellen zur Vorgeschichte, Nr. 6; Ritter II, 247f.

[13] Beiderbeck [u.a.]; darunter: Oetinngen, Pfalz-Zweibrücken (seit 1609), Kurbrandenburg, Hessen-Kassel (seit 1610), Straßburg, Ulm, Nürnberg (seit 1609) sowie andere süd- und südwestdeutsche Reichsstädte.

[14] Gotthard, Protestantische „Union“, 83-85. Zu dieser zahlenmäßig kleineren, aber offensiven Gruppe zählte außerdem vor allem Ansbach und Baden, Ritter II, 447.

[15] Adams, Union, 90; Gotthard, Protestantische „Union“, 93; Ritter II, 150f. und 243-247, unter Hinweis darauf, daß Lutheraner und Calvinisten sich nicht zum Schutz der Religion, sondern ihrer weltlichen Rechte verbanden, und der Abschwächung des früheren Entwurfs einer Bundesverfassung dahingehend, daß der Erhalt des Religionsfriedens als Bündniszweck in der Unionsakte ausdrücklich nicht erwähnt wird.

[16] Gutachten des württembergischen Vizekanzlers Faber, November 1608, in: Briefe und Akten II, Nr. 64.

[17] Die Städte hatten ursprünglich gefordert, fremde Mächte ausdrücklich aus der Union fernzuhalten, vgl. Verhandlungen der Tagsatzung zu Speier, 11.-15. November 1608, sowie Friedrich IV. an Neuburg, Württemberg und Baden, 5. Dezember 1608, paraphrasiert in: Briefe und Akten II, Nr. 58 und 66. So blieben die Städte später auch den Allianzverträgen mit den den Generalstaaten und England fern, Ritter II, 361, 419.

[18] Bedenken hatten vor allem Württemberg, Baden und Neuburg, Protokoll des Rothenburger Unionstages, 7.-14. August 1608, paraphrasiert in: Briefe und Akten II, Nr. 33; Adams, Union, 90.

[19] Württembergisches Gutachten, 5. Mai 1609, zit. in: Beiderbeck, 19; Gutachten des württembergischen Vizekanzlers Faber, November 1608, in: Briefe und Akten II, Nr. 64; Gotthard, Konfession, 54-56. Der Pfalzgraf könne „als in einer privatsache“ keine Hilfe der Union erwarten, Instruktion des Herzogs von Württemberg für den Unionstag in Schwäbisch-Hall, 15. Mai 1609, paraphrasiert in: Briefe und Akten II, Nr. 127.

[20] Ritter II, 253; Beiderbeck, 19f.; Schilling, Konfessionalisierung im Reich, 40f., sieht in dem den deutschen Territorien 1648 zuerkannten allgemeinen Bündnisrecht eine nachträgliche Fixierung der Praxis der Konfessionsbündnisse des 16. und frühen 17. Jahrhunderts.

[21] Adams, Union, 91f.; Man einigte sich nun auch auf Unterstützung für die Possedierenden, Gotthard, Konfession, 69f.; Zuvor war der erneute Versuch einer Unionsgesandtschaft, den Kaiser zur Restitution Donauwörths zu veranlassen, gescheitert, so daß sich die Unionsstände zu Abwehrmaßnahmen legitimiert sahen, Beiderbeck, 19f.

[22] Bündnis zwischen Heinrich IV. von Frankreich und der Union, 2./12. Februar 1610, in: Quellen zur Vorgeschichte, Nr. 17a, bes. 134f.; Ritter II, 322-325; Beiderbeck, 16, 23f.

[23] Ebd., 15, 21, 23f.; Über Heinrichs Außenpolitik herrscht einige Ungewißheit: Während ihm einerseits die Absicht unterstellt wird, in Jülich-Kleve einen großen europäischen Krieg gegen Spanien und das Haus Hasburg auslösen zu wollen, z.B. Ritter II, 316; Kybal, 586, 592f.; unsicherer Beiderbeck, 21-23; Gotthard, Konfession, 67, werden andererseits die Verhinderung eines neuen Glaubenskrieges und die Bewahrung des Friedens als Leitmotiv angesehen, Adams, Union, 89, 93; zweifelnder Asch, 38.

[24] Ebd., 39; Ritter II, 337f.

[25] Gotthard, Protestantische „Union“, 90; Nach dem Waffenstillstand mit Spanien standen die Niederländer einem Engagement in Jülich-Kleve zurückhaltender gegenüber, ders., Konfession, 77-80.

[26] Gotthard, Bouwinghausen, 77.

[27] Gotthard, Konfession, 43-45. Kybal, 583, 597, vertritt die Auffassung, daß Jakobs kontinentale Politik durch das Reagieren auf die Frankreich bestimmt war. Die günstige Aufnahme in London war denn auch beim späteren Zustandekommen des Vertrages mit Frankreich behilflich, Gotthard, Bouwinghausen, 76-78.

[28] Bericht Bouwinghausens an Herzog Johann Friedrich von Württemberg, 1./11. September 1608, in: Quellen zur Vorgeschichte, Nr. 7.

[29] Gotthard, Konfession, 45f.

[30] Bericht des französischen Botschafters in London de la Broderie, 23. April 1609, zit. bei Kybal, 581.

[31] Der französische Botschafter sollte Jakob unterrichten „de la menée de ceux d’Austriche et le requerir de se voulloir joindre avec s. M. [Heinrich IV.] pour s’opposer a leur usurpation“, Franz von Aersen an Oldenbarnevelt, Juli 1609, in: Briefe und Akten II, Nr. 154. Auf die Versuche Heinrichs IV., ihn zur Unterstützung für die unistischen Anwärter zu veranlassen, hatte Jakob zunächst ausweichend geantwortet, indem er seine Beistand zwar versicherte, wegen der Entfernung, des Meeres und innerer Probleme wisse er aber nicht recht, wie er diesen organisieren solle, Kybal, 587f.

[32] Ebd., 583f.; Brief Winwoods an Salisbury, 17. Oktober 1609, zit. bei Adams, Union, 95.

Details

Seiten
28
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638236386
ISBN (Buch)
9783638715492
Dateigröße
603 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v19542
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück – Lehrstuhl Frühe Neuzeit
Note
2.0
Schlagworte
Union England Eine Allianz

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