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Soziale Arbeit im Umgang mit Tod und Sterben

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1) Einleitung/Vorwort

2) Bedürfnisse der letzten Lebensphase

3) Aufgaben und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit in diesem Bereich

4) Aufgaben der Sozialen Arbeit im Hospiz

5) Die neue gesetzliche Regelung zu spezialisierter pallitativer Versorgung (SGBV)

6) Eigene Gedanken

7) Literaturverzeichnis

1) Einleitung/Vorwort

„Du bist wichtig, weil du eben du bist.

Du bist bis zum letzten Augenblick deines Lebens wichtig.

Wir werden alles tun, damit du nicht nur in Frieden sterben,

sonder auch bis zuletzt leben kannst.“

Cicely Saunders1

Diese Einleitung finde ich für diese Arbeit sehr motivierend, da dies zeigt, dass der Mensch in Würde sterben kann und es die Aufgabe des Sozialarbeiters ist dies zu ermöglichen.

Cicely Saunders war die Gründerin der Hospizbewegung.

2) Bedürfnisse der letzten Lebensphase

Meiner Meinung nach, haben Menschen in der letzten Lebensphase unterschiedliche Bedürfnisse. Es ist schwer diese auf jedes Individuum zu übertragen und zu verallgemeinern..

Eines der wichtigsten Bedürfnisse ist womöglich, einer existentiellen Unabsicherung und einer emotionalen Vereinsamung entgegen zu wirken. Denn nur wenn diese Dinge gesichert und abgeklärt sind, kann sich der Patient psychisch mit seiner Krankheit auseinander setzen und damit beginnen Abschied zunehmen.

Nach Rest Franco gibt es sechs grundlegende Bedürfnisse, die seiner Meinung nach, jeder Mensch in der letzten Phase anstrebt. Diese hier aufgelisteten Bedürfnisse sollten auch in dieser Rangfolge beachtet werden, da sie so aufeinander abgestimmt sind:2

- „Bedürfnisse des Körpers“ (Rest 2006: 186) sind die so genannten „Basisbedürfnisse“ (Rest 2006: 186) hier zu zählt z.B., dass der Mensch eigenständig atmen oder „normal“ Nahrung zu sich nehmen möchte. Genauso, dass er so wenig Schmerzen wie möglich erleiden muss.
- „Bedürfnis der Sicherheit“(Rest 2006: 186), damit ist gemeint, dass der Mensch für sich selbst die Absicherung hat, im Notfall zu überleben, da er sich auf das professionelle Personal verlassen kann. Aber auch, dass er gewohnte Dinge wie Kleidung, Schmuck weiterhin tragen kann oder den Besuch bei einem Friseur immer noch wahrnehmen darf.
- „Bedürfnis der Liebe“(Rest 2006: 186), da die Sinne des Körpers als letztes schwinden und somit auch die Liebe, möchte der Mensch von seiner Familie, seinen Freunden und dem Personal bis zum Ende oder sogar darüber hinaus geliebt werden und selbst Liebe verschenken.
- „Bedürfnis nach Achtung“ (Rest 2006: 187), der Mensch möchte mit Achtung sterben, und alles war er tut und sagt sollte respektiert und beachtet werden. Genauso dürfen keine Rangunterschiede zwischen „wieder gesund werdenden“ und sterbenden Menschen gemacht werden.
- „Bedürfnis nach Selbstverwirklichung“ (Rest 2006: 187), hier ist gemeint, dass der Mensch nach dem Sinn seines eigenen Sterbens sucht. Hier benötigt der Mensch Gesprächspartner. Es sollte mindestens eine Bezugsperson für ihn geben, mit der über solche Dinge sprechen und der er alles anvertrauen kann.
- „Bedürfnis nach Begegnung“ (Rest 2006: 187), sterbende Menschen möchten „Botschaften“ (Rest 2006: 187) an andere weitergeben. Sie bewegen sich hier fast überirdisch als Übermittler und Helfer für die Lebenden.

3) Aufgaben und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit in diesem Bereich

Die wichtigste Priorität und somit auch die wichtigste Aufgabe ist es ,den Klienten als Individuum und ganzheitlich wahrzunehmen. Wie in allen sozialpädagogischen Bereichen ist ein Kennenlernen und der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses eines der wichtigsten Voraussetzungen für gute Sozialarbeit.

Soziale Arbeit setzt meistens dann an, wenn negative „Faktoren“3 in das „gewöhnliche Leben“ eingreifen. Oftmals wird bei einzelnen Problemen ein „Spezialist“ (Student/Mühlum/Student 2007: S. 17) gefragt, bei verschiedenen „Faktoren“ (Student et al. 2007: S.17) die sich gegenseitig beeinflussen ist die Soziale Arbeit gefragt. „Im Unterschied zu den Experten für das Spezielle kann sie als Expertin für das Allgemeine, also generalistisch verstanden werden, die versucht, der Segmentierung und Parzellierung des Lebens entgegenwirken.“ (Student et al. 2007: S. 17). Die Aufgabe von Sozialer Arbeit beruhen, durch die vielen einzelnen Disziplinen wie im psychologischen, im soziologischen, im sozialrechtlichen, im gesundheitlichen Bereich usw. auf einem großen Wissenskomplex. In der Sozialen Arbeit muss man bspw. erkennen, dass sich der Betroffen und/oder seine Angehörige möglicherweise in einer „Krise“4 befinden. Denn „das charakteristische Überforderungsgefühl kann auch in eine psychische Störung münden und/oder Suzidabsichten hervorrufen.“ (Limmer 2009: 3). Deshalb sind Aufgaben, die Soziale Arbeit hier hauptsächlich übernimmt, Beratung und Begleitung von Klienten und dessen Angehörigen. Ebenso stellt der Sozialarbeiter eine große Vernetzungsfunktion für alle Beteiligten da, wie z.B. für den Klienten und seine Angehörigen, Pflegepersonal, Ärzte, Anwälte etc.5

Der Sozialarbeiter stellt eine wichtige Funktion der Vermittlung zwischen dem Klienten und seinem Angehörigen da. Er ist für diese so etwas wie eine „Schulter zum ausweinen“, da es den Angehörigen oft schwer fällt mit dem Sterbenden offen zu sprechen bzw. mit der Situation umzugehen (Lützenkirchen 2005: 145). Oftmals sind die Klienten krank und haben schmerzen. In der Soziologie wird bspw. von Talcot Parsons, krank zu sein, folgendermaßen definiert: „Krank zu sein, sei eine Form des abweichenden Verhaltens, das so schnell als unmöglich wieder „normalisiert“, werden muss, um die Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft aufrecht zu erhalten.“6 Dies zeigt, dass die Gesellschaft und somit der Betroffene selbst und auch seine Angehörigen nicht akzeptieren wollen, dass die Krankheit des Sterbenden nicht mehr zu normalisieren ist.

[...]


1 Saunders, Cicely 2007. In: Seul, Michaela: Ein Abschied in Würde, Sterbebegleitung, Hospiz, Palliativbetreuung München: Knaur Verlag, S. 13.

2 Rest, Franco 2006: Sterbebeistand, Sterbebegleitung, Sterbegeleit . Handbuch für den stationären und ambulanten Bereich. 5. Auflage. Stuttgart:Verlag W. Kohlhammer. S.186-188 .

3 Student, Johann- Christoph/Mühlum, Albert/Student Ute (2007): Soziale Arbeit in Hospiz und Palliative Care. 2. Aufl. München: Ernst Reinhardt Verlag. S.17

4 Limmer, Ruth (2009): Klinische Psychologie in der Sozialen Arbeit. Intranet GSO-Nürnberg [Zugriff am 16.10.2009]. S. 3.

5 Lützenkirchen, Anne (2005): Soziale Arbeit im Gesundheitswesen, Zielgruppen – Praxisfelder – Institutionen . Stuttgart:Verlag W. Kohlhammer. S.144-145.

6 Mayr-Kleffel, Verena (2009): Soziologische Begriffe zum interdisziplinären Modul Gesundheit. Intranet GSO-Nürnberg [Zugriff am 16.10.2009]. S.9.

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656211198
ISBN (Buch)
9783656567745
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v195287
Institution / Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg – Fakultät Sozialwissenschaften
Note
1
Schlagworte
soziale arbeit umgang sterben

Autor

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Titel: Soziale Arbeit im Umgang mit Tod und Sterben