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Spielerische Ausdauerschulung, Klasse 7

Unterrichtsentwurf 2012 21 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1 Bild der Klasse
1.2 Räumliche Bedingungen

2. Sachanalyse
2.1 Allgemeine Grundlagen des Ausdauertraining
2.2 Trainingsmethode des Ausdauertrainings
2.3 Pulswerte bei Mädchen

3. Kompetenzerwerb/ Teilziele
3.1 Übergeordnetes Stundenziel
3.2 Fachliche Teilziele
3.3 Soziale Teilziele
3.4 Personale Teilziele
3.5 Methodische Teilziele

4. Didaktische Reflexion und Entscheidungen
4.1 Bezug zum Bildungsplan
4.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
4.3 Exemplarische Bedeutung
4.4 Zugänglichkeit
4.5 Bezug der Schülerinnen zum Thema.
4.6 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
4.7 Didaktische Reduktion
4.8 Schwierigkeitsgrad (Differenzierung, Unterrichtsprinzip)

5. Methodische Reflexion und Entscheidungen
5.1 Einstieg/ Erwärmung
5.2 Hauptteil
5.3 Abschluss

6. Verlaufsplanung

7. Literaturangaben

8. Anlagen

Bewegungskarten

Spielfeld „Mensch ärgere dich nicht“ Regelkarten

Pizza backen

1. Bedingungsanalyse

1.1 Bild der Klasse

Die Klasse 7 besteht aus 23 Schülerinnen im Alter zwischen zwölf und dreizehn Jah- ren. Sechzehn Schülerinnen kommen aus der 7a und sieben Schülerinnen aus der 7c.

Durch die Aufteilung der 7c Mädchen auf die Klassen 7a und 7b kommt die ungleiche Klassenstärke zustande. Dies hat zur Folge, dass die Schülerinnen der 7c stark zu- sammenhalten und wenig Kontakt zu den Mädchen der 7a aufbauen. Nur eine Schü- lerin der 7c grenzt sich von ihrer Klasse ab und tauscht sich lieber mit den Mädchen der 7a aus.

Diese „Aufspaltung“ der Sportgruppe macht sich aber nur am Anfang der Stunde bei freier Gruppenwahl oder im Sitzhalbkreis bemerkbar. In Spielsituationen halten alle zusammen und es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Disziplinprobleme treten in der Klasse nicht auf. Am Anfang der Stunde muss jedoch stets darauf geachtet werden, dass die Mädchen ihre Haare zusammengebunden und den Schmuck abgelegt haben, da sie dies oft vergessen. Zudem ist es erforderlich, die Mädchen auf die eingeführte Form des Sitzhalbkreises hinzuweisen. Die Schülerinnen sind bemüht, aktiv am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen. Zu Beginn der Stunde dauert es teilweise einen Moment, bis die Mädchen sich ganz auf den Sportunterricht einlassen und konzentrieren können.

Aufwärmphasen mit Musik wirken auf die Schülerinnen sehr motivierend und werden mit Begeisterung angenommen.

Bei Gruppeneinteilungen ist es erforderlich, darauf zu achten, dass diese möglichst einfach und eindeutig gestaltet werden. Bewegungsaufgaben müssen von der Lehrkraft in der gleichen Form ausgedrückt werden.

In Bezug auf die Sportgruppe sind speziell zwei Mädchen anzusprechen. Ay. aus der 7a sucht zu Beginn der Stunde gerne den Kontakt der Lehrkraft, beispielsweise mit der Aussage „Haben sie mich gesehen?“. Dies stört aber ihre Mitschülerinnen sowie das Unterrichtsgeschehen nicht.

Al. aus der 7c ist in ihrer Entwicklung schon sehr weit. Sie grenzt sich gerne von ih- ren Klassenkameradinnen ab und gesellt sich zu den Mädchen der 7a. Von diesen wird sie aufgenommen und erhält teilweise durch ihre frühreife Art besondere Auf- merksamkeit.

Die Sportgruppe achtet bei Auf- und Abbauphasen sehr genau darauf, dass diese gerecht ablaufen und jeder seine Aufgabe ausführt. Durch eine klare Einteilung sind die Schülerinnen in der Lage selbständig und ordnungsgemäß die Sportgeräte aufzu- räumen.

1.2 Räumliche Bedingungen

Die Sporthalle befindet sich direkt neben dem Schulgebäude und ist für die Schülerinnen leicht und schnell erreichbar.

Es gibt eine große Sporthalle, die in drei Hallenteile getrennt ist. Zudem wird ein klei- ner Gymnastikraum z.B. für das Einüben von Tänzen genutzt und eine weitere, et- was kleinere, separat liegende Sporthalle steht ebenfalls zur Verfügung. Die Ausstattung der dreiteiligen Sporthalle ist normal, alle gängigen Sportgeräte sind vorhanden.

Der Sportunterricht der Schülerinnen findet montags in der fünften Stunde und donnerstagnachmittags in einer Doppelstunde statt.

2. Sachanalyse

2.1 Allgemeine Grundlagen des Ausdauertrainings

Nach Frey/Hildenbrandt wird unter Ausdauer die Fähigkeit verstanden, „einem Reiz, der zum Abbruch oder zur Minderung einer Belastung auffordert, möglichst lange widerstehen zu können“ (Frey/Hildenbrandt, 2002, S. 110). Zusätzlich muss die zent- rale Funktion der Regenerationsfähigkeit berücksichtigt werden (vgl. Hohmann 2002). Demnach umfasst Ausdauer die Fähigkeit, körperliche Belastungen einen möglichst langen Zeitraum auszudehnen, der eintretenden Ermüdung (psychischer wie physischer Art) widerstehen zu können und eine schnelle Regeneration nach der Belastung zu erreichen.

Je nach Art der Energiebereitstellung wird in Kurzzeitausdauer (bis 2 Minuten), Mittelzeitausdauer (2-10 Minuten) und Langzeitausdauer 1 (10-35 Minuten) unterschieden (vgl. Weineck, 2004, S. 186).

Als wichtig für den Schulsport hebt Söll die Mittelzeitausdauer und die Langzeitausdauer hervor, da die Energiebereitstellung auf aerobem Weg (mit Sauerstoff) erfolgt. Dadurch geht der Körper keine Energieschuld ein und es findet keine Bildung von Laktat (Milchsäure) statt (vgl. Söll, 2003, S. 251-258).

Ausdauer ist die Basiskomponente für alle Ausdauerformen sowie polysportive Grundlagenkomponente. Demnach ist eine gute Ausdauerbasis die Grundvoraussetzung für gute sportliche Leistungen in allen sportlichen Bereichen. Daraus resultieren folgende positive Effekte: Kapillarisierung, Herz-Kreislauf- Regulation, Ökonomisierung des Stoffwechsels, Stärkung des Immunsystems und Verbesserung des Wohlbefindens (vgl. Katzenbogner, 2002, S. 35).

2.2 Trainingsmethoden des Ausdauertrainings

Durch verschiedene Trainingsmethoden kann die Ausdauer trainiert werden. In dieser Unterrichtsstunde kommt die Intervallmethode zum Einsatz.

Intervallmethode

Bei der Intervallmethode wird der Trainingsablauf von kurzen Pausen unterbrochen. Diese Pausen führen jedoch nicht zur vollständigen Erholung,

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.2: Intervallmethode Quelle:1

sondern sollten so gestaltet werden, dass der Körper sich wieder bis zu zwei Dritteln erholen kann (vgl. Blum/Friedmann, 1995, S. 47).

Aufgrund des Würfelns und des Vorrückens der Spielfigur entsprechend der Augenzahl findet eine kurze Pause statt. Diese entspricht aber aufgrund der geringen Dauer keiner lohnenden Pause.

Pulswerte bei Mädchen und Jungen

Die maximale Herzfrequenz liegt bei 220 Schlägen/Minuten minus Lebensalter in Jahren. So liegt eine extensive Belastung bei ca. 60% der max. Herzfrequenz. Bei einem 14jährigen Mädchen beträgt der optimale Belastungspuls 150-170 Schläge/Minute (vgl. Rosenfelder, 2011, S. 70).

3. Kompetenzerwerb/ Teilziele

3.1 Übergeordnetes Stundenziel

Die Schülerinnen können, ihrem Leistungsniveau entsprechend1, min. 10 bis max. 15 Minuten intervallmäßig laufen.

3.2 Fachliche Teilziele

Die Schülerinnen…

- verbessern in dieser Stunde ihre allgemeine aerobe Ausdauer, indem sie eine längere Zeit in Intervallen laufen.
- lernen die Grenzen ihres Körpers kennen, indem sie ihrem Tempo entspre- chend laufen.
- verstehen den Ablauf des „Mensch ärgere dich nicht Spiels“ und setzen die- sen um.

3.3 Soziale Teilziele

Die Schülerinnen…

- halten sich an Regeln und Vereinbarungen (nicht schummeln, Sieger absit- zen).
- nehmen aufeinander Rücksicht, indem sie keine Mitschülerin umrennen.

3.4 Personale Teilziele

Die Schülerinnen…

- erhalten durch die Erfahrung, dass Ausdauerschulung auch spielerisch statt- finden kann, einen positiven Eindruck vom Ausdauertraining.
- legen die Hallenrunden ihrem Tempo entsprechend zurück, indem sie z.B. ei- ne Runde gehen oder langsam laufen.

3.5 Methodische Teilziele

Die Schülerinnen… bauen in ihrer Gruppe nach genauen Anweisungen ihre Station ab.

4. Didaktische Reflexion und Entscheidungen

4.1 Bezug zum Bildungsplan

Dem Bildungsplan folgend steht der heutige Sportunterricht unter den Prämissen der Erziehung zum Sport und der Erziehung durch Sport.

Eine Erziehung zum Sport macht den Schülerinnen Bewegung als Lebensprinzip bewusst und motiviert sie zum lebenslangen Sporttreiben. Ausdauer als polysportive Basiskomponente, welche in der heutigen Sportstunde angesprochen und gefördert wird, stellt die Grundlage für alle anderen Sportarten dar. Demzufolge kann diese Grundlage den Schülerinnen helfen, Freude und Motivation für Bewegung im Allge- meinen zu entwickeln.

Im Rahmen der Erziehung durch Sport soll der Sportunterricht die individuellen Leistungsfortschritte und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken, um so zu einem positiven Körpergefühl sowie zur Persönlichkeitsstärkung beizutragen. Wenn Ausdauerschulung kontinuierlich im Sportunterricht berücksichtigt wird, bildet sie hierfür eine gute Plattform (vgl. Bildungsplan, 2004, S. 138).

Laut Bildungsplan können die Schülerinnen am Ende der Klasse 8 „… in einem indi- viduellen Tempo 15 Minuten ohne Unterbrechung laufen“ (Bildungsplan, 2004, S. 141).

Die heutige Stunde stellt einen Schritt zur Erreichung dieser Kompetenz, über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung laufen zu können, dar.

Sinnrichtungen der Unterrichtsstunde

Der Bildungsplan 2004 postuliert einen mehrperspektivischen Sportunterricht. Darü- ber werden den Schülerinnen verschiedene Sinnrichtungen des sportlichen Handelns zugänglich gemacht. Die heutige Sportstunde folgt primär der Sinnrichtung Gesund- heit/ Fitness, enthält aber auch die Sinngebungen Leistung und Miteinander.

4.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung

Das Laufen sowie das ausdauernde Laufen, spielen für den menschlichen Körper und sein Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen sollen so früh wie mög- lich positive Erfahrungen mit dem Laufen machen, um dieses fest in ihr Leben zu integrieren und sich seiner Wirkung immer wieder bewusst zu werden.

[...]


1 http://sportunterricht.de/lksport/ausme.html (29.04.2012)

1 Leistungsniveau: kurze Gehpausen zur Regeneration sind inbegriffen

Details

Seiten
21
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656312789
ISBN (Buch)
9783656314691
Dateigröße
4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194894
Note
1,5
Schlagworte
spielerische ausdauerschulung klasse

Autor

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Titel: Spielerische Ausdauerschulung, Klasse 7