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Impression-Management - Die Welt ist eine Bühne

Hausarbeit 2012 8 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arten der Impression-Management-Techniken
2.1 Begriffserklärung Assertiv/Defensiv
2.2 Kategorisierung der IM-Techniken

3 Identifikationseffekt

4 Entschuldigen (Apologies)

5 Schlussbetrachtung

Einführung in die Impression-Management -Theorie

1 Einleitung

In der heutigen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft, in dem das eigene Ich wie eine Unternehmensmarke behandelt und an der persönlichen Darstellung akribisch gearbeitet wird, bekommt Shakespeares Aussage „Die Welt ist eine Bühne“ eine ernsthafte Note.

Aus diesem Grund ist es relevant, hinter den Vorhang zu blicken und sich einen Überblick über die unterschiedlichen Methoden der schauspielerischen Darstellungen im Klaren zu werden. Hierbei eignet sich Impression-Management als ein Teilgebiet der Sozialpsychologie. Ebert und Piwinger definieren Impression-Management als „Eindruckssteuerung durch Selbstdarstellung bzw. Steuerung der für die Eindrucksbildung relevanten Informationen“ (Ebert & Piwinger, 2007, S.206).

Vordergründiges Anliegen dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die verschiedenen Arten des Impression-Management zu erhalten und den Identifikations-Effekt (basking in reflected glory) und den Gebrauch von Entschuldigungen (apologies) näher zu betrachten. Ich habe mich für diese zwei alltäglichen Impression-Management-Techniken (IM-Techniken) entschieden, weil diese erst bei näherer Betrachtung als Inszenierungsmaßnahmen erkannt werden können und somit einen subtilen Einfluss auf uns haben.

2 Arten der Impression-Management-Techniken

Um eine Übersicht über die Fülle der IM-Techniken[1] zu erlangen, teilt Mummendey (1995) diese nach vier Kriterien ein. Jeweils nach der zeitlichen Perspektive in Situationsübergreifend (Strategie) und Situationsspezifisch (Taktik) und nach der Ausrichtung des Verhaltens, wobei assertives und defensives Verhalten unterschieden wird.

2.1 Begriffserklärung Assertiv/Defensiv

Assertive Strategien bzw. Taktiken sind Techniken, die Durchsetzungsbereitschaft der Person erfordern. Hierbei ist Aktivität und Selbständigkeit gemeint und weniger Aggressivität. Eine Person mit assertiven Verhaltensweisen strebt Zieleindrücke an, die diese in einem positiven Licht erscheinen lassen und Sympathie, Kompetenz und Integrität erhöhen (vgl. Schütz, 2003). Tedeschi, Lindskold und Rosenfeld (1985) zählen unter anderem Ingratiation, Intimidation und Self-promotion zu den assertiven Techniken.

Defensive Strategien bzw. Taktiken werden bei Ereignissen angewandt, die das Selbstbild und Selbstwert sowie Image und Reputation der Person gefährden. Rosenfeld, Giacalone und Riordan (2002) beschreiben diese Ereignisse als identity risk factors. Hierbei mindern defensive Techniken negative Konsequenzen und bewahren das (positive) Selbstbild. Zu diesen Techniken gehören Excuses, Justifications und Self-handicapping behaviors (vgl. Tedeschi, Lindskold und Rosenfeld (1985)).

2.2 Kategorisierung der IM-Techniken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Titel: Übersicht der Kategorien der IM-Techniken

Quelle: Abb. 1: eigene Darstellung in Anlehnung an Mummendey (1995). S.135

Die beiden Bögen in der Abbildung (siehe Abb. 1), die bildlich gesprochen eine Brücke von Strategie zu Taktik und von Assertiv zu Defensiv schlagen, verdeutlichen, dass einzelne Impression-Management-Techniken gleiche Elemente enthalten. Nach Mummendey (1995) sind die Kategorien als solche nicht immer klar voneinander abgrenzbar und dienen daher als Orientierung und nicht als Dogma. Ein Beispiel wäre hier die Technik des self-disclosure. Hierbei gibt sich die Person sehr offen und vertrauensvoll. Dies kann als eine assertive Strategie verstanden werden, mit dem Ziel, sich beliebter zu machen oder als Defensive, um den Eindruck der Verschlossenheit und Unsicherheit zu vermeiden.

Wichtig ist hierbei, dass die Techniken keinesfalls anhand ihrer Wirkung gelistet werden können. Nach Jones und Pittman (1982) gibt es keine wirksamen und weniger wirksamen Techniken, sondern es hängt vom „persönlichen Stil“ und der Erfahrung der Person ab, welche Selbstdarstellungsmethode praktiziert wird.

3 Identifikations-Effekt

Nach den Informationen vom vorherigen Kapitel kann die Technik des baskin in reflected glory als assertive Strategie des Impression-Management kategorisiert werden. Basking in Reflected glory oder kurz: BIRGing heißt übersetzt, sich im Glanz und Ruhm anderer zu sonnen. Kurz und prägnant schildert dies Mummendey: „Basking in reflected glory bedeutet öffentliche Assoziation der eigenen Person mit erfolgreichen, beliebten oder prominenten anderen Personen mit dem ganz offensichtlichen – beabsichtigten oder auch nicht bewußten Ziel an deren Erfolg, Ruhm, Beliebtheit oder Prominenz teilzuhaben“ (Mummendey,1995, S. 145).

Für eine Assoziation mit einer bestimmten Gruppe oder Persönlichkeit gibt es verschiedene Überschneidungsmerkmale wie z. B. gleiche Herkunft, dieselben politischen oder religiösen Überzeugungen, identische Freizeitaktivitäten, ähnliche äußere Erscheinung oder gleiches Geburtsdatum.

Die Prämisse dieser Inszenierungsmethode ist der Maß an Erfolg und Wertschätzung für die Assoziationssubjekte. Cialdini et al (1976) stellten in einem Experiment fest, dass amerikanische Studenten ihre Hochschulzugehörigkeit vermehrt über T-Shirts, Taschen und Aufnähern mit dem Schullogo zeigten, wenn deren Hochschul-Football-Team über mehrere Spiele siegreich waren.

Bei einer Reihe von Misserfolgen der Hochschul-Mannschaft fanden sie den gegenteiligen Effekt heraus. Dieser wird als cutting off reflected failure bezeichnet, wobei sich die Studenten von ihrem Hochschul-Team eindeutig distanzierten.

Ein weiteres bekanntes Phänomen kann mit dieser Impression-Management-Technik erklärt werden: Personen überbringen lieber positive als negative Nachrichten. Bei freudebringenden Botschaften verknüpft sich der Akteur mit den Inhalten der Botschaft und wird so mit den positiven Gefühlen. Im Gegensatz dazu fanden Rosen und Tesser (1970) heraus, dass die Überbringung von negativen Nachrichten tendenziell vermieden wird. Dieses Ergebnis wird MUM-Effekt genannt von „to keep mum“ was übersetzt „Stillschweigen bewahren“ heißt. Neben der Verschlechterung der eigenen Stimmung und eventuellen Schuldgefühlen befürchtet die Person eine negative Bewertung vom Empfänger. Besonders gegenüber höher-rangigen Personen, wie z. B. Vorgesetzte in einem Unternehmen, ist eine deutliche Hemmschwelle zu erkennen, wenn es darum geht, negative Ergebnisse zu präsentieren.

[...]


[1] Im Folgenden wird der Begriff „Impression-Management-Technik“ sowie „Inszenierungstechnik“ als Oberbegriff verwendet und beinhaltet sowohl assertive/defensive IM-Strategien als auch assertive/defensive IM-Taktiken.

Details

Seiten
8
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656196631
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194459
Institution / Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1,3
Schlagworte
impression-management welt bühne sozialpsychologie IM-Management

Autor

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