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Logistik in der Energiebranche

Seminararbeit 2012 41 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung in das Thema Energielogistik
1.1. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Die Energiebranche in Zahlen und Fakten
1.3. Herausforderungen bei der Bereitstellung von Energie
1.3.1. Herausforderungen aufGrund der Nachfrager-Macht
1.4. Lastprofile
1.5. Abgrenzung zwischen den klassischen Logistikabläufen und Energielogistik

2. Logistik fossiler Primärenergieträger am Beispiel Rohöl
2.1. Förderung
2.1.1. Exploration und Bohrung
2.1.2. Peak Oil
2.2. Transport von Primärenergieträgern
2.2.1. Erdöl per Schiff
2.2.1.1. Daten zur Welt Tankerflotte
2.2.1.2. Umschlagprozess und Transport
2.2.2 Pipeline
2.2.2.1. Transportvorgang
2.2.2.2. Die wichtigsten Deutschen Pipelines

3. Logistik von Sekundärenergie am Beispiel Strom
3.1. Logistikprozess Strom -Erzeugung-
3.1.1. Grundleistungskraftwerke
3.1.2. Mittelleistung
3.1.3.Spitzenleistung
3.2. Transport und Übertragung elektrischer Energien
3.2.1. Netzebenen mit unterschiedlichen Betriebsspannungen
3.2.1.1. Höchstspannung (HöS)
3.2.1.2. Hochspannung (HS)
3.2.1.3. Mittelspannung (MS)
3.2.1.4. Niederspannung (NS)
3.3. Netzbetrieb/ Stabilität von Elektroenergiesystemen
3.4. Vertrieb von Energie
3.4.1. Vertragliche Gestaltung von Energielieferverträgen
3.4.2.Strombörse
3.4.2.1. Spotmarkt
3.4.2.2. Terminmarkt

4. Fazit

Quellenverzeichnis

Monografien

Internetquellen

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Energiebegriffe und Energiefluss

Abbildung 2 Veränderungen Primärenergieverbrauch 2011

Abbildung 3 Substitutionsmöglichkeiten zwischen Energieträgern

Abbildung 4 Rohölaufkommen in Deutschland nach Bezugsland

Abbildung 5 Beispiel Standardlastprofil Vergleich

Abbildung 6 Logistikkette

Abbildung 7 Welterdölhandel 2007 in Mt

Abbildung 8 OILRIX Ölversorgungsrisikoindex

Abbildung 9 Aufteilung der weltweiten Tankerflotte nach tdw

Abbildung 10 Internationale Handelsrouten

Abbildung 11 Beispielrechnung zur Zeitersparnis durch Meerengen

Abbildung 12 Anladehäfen für deutsche Rohölimporte

Abbildung 13 Stufen der Supply Chain im Downstream Prozess

Abbildung 14 Unfälle nach Beförderungsmitteln 2004

Abbildung 15 Relative Kosten der einzelnenTransportmittel in Abhängigkeit der Transportweite

Abbildung 16 Raffinerien und Pipelines in der Bundesrepublik Deutschland

Abbildung 17 Übersicht der verschiedenen Verbundnetzte Europas

Abbildung 18 Darstellung eines intelligenten Netzes im Lastenmanagement

Abbildung 19 Handelsprodukte deutscher Energieversorger

Abbildung 20 Kostenstruktur Strompreis "Modellkunde"

Abbildung 21 Arten von Geschäften und Produkten

Abbildung 22 EEX Block- und Stromkontrakte -Produkte

Abbildung 23 Arten von Termingeschäften an der EEX

Abbildung 24 Fahrplansicherung durch Grundlast und Börsenhandel

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einführung in das Thema Energielogistik

1.1. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit

Die hiervorliegende Seminararbeit soll unter dem Titel „Logistik in der Energiebranche“ die wesentlichen Herausforderungen, Bestandteile und Abläufe beim Transport von Energieträgern darstellen.

Dabei wird im ersten Kapitel ein Überblick über die aktuelle Situation in der Energiebranche, die Herausforderungen im Bereich Logistik sowie eine Abgrenzung zwischen dem klassischen Logistikbegriff und den Logistikabläufen in der Energiebranche gegeben.

Abschnitt zwei befasst sich mit der Bereitstellung und dem Transport von Primärenergien am Beispiel von Rohöl. Mit denen im Abschnitt drei vorgestellten Abläufen in der Sekundärenergie am Beispiel Strom wird die Energiebereitstellung exemplarisch abgeschlossen.

Somit soll der Fokus neben einer einleitenden Darstellung der Versorgungssituation im aktuellen Energiemix vor allem auf die Aufgaben und Herausforderungen von Transport und Logistik im aktuell gegebenen Massenmarkt der Primärenergie Rohöl und der Sekundärenergie Strom liegen. Die stetig wachsende Bedeutung von erneuerbaren Energieträgern wie Wind- und Solarenergie ist nicht Kern dieser Arbeit.

1.2. Die Energiebranche in Zahlen und Fakten

Deutschlands Energieverbrauch 2009: 457,1 Mio. t SKE Primärenergie 7104 kWh Strom/ Einwohner 55,9 Mrd. €. Energieimporte1

Die Energiebranche zählt in der deutschen Wirtschaft zu einer der größten Wirtschaftsbereiche. Aufgrund rechtlicher Voraussetzungen wie dem liberalisierten Strommarkt oder dem aktuell geänderten Energiewirtschaftsgesetz liegt die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht in staatlicher Hand sondern wird durch die freie Marktwirtschaft geregelt. Gegenbeispiele finden sich im europäischen Ausland. Die Energiewirtschaft in Frankreich z.B. ist bis heute hauptsächlich Aufgabe des Staates.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Energiebegriffe und Energiefluss (Quelle:, Energietransport,-speicherung,-und Verteilung, S.3)

„Im Rahmen der Energieumwandlung und-anwendung unterscheidet man drei Hauptformen von Energie“3 Somit lässt sich wie Abb. 1 zeigt der Prozess der Energieversorgung in drei Ebenen, die Grundform von Energie nämlich Primärenergie, End-oder Sekundärenergie sowie die Nutzenergie einteilen.

Bereits in diesem Zusammenhang macht E.Sauer in Abb.1 auf die Herausforderung durch „TSV- Verluste“ aufmerksam4 Die Wichtigkeit der verschiedenen Primärenergieträger bezogen auf Deutschland bildet die Abb. 2 ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Veränderungen Primärenergieverbrauch 2011 (Quelle: AGEB, Quartalsbericht Energieverbrauch, S. 1.1)

Generell ist Deutschland weiterhin von fossilen Energieträgern abhängig. Am größten ist die Abhängigkeit von Mineralöl, >1/3 des Energiebedarfs deckt dieser fossile Brennstoff. Hier ist neben Steinkohle der geringste Rückgang zu verzeichnen. Der regenerative Anteil liegt weiterhin bei ausschließlich 8,7%.

Aus der Versorgungssituation in Aufteilung nach Primärenergieträgern lassen sich Herausforderungen ableiten die im Folgenden Kapitel 1.4. näher beleuchtet werden sollen. Exemplarisch wird sich die Arbeit auf Rohöl als klassische Primärenergieträger konzentrieren und die Bereitstellungsprozesse bearbeiten. Zur Analyse der Transportprozesse bei Sekundärenergien ist Strom, wie Abb.3 zeigt am geeignetsten. Es deckt alle Anwendungsbereiche der Energienutzung wie Prozesswärme, mechanische Energie oder Beleuchtung ab und kann somit als repräsentatives Beispiel genutzt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Substitutionsmöglichkeiten zwischen Energieträgern (Quelle: Energiemarkt Deutschland, S.33) 1.3.Herausforderungen bei der Bereitstellung von Energie

Das Energie-Versorgungsnetz in Deutschland unterliegt heute ständigen Veränderungen. Die Nachfrage nach Energie steigt stetig, sodass die Versorgungsleitungen für Primärenergien stetig ausgebaut und optimiert werden müssen. Beispielhaft dafür ist die 2011 ans Netz angeschlossene Gaspipeline „Nord Stream“ oder die Erdölpipeline Druschba. Direkte Transportverbindungen zwischen Russland, dem größten Primärenergielieferanten und der Bundesrepublik.5

Die größten Herausforderungen für die Logistik der deutschen Energiebranche ergeben sich aus der enormen Exportabhängigkeit des Landes. „Hierzulande gibt es lediglich Stein- und Braunkohlen [...] deren Ausbeutung ist jedoch seit Jahren rückläufig.“ 6 Die im Anhang1 zu findende Grafik Energie­Importabhängigkeit Deutschlands im Jahr 2009 veranschaulicht die Importquoten von bis zu 97% bei Rohöl. Auch Erdgas und Steinkohle weisen Importquoten >70% auf. Zur Verschlimmerung der Situation trägt zudem der Atomausstieg bei. Eine Importabhängigkeit bei Kernenergie gibt es nämlich nicht.7 Neben einer politisch- wirtschaftlichen Abhängigkeit entsteht zusätzlich die Aufgabe lange Transportwege zu koordinieren. Zu den größten deutschen Energielieferanten für die genannten Primärenergien gehören in absteigender Wichtigkeit Russland, Norwegen, Niederlande, Großbritannien, Libyen, Kasachstan (alle >10 Mio. t SKE)8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Rohölaufkommen in Deutschland nach Bezugsland (Quelle: Praxisbuch Energiewirtschaft, S. 11)

„Die Öffnung der europäischen Strommärkte schreitet weiter voran. Deutschland nimmt dabei nach wie vor eine Vorreiterposition ein. Liberalisierung, Wettbewerb und zunehmende Privatisierung haben dabei zu einem modifizierten Rollenverständnis vor allem der traditionellen Marktteilnehmer geführt. Neben der Sicherheit und Qualität der Versorgung prägen zunehmend Maßnahmen zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit die Branche. Von besonderer Bedeutung ist dies für den Netzbetrieb.[...]“9 Auf Grund rechtlicher-politischer, technischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten und Entwicklungen gewinnt der Transport von Energie seit Jahrzehnten an Dynamik.

Neben den Aufgaben im Beschaffungsprozess kommt es ebenso auf der Vertriebs- und Nachfrageseite zu branchenindividuellen Herausforderungen.

1.3.1. Herausforderungen auf Grund der Nachfrager-Macht

Im Bereich des Strategischen Marketings gilt es für Unternehmen eine Abgrenzung auf Kundenseite vorzunehmen. Dabei müssen Produkte auf die Handelsstruktur, z.B. b2b oder b2c Kunden angepasst werden.10 Während im Bereich der Primärenergien die Herausforderungen auf Grund der Nachfrager zu vernachlässigen ist sehen sich Endenergieversorger einer wechselnden Kundenstruktur aus Privatabnehmern, Öffentlichen Verbrauchern wie Stadtwerken oder Industrieunternehmen

gegenüber. Diesbezüglich kommt es zu unterschiedlichen Prioritäten wie bspw. Netzspannungen, Lastenprofilen oder Verträgen. Das im Kapitel 1.5. abgebildete Lastprofil verdeutlicht dies.

Als weiter Schwerpunkte der Logistik im Energiebereich ist die Versorgungssicherheit zu nennen. In einem continous process wie der Energieversorgung darf es auf Grund der just in time Produktion, Lieferung und Bereitstellung nicht zu Fehlern kommen. Zudem handelt es sich beim Energiemarkt um einen sehr diversifizierten Markt, auf dem große Materialströme bewegt werden müssen und nach dem Prinzip „diskriminierungsfreier Netznutzung" eine Auswahl der Kunden nicht machbar ist.11 So steht „die Logistik der Energiebranche im klassischen Spannungsfeld des strategischen Dreieck zwischen Kunde, Wettbewerb und Unternehmen“12

1.4.Lastprofile

Im Folgenden soll der Begriff Lastprofil sowie die damit einhergehende Volatilität kurz erklärt und veranschaulicht werden. Das SLP (Standardlastprofil) dient dabei als vereinfachte Grundannahme. Grundlegender Gedanke bei der Erstellung von Lastprofilen ist es die natürlich schwankenden Energiebedarfe abzubilden und durch den Vergleiche von Vorperioden Bedarfsplanungen möglichst genau zu erstellen. Natürliche Schwankungen sind dabei Tagesabläufe -Aufstehen- Arbeit- Essenszeit, oder nutzerabhängige Unterschiede -Privathaushalte- verarbeitendes Gewerbe- Einzelhandel. Die drei Lastprofile in Abb. 5 veranschaulichen die Unterschiede und die Vergleichbarkeit mit dem tat­sächlichen Verbrach. Die Energieunternehmen erstellen jedoch Lastprofile mit deutlich geringerer Trennschärfe wie z.B. für 1-2-oder 3 Personenhaushalte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Beispiel Standardlastprofil Vergleich (Quelle: Energie System Technik Essen)

Lastprofile sind folglich Grundlage der Produktion und Voraussetzung für Netzaus- und Überlastung.

1.5.Abgrenzung zwischen den klassischen Logistikabläufen und Energielogistik

Auf die wesentlichen logistischen Systeme abstrahiert beschreibt die Logistikkette in Abb.6 mit den Stufen Beschaffungslogistik, Produktionslogistik und Distributionslogistik den Prozessablauf der klassischen Güter, sowie den Ablauf bei der Energiebereitstellung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 Logistikkette (Quelle: Handbuch Logistik, S.5)

Dabei weißt die Logistikkette eines Energieversorgers gleiche Schwerpunkte wie klassische Produktionsbetriebe auf. „Während der Güterfluss von und zum Unternehmen von Transportprozessen bestimmt wird, wird er im Unternehmen wesentlich durch die Produktionsprozesse beeinflusst.“13 Eine Abweichung ist lediglich durch die Exploration und Förderung von Primärenergie festzustellen. Dieser Prozess des Upstream ist historisch betrachtet demzufolge nicht Kerngeschäft großer Mineralölkonzerne.14 Sondern im Laufe der Entwicklung in die unternehmensinterne Wertschöpfungskette eingeflossen.

Ein Großteil der in der Energiebranche aktiven Unternehmen sind somit als 3-PL Unternehmen zu sehen15, da die Förderung und Verarbeitung nur einen Teil, von wenigen Großkonzernen oder staatlichen Stellen übernommen16, darstellt. Bei Third Party Logistics Provider (3PL) handelt es sich um Dienstleistungsunternehmen die Transport und Logistik übernehmen.17

2.Logistik fossiler Primärenergieträger am Beispiel Rohöl

Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas sowie Braun- und Schwarzkohle. Mit einer Importquote von 97,8% sind die deutschen Versorgungsunternehmen und Raffinerien auf ausländische Bezugsquellen angewiesen.18 Dabei spielt vor allem die strategische Ellipse19 eine bedeutende Rolle in der weltweiten Rohstoff Produktion. Innerhalb der strategischen Ellipse, gelegen im Nahen Osten, befindet sich eine Vielzahl der OPEC Mitgliedsstaaten. Der Irak, Iran, Kasachstan, Katar, Kuwait, Russland, Saudi- Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate beherbergen ca.70% der weltweiten Ölreserven. 19 20 Somit ist die erste Produktionsstufe im Energieversorgungsprozess geologisch vorgeben und nicht durch Standortverlagerung optimierbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 Welterdölhandel 2007 in Mt (Quelle: BGR Energierohstoffe 2009- Reserven, Ressourcen, Verfügbarkeit, S.51)

„Die Struktur des weltweiten Ölgeschäfts hat sich seit den letzten 20 Jahren deutlich verändert.“21 Auf dem Weltmarkt sind sogenannte „Mega-Mergers“ entstanden. Diese Global- Player fördern, transportieren und bearbeiten Rohöl auch für den deutschen Markt. Die größten Unternehmen im Bereich der Primärenergieversorgung mit Rohöl sind ExxonMobil, BP-Amoco-Arco, TotalFinaElf und ConocoPhillips sowie RoyalDutch Shell.22 Direkt auf dem deutschen Markt aktiv sind deutsche Tochtergesellschaften der genannten Unternehmen sowie einige weitere mittelständisch arggierende Marktteilnehmer.23

Besonders entscheidend für die Logistik von Erdöl aus deutscher Sicht ist: „Ein deutsches Unternehmen, das von der Rohölförderung, über die Raffinerieverarbeitung bis zum Tankstellenbetrieb alle Stufen der Wertschöpfungskette kontrolliert, existiert nicht mehr“24 Diese Stufen der Wertschöpfungskette sollen nun im Folgenden aufgearbeitet und näher beleuchtet werden.

2.1. Förderung

2.1.1. Exploration und Bohrung

Ein Teil des Logistikprozesses der Energiewirtschaft ist die Exploration und Förderung von Primärenergie. Sozusagen als erster Produktionsschritt der Supply Chain ist dieser Arbeitsgang Teil des vorgelagerten upstream Prozesses.25 Dabei ist es bei der Exploration die Aufgabe ausreichend große und wirtschaftlich rentable Ölquellen zu finden. Heutzutage wird Rohöl zum größten Teil in flüssiger Form „unter meist sehr extremen Bedingungen für Mensch und Material [gefördert]. Öl wird heute größtenteils in den heißen Wüsten Arabiens, in kalten Steppen Russlands oder gar Off-Shore auf Bohrinseln gefördert“26

Auf Grund der in Abschnitt 2.1.2. ausgeführten Ölknappheit wird heute auch aus weniger wirtschaftlichen Quellen Öl gefördert. Beispielhaft dafür ist die Extraktion von Rohöl aus Ölsand in Kanada. Bei der Gewinnung kommt es zu einem ansatzweisen Gleichgewicht zwischen Energie­gewinnung und Aufwendung. Und rechtfertigt sich ausschließlich durch hohe Öl-Marktpreise27 Die klassische Exploration von flüssigen Rohölvorkommen erfolgt „mit Hilfe einer „Reflexionsseismik“ genannten Methode. Dabei werden von den Geologen an verschiedenen Orten künstliche Minierdbeben ausgelöst. Somit wird der Umstand ausgenutzt das Erschütterungswellen, je nach Beschaffenheit des Untergrundes, in unterschiedlicher Geschwindigkeit weitergegeben und an den Grenzen verschiedener Gesteinsschichten gebrochen oder reflektiert werden.“28

Um das Rohöl nach Probebohrungen zu fördern wird eine horizontale Förderpipeline in das Erdölvorkommen gebohrt. Zur umgehenden Förderung kann es kommen wenn das Erdöl unter natürlichem Druck steht und die neue Öffnung als Ausgang nutzt. „In den Ölfeldern des Mittleren Ostens reicht dieser Druck meist aus.“ Generell kann Erdöl auch durch künstliche Druckerzeugung gefördert werden. Beispielsweise durch Gas- oder Wasserdruck bzw. durch Pumpen.29 Die Fördermethoden sind grafisch im Anhang2 veranschaulicht.

2.1.2. Peak Oil

Im Zusammenhang mit Rohstoffen, deren Verbrauch und besonders dem Rohstoff Öl, spielt das Thema Verfügbarkeit bzw. Reservesicherheit eine große Rolle. Dabei hat der Geophysiker Marion King Hubberts den Begriff des Peak Oil folgender Maßen definiert: „A hypothetical date referring to the world's peak crude oil production, whereby following this day, production rates will begin to diminish. This concept is derived from geophysicist Marion King Hubbert's "peak theory", which proclaims that oil production follows a bell-shaped curve.“30

Durch den unverkennbaren Zusammenhang zwischen Öl-Nachfrage und dem heutigen Lebensstandard liegt in der Peak-Oil Theory eine dramatische Entwicklung und verlangt nach einer effizienteren Verarbeitung, effizienterem Transport und bewussteren Verbrauch. Experten gehen davon aus, dass der Scheitelpunkt bereits überschritten und eine notwendige Steigerung bzw. langfristig keine wirtschaftlich rentabler Situationserhalt möglich ist.31 Der abgebildete Ölversorgungsrisikoindex gibt einen Ausblick auf die kurz- bis mittelfristigen Folgen der Schere zwischen Ölvorkommen und Konsum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8 OILRIX Ölversorgungsrisikoindex (Quelle: http://www.peak-oil.com/peak-oil-barometer/)

2.2. Transport von Primärenergieträgern 2.2.1.Erdöl per Schiff

Zum Transport von Erdöl gibt es zwei Möglichkeiten. Der Transport innerhalb der Kontinente erfolgt hauptsächlich durch Pipelines, während große Strecken mit Spezialschiffen, Öl-Tankern erfolgt. Dabei erfolgen 2008 75% der weltweiten Erdöltransporte per Tankschiff.32

Es kommt es bei einem reibungslosen Prozessablauf vor allem auf die Be- und Endladung der Schiffe an. Der folgende Abschnitt soll somit in die beiden Unterpunkte Öl-Tanker und Umschlagsprozess beleuchten.

[...]


1 (vgl. Schiffler, Energiemarkt Deutschland, S.29-38)

2 (vgl. Französische Botschaft in Deutschland, S.8)

3 (Konstantin, 2007, Praxisbuch Energiewirtschaft, S. 1) In der Literatur finden sich andere Ansichten, die von vier Hauptformen ausgehen,vgl.Rebhan Energiehandbuch

4 (vgl. Sauer und Zeise, 1983, Energietransport,- speicherung- und Verteilung, S.4)

5 (vgl.Konstantin, 2007, Praxisbuch Energiewirtschaft, Sil)

6 (BMWI, 2012)

7 (vgl. Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S. 37, siehe Anhang 1)

8 (vgl. Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S. 38, siehe Anhang 2)

9 (Liberalisierung der Strommärkte-Herausforderung an die Netze, 2012)

10 (vgl. teialehrbuch.de, 2012)

11 (vgl.Konstantin, 2007, Praxisbuch Energiewirtschaft, S.38)

12 (Wildemann, H., 1997, Logistik Prozessmanagement, S.27, siehe Anhang 4)

13(Arnold, D., Handbuch Logistik, S. 5)

14(vgl. energiewirtschaft.net, 2011)

15(vgl. energiewirtschaft.net, 2011)

16(vgl. wikipedia.org, 2012)

17(vgl. logisticlist.com, 2012)

18(vgl. Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S.53)

19 (vgl. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe II, 2009, S.253)

20 (vgl. Web der Energie, 2010, 2012)

21 (Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S.52)

22 (vgl. Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S.52)

23 (vgl. Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S.54)

24 (Schiffler, 2010, Energiemarkt Deutschland, S.58)

25 (vgl.energiewirtschaft.net, Stand: 02.2012)

26 (vgl.energiewirtschaft.net, Stand: 02.2012)

27 (vgl.Planet-Wissen.de, 2010, Stand:02.2012)

28 (vgl.energiewirtschaft.net, Stand:02.2012)

29 (vgl. Erdöl-Vereinigung Schweiz, 2003, Erdöl-Entstehung, Förderung und Verarbeitung S.12-14)

30 (Investopedia.com, Stand: 02.2012)

31(vgl.Planetforlife.com, S.4, Stand:02.2012)

32(vgl. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe I, 2009, Energierohstoffe 2009, S.50)

Details

Seiten
41
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656194538
ISBN (Buch)
9783656194842
Dateigröße
5.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v194396
Institution / Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Paderborn
Note
1,3
Schlagworte
Logistik; Energie; Strom; Öl; Logistikkette; BWL; Transport;

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Titel: Logistik in der Energiebranche